Pastinake

Pastinaca sativa · Parsnip (EN) · Pastinake (DE)

Die Pastinake (Pastinaca sativa) ist ein zweijähriges Wurzelgemüse mit weißcremiger, süßlicher Wurzel, das wie die Möhre angebaut wird; ihre Süße nimmt nach den ersten Frösten deutlich zu.

Sonne/Halbschatten Mäßig Wasser USDA 3a–9b Giftig
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Essbar ist die weiße, süßliche Wurzel, die im Anbau der Möhre ähnelt.
  • Der Geschmack der Wurzel wird nach Frösten süßer — ein Teil der Stärke wird dann zu Zucker.
  • Sehr winterhart: Die Wurzeln kann man im Boden lassen und über den Winter ausgraben.
  • Braucht einen tiefgründigen, gelockerten Boden ohne frischen Mist, damit die Wurzel gerade wächst.
  • Der Saft des Krauts ist phototoxisch — er kann in der Sonne Hautverbrennungen auslösen.

Botanische Daten

Familie
Apiaceae (Apiaceae)
Höhe
0.3–1.5 m
Breite
0.3–0.5 m
Wuchsform
Aufrecht
Wuchsgeschwindigkeit
Mäßig
Standort
Sonne, Halbschatten
Boden
Humos, Sandig, Lehmig
pH-Wert
pH 6–7
Feuchtigkeit
Mäßig
Blütezeit
Juni–Juli
Winterhärte
USDA 3a–9b
Vermehrung
Aus Samen

Merkmale

Im ersten Jahr bildet sie eine Rosette großer, gefiederter, frischgrüner Blätter sowie eine dicke, weißcremige Pfahlwurzel. Im zweiten Jahr treibt sie einen hohen, gefurchten Blütentrieb mit gelben Dolden. Die ganze Pflanze hat ein würziges, süßliches Aroma.

Anbau und Pflege

Bewässerung

Gleichmäßig gießen — Feuchtigkeitsschwankungen führen zu Rissen und Verzweigung der Wurzeln. Die tiefe Wurzel kommt mit zeitweiliger Trockenheit recht gut zurecht.

Im Sommer alle ~6 Tage · Trockenheitstoleranz: Mittel

Düngung

Auf einem im Vorjahr versorgten Standort anbauen. Frischer Mist verursacht Verzweigung und Verformung der Wurzeln.

meist ohne zusätzliche Düngung · kompost z poprzedniego sezonu

Pflanzung

Tiefgründiger, gelockerter, von Steinen und frischem Mist freier Boden, damit die Wurzel gerade und glatt wächst. Die Samen verlieren schnell die Keimfähigkeit — nur frische verwenden.

Zeitpunkt: März–Mai (Direktaussaat ins Freiland) · Abstand 15–20 cm

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

KüchenzwiebelPraktische Beobachtung

Der Zwiebelgeruch überdeckt den Duft von Pastinake und Möhre und erschwert es der Möhrenfliege, ihre Wirtspflanze zu finden.

RadieschenPraktische Beobachtung

Der schnelle Radieschen markiert die langsam keimenden Reihen der Pastinake und wird geerntet, bevor die Wurzel Platz braucht.

SalatGärtnerische Tradition

Der niedrige Salat als Zwischenkultur nutzt den Platz zwischen den Reihen der langsam wachsenden Pastinake gut.

Schlechte Nachbarschaft

KarottePraktische Beobachtung

Die Möhre gehört zur selben Familie der Doldenblütler und teilt mit der Pastinake die Möhrenfliege und Krankheiten — die Nachbarschaft häuft den Schädling an.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Krankheiten und Schädlinge

Möhrenfliege

Eine Fliege, deren Larven Gänge in den Wurzeln der Möhre (sowie von Petersilie, Sellerie und Pastinake) fressen. Symptome: rostbraune Gänge und Tunnel in der Wurzel, bräunlich-rote Verfärbungen der Blätter, bitterer Geschmack und Fäulnis der Wurzeln bei der Lagerung. Die erwachsenen Tiere werden vom Geruch beschädigter Blätter angelockt. Die erwachsene Möhrenfliege ist eine kleine, etwa 4–5 mm lange Fliege mit schlankem, glänzend schwarzem Hinterleib, rostgelbem Kopf, gelben Beinen und durchsichtigen, leicht schillernden Flügeln — daher der polnische Name „połyśnica“ (die Schillernde). Das Insekt fliegt niedrig über dem Boden und nur schwach und versteckt sich gern im Schatten der Pflanzen. Die Larve ist beinlos, cremegelb, glänzend und wird bis zu 8–10 mm lang; sie richtet den Schaden an, indem sie flache, gewundene Gänge dicht unter der Wurzelhaut frisst, die mit der Zeit verrosten und aufreißen. Im Laufe der Saison entwickeln sich in der Regel zwei Generationen (örtlich eine dritte): Die ersten Zuflüge fallen auf die Wende von April und Mai, und die gefährlichste, zahlreichere zweite Generation frisst von August bis September und beschädigt die Wurzeln kurz vor der Ernte. Der Schädling überwintert als Larve in den im Boden verbliebenen Wurzeln oder als Tönnchenpuppe in der Erde. Das erste Anzeichen sind oft bräunlich-rote, wie welk wirkende Verfärbungen der Blätter; nach dem Herausziehen der Wurzel sieht man rostige Furchen und mit dunklem Kot gefüllte Tunnel. Beschädigte Wurzeln werden bitter, faulen im Lager leicht und werden zum Eintrittstor für sekundäre Pilz- und Bakterieninfektionen.

Blattläuse

Kleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Leicht Die Wurzel ist essbar und sicher. Der Saft von Blättern und Stängeln enthält Furanocumarine und kann unter Sonneneinwirkung phototoxische Hautverbrennungen (Photodermatitis) auslösen — das Kraut mit Handschuhen ernten, möglichst nicht in praller Sonne.
Hunde Keine
Katzen Keine

Geschichte und Herkunft

Die Pastinake war bis zur Verbreitung von Kartoffel und Zuckerrübe das grundlegende Wurzelgemüse und eine Süßungsquelle der europäischen Küche des gesamten Mittelalters. Die Römer schätzten sie sowohl als Nahrung als auch als Heilpflanze.

Verwendung

Die Wurzel isst man gekocht, gebacken, gebraten, in Suppen und als Püree; sie harmoniert gut mit Möhre und Kartoffel. Im Garten wird sie wie anderes Wurzelgemüse auf tiefgründigem, durchlässigem Boden angebaut.

Wissenswertes

  • Die Stärke der Wurzel wird unter Kälteeinfluss zu Zucker, deshalb ist eine nach Frösten ausgegrabene Pastinake deutlich süßer.
  • Die wild wachsende Pastinake wird mit giftigen Doldenblütlern verwechselt — beim Sammeln aus der Natur muss man sich der Bestimmung sicher sein.

Häufige Fragen

Wann erntet man die Pastinake?

Die Wurzeln gräbt man im Herbst aus, den besten Geschmack haben sie aber nach den ersten Frösten, die einen Teil der Stärke in Zucker umwandeln. Die Pastinake ist sehr winterhart, daher kann man die Wurzeln im Boden lassen und den ganzen Winter über nach Bedarf ausgraben, wenn man das Beet mit Mulch abdeckt.

Warum verzweigen sich die Wurzeln der Pastinake?

Verzweigte und verkrümmte Wurzeln sind die Folge von zu verdichtetem oder steinigem Boden sowie frischem Mist im Substrat. Die Pastinake braucht tiefgründige, gelockerte, steinfreie Erde, die ein Jahr zuvor mit Kompost versorgt wurde und nicht kurz vor der Aussaat.

Ist die Pastinake sicher?

Die Wurzel ist voll essbar und sicher. Der Hinweis betrifft das Kraut: Der Saft von Blättern und Stängeln enthält Furanocumarine, die im Kontakt mit Haut und Sonnenlicht phototoxische Verbrennungen (Photodermatitis) auslösen können. Das Kraut erntet man am besten mit Handschuhen und meidet die Arbeit mit der Pflanze in praller Sonne.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 20.7.2026.

Meine Notiz

Private Notiz zu dieser Pflanze — in deinem Browser gespeichert.

Ähnliche Pflanzen