Kurz gefasst
- Blüht sehr früh (Februar–März), vor dem Laubaustrieb — wertvoller Pollen für Bienen.
- Die roten Früchte sind essbar, sauer und reich an Vitamin C.
- Wächst langsam, ist aber langlebig; verträgt Trockenheit und kalkhaltige Böden.
- Gut geeignet für naturnahe Hecken und für Parks.
- Sonniger oder halbschattiger Standort, durchlässiger Boden.
Botanische Daten
- Familie
- Cornaceae (Cornaceae)
- Höhe
- 3–6 m
- Breite
- 2.5–5 m
- Wuchsform
- Ausladend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Langsam
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Lehmig, Humos, Kalkhaltig, Sandig
- pH-Wert
- pH 6–8
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- Februar–März
- Winterhärte
- USDA 4a–8b
- Vermehrung
- Aus Samen, Durch Absenker, Aus Stecklingen
Merkmale
Meist ein mehrstämmiger, dichter Strauch mit abgerundetem Wuchs. Die kleinen, gelben Blüten in Döldchen entfalten sich an den nackten Trieben noch vor dem Laub. Die Früchte sind längliche, rote Steinfrüchte von saurem, adstringierendem Geschmack, die im Spätsommer reifen. Das Holz ist außergewöhnlich hart und schwer.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Nach dem Anwachsen sehr trockenheitsresistent; Bewässerung benötigen vor allem junge, frisch gepflanzte Sträucher.
Düngung
Eine anspruchslose Art — auf durchschnittlichem Boden ist eine Düngung meist überflüssig.
Pflanzung
Verträgt trockene und kalkhaltige Böden; für eine Hecke dichter pflanzen, alle 100–150 cm. Gedeiht gut in Sonne und Halbschatten.
Schnitt
Verträgt Schnitt und Formierung, auch als Hecke; wächst langsam, sodass ein starker Schnitt selten nötig ist.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Beide blühen sehr früh und bieten Bienen die erste Frühlingsnahrung; die Krokusse füllen den Platz unter dem Strauch schön aus.
Beide sind früh blühende, tolerante Sträucher — sie lassen sich gut in einer naturnahen Obsthecke für Vögel kombinieren.
Schlechte Nachbarschaft
Die Kornelkirsche bevorzugt neutrale und kalkhaltige Böden, die Heidelbeere hingegen benötigt stark saure — diese gegensätzlichen Bodenansprüche lassen sich an einem Ort nicht vereinbaren.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Weißer, mehliger Belag auf Blättern, Trieben und Knospen. Die Blätter vergilben, verformen sich und fallen vorzeitig ab. Der Belag entwickelt sich auf beiden Blattseiten, ist von oben oft gut sichtbar und lässt sich leicht mit dem Finger abwischen – es handelt sich um das oberflächliche Myzel eines Ektoparasiten, das den Zellen der Epidermis mithilfe von Saugorganen (Haustorien) Nährstoffe entzieht. Anfangs sind einzelne, runde, weiße Flecken zu sehen, die mit der Zeit zusammenfließen und die gesamte Blattoberfläche sowie die jungen Zuwächse überziehen. Am anfälligsten sind junge Blätter und die diesjährigen Triebe; bei starkem Befall kräuseln und versteifen sie sich und ihr Wachstum wird gehemmt, an den Knospen kommt es zu Verformung oder Absterben der Blüten. An den Früchten mancher Arten (Stachelbeere, Apfel, Kürbisgewächse) hinterlässt der Belag Berostungen oder eine verkorkte Schale. Gegen Ende der Saison erscheinen im Belag kleine, dunkle Fruchtkörper (Chasmothecien, früher Kleistothecien genannt) – die Überwinterungsstrukturen des Erregers. Die Krankheit befällt viele Pflanzen, u. a. Rosen, Eiche, Liguster, Flieder, Kürbisgewächse, Getreide, Weinrebe, Apfel, Stachelbeere, Phlox und Sonnenhut (Echinacea), wobei jeden dieser Wirte eine spezialisierte Pilzart befällt.
BlattläuseKleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | — |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Seit der Antike bekannt und gesammelt — Griechen und Römer schätzten das harte Holz der Kornelkirsche für Werkzeuge und Speere, und die Früchte wurden zu Konserven verarbeitet. In Mitteleuropa und auf dem Balkan bis heute in Hausgärten beliebt.
Verwendung
Die Früchte werden zu Konfitüren, Säften und Likören verarbeitet und getrocknet. Gepflanzt als Zierstrauch mit sehr früher Blüte, für naturnahe Hecken sowie für Pflanzungen, die Vögel und Nützlinge anlocken.
Wissenswertes
- Das Holz der Kornelkirsche ist so dicht, dass es in Wasser untergeht — es gehört zu den härtesten der europäischen Flora.
- Aus den Früchten wird ein Likör namens „dereniówka“ hergestellt, außerdem Konfitüren und Säfte.
Häufige Fragen
Wann blüht und fruchtet die Kornelkirsche?
Sie blüht sehr früh, meist im Februar und März, vor dem Laubaustrieb. Die roten, essbaren Früchte reifen im Spätsommer, im August und September.
Sind die Früchte der Kornelkirsche essbar?
Ja. Die reifen, roten Früchte sind essbar — sauer und adstringierend, reich an Vitamin C. Meist werden sie zu Konfitüren, Säften und Likören verarbeitet.
Wächst die Kornelkirsche schnell?
Nein, sie wächst langsam, besonders in der Jugend. Dafür ist sie langlebig, anspruchslos und resistent gegen Trockenheit und Frost.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Cornus masInstitution / Botanischer Garten
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