Blutpflaume

Prunus cerasifera 'Nigra' · Purple-leaf cherry plum (EN) · Blutpflaume (DE)

Die Blutpflaume 'Nigra' (Prunus cerasifera), volkstümlich Kirschpflaume genannt, ist ein kleiner Zierbaum mit dunkelpurpurnen Blättern, die ihre Farbe die ganze Saison über behalten, und rosa Blüten, die sich im sehr zeitigen Frühjahr entfalten — beliebt als Solitär und für geschnittene Hecken.

Sonne/Halbschatten Mäßig Wasser USDA 5a–8b Giftig
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Dunkelpurpurne Blätter die ganze Saison über — ein kräftiger Farbakzent im Garten.
  • Rosa Blüten entfalten sich im sehr zeitigen Frühjahr, vor den meisten Bäumen.
  • Kleine, essbare Früchte reifen im Sommer, werden jedoch oft nur spärlich angesetzt.
  • Verträgt die meisten Böden; die schönste Färbung zeigt sie in voller Sonne.
  • Hervorragend für farbige, geschnittene Hecken und als Solitärbäumchen.

Botanische Daten

Familie
Rosaceae (Rosaceae)
Höhe
4–7 m
Breite
3–5 m
Wuchsform
Ausladend
Wuchsgeschwindigkeit
Mäßig
Standort
Sonne, Halbschatten
Boden
Lehmig, Humos, Sandig
pH-Wert
pH 6–7.5
Feuchtigkeit
Mäßig
Blütezeit
März–April
Winterhärte
USDA 5a–8b
Vermehrung
Aus Stecklingen, Aus Samen

Merkmale

Ein kleiner Baum oder großer Strauch mit ausladender, ziemlich dichter Krone. Die Blätter sind eiförmig, vom Austrieb bis zum Herbst dunkelpurpurn bis rotbraun — das ist der Hauptvorzug der Sorte. Die Blüten sind einzeln, hellrosa und entfalten sich sehr früh, vor den Blättern oder zugleich mit ihnen. Die Früchte sind kleine, kugelige, dunkelrote Steinfrüchte ähnlich kleinen Pflaumen, essbar, wobei manche Exemplare sie nur spärlich ansetzen.

Anbau und Pflege

Bewässerung

Nach dem Anwachsen recht trockenheitsbeständig. Regelmäßiges Gießen benötigen junge Exemplare und zur Hecke geschnittene Pflanzen; Staunässe verträgt sie schlecht.

Im Sommer alle ~10 Tage · Trockenheitstoleranz: Mittel

Düngung

Mäßige Gaben — ein Stickstoffüberschuss schwächt die Intensität der purpurnen Blattfärbung.

im zeitigen Frühjahr · kompost, nawóz wieloskładnikowy

Pflanzung

Verträgt die meisten Gartenböden; für die Heckenkultur dichter pflanzen (alle 100–120 cm), als Solitär deutlich lockerer. Die schönste Färbung zeigt sie in voller Sonne.

Zeitpunkt: zeitiges Frühjahr oder Herbst · Abstand 100–350 cm

Schnittkalender

Schnittgruppe: Obst- und Zier-Steinobst (Prunus) — Schnitt im Sommer

Warum dann: Bäume und Sträucher der Gattung Prunus, die in feuchter Witterung geschnitten werden, infizieren sich leicht mit Bleiglanz und Bakterienbrand; der trockene, warme Hochsommer lässt die Wunden schnell verheilen.

Was und wie schneiden

Schneide an einem warmen, trockenen Tag vom Spätfrühling bis zum Sommer (nach der Blüte oder nach der Ernte); entferne abgestorbene, kranke und sich drängende Triebe und halte die Krone offen.

Direkt nach der Blüte, im Spätfrühling oder Sommer.

Was du nicht tun solltest

Schneide nicht im Herbst oder Winter — das ist der Hauptinfektionsweg für Bleiglanz und Bakterienbrand.

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

ForsythiePraktische Beobachtung

Beide Gehölze blühen im sehr zeitigen Frühjahr — die purpurnen Triebe der Pflaume mit den rosa Blüten kontrastieren schön mit der goldenen Forsythie.

OsterglockePraktische Beobachtung

Die Frühjahrszwiebeln erblühen unter der noch spärlich belaubten Krone und ergänzen das frühe Blütenschauspiel der Pflaume.

Schlechte Nachbarschaft

WalnussDurch Studien belegt

Der Walnussbaum sondert Juglon in den Boden ab — eine allelopathische Verbindung, die das Wachstum von Steinobstbäumen, darunter die Kirschpflaume, hemmt.

Tomate und andere NachtschattengewächseDurch Studien belegt

Erhöhtes Risiko der Verticillium-Welke — einer bodenbürtigen Pilzkrankheit, die sowohl Nachtschattengewächse als auch im selben Boden wachsende Steinobstbäume befällt.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Krankheiten und Schädlinge

Monilia-Fruchtfäule (Braunfäule)

An Kern- und Steinobst treten braune, sich vergrößernde Fäulnisflecken auf, auf denen konzentrisch angeordnete, graubeige Sporenpolster entstehen. Befallene Früchte faulen, trocknen ein und mumifizieren, wobei sie oft bis zur nächsten Saison am Baum hängen bleiben. Im Frühjahr befällt der Pilz auch Blüten und Kurztriebe, verursacht deren Absterben und lässt die Zweigspitzen zurücksterben. Die Krankheit hat zwei deutliche Phasen. Die frühjährliche Monilia-Spitzendürre (meist Monilinia laxa an Steinobst — Sauerkirsche, Süßkirsche, Pflaume, Aprikose) beginnt an den Blüten, die braun werden, welken und vertrocknen, ohne abzufallen; die Infektion dringt durch den Griffel in den Kurztrieb ein, umringelt ihn und führt zum Absterben ganzer Triebe, deren vertrocknete Blätter wie nach einer Verbrennung herabhängen — daher die irreführende Ähnlichkeit mit Frostschäden. Bei Steinobst tritt an befallenen Trieben häufig Gummifluss (Gummose) sowie kleine, aufgerissene Rindenkrebse auf. Die sommerlich-herbstliche Braunfäule der Früchte (hauptsächlich Monilinia fructigena an Apfel und Birne) entwickelt sich an reifenden Früchten: Der Fäulnisfleck erfasst rasch die ganze Frucht, das Fruchtfleisch wird braun und weich, und an der Oberfläche wachsen charakteristische, konzentrisch angeordnete Ringe cremebeiger Konidien-Sporenpolster. Unter kühlen Bedingungen (u. a. im Lager) können die Früchte die Form harter, schwarz glänzender Mumien ohne Sporulation annehmen (sogenannte Schwarzfäule). Die am Baum hängenden mumifizierten Früchte sowie die Monilia-Krebse an den Trieben sind die Hauptsporenquelle in der folgenden Saison.

Scharka

Die Krankheit befällt Pflaume, Aprikose und Pfirsich sowie andere Arten der Gattung Prunus. Auf den Blättern erscheinen helle, chlorotische Ringe, Flecken und Streifen entlang der Blattadern, die im Frühjahr bei kühler Witterung am deutlichsten sichtbar sind. An den Früchten bilden sich Einsenkungen, Verfärbungen und Verformungen, und das Fruchtfleisch darunter ist oft verfärbt und gummiartig mit verschlechtertem Geschmack. Befallene Früchte fallen häufig vorzeitig ab, wodurch der Ertrag seinen Markt- und Genusswert verliert. Die Blattsymptome treten auch als Aufhellungen entlang der Blattadern (sogenannte Adernaufhellung) sowie als unregelmäßige Sprenkelung auf; im Frühjahr sind sie am stärksten, im heißen Sommer verschwinden sie oft (werden maskiert) und kehren in der nächsten Saison wieder, was die Diagnose erschwert. Die Stärke der Symptome hängt vom Virusstamm und der Anfälligkeit der Sorte ab — von nahezu symptomlosen Formen bis zu starken Verformungen. An Pflaumenfrüchten sind dunkle, bläuliche Ringe und Flecken sowie Einsenkungen sichtbar; bei der Aprikose erscheinen charakteristische, diagnostische Ringe und Flecken auch am Steinkern (Endokarp), was eines der zuverlässigeren Erkennungsmerkmale ist. Beim Pfirsich tritt zusätzlich ein Farbbrechen der Blütenblätter auf (hellere Streifen). Frisch infizierte Bäume bleiben mitunter eine Saison lang symptomlos, weshalb eine sichere Bestätigung ausschließlich eine Laboruntersuchung liefert (serologischer ELISA-Test oder molekularer RT-PCR).

Blattläuse

Kleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.

Kleiner Frostspanner

Ein Falter mit ausgeprägtem Geschlechtsdimorphismus: das Männchen hat graubraune, fein gebänderte Flügel mit einer Spannweite von etwa 25 mm, während das Weibchen praktisch flügellos und flugunfähig ist und daher im Herbst am Stamm emporklettert, um die Eier in der Krone abzulegen. Im Frühjahr schlüpfen grüne Spannerraupen mit hellen Längsstreifen, die sich mit dem charakteristischen „Katzenbuckel“-Gang (Zusammenziehen des Hinterleibs) fortbewegen und die sich entwickelnden Knospen, jungen Blätter und Fruchtansätze auffressen, wobei sie diese oft mit Fäden umspinnen. Er befällt Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche sowie viele Laubbäume und -sträucher. Die erwachsene Raupe erreicht eine Länge von bis zu etwa 25 mm, ist gelbgrün mit einer dunkleren Rückenlinie und hellen Streifen an den Seiten; als typischer Spanner (Geometridae) besitzt sie nur zwei Paar Bauchfüße am Hinterleibsende, woraus ihr schlingernder „Katzenbuckel“-Gang resultiert. Die Eier werden einzeln an den Knospen und in Rindenrissen abgelegt, wo sie überwintern, und kurz vor dem Frühjahrsschlupf wechseln sie ihre Farbe von grünlich zu orangerot. Die Art bildet eine Generation pro Jahr: die Falter fliegen im Spätherbst (Oktober–Dezember, daher der deutsche Name „Frostspanner“) an kühlen, frostfreien Abenden, und die flugunfähigen Weibchen klettern dann an den Stämmen empor. Der Raupenschlupf im Frühjahr ist eng mit dem Knospenaufbruch synchronisiert (meist April); nach etwa 4–6 Wochen Fraß lassen sich die Raupen an Fäden zum Boden herab und verpuppen sich flach in der Erde, wo die Puppe den Sommer verbringt. Anzeichen des Fraßes sind durchlöcherte und zerfetzte junge Blätter, ausgefressene Blüten- und Blattknospen sowie deformierte, mit korkigen Narben überzogene Früchte, die aus beschädigten Fruchtansätzen entstehen; bei starkem Befall können die Raupen die Krone nahezu kahl fressen.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Leicht Kerne, Blätter und Rinde enthalten Amygdalin, das geringe Mengen Blausäure freisetzt. Das Fruchtfleisch reifer Früchte ist essbar.
Hunde Mäßig Das Fressen größerer Mengen an Kernen oder Blättern kann gefährlich sein.
Pferde Mäßig

Geschichte und Herkunft

Die Kirschpflaume ist einer der wilden Vorfahren der Kulturpflaume und wird seit Langem als frühe Bienenweide sowie als Unterlage für edle Pflaumensorten geschätzt. Die dunkellaubigen Zierformen verbreiteten sich in Europa seit dem Ende des 19. Jahrhunderts — die Sorte 'Pissardii' wurde aus Persien eingeführt, wo sie ein Gärtner französischer Herkunft bemerkte; 'Nigra' ist ihre dunklere, reich blühende Fortsetzung.

Verwendung

Als Zier-Solitär auf dem Rasen, in kleinen Gärten und an Straßen gepflanzt, für einen ganzsaisonalen, purpurnen Akzent. Sie eignet sich auch hervorragend für farbige Formhecken — sie verträgt den Schnitt gut und verdichtet sich rasch von unten.

Wissenswertes

  • Die Kirschpflaume ist einer der Elternteile der kultivierten Kulturpflaume, die aus ihrer Kreuzung mit der Schlehe hervorging.
  • Die purpurne Blattfarbe stammt von Anthocyanen — dieselben Farbstoffe verleihen dem Rotwein und vielen Früchten ihre Farbe.
  • Es ist einer der am frühesten blühenden Zierbäume — die Blüten können sich schon im März entfalten und riskieren dabei Schäden durch späte Fröste.

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich die Zier-Blutpflaume von der Obstpflaume?

Die Blutpflaume 'Nigra' wird vor allem wegen ihrer dunkelpurpurnen Blätter und der frühen, rosa Blüten kultiviert, nicht wegen des Ertrags. Sie setzt kleine und nicht immer reichliche Früchte an. Die Kulturpflaume ist ein typischer Obstbaum mit grünen Blättern und größeren, süßen Früchten zum Verarbeiten.

Kann man die Früchte der Kirschpflaume essen?

Ja, die kleinen Früchte der Kirschpflaume sind essbar — sie haben einen leicht herben, säuerlichen Geschmack und eignen sich für Marmeladen, Gelees oder Liköre. Die Kerne sollte man jedoch nicht zerbeißen und weder Blätter noch Rinde verzehren, da sie Amygdalin enthalten, das Blausäure freisetzt.

Warum ergrünen die Blätter meiner Kirschpflaume?

Die purpurne Blattfarbe entwickelt sich am besten in voller Sonne. An einem zu schattigen Standort nehmen die Blätter einen grünlich-braunen Ton an. Die Farbe kann auch bei einem Stickstoffüberschuss im Boden schwächer ausfallen — man sollte die Stickstoffdüngung einschränken.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 15.7.2026.

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