Feldsalat

Valerianella locusta · Corn salad (EN) · Feldsalat (DE)

Der Feldsalat (Valerianella locusta) ist eine einjährige Gemüsepflanze aus der Familie der Geißblattgewächse (früher Baldriangewächse), die wegen ihrer kleinen, fleischigen Blattrosetten als Wintersalat angebaut wird. Er ist ausgesprochen frosthart – aus einer Spätsommeraussaat überwintert er im Freiland und liefert von Herbst bis Frühjahr frische Blätter. In den deutschsprachigen Ländern, wo er als Feldsalat (in der Schweiz Nüsslisalat) bekannt ist, ist er der beliebteste Salat der Wintersaison.

Sonne/Halbschatten Mäßig Wasser USDA 5a–9a
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Wintersalat – Aussaat VIII–IX für die Ernte von Herbst bis Frühjahr.
  • Ausgesprochen frosthart: Die Rosetten vertragen Fröste um −15°C, unter Abdeckung noch tiefere.
  • Die Gattung Valerianella ist vom Echten Baldrian (Valeriana officinalis) verschieden.
  • Die Samen keimen in Wärme schlecht – oberhalb von etwa 20°C fallen sie in eine thermische Keimruhe.
  • Anspruchslos; einen Stickstoffüberschuss vermeidet man wegen der Nitratanreicherung im Winter.

Botanische Daten

Familie
Caprifoliaceae (Caprifoliaceae)
Höhe
0.1–0.4 m
Breite
0.1–0.15 m
Wuchsform
Horstbildend
Wuchsgeschwindigkeit
Langsam
Standort
Sonne, Halbschatten
Boden
Humos, Lehmig
pH-Wert
pH 6.5–7.5
Feuchtigkeit
Mäßig, Feucht
Blütezeit
April–Juni
Winterhärte
USDA 5a–9a
Vermehrung
Aus Samen

Merkmale

Der Feldsalat ist eine niedrige einjährige Pflanze, die eine flache, bodennahe Rosette aus kleinen, löffelförmigen Blättern von 3–8 cm Länge bildet, glattrandig, mattgrün und leicht fleischig. Die Rosette erreicht meist 10–15 cm Durchmesser und ebenso viel Höhe; genau sie ist der essbare Teil. Im Frühjahr, mit zunehmender Tageslänge und steigender Temperatur, treibt die Pflanze einen gabelig verzweigten Blütenstiel, der 30–40 cm hoch wird und in Häufchen winziger, hellblauer Blüten von etwa 2 mm Durchmesser endet. Die Frucht ist ein kleines, hartes Nüsschen. Das Wurzelsystem ist flach und büschelig, weshalb die Pflanze rasch auf ein Austrocknen der oberen Bodenschicht reagiert, sich aber zugleich leicht direkt an Ort und Stelle aussäen lässt. Die wichtigste Nutzeigenschaft ist die ausgeprägte Frosthärte: Die Rosetten vertragen Fröste um −15°C und überstehen unter einer Abdeckung aus Vlies oder einer Schneeschicht noch tiefere Temperaturen, indem sie ohne Schäden wieder auftauen. Dadurch bleibt der Feldsalat den ganzen Winter über grün und erntereif, wenn die meisten Blattgemüse ihre Vegetation längst beendet haben.

Beliebte Sorten

‘Verte de Cambrai’
Historische französische Sorte des kleinblättrigen Typs: kleine, dunkelgrüne, kompakte Rosetten und außergewöhnliche Frosthärte, weshalb sie als Klassiker für die spätesten, winterlichen Ernten gilt. Sie wächst langsamer und liefert einen geringeren Ertrag als breitblättrige Sorten, verträgt aber strenge Fröste besser.
‘Dunkelgrüner Vollherziger’
Alte, gefestigte deutsche Sorte („dunkelgrün vollherzig“) mit kompakten, dunkelgrünen Rosetten. Geschätzt für ihre Frosthärte und die gute Füllung der Rosettenmitte; einer der am häufigsten gesäten traditionellen Typen in den deutschsprachigen Ländern.
‘Grote Noordhollandse’
Niederländische breitblättrige Sorte mit größeren, helleren Blättern und schnellerem Wuchs, die einen höheren Ertrag je Flächeneinheit liefert. Dafür ist sie weniger frosthart als die kleinblättrigen Typen und eignet sich daher besser für frühere, herbstliche Ernten als für den Hochwinter.
‘Vit’
Sorte mit glatten, glänzenden, etwas verlängerten Blättern und schnellem, gleichmäßigem Wuchs, die den Falschen Mehltau toleriert. Dank ihrer Wuchskraft wird sie sowohl für die Herbst- als auch für die Frühfrühjahrsernte empfohlen.

Anbau und Pflege

Bewässerung

Hauptsächlich in der kühlen Jahreszeit angebaut, weshalb der Wasserbedarf gering ist. Entscheidend ist eine gleichmäßige Feuchte in der Keim- und Auflaufphase – das flache Wurzelsystem reagiert rasch auf ein Austrocknen der oberen Bodenschicht.

Im Sommer alle ~3 Tage · Trockenheitstoleranz: Mittel

Düngung

Anspruchslose Pflanze – ein Boden in guter Kultur genügt. Einen Stickstoffüberschuss vermeidet man bewusst, weil der im Winter bei geringer Sonneneinstrahlung geerntete Salat leicht Nitrat anreichert.

przed siewem · kompost

Pflanzung

Durchlässiger, nicht zu saurer Boden in guter Kultur; Direktsaat an Ort und Stelle in Reihen im Abstand von 10–15 cm. Bei heißen, frühen Augustterminen lohnt es sich, die Reihe zu kühlen und zu befeuchten, weil die Samen in warmer Erde schlecht keimen.

Zeitpunkt: August bis Mitte September (für die Herbst-Winter- und Frühjahrsernte); eine Frühjahrsaussaat ist möglich · Abstand 5–10 cm

Schnitt

Ganze Rosetten mit dem Messer knapp über dem Boden abschneiden; bei einem schonenden Schnitt kann die Pflanze einen zweiten, kleineren Aufwuchs treiben.

Zeitpunkt: Laufende Ernte von Herbst bis Frühjahr. · Achtung: Mit der Ernte im Frühjahr nicht zögern – mit zunehmender Tageslänge schießt die Pflanze in den Blütenstand, und die Blätter verlieren an Wert.

Krankheiten und Schädlinge

Falscher Mehltau

Gelbe oder eckige (von den Blattadern begrenzte) Flecken auf der Blattoberseite, denen auf der Unterseite ein grauvioletter oder brauner Sporenbelag entspricht. Er unterscheidet sich vom Echten Mehltau, dessen weißer Belag auf der Blattoberseite sitzt. Er entwickelt sich bei Feuchtigkeit und kühlen Nächten und ist gefährlich für Gurken, Zwiebeln und Weinreben. Die Flecken sind anfangs hellgrün oder vergilbend, und ihre eckige, mosaikartige Form entsteht dadurch, dass die Entwicklung des Erregers von den größeren Blattadern aufgehalten wird. Der zarte, filzige Belag auf der Unterseite (daher der Name „Mehltau“) ist die Sporenbildung des Eipilzes — am besten morgens oder nach einer Phase hoher Luftfeuchtigkeit zu erkennen. Mit der Zeit werden die Flecken braun, trocknen ein und fließen zusammen, das Blatt stirbt vorzeitig ab, was die ganze Pflanze schwächt und den Ertrag mindert. Die Krankheit ist stark auf ihren Wirt spezialisiert: Gurken und Kürbisse befällt Pseudoperonospora cubensis, Zwiebeln Peronospora destructor, Weinreben Plasmopara viticola und Salat Bremia lactucae — daher überträgt sich der Befall einer Art in der Regel nicht auf nicht verwandte Kulturen.

Weißstängeligkeit (Sklerotinia-Fäule)

An den Stängeln, am Pflanzengrund und an bodennahen Teilen tritt eine wässrige, weiche Fäule auf, die von einem dichten, weißen, watteartigen Pilzmyzel überzogen ist. Im Gewebe und an dessen Oberfläche bilden sich schwarze, harte Dauerkörper (Sklerotien) von Korngröße, die ein diagnostisches Merkmal sind. Befallene Pflanzen welken, knicken um und sterben ab; die Krankheit befällt viele Gemüse- und Zierpflanzenarten. Die Infektion beginnt meist mit einem hellen, wässrigen, fast durchscheinenden Fleck, der sich rasch zu einer weichen Fäule ausweitet; bei feuchter Luft überzieht ihn das charakteristische, wattig-weiße Pilzmyzel. Mit fortschreitender Krankheit wird der befallene Stängel eingeschnürt und umgürtet, verliert seine Festigkeit, wodurch die Pflanze oberhalb der Befallsstelle welkt und abstirbt, und das Gewebe bleicht nach dem Austrocknen aus, wird trocken, bastig und fasert auf. Das Innere der befallenen Stängel (das Mark) ist oft hohl und mit schwarzen Sklerotien von der Größe von Getreidekörnern gefüllt — das sicherste Merkmal zur Unterscheidung dieser Krankheit. Sclerotinia befällt einen sehr breiten Wirtskreis (u. a. Salat, Bohnen, Gurken, Möhren, Kohlgewächse, Sonnenblume, Raps sowie zahlreiche Stauden und Zierpflanzen), und die Fäule entwickelt sich auch nach der Ernte, in gelagerten Wurzeln und Köpfen. Im Frühjahr wachsen aus den im Boden verbleibenden Sklerotien kleine, cremebraune, becherförmige Fruchtkörper (Apothecien), die Schlauchsporen (Askosporen) freisetzen, welche die Pflanzen meist über verblühte Blütenblätter und geschwächtes Gewebe befallen.

Umfallkrankheit der Keimlinge (Schwarzbeinigkeit)

Keimlinge und junge Jungpflanzen welken plötzlich, fallen um und sterben ab, oft nesterweise. An der Stängelbasis, dicht über der Bodenoberfläche, wird der Wurzelhals schwarz, weich und schnürt sich ein, wodurch die Pflanze den Halt verliert und sich legt. Die Samen können auch schon vor dem Auflaufen faulen, was sich in einem lückigen, ungleichmäßigen Auflaufen der Jungpflanzen von Gemüse, einjährigen Blumen und aus Saat gezogenen Kräutern zeigt. Man unterscheidet zwei Phasen: die Auflaufkrankheit vor dem Auflaufen (Fäulnis der keimenden Samen, fehlendes oder lückiges Auflaufen) und nach dem Auflaufen (Umfallen bereits aufgelaufener Keimlinge). Das genaue Bild hängt vom Erreger ab. Bei Befall durch Eipilze (Pythium) ist die Fäule wässrig, durchscheinend und weich — der eingeschnürte Stängel sieht wie „mit dem Messer abgeschnitten“ aus, und der Keimling fällt flach um, besonders bei Kälte und Wasserüberschuss. Rhizoctonia solani verursacht eine braune bis rostrote Einschnürung, das Gewebe ist eher trocken und eingedrückt als wässrig, der Keimling bleibt noch eine Zeit lang stehen, und auf der Substratoberfläche und am Wurzelhals ist manchmal ein zartes, braunes, spinnwebartiges Pilzgeflecht zu sehen. Fusarium ruft Welke mit Vergilbung und Verfärbung an der Basis sowie an den Wurzeln hervor. Der Befallsherd breitet sich kreisförmig, nesterweise vom ersten befallenen Keimling aus, weil der Erreger durch das feuchte Substrat und Wasser wandert; die Wurzeln kranker Keimlinge sind braun, schwach ausgebildet und mit sich ablösender Rinde.

Schnecken

Nackt- und Gehäuseschnecken, die nachts und nach Regen fressen. Symptome: unregelmäßige Löcher in den Blättern und vollständig abgefressene junge Sämlinge, silbrige Schleimspuren auf Blättern und Boden. Die größten Schäden treten an feuchten, schattigen Stellen auf — besonders an Salat, Erdbeeren und Funkien. Am gefährlichsten im Garten sind die Nacktschnecken (ohne äußeres Gehäuse): die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris, früher als A. lusitanicus beschrieben) sowie die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum). Der Tigerschnegel (Limax maximus) ähnelt ihnen morphologisch, frisst jedoch vor allem an verrottender organischer Substanz und Pilzen und erbeutet mitunter sogar andere Schnecken, sodass er als Schädling lebender Pflanzen kaum Bedeutung hat. Gehäuseformen — Bänderschnecken (Cepaea) oder die geschützte Weinbergschnecke (Helix pomatia) — richten in der Regel geringere Schäden an. Der Körper ist weich, langgestreckt und ständig mit Schleim bedeckt; am Kopf sind zwei Paar einziehbare Fühler zu erkennen — das längere obere Paar trägt die Augen, das kürzere untere dient dem Tast- und Geruchssinn. Schnecken sind Zwitter: Sie legen kugelige, durchsichtige oder perlmuttfarbene Eier in Gelegen ab, verborgen im feuchten Boden, unter Steinen und in der Laubstreu. Ein einzelnes Exemplar der Spanischen Wegschnecke kann mehrere Hundert Eier ablegen; es überwintern sowohl die Eier als auch die Jungschnecken, und der Fraß dauert vom Frühjahr bis in den Spätherbst, wobei er sich in warmen, feuchten Nächten verstärkt. Die Schäden haben glatte Ränder und entstehen oft mitten in der Blattspreite, nicht nur am Rand; Sämlinge und Jungpflanzen werden bis auf den blanken Boden abgefressen, und an Erdbeeren sowie reifenden Gemüsen nagen die Schnecken Vertiefungen in die Früchte. Diagnostisch entscheidend ist die eingetrocknete, silbrig glänzende Schleimspur — kein Insekt hinterlässt sie.

Blattläuse

Kleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Keine
Hunde Keine
Katzen Keine

Geschichte und Herkunft

Der Feldsalat wuchs ursprünglich wild als Unkraut auf Äckern und Stoppelfeldern in Europa, im Mittelmeerraum, in Nordafrika und in Westasien, wo er lange vor der Einführung in die Gärten von Naturstandorten gesammelt wurde. Der Anbau begann höchstwahrscheinlich im 17. Jahrhundert in Frankreich; von dort verbreitete er sich in ganz West- und Mitteleuropa als billiger, anspruchsloser Wintersalat. Botanisch gehört er zur Gattung Valerianella, die eng mit dem Echten Baldrian (Valeriana officinalis) verwandt ist – beide Pflanzen wurden früher in der Familie der Baldriangewächse (Valerianaceae) zusammengefasst, die die moderne Systematik (APG) in die Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) eingegliedert hat. Besondere Beliebtheit erlangte die Pflanze in den deutschsprachigen Ländern, wo sie unter den Namen Feldsalat, Nüsslisalat (Schweiz) oder Rapunzel bis heute der am häufigsten angebaute und gekaufte Salat der Wintersaison ist und ihr milder, nussiger Geschmack geradezu zum kulinarischen Erkennungszeichen der kalten Jahreszeit geworden ist.

Verwendung

Der Feldsalat wird direkt ins Freiland gesät, hauptsächlich von August bis Mitte September, für die Herbst-Winter- und Frühfrühjahrsernte; möglich ist auch eine Frühjahrsaussaat (März–April). Die Samen werden flach, etwa 1 cm tief, in Reihen im Abstand von 10–15 cm ausgesät, und die Pflanzen bleiben im Abstand von 5–10 cm stehen. Die Keimung gelingt am besten in kühlem Boden – oberhalb von etwa 20°C fallen die Samen in eine thermische Keimruhe und laufen schlecht auf, weshalb es sich bei frühen, heißen Augustterminen lohnt, die Reihe zu kühlen und zu befeuchten. Die Pflanze ist anspruchslos: Sie verträgt durchschnittliche Böden, sofern sie durchlässig und nicht zu sauer sind, und benötigt keine intensive Düngung. Einen Stickstoffüberschuss vermeidet man sogar bewusst, weil der Feldsalat – wie andere im Winter bei geringer Sonneneinstrahlung geerntete Blattgemüse – leicht Nitrat anreichert; aus diesem Grund empfiehlt sich die Ernte in der zweiten Tageshälfte. Geerntet werden ganze Rosetten, indem man sie mit dem Messer knapp über dem Boden abschneidet; bei einem schonenden Schnitt kann die Pflanze einen zweiten, kleineren Aufwuchs treiben. Der Feldsalat gedeiht auch gut in Balkonkästen und Töpfen. In der Küche wird er fast ausschließlich roh gereicht – seine fleischigen Blätter mit nussigem Beigeschmack werden in Salaten geschätzt, oft kombiniert mit Rote Bete, Nüssen oder Räucherfisch. Sich selbst überlassen sät er sich gern selbst aus und erscheint in den folgenden Saisons von allein.

Wissenswertes

  • Einer der volkstümlichen deutschen Namen des Feldsalats ist „Rapunzel“; denselben Namen trägt die Pflanze aus dem gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm, wobei Forscher hier allerdings auch die Rapunzel-Glockenblume (Campanula rapunculus) vermuten.
  • Die Gattung Valerianella ist mit dem Echten Baldrian verwandt, dem einstigen Ausgangsstoff beruhigender Baldrian-Kräuter, doch der Feldsalat selbst hat keine Heilwirkung – er ist ein Blattgemüse, kein Kraut.
  • Die Rosetten können steif durchfrieren und nach dem Auftauen wieder völlig knackig werden, weshalb der Feldsalat ein klassischer „Salat unter dem Schnee“ ist.
  • Ernährungsphysiologisch gehört er zu den gehaltvollsten Salaten: Er enthält mehr Vitamin C, Folsäure, Eisen und Beta-Carotin als die meisten gängigen Blattgemüse.

Häufige Fragen

Wann sät man Feldsalat?

Der Haupttermin ist der August und die erste Hälfte des Septembers – das ergibt eine Ernte vom Herbst über den Winter bis in das frühe Frühjahr. Man kann ihn auch im zeitigen Frühjahr (März–April) für eine spätfrühjahrliche Ernte aussäen. Im Sommer, in der Hitze, versagt die Aussaat oft, weil die Samen in warmer Erde schlecht keimen.

Überlebt der Feldsalat den Winter im Freiland?

Ja – das ist sein größter Vorzug. Die Rosetten vertragen Fröste um −15°C und bleiben den ganzen Winter über erntereif. Bei schneelosen, strengen Frösten lohnt es sich, die Kultur mit Vlies abzudecken, das die Blätter schützt und die Ernte unter der Abdeckung erleichtert.

Wie erntet man Feldsalat?

Man schneidet ganze Rosetten mit dem Messer knapp über der Bodenoberfläche ab, sodass die Blätter zusammenhängen. Bei einem schonenden Schnitt, der die untersten Blättchen stehen lässt, kann die Pflanze noch einmal austreiben und einen zweiten, kleineren Aufwuchs liefern.

Warum läuft der Feldsalat nach der Augustaussaat schlecht auf?

Die häufigste Ursache ist ein zu warmer Boden. Die Samen des Feldsalats fallen oberhalb von etwa 20°C in eine thermische Keimruhe und keimen ungleichmäßig. Es hilft, in kühlerer, feuchter Erde auszusäen, die Reihe zu beschatten und zu gießen oder die Aussaat auf kühlere Tage zu verschieben.

Reichert der Feldsalat Nitrat an?

Ja, wie andere im Winter bei kurzem Tag und geringer Sonneneinstrahlung geerntete Blattgemüse. Deshalb düngt man ihn nicht mit Stickstoff über und führt die Ernte in der zweiten Tageshälfte durch, wenn die Pflanzen einen Teil der eingelagerten Stickstoffverbindungen verarbeitet haben.

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