Kurz gefasst
- Sie braucht zwingend sauren Boden (pH 4,5–6,0), wie Rhododendron und Heidelbeere; auf kalkhaltigem Untergrund erkrankt sie an Chlorose.
- Das ganze Jahr immergrün, wobei sich die Jungtriebe leuchtend rot, kupfern oder braun verfärben.
- Die Blütenknospen legt sie im August und September an und überwintert mit fertigen Rispen — deshalb kostet ein Herbstschnitt die gesamte Blüte.
- Sie blüht im April und Mai mit kleinen, zart duftenden weißen Glöckchen in 8–15 cm langen Rispen.
- Alle Pflanzenteile enthalten Grayanotoxine; die Pflanze ist auch für Hunde, Katzen und Pferde stark giftig.
Botanische Daten
- Familie
- Ericaceae (Ericaceae)
- Höhe
- 1.5–4 m
- Breite
- 1.2–2.5 m
- Wuchsform
- Aufrecht
- Wuchsgeschwindigkeit
- Langsam
- Standort
- Halbschatten, Sonne
- Boden
- Humos, Torfig
- pH-Wert
- pH 4.5–6
- Feuchtigkeit
- Feucht
- Blütezeit
- April–Mai
- Winterhärte
- USDA 5a–8b
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Durch Absenker
Merkmale
Die Japanische Lavendelheide bildet einen dichten, aufrecht wachsenden Strauch mit steifen, etagenförmig angeordneten Trieben. In polnischen Gärten erreicht sie nach etlichen Jahren meist 1,5–2,5 m Höhe bei ähnlicher oder etwas geringerer Breite. Die von botanischen Gärten und der Gartenliteratur angegebene Endhöhe der Art reicht bis 4 m, doch solche Ausmaße erreichen nur alte Exemplare an geschützten, dauerhaft feuchten Standorten — der Strauch wächst langsam, legt jährlich von einigen bis zu etlichen Zentimetern zu und baut in den ersten Jahren nach der Pflanzung vor allem sein Wurzelsystem auf. Dieses ist flach, fein und faserig — typisch für Heidekrautgewächse — weshalb die Pflanze Austrocknung, Bodenverdichtung und zu tiefes Pflanzen sehr schlecht verträgt. Die Blätter sind ledrig, lanzettlich bis länglich-verkehrt-eiförmig, mit fein gesägtem Rand und einer Länge von etwa 3–9 cm. Sie stehen in deutlichen Quirlen an den Triebenden gedrängt und bleiben den ganzen Winter über am Strauch. Ein Erkennungsmerkmal der Art sind die Jungtriebe: Die neuen Blätter färben sich leuchtend rot, kupfern oder braun und ergrünen erst nach einigen Wochen allmählich. Die Stärke dieser Färbung hängt von der Sorte ab — bei einem Teil der Selektionen ist sie der stärkste Zierwert der Pflanze, auffälliger als die Blüte selbst. Die Blüten sind klein, glockenförmig und an der Mündung verengt, bei der Art weiß, bei den Sorten rosa bis dunkelrot. Sie verströmen einen zarten, süßlichen Duft — eher aus der Nähe an einem warmen, windstillen Tag wahrnehmbar als aus der Ferne. Sie sind in etwa 8–15 cm langen Rispen zusammengefasst, bei den meisten Sorten hängend. Entscheidend für die Kultur ist die Reihenfolge der Ereignisse im Jahr: Die Rispen werden bereits im Spätsommer und Herbst angelegt, überwintern am Strauch als deutliche, braungrüne Knospentrauben und öffnen sich erst im zeitigen Frühjahr — unter polnischen Bedingungen meist im April und Mai. Die Frucht ist eine unscheinbare, trockene Kapsel ohne Zierwert.
Beliebte Sorten
- ‘Mountain Fire’
- Die beliebteste bewährte Sorte der Art selbst. Junge Triebe feuerrot, in Kastanienbraun übergehend, dann dunkelgrün; Blüten weiß. Strauch aufrecht, etwa 1,5–2,5 m.
- ‘Katsura’
- Junge Blätter weinrot, sich auch nach dem Sommertrieb verfärbend; Blüten hellrosa bis dunkelrosa. Wuchs kompakt, etwa 1,2–1,8 m — kleiner als für die Art typisch.
- ‘Valley Valentine’
- Blütensorte: Knospen und Blüten dunkelrosa bis bordeauxrot, in langen, hängenden Rispen, die sich außergewöhnlich lange halten. Strauch etwa 1,5–2 m.
- ‘Debutante’
- Kompakte, kuppelförmige japanische Selektion mit rein weißen Blüten in dichten, weniger hängenden Rispen. Höhe etwa 1 m, also unter den typischen Ausmaßen der Art — gut für niedrige Beete und große Kübel.
- ‘Purity’
- Zwergsorte mit großen, rein weißen Blüten, die schon an jungen Pflanzen reich blüht. Kompakt, etwa 0,8–1,2 m; junge Triebe hellgrün, nicht rot.
- ‘Little Heath’
- Sorte mit kleinen Blättern, die einen schmalen cremeweißen Rand haben und beim Austrieb rosa anlaufen. Zwergwüchsig, etwa 0,6–1 m; blüht spärlich — der Zierwert sind die Blätter, nicht die Blüten.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Das flache, faserige Wurzelsystem verträgt weder Austrocknung noch Staunässe. Mit weichem Wasser gießen, am besten mit Regenwasser — hartes Leitungswasser hebt den pH-Wert und begünstigt Chlorose. Als immergrüne Pflanze verliert sie auch im Winter Wasser, weshalb man sie in schneelosen, frostigen Perioden an einem Tag mit Plusgraden gießen sollte.
Düngung
Ausschließlich Dünger für kalkfliehende Pflanzen (für Rhododendren, Azaleen, Heidelbeeren). Universaldünger und jegliches Kalken in der Nachbarschaft des Strauchs heben den pH-Wert und führen zu Chlorose. Ein jährliches Mulchen mit Kiefernrinde hält die Feuchtigkeit und schützt die flachen Wurzeln.
Pflanzung
Saures, humoses und durchlässiges Substrat — eine Mischung aus saurem Torf mit Kiefernrinde und Rhododendronerde. Flach pflanzen, ohne den Wurzelhals einzugraben, und sofort mulchen. Standort geschützt vor frostigem, austrocknendem Wind.
Schnitt
Es genügt, die verblühten Rispen sowie beschädigte und kranke Triebe zu entfernen. Der Strauch hat einen von Natur aus regelmäßigen Wuchs und braucht praktisch keinen Formschnitt; ein eventuelles Einkürzen einzelner Triebe gleich nach der Blüte durchführen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Identyczne wymagania: gleba kwaśna, próchniczna i stale wilgotna, stanowisko półcieniste i osłonięte — klasyczny zestaw rabaty kwasolubnej, w którym oba krzewy pielęgnuje się tak samo.
Niska, zimozielona borówka wypełnia podłoże u stóp pierisa na tym samym kwaśnym, ściółkowanym podłożu i osłania jego płytkie korzenie przed przesuszeniem.
Funkia lubi ten sam wilgotny, próchniczy grunt w półcieniu i zakrywa nagą podstawę krzewu, nie konkurując z nim o światło.
Schlechte Nachbarschaft
Lawenda wymaga gleby suchej, przepuszczalnej i raczej zasadowej — to dokładne przeciwieństwo kwaśnego, stale wilgotnego stanowiska pierisa; żadna z nich nie rośnie dobrze w kompromisowych warunkach.
Liguster dobrze rośnie na glebach wapiennych i zasadowych, a pieris na takich podłożach choruje na chlorozę; dodatkowo silny, płytki system korzeniowy ligustru przesusza glebę wokół wrażliwych korzeni pierisa.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Das Symptom betrifft säureliebende Pflanzen — Hortensie, Rose, Rhododendron, Heidelbeere und andere —, die auf alkalischen oder kalkhaltigen Böden angebaut werden. Die Blattspreite vergilbt, während die Blattadern deutlich grün bleiben, was die charakteristische Interkostalchlorose ergibt. Die Symptome treten zuerst an den jüngsten Blättern an den Triebspitzen auf, da Eisen in der Pflanze wenig beweglich ist und nicht in die neuen Zuwächse verlagert wird. In extremen Fällen sind die Blätter fast weiß und ihre Ränder vertrocknen. Entscheidend ist, dass die Ursache meist kein Eisenmangel im Boden ist, sondern ein zu hoher pH-Wert, der die Aufnahme durch die Wurzeln blockiert. Zu beachten ist, dass nicht alle anfälligen Pflanzen in gleichem Maße säureliebend sind — die Rose bevorzugt einen leicht sauren bis neutralen Reaktionswert (etwa pH 6–7) und erkrankt auf stark alkalischen, kalkhaltigen Böden ebenfalls an Eisenchlorose, obwohl sie nicht so säureliebend ist wie Rhododendron oder Heidelbeere. Das Vergilbungsmuster ist sehr regelmäßig: Grün bleibt nicht nur das Hauptleitbündel, sondern das gesamte feine Adernetz, wodurch das Blatt wie eine grüne Spitze auf gelbgrünem Untergrund aussieht — das ist das sicherste Erkennungsmerkmal, das die Interkostalchlorose von der gleichmäßigen, ganzflächigen Vergilbung unterscheidet, die für Stickstoffmangel typisch ist. Die Symptome verstärken sich mit jedem weiteren Zuwachs: ältere Blätter am unteren Trieb sind mitunter noch grün oder nur leicht aufgehellt, und je jünger das Blatt, desto blasser ist es, bis hin zu fast weißen, zitronengelben Spitzen. Bei lang anhaltendem Mangel verbräunen und nekrotisieren die Ränder und Spitzen der jüngsten Blätter, die Triebe wachsen schwächer und bleiben kleiner, und bei der Heidelbeere sinken Ertrag und Fruchtqualität. Die Eisenchlorose ist nicht ansteckend — sie überträgt sich nicht von Pflanze zu Pflanze, sondern tritt gleichzeitig an allen Exemplaren auf, die am selben, zu alkalischen Standort wachsen, was ebenfalls hilft, sie von Infektionskrankheiten zu unterscheiden. Die Ausprägung kann im Saisonverlauf schwanken: kalter, nasser und verdichteter Boden, schlechte Wurzelbelüftung, Kalküberschuss, ein hoher Hydrogencarbonatgehalt im Gießwasser sowie eine Überdüngung mit Phosphor erschweren die Eisenaufnahme zusätzlich und verschärfen die Symptome selbst dann, wenn das Element im Boden nicht fehlt.
Wurzelfäule (Phytophthora-Fäule)Die Krankheit entwickelt sich in zu nassem, schlecht durchlüftetem Substrat und befällt die Wurzeln sowie die Triebbasis. Die Wurzeln werden braun, faulen und verlieren die Rinde, die sich leicht abziehen lässt, und an der Stängelbasis entsteht eine dunkle, wässrige Fäule. Der oberirdische Teil welkt, vergilbt und stirbt trotz feuchter Erde ab – ein typisches Symptom, denn die geschädigten Wurzeln nehmen kein Wasser mehr auf. Besonders gefährdet sind Zimmerpflanzen, Sukkulenten und Kakteen (bei Überwässerung) sowie im Freiland Nadelgehölze, Rhododendren, Heidekrautgewächse und Erdbeeren auf staunassen Standorten. Der Prozess beginnt unauffällig an den Wurzelhaaren und Wurzelspitzen, die sich dunkel verfärben und absterben, woraufhin die Fäule zu den Skelettwurzeln und zum Wurzelhals fortschreitet. Gesunde, helle, aktive Wurzeln verschwinden – es bleibt eine dunkle, braunrostige oder schwärzliche, wässrige Masse, und die äußere Rindenschicht der Wurzel lässt sich wie ein Handschuh abstreifen und legt den verfärbten Zentralzylinder frei. Bei Bäumen und Sträuchern zeigt sich der Befall von Wurzelhals und Stammbasis (Stammgrundfäule) als dunkler, oft herablaufender Fleck, mitunter mit Ausfluss, und die Rinde ist an dieser Stelle feucht und eingesunken; bei Nadelgehölzen und Rhododendren beobachtet man ein Braunwerden und Absterben von unten oder aus der Kronenmitte bei noch feuchtem Boden. Charakteristisch ist das nesterweise (herdförmige) Auftreten der Symptome im Beet – dort, wo sich Wasser und Erreger örtlich ansammeln. Es lohnt sich, die beiden verursachenden Eipilz-Gattungen zu unterscheiden: Pythium befällt hauptsächlich Sämlinge und Feinwurzeln und verursacht Umfallkrankheit und Wurzelfäule in kühlem, nassem Substrat, während Phytophthora auch ältere, verholzte Pflanzen, Skelettwurzeln und den Wurzelhals angreift, stärker in wärmerem, mit Wasser gesättigtem Boden. Entscheidend für die Diagnose ist der Widerspruch der Symptome: Die Pflanze welkt und wirkt „trocken“, obwohl das Substrat nass ist – dies ist die Folge der zerstörten Wurzeln, nicht eines Wassermangels.
DickmaulrüsslerRüsselkäfer von 8–12 mm Länge, schwarz oder dunkelbraun, mit kurzem und breitem Rüssel, flugunfähig und nachtaktiv. Ihre Larven sind weiß, beinlos, C-förmig gekrümmt, haben einen braunen Kopf und leben im Boden. Symptome: Die erwachsenen Käfer nagen nachts charakteristische halbrunde Buchten in die Blattränder (Buchsbaum, Rhododendron, Bergenie, Erdbeere, Zimmerpflanzen), während die Larven Wurzeln, Zwiebeln und die Triebbasis anfressen, sodass die Pflanze plötzlich welkt und abstirbt. Am häufigsten ist der Gefurchte Dickmaulrüssler (Otiorhynchus sulcatus), seltener der Ovale Dickmaulrüssler (O. ovatus) und verwandte Arten. Entscheidend für die Populationsdichte ist die parthenogenetische Fortpflanzung (Jungfernzeugung): Die Populationen bestehen fast ausschließlich aus Weibchen, und ein einzelnes Weibchen legt ohne Mitwirkung eines Männchens mehrere hundert Eier in den Boden, wodurch ein Befallsherd rasch anwächst. Entwicklungszyklus: Die Käfer überwintern überwiegend als Larven (ein Teil als adulte Tiere) im Boden, die erwachsenen Tiere erscheinen im Spätfrühjahr und Frühsommer und betreiben etwa 3–4 Wochen lang einen Reifungsfraß an den Blättern, bevor sie mit der Eiablage beginnen; die Larven fressen von Sommer über den Herbst und erneut im zeitigen Frühjahr an den Wurzeln. Am gefährlichsten ist das Larvenstadium — die Larven benagen die Wurzeln und untergraben den Wurzelhals an der Triebbasis (Ringelung), wodurch die Pflanze trotz feuchtem Boden plötzlich welkt und sich leicht aus dem Substrat ziehen lässt; der Fraß der erwachsenen Käfer (halbrunde Buchten an den Blatträndern) verunstaltet die Pflanze vor allem und tötet sie selten. Besonders gefährdet sind Pflanzen in Gefäßen, wo der begrenzte Wurzelballen schnell zerstört wird. Die Käfer sind flugunfähig und verbreiten sich daher, indem sie über das Substrat wandern und — vor allem — mit befallenen Pflanzen und Substrat, was frisch gekaufte Topfsetzlinge zum Haupteinschleppungsweg macht.
SpinnmilbenWinzige (0,3–0,5 mm) Spinnentiere, mit bloßem Auge kaum zu erkennen, die an der Blattunterseite saugen. Symptome: feine helle Sprenkel (Einstichstellen), mit der Zeit werden die Blätter grau, vergilben und vertrocknen. Bei starkem Befall zeigt sich ein feines Gespinst. Warme, trockene Luft fördert die Entwicklung — ein häufiges Problem bei Zimmerpflanzen im Winter in der Nähe von Heizkörpern. Spinnmilben sind keine Insekten, sondern Milben aus der Familie Tetranychidae — erwachsene Tiere haben 8 Beine (Larven nur 6). Am häufigsten tritt in Kulturen die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) auf: gelbgrüne Weibchen tragen an den Körperseiten zwei dunkle Flecken, überwinternde Weibchen verfärben sich orangerot. In Obstgärten ist die Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi) verbreitet, deren rote Eier gehäuft an der Triebrinde überwintern. Fraßmechanismus: Die Milben stechen die Zellen der Epidermis und des Mesophylls an der Blattunterseite an und saugen deren Inhalt aus, und die entleerten Zellen füllen sich mit Luft — daher die charakteristische, silbrig-graue, feine Sprenkelung, die von der Blattoberseite sichtbar ist (ähnelt einer mosaikartigen Verfärbung). Bei hoher Dichte werden die Blätter braun, rollen sich ein und fallen vorzeitig ab, und die ganze Pflanze schwächt sich und verliert an Zuwachs. Ein dichtes Gespinst zwischen Blättern und Triebspitzen erscheint erst bei fortgeschrittenem Befall und ist ein Signal für die Gefahr einer Verschleppung des Schädlings auf benachbarte Pflanzen. Der Entwicklungszyklus ist bei Wärme und Trockenheit sehr schnell — bei einer Temperatur von 25–30°C kann sich eine Generation in 1–2 Wochen abschließen, daher zahlreiche Generationen pro Saison und ein rasantes, exponentielles Anwachsen der Population. Die Weibchen legen kugelige, durchsichtige Eier an der Blattunterseite ab. Es überwintern begattete Weibchen (in Rindenritzen, Streu und Pflanzenresten) oder — bei der Obstbaumspinnmilbe — die Eier an der Rinde. Ein früher Befall wird leicht übersehen; bei der Diagnose hilft das Abschütteln eines Blattes über einem weißen Blatt Papier (wandernde Pünktchen werden sichtbar) oder das Betrachten der Blattunterseite mit einer Lupe.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Hoch | Alle Pflanzenteile enthalten Grayanotoxine — dieselben Verbindungen wie bei den Rhododendren. Der Verzehr von Blättern, Blüten oder Nektar löst Erbrechen, Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen und neurologische Symptome aus. |
| Hunde | Hoch | — |
| Katzen | Hoch | — |
| Pferde | Hoch | Schon der Verzehr einer geringen Menge Blätter kann für Pferde gefährlich sein — nicht an Zäunen von Weiden und Ausläufen pflanzen. |
Geschichte und Herkunft
Die Art stammt aus Ostasien — aus den Bergwäldern und Gebüschen Japans, Taiwans sowie Zentral- und Südostchinas, wo sie auf sauren, humosen Böden im lichten Schatten der Bäume wächst. Dieser Standort erklärt das gesamte Anforderungsprofil im Garten: eine deutlich saure Reaktion, gleichmäßige Feuchtigkeit ohne Staunässe sowie Schutz vor greller Sonne und Wind. Die Gattung Pieris wurde aus der früher weit gefassten Gattung Andromeda ausgegliedert, und bis heute taucht im Gartenhandel der Name „Andromeda“ auf, im Englischen — Japanese andromeda. Die zweite englische Bezeichnung, lily-of-the-valley shrub (Maiglöckchenstrauch), bezieht sich auf Form und zarten Duft der Blüten, nicht auf eine Verwandtschaft: Maiglöckchen und Lavendelheide gehören zu völlig verschiedenen Familien. In die europäischen Gärten gelangte die Lavendelheide im 19. Jahrhundert, in derselben Welle von Importen aus Japan, die auch Azaleen, Fächerahorne und viele andere kalkfliehende Pflanzen brachte. Ihre breite Beliebtheit erlangte sie jedoch erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, mit der Mode für Beete aus Heidekrautgewächsen und mit der Züchtung von Sorten mit immer kräftiger gefärbten Trieben. Dabei ist zu wissen, dass die in Europa am häufigsten verkaufte „Forest Flame“ keine Sorte dieser Art ist, sondern eine Kreuzung aus Pieris japonica und Pieris formosa var. forrestii — und deshalb mitunter als etwas weniger frosthart gilt als die reine Japanische Lavendelheide.
Verwendung
Die Lavendelheide ist eine Pflanze für das Moorbeet (kalkfliehendes Beet). Man pflanzt sie zusammen mit Rhododendren, Azaleen, Heidelbeeren und Heidekraut, in ein Substrat aus saurem Torf und Kiefernrinde, mit Rinde gemulcht. Da sie immergrün und das ganze Jahr über dekorativ ist — im Winter durch das Laub und die bereits angelegten Rispen, im Frühjahr durch die Blüten und gleich nach der Blüte durch die roten Triebe — macht sie sich gut als Solitär an exponierter Stelle, in einer Gruppe am Eingang, an einer Mauer oder Terrasse sowie als ungeschnittener Sichtschutz. Der beste Standort ist Halbschatten, geschützt vor frostigem, austrocknendem Wind. Volle Sonne verträgt die Pflanze nur bei dauerhaft feuchtem Boden; bei Austrocknung verbrennen die Blätter. Ein heißer und trockener Standort begünstigt zudem den charakteristischsten Schädling der Art — die kleine Wanze Stephanitis takeyai (engl. andromeda lace bug, Andromeda-Netzwanze), die an der Blattunterseite saugt und dort eine silbrige Sprenkelung hinterlässt. Zu meiden ist auch eine Lage, in der die winterliche Morgensonne die gefrorenen Blätter rasch auftaut — eine typische Ursache für Winterschäden bei immergrünen Heidekrautgewächsen. Kompakte und Zwergsorten eignen sich für große Kübel mit saurem Substrat, für Terrasse und Balkon, sofern regelmäßig mit weichem Wasser gegossen und der Wurzelballen im Winter geschützt wird. Im Boden wie im Gefäß gilt dieselbe Regel: Wir düngen ausschließlich mit Präparaten für kalkfliehende Pflanzen, und ein Kalken in unmittelbarer Nachbarschaft des Strauchs ist ein Fehler, der mit Chlorose endet. Wegen des Gehalts an Grayanotoxinen sollte man die Lavendelheide nicht dort pflanzen, wo kleine Kinder, Pferde oder Nutztiere freien Zugang haben.
Wissenswertes
- Was von Weitem wie eine zweite Blüte der Lavendelheide aussieht, sind in Wirklichkeit junge Blätter — die leuchtend roten Triebe erscheinen gegen Ende der Blüte und halten ihre Farbe mehrere Wochen.
- Der Gattungsname Pieris gehört gleichzeitig der Pflanze und einer Schmetterlingsgattung — den Weißlingen (u. a. dem Großen Kohlweißling, Pieris brassicae). Die Nomenklaturregeln für Pflanzen und Tiere sind voneinander unabhängig, weshalb eine solche Homonymie durchaus zulässig ist.
- Von Oktober bis April steht der Strauch mit sichtbaren, fertigen Blütenständen da — die Knospen sind viele Monate vor der Blüte angelegt. Das ist der beste Hinweis, warum man die Lavendelheide nicht im Herbst schneidet.
Häufige Fragen
Warum vergilben die Blätter der Lavendelheide, während die Blattadern grün bleiben?
Das ist eine typische Eisenchlorose. Die häufigste Ursache ist ein zu hoher Boden-pH oder das Gießen mit hartem, kalkhaltigem Wasser — bei einer Reaktion über etwa 6,5 nimmt die Pflanze kein Eisen auf, obwohl es im Boden vorhanden ist. Es hilft, das Substrat gegen ein saures auszutauschen, ein Dünger für kalkfliehende Pflanzen, das Mulchen mit Kiefernrinde und das Gießen mit Regenwasser.
Woher kommt die silbrige Sprenkelung auf den Blättern der Lavendelheide?
Meist ist Stephanitis takeyai (engl. andromeda lace bug, Andromeda-Netzwanze) dafür verantwortlich — eine kleine Wanze, die als charakteristischster Schädling der Lavendelheide gilt. Die Insekten saugen an der Blattunterseite, und auf der Oberseite sind feine, silbriggraue Aufhellungen zu sehen; an der Unterseite begleiten sie dunkle, lackartige Kotpünktchen. Den Schädling begünstigt ein sonniger und trockener Standort, weshalb Halbschatten sowie ein dauerhaft feuchter, gemulchter Boden die beste Vorbeugung sind. Eine ähnliche Verfärbung verursachen Spinnmilben, doch bei ihnen erscheinen feine Gespinste und keine Kotpünktchen.
Ist die Japanische Lavendelheide giftig?
Ja, stark. Alle Pflanzenteile enthalten Grayanotoxine — dieselben Verbindungen wie beim Rhododendron — und die Toxine gehen auch in den Nektar über. Vergiftungen betreffen Menschen, Hunde, Katzen und Pferde; besonders empfindlich sind Nutztiere, weshalb man den Strauch nicht an Weiden und Ausläufen pflanzt.
Wann und wie schneidet man die Lavendelheide?
Nur gleich nach der Blüte, im Mai–Juni, und sehr sparsam: Man entfernt die verblühten Rispen sowie kranke und beschädigte Triebe. Der Strauch hat einen von Natur aus regelmäßigen Wuchs und braucht keinen Formschnitt. Ein Schnitt ab dem Spätsommer entfernt die bereits angelegten Blütenknospen und kostet die Pflanze die Blüte im folgenden Jahr.
Worin unterscheidet sich die Japanische Lavendelheide von der Sorte „Forest Flame“?
„Forest Flame“ ist keine Sorte von Pieris japonica, sondern eine Kreuzung dieser Art mit Pieris formosa var. forrestii. Sie hat sehr intensiv rote Jungtriebe, gilt aber mitunter als etwas weniger frosthart als die reine Japanische Lavendelheide. In kühleren Regionen sind bewährte Sorten von P. japonica selbst die sicherere Wahl, zum Beispiel „Mountain Fire“.
Eignet sich die Lavendelheide für die Kultur im Kübel?
Ja, aber nur kompakte und Zwergsorten und in einem großen Gefäß, das mit saurem Substrat gefüllt ist. Der Ballen im Kübel trocknet rasch aus und friert schneller durch als im Boden, weshalb ein regelmäßiges Gießen mit weichem Wasser während der ganzen Saison und ein Schutz des Gefäßes im Winter notwendig sind.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO) — Pieris japonicaDatenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Pieris japonicaInstitution / Botanischer Garten
- Missouri Botanical Garden — Plant Finder: Pieris japonicaInstitution / Botanischer Garten
- ASPCA — Toxic and Non-Toxic Plants: Japanese PierisWebsite
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