Gemüse für die Herbst- und Winterernte — was man im August und September aussät
Die zweite Gemüsewelle: was man im August und September für die Ernte im Herbst und Winter aussäen kann. Schnelle Salate und Radieschen, frostharter Feldsalat und Grünkohl, Chinakohl und Mangold — mit Terminen und Frostschutz.
Der August im Gemüsegarten ist nicht das Ende der Saison, sondern ihr zweiter Akt. Die Beete werden frei nach der Ernte von Knoblauch, Zwiebeln, Frühkartoffeln oder Ackerbohnen, der Boden ist warm — die besten Bedingungen, um freie Stellen mit Gemüse für die Herbst- und Winterernte zu bestellen. Der eigene, ganzjährige Anbau eigener Gemüse ist einer der stärksten Gartentrends — und im August und September schließt sich das Fenster für seine letzte diesjährige Welle. Dieser Ratgeber zeigt, was und wann man noch aussät.
Warum die zweite Sommerhälfte ein guter Moment ist
Aussaaten im August und September haben mehrere Vorteile gegenüber Frühjahrssaaten. Der Boden ist bereits erwärmt, sodass die Samen schnell keimen. Viele Blattgemüse schmecken bei Kühle besser als in der Hitze — Salat und Spinat schießen im August seltener als im Juli, und kühle Nächte mildern ihren Geschmack. Der Schädlings- und Frühjahrskrankheitsdruck ist geringer. Dazu nutzt man Fläche, die sonst bis zum Frühjahr brach läge.
Die Termine der Arbeiten für die ganze Saison fasst der Gartenkalender zusammen; im Folgenden die wichtigsten Gemüse für diese Zeit.
Schnelle Blatt- und Wurzelgemüse
Wer noch in diesem Herbst ernten will, setzt auf Arten mit kurzem Zyklus:
- Radieschen — das schnellste überhaupt, erntereif in 4–6 Wochen. Herbstsaaten neigen weniger zum Verholzen und Platzen als Sommersaaten.
- Rucola und Salat — als Pflücksalat: dicht säen und junge Blätter mehrfach ernten.
- Spinat — die Herbstsaat liefert saftige Blätter, und bei mildem Winter überwintert die Pflanze und startet früh im Frühjahr.
Gemüse, das im Freien überwintert
Der eigentliche Lohn der Augustaussaat ist die Ernte im schwierigsten Moment — im Spätherbst und Winter, wenn Blattgemüse im Laden am teuersten ist:
- Feldsalat — der beliebteste Wintersalat in Deutschland und der Schweiz. Extrem frosthart, ausgesät von August bis September, in Rosetten den ganzen Winter unter leichter Vliesabdeckung geerntet.
- Grünkohl — ein Blattkohl, der nicht nur Frost verträgt, sondern nach dem Frost sogar milder schmeckt. Aus der Augustaussaat erntet man Blätter vom Herbst über den Winter bis ins Vorfrühjahr.
Chinakohl und Mangold — fürs Herbstbeet
- Chinakohl ist das klassische Nachbaugemüse: wächst schnell, im Sommer bei kürzerem Tag ausgesät, schießt seltener als aus Frühjahrssaat. Aus der Augustsaat bildet er Köpfe für den Herbst.
- Mangold — die Blattform der Rübe, „als Pflückgemüse“ geerntet: nach dem Abschneiden der äußeren Stiele und Blätter treibt er nach und liefert Ertrag bis zum Frost, mit Abdeckung auch im Vorfrühjahr.
Praxis: Aussaat, Gießen, Abdeckung
Der Augustboden ist oft ausgetrocknet, also wässere die Saatrillen vor der Aussaat gründlich, säe die Samen und halte die oberste Schicht bis zum Auflaufen feucht — das ist die häufigste Ursache misslungener Sommersaaten. Die Regeln zur Wassermenge fasst der Ratgeber zum Gießen zusammen.
Beete nach zehrenden Gemüsen (Kohlgewächse, Kürbisgewächse) versorge vor der Neubestellung mit Kompost — wie man das mit Verstand macht, beschreibt der Ratgeber zum Düngen. Baue keine Gemüse derselben Familie hintereinander an (Fruchtfolge); gute und schlechte Nachbarn zeigt der Ratgeber zur Gemüsenachbarschaft.
Mit kürzer werdendem Tag verlangsamt sich das Wachstum, deshalb je später du säst, desto wichtiger ist ein weißes Vlies — es hebt die Temperatur um einige Grad, beschleunigt das Auflaufen und schützt vor dem ersten Frost. Es verwandelt die „letzte Aussaat der Saison“ in eine echte Winterernte. Was sonst noch im Garten vor dem Winter zu tun ist, fasst der Ratgeber zur Wintervorbereitung des Gartens zusammen.
Häufige Fragen
Was schaffe ich im August noch auszusäen?
In der zweiten Augusthälfte gelingen noch schnelle Blatt- und Wurzelgemüse: Radieschen (Ernte nach 4–6 Wochen), Rucola, Pflücksalat, Spinat und Feldsalat. Bis Ende August kann man auch überwinternden Grünkohl und Chinakohl für Herbstköpfe säen. Je später, desto wichtiger ist eine weiße Vliesabdeckung, die das Wachstum beschleunigt und vor dem ersten Frost schützt.
Überstehen Grünkohl und Feldsalat den Winter im Freien?
Ja — das sind die beiden frosthärtesten Blattgemüse. Feldsalat und Grünkohl vertragen ohne Weiteres einige Minusgrade, und Grünkohl wird nach dem Frost sogar milder im Geschmack (Stärke wandelt sich in Zucker um). Unter einer leichten Vliesabdeckung oder in einem ungeheizten Folientunnel lässt sich sein Laub den größten Teil des Winters ernten.
Wie schützt man Herbstsaaten vor dem Frost?
Der einfachste und wirksamste Schutz ist ein weißes Vlies, direkt aufs Beet oder auf niedrigen Bögen ausgelegt. Es hebt die Temperatur um einige Grad, beschleunigt das Wachstum bei kürzer werdendem Tag und schützt vor den ersten Frösten. In kalten Nächten lässt man es liegen, an warmen Tagen nimmt man es ab oder lüftet, damit die Pflanzen sich nicht stauen.