Kurz gefasst
- Reiche, rosa-purpurne Blüte im Frühjahr — einer der eindrucksvollsten Akzente im Garten.
- Kleine Zieräpfelchen halten sich bis in den Winter und sind eine wertvolle Nahrung für Vögel.
- Die dunkelpurpurnen, später braungrünen Blätter bieten einen ganzsaisonalen Zierwert.
- Ein ausgezeichneter Bestäuber für in der Nähe wachsende Kulturapfelbäume.
- Frosthart, in feuchten Jahren jedoch mitunter anfällig für den Apfelschorf.
Botanische Daten
- Familie
- Rosaceae (Rosaceae)
- Höhe
- 4–6 m
- Breite
- 3–5 m
- Wuchsform
- Ausladend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Mäßig
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Lehmig, Humos
- pH-Wert
- pH 6–7
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- April–Mai
- Winterhärte
- USDA 4a–8a
- Vermehrung
- Aus Stecklingen
Merkmale
Ein kleiner Baum mit ausladender, ziemlich regelmäßiger Krone. Die jungen Blätter sind purpurrot und dunkeln mit der Zeit zu Braungrün nach. Die Blüten sind einfach oder halbgefüllt, bedecken die Triebe reichlich, in Tönen von intensivem Rosa und purpurnem Rot. Die Früchte sind kleine, kugelige Äpfelchen (sogenannte Zieräpfel) in Dunkelrot bis Purpur, dauerhaft und lange nach dem Laubfall am Baum verbleibend.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Nach dem Anwachsen mäßig trockenheitsbeständig. Junge Bäumchen sowie ältere in langen Hitzeperioden regelmäßig gießen, damit sie ihre Früchte nicht abwerfen.
Düngung
Mäßig — ein Stickstoffüberschuss fördert üppige Triebe auf Kosten der Blüte und erhöht die Anfälligkeit für Schorf.
Pflanzung
Fruchtbarer, humoser, durchlässiger Boden. Ein sonniger und luftiger Standort verringert das Risiko von Pilzkrankheiten der Blätter.
Schnittkalender
Schnittgruppe: Kernobst (Apfel, Birne, Quitte) — Winterschnitt
Was und wie schneiden
Von Spätherbst bis Vorfrühling, wenn der Baum blattlos ist — am besten am Ende des Winters, an einem frostfreien Tag: die Krone auslichten, die Leittriebe einkürzen, kranke, gebrochene und senkrechte „Wasserschosse" entfernen. Nicht bei starkem Frost schneiden, denn das Holz ist spröde und die Wunden heilen schlecht. Spalier- und Kordonformen werden zusätzlich im Sommer geschnitten.
Im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr, vor dem Austrieb der Knospen.
Was du nicht tun solltest
Übertreibe es nicht mit starkem Winterschnitt, besonders bei jungen Bäumen — ein starker Schnitt in der Ruhezeit regt üppige, unfruchtbare Triebe („Wasserschosse") an und verzögert die Fruchtbildung. Langsam wachsende Bäume im Winter nur maßvoll schneiden; übermäßigen Wuchs mit Sommerschnitt dämpfen und damit die Fruchtbildung fördern.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Der reich blühende Zierapfel ist ein hervorragender Bestäuber für Kulturapfelsorten — sein Pollen verbessert den Fruchtansatz im Obstgarten deutlich.
Die Frühjahrszwiebeln erblühen unter der sich noch entfaltenden Krone und verlängern das frühlingshafte Blütenschauspiel rund um den Baum.
Schlechte Nachbarschaft
Wacholder ist mitunter Zwischenwirt des Rostpilzes (Gymnosporangium), der Apfelbäume befällt — sie nahe beieinander zu pflanzen begünstigt die Entwicklung der Krankheit.
Der Walnussbaum sondert Juglon in den Boden ab — eine allelopathische Verbindung, die das Wachstum hemmt und die Vitalität der Apfelbäume schwächt.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Auf den Blättern erscheinen olivgrüne, samtige, verschwommene Flecken, die mit der Zeit nachdunkeln und braun werden; stark befallene Blätter vergilben und fallen vorzeitig ab. An den Früchten bilden sich dunkle, korkige Flecken, die mit dem Wachstum der Frucht aufreißen und die charakteristischen Risse und Verformungen verursachen. Befallene Früchte bleiben klein, lassen sich schlechter lagern und verlieren an Marktwert. Die ersten Flecken zeigen sich meist auf den jüngsten, sich entwickelnden Blättern sowie auf den Kelchblättern der Blüten; anfangs sind sie schwach abgegrenzt, später nehmen sie eine ausgeprägt dunkelolivgrüne bis schwarzbraune Färbung mit samtigem Sporulationsbelag an. Die Primärinfektionen im Frühjahr werden durch Askosporen ausgelöst, die bei Regen aus den im Falllaub überwinternden Fruchtkörpern ausgeschleudert werden; aus den entstandenen Flecken bilden sich wiederum Konidien, die für die zahlreichen Sekundärinfektionen im Laufe des Sommers verantwortlich sind. Ein früher Befall der Fruchtansätze führt zu einseitigem Wachstum und starker Verformung der Frucht, und die Risse im Korkgewebe werden zu Eintrittspforten für Fäulnispilze und Lagerfäulen. Bei besonders anfälligen Sorten bildet der Schorf auch Schorfstellen und Risse an jungen Trieben und Zweigen, die in der folgenden Saison zu einer zusätzlichen Sporenquelle werden. Eine gesonderte Form ist der sogenannte Lagerschorf – kleine, punktförmige Flecken, die sich erst im Kühllager zeigen, wenn die Früchte kurz vor der Ernte infiziert wurden.
FeuerbrandBlüten und junge Triebe werden plötzlich braun und anschließend schwarz, als wären sie vom Feuer versengt — daher der Name der Krankheit. Die Spitzen befallener Triebe krümmen sich charakteristisch nach unten zu einem Haken, der an einen Bischofsstab erinnert. Bei hoher Luftfeuchtigkeit tritt aus dem befallenen Gewebe ein milchiger, klebriger Bakterienschleim aus, und die Infektion breitet sich rasch im Trieb abwärts aus, sodass ganze Äste absterben. Befallene Blätter und Früchte vertrocknen, bleiben aber lange am Baum haften. Am stärksten befallen werden Birne und Quitte, danach der Apfel, und unter den Zier- und Wildgehölzen — Weißdorn, Zwergmispel, Feuerdorn (Pyracantha) und Eberesche, die ein gefährliches Infektionsreservoir sein können. An der Rinde von Ästen und Stamm entstehen deutlich abgegrenzte, eingesunkene Nekrosen (Rindenbrand) mit aufreißender Rinde; nach dem Anschneiden ist das Gewebe unter der Rinde rotbraun verfärbt, oft mit marmorierten Streifen. Der Tropfen des Bakterienschleims wird mit der Zeit bernsteinfarben und trocknet ein, und das Vorhandensein der Bakterien lässt sich mit dem sogenannten Ausströmtest bestätigen — aus frisch angeschnittenem, in Wasser getauchtem befallenem Gewebe treten Schlieren einer trüben Bakteriensuspension aus. Befallene Früchte werden schwarz und mumifizieren, bleiben am Baum hängen, was den Feuerbrand vom gewöhnlichen Welken durch Wassermangel unterscheidet.
BlattläuseKleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.
Kleiner FrostspannerEin Falter mit ausgeprägtem Geschlechtsdimorphismus: das Männchen hat graubraune, fein gebänderte Flügel mit einer Spannweite von etwa 25 mm, während das Weibchen praktisch flügellos und flugunfähig ist und daher im Herbst am Stamm emporklettert, um die Eier in der Krone abzulegen. Im Frühjahr schlüpfen grüne Spannerraupen mit hellen Längsstreifen, die sich mit dem charakteristischen „Katzenbuckel“-Gang (Zusammenziehen des Hinterleibs) fortbewegen und die sich entwickelnden Knospen, jungen Blätter und Fruchtansätze auffressen, wobei sie diese oft mit Fäden umspinnen. Er befällt Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche sowie viele Laubbäume und -sträucher. Die erwachsene Raupe erreicht eine Länge von bis zu etwa 25 mm, ist gelbgrün mit einer dunkleren Rückenlinie und hellen Streifen an den Seiten; als typischer Spanner (Geometridae) besitzt sie nur zwei Paar Bauchfüße am Hinterleibsende, woraus ihr schlingernder „Katzenbuckel“-Gang resultiert. Die Eier werden einzeln an den Knospen und in Rindenrissen abgelegt, wo sie überwintern, und kurz vor dem Frühjahrsschlupf wechseln sie ihre Farbe von grünlich zu orangerot. Die Art bildet eine Generation pro Jahr: die Falter fliegen im Spätherbst (Oktober–Dezember, daher der deutsche Name „Frostspanner“) an kühlen, frostfreien Abenden, und die flugunfähigen Weibchen klettern dann an den Stämmen empor. Der Raupenschlupf im Frühjahr ist eng mit dem Knospenaufbruch synchronisiert (meist April); nach etwa 4–6 Wochen Fraß lassen sich die Raupen an Fäden zum Boden herab und verpuppen sich flach in der Erde, wo die Puppe den Sommer verbringt. Anzeichen des Fraßes sind durchlöcherte und zerfetzte junge Blätter, ausgefressene Blüten- und Blattknospen sowie deformierte, mit korkigen Narben überzogene Früchte, die aus beschädigten Fruchtansätzen entstehen; bei starkem Befall können die Raupen die Krone nahezu kahl fressen.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Leicht | Das Fruchtfleisch der kleinen Äpfelchen ist essbar, doch die Kerne enthalten Amygdalin, das Blausäure freisetzt — man sollte sie nicht zerbeißen oder in größeren Mengen verzehren. |
| Hunde | Leicht | — |
| Pferde | Mäßig | Größere Mengen an Blättern und Samen können für Pferde schädlich sein. |
Geschichte und Herkunft
Die Hybride Malus × purpurea wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Frankreich gezüchtet, unter Verwendung des aus Zentralasien eingeführten rotlaubigen Niedzwetzky-Apfels — er brachte die purpurne Färbung von Blättern, Blüten und Früchten in die modernen Zieräpfel ein. Die Sorte 'Royalty' wurde Mitte des 20. Jahrhunderts in Kanada wegen ihrer außergewöhnlich dunklen, lange farbbeständigen Blätter selektiert.
Verwendung
Als Zier-Solitär auf dem Rasen, in kleinen Gärten, Parks und an Straßen gepflanzt. Geschätzt für das Frühjahrsblütenschauspiel, das ganzsaisonal gefärbte Laub sowie den winterlichen Schmuck aus dauerhaften Früchten. Sie wird auch gezielt in Obstgärten als Bestäuber für Kulturapfelbäume nachgepflanzt.
Wissenswertes
- Die kleinen Äpfelchen sind essbar, wenngleich sehr herb und sauer — sie eignen sich hervorragend für aromatische Gelees und Konfitüren.
- Die im Winter an den Zweigen verbleibenden Früchte sind eine wichtige Nahrung für Vögel, besonders für Wacholderdrosseln und Seidenschwänze.
- Zieräpfel sind universelle Bestäuber — ein einziges Exemplar kann viele Obstapfelsorten im Garten bestäuben.
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich der Zierapfel vom Kulturapfel?
Der Zierapfel wird für den dekorativen Effekt kultiviert — reiche Blüten, farbige Blätter und kleine, zierende Früchte, die im Winter erhalten bleiben. Der Kulturapfel ist ein Obstbaum mit großen, essbaren Äpfeln. Die Früchte des Zierapfels sind klein und herb und eignen sich vor allem zum Verarbeiten.
Bestäubt der Zierapfel meinen Obstapfelbaum?
Ja, und sehr wirksam. Reich und lange blühende Zieräpfel sind universelle Bestäuber — ein in der Nähe gepflanztes Exemplar kann den Fruchtansatz mehrerer Kulturapfelsorten, die in Flugreichweite der Bienen wachsen, deutlich verbessern.
Warum bekommen die Blätter meines Zierapfels Flecken und fallen ab?
Das ist meist ein Zeichen von Apfelschorf — einer Pilzkrankheit, die sich in feuchten Jahren verstärkt. Es hilft, an einem sonnigen, luftigen Platz zu pflanzen, die Krone auszulichten sowie befallene Blätter im Herbst zusammenzurechen und zu entfernen. Auch die Wahl widerstandsfähigerer Sorten ist ratsam.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Malus × purpurea 'Royalty'Institution / Botanischer Garten
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