Kurz gefasst
- Essbar sind die süßen, stärkehaltigen Wurzelknollen sowie junge Blätter und Triebe.
- Sehr wärmeliebend — in Polen und Deutschland als einjährig angebaut, sie stirbt bei Frost.
- Kriechende Triebe bedecken schnell den Boden; sie braucht Sonne und eine lange, warme Saison.
- Man setzt bewurzelte Triebstecklinge (Slips) auf erwärmten Boden nach Mitte Mai.
- Sie ist eine Winde aus der Familie der Windengewächse, keine Nachtschatten-Kartoffel — sie hat keine giftigen grünen Teile.
Botanische Daten
- Familie
- Convolvulaceae (Convolvulaceae)
- Höhe
- 0.2–0.4 m
- Breite
- 1–3 m
- Wuchsform
- Kriechend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne
- Boden
- Sandig, Humos, Lehmig
- pH-Wert
- pH 5.5–6.5
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- —
- Winterhärte
- USDA 9a–11b
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Aus Zwiebeln / Knollen
Merkmale
Pflanze mit langen, kriechenden oder leicht kletternden Trieben von 1–3 m Länge und herz- oder lappenförmigen Blättern. Unter der Erde bildet sie verdickte Wurzelknollen mit einer Schale von cremeweiß über orange bis purpurn. Die trichterförmigen, rosa-violetten Blüten ähneln der Winde, erscheinen im kühlen Klima jedoch selten.
Anbau und Pflege
Bewässerung
In der Wachstumsphase regelmäßig gießen; gegen Saisonende, vor der Knollenernte, das Gießen reduzieren. Wärmeliebende Pflanze, empfindlich gegen Kälte und Staunässe.
Düngung
Sparsam mit Stickstoff — sein Überschuss bringt üppiges Laub auf Kosten von Ansatz und Auswachsen der Knollen.
Pflanzung
Leichter, durchlässiger, erwärmter Boden; man setzt bewurzelte Triebstecklinge (Slips), am besten auf Dämmen oder unter schwarzer Folie, die die Erwärmung beschleunigt.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Hülsenfrüchtler binden Luftstickstoff, und die Süßkartoffel, die keinen Überschuss davon mag, profitiert gut von so mild angereichertem Boden.
Stark duftende Kräuter werden an den Rändern gepflanzt, um Schädlinge zu verwirren und Nützlinge anzulocken.
Schlechte Nachbarschaft
Beide Pflanzen kriechen stark und überwuchern das Beet rasch, wobei sie um Platz, Wasser und Licht am Boden konkurrieren.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Kleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.
Drahtwürmer (Larven der Schnellkäfer)Larven der Schnellkäfer: schmal, hart und glänzend, gelbbraun (daher der Name „Drahtwürmer“), bis 2–3 cm lang, mit drei Paar kurzer Beine direkt hinter dem Kopf. Sie entwickeln sich 3–5 Jahre im Boden. Symptome: schmale Fraßgänge in Kartoffelknollen, Möhrenwurzeln, Zwiebeln und an der Stängelbasis sowie angefressene Wurzeln von Jungpflanzen, die welken und stellenweise ausfallen — besonders auf frisch umgebrochenen Grasflächen. Die erwachsenen Käfer (Schnellkäfer) sind länglich, dunkel und 7–12 mm lang; sie sind für ihre charakteristische Fähigkeit bekannt, sich nach dem Umkippen auf den Rücken mit einem Knacken hochzuschnellen — sie selbst richten an Kulturpflanzen keine nennenswerten Schäden an; Schädling sind ausschließlich die Larven. Die Weibchen legen ihre Eier flach im Boden ab, am liebsten unter grasbewachsener, feuchter Narbe, weshalb die Gefahr in den ersten 2–3 Jahren nach dem Umbruch eines mehrjährigen Rasens, einer Brache oder eines mit Quecke verunkrauteten Feldes am größten ist. Die Larven wandern je nach Temperatur und Feuchtigkeit im Bodenprofil: im Frühjahr und Herbst fressen sie flach in der Wurzelzone, bei Hitze und Trockenheit ziehen sie sich tiefer zurück. Die Schäden sind charakteristische schmale, glatte Kanäle und Gänge in Knollen, Speicherwurzeln und Zwiebeln; sie mindern den Handelswert der Ernte und öffnen den Weg für sekundäre bakterielle und pilzliche Fäulnis. Bei Jungpflanzen und jungen Sämlingen (Mais, Gemüse, Beetpflanzen) durchbeißen die Larven die Wurzeln und die Stängelbasis am Wurzelhals, wodurch die Pflanzen welken und stellenweise absterben und in den Reihen leere Stellen (Bestandeslücken) hinterlassen. Die Schäden verstärken sich auf schweren, feuchten, humusreichen und stark verunkrauteten Böden.
SpinnmilbenWinzige (0,3–0,5 mm) Spinnentiere, mit bloßem Auge kaum zu erkennen, die an der Blattunterseite saugen. Symptome: feine helle Sprenkel (Einstichstellen), mit der Zeit werden die Blätter grau, vergilben und vertrocknen. Bei starkem Befall zeigt sich ein feines Gespinst. Warme, trockene Luft fördert die Entwicklung — ein häufiges Problem bei Zimmerpflanzen im Winter in der Nähe von Heizkörpern. Spinnmilben sind keine Insekten, sondern Milben aus der Familie Tetranychidae — erwachsene Tiere haben 8 Beine (Larven nur 6). Am häufigsten tritt in Kulturen die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) auf: gelbgrüne Weibchen tragen an den Körperseiten zwei dunkle Flecken, überwinternde Weibchen verfärben sich orangerot. In Obstgärten ist die Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi) verbreitet, deren rote Eier gehäuft an der Triebrinde überwintern. Fraßmechanismus: Die Milben stechen die Zellen der Epidermis und des Mesophylls an der Blattunterseite an und saugen deren Inhalt aus, und die entleerten Zellen füllen sich mit Luft — daher die charakteristische, silbrig-graue, feine Sprenkelung, die von der Blattoberseite sichtbar ist (ähnelt einer mosaikartigen Verfärbung). Bei hoher Dichte werden die Blätter braun, rollen sich ein und fallen vorzeitig ab, und die ganze Pflanze schwächt sich und verliert an Zuwachs. Ein dichtes Gespinst zwischen Blättern und Triebspitzen erscheint erst bei fortgeschrittenem Befall und ist ein Signal für die Gefahr einer Verschleppung des Schädlings auf benachbarte Pflanzen. Der Entwicklungszyklus ist bei Wärme und Trockenheit sehr schnell — bei einer Temperatur von 25–30°C kann sich eine Generation in 1–2 Wochen abschließen, daher zahlreiche Generationen pro Saison und ein rasantes, exponentielles Anwachsen der Population. Die Weibchen legen kugelige, durchsichtige Eier an der Blattunterseite ab. Es überwintern begattete Weibchen (in Rindenritzen, Streu und Pflanzenresten) oder — bei der Obstbaumspinnmilbe — die Eier an der Rinde. Ein früher Befall wird leicht übersehen; bei der Diagnose hilft das Abschütteln eines Blattes über einem weißen Blatt Papier (wandernde Pünktchen werden sichtbar) oder das Betrachten der Blattunterseite mit einer Lupe.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | Knollen und junge Blätter sind essbar und sicher. Die Süßkartoffel ist eine Winde (Convolvulaceae) und keine Nachtschatten-Kartoffel — sie hat keine giftigen grünen Teile wie die Kartoffel. |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Die Süßkartoffel wurde vor Tausenden von Jahren im tropischen Amerika domestiziert; sie war Grundnahrung vieler präkolumbischer Völker und eines der ersten nach den Kolumbus-Fahrten nach Europa gebrachten Gemüse. In den letzten Jahren gewinnt sie dank neuer, früherer Sorten in Mitteleuropa an Beliebtheit.
Verwendung
Die Knollen isst man gebacken, gekocht, gebraten und als Pommes; junge Blätter werden wie Spinat zubereitet. Dank der dekorativen Triebe wird sie auch als Zierpflanze in Gefäßen auf Terrassen und Balkonen kultiviert.
Wissenswertes
- Zierformen der Süßkartoffel mit purpurnen oder limettengrünen Blättern (z. B. Blackie, Marguerite) pflanzt man in Töpfe und Kästen ausschließlich für das dekorative Laub.
- Trotz des Namens Süßkartoffel ist die Batate nicht mit der gewöhnlichen Kartoffel verwandt — sie gehört zu den Windengewächsen, derselben Familie wie Prunkwinde und Ackerwinde.
Häufige Fragen
Lässt sich die Süßkartoffel im polnischen Klima anbauen?
Ja, als einjährige Pflanze. Sie braucht einen warmen, sonnigen Standort und erwärmten Boden. Die Stecklinge pflanzt man nach Mitte Mai, wenn keine Frostgefahr mehr besteht, am besten auf Dämmen oder unter schwarzer Folie. Es lohnt sich, frühe Sorten zu wählen, die an eine kürzere, kühlere Saison angepasst sind.
Wann und wie erntet man Süßkartoffeln?
Die Knollen gräbt man im Herbst aus, kurz vor den ersten Frösten, die sowohl das Laub als auch die Knollen schädigen. Nach der Ernte sollte man die Süßkartoffeln nachreifen lassen (einige Tage warm und feucht), was die Schale heilt, die Süße verbessert und die Lagerfähigkeit verlängert.
Worin unterscheidet sich die Süßkartoffel von der Kartoffel?
Das sind völlig verschiedene Pflanzen. Die Kartoffel gehört zu den Nachtschattengewächsen, und ihre grünen Teile sowie ergrünte Knollen sind giftig. Die Süßkartoffel ist eine Winde aus der Familie der Windengewächse, und ihre Wurzelknollen und jungen Blätter sind vollständig essbar und sicher.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO) — Ipomoea batatasDatenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Sweet potato (Ipomoea batatas)Institution / Botanischer Garten
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