Netzblatt-Schwertlilie

Iris reticulata · Netted iris (EN) · Netzblatt-Schwertlilie (DE)

Die Netzblatt-Schwertlilie (Iris reticulata) ist eine niedrige, zwiebelbildende Irisart aus den Gebirgsregionen Westasiens, die sehr früh blüht — noch vor den meisten Frühjahrszwiebeln. Sie erreicht nur 10–15 cm Höhe, und ihre veilchenduftenden, blauvioletten Blüten mit gelbem Rückenfleck erscheinen im Februar und März. Der Artname (reticulata — netzartig) bezieht sich auf die faserige, netzförmige Hülle, welche die Zwiebel umgibt.

Sonne/Halbschatten Mäßig Wasser USDA 5a–9a Giftig
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Niedrige Zwiebelpflanze, 10–15 cm hoch, für Steingärten und Gefäße.
  • Blüht sehr früh — in Polen meist im März, in milden Wintern schon Ende Februar.
  • Zwiebeln im Herbst etwa 8 cm tief und im Abstand von 5–8 cm pflanzen.
  • Die Blüten duften deutlich nach Veilchen — eine seltene Eigenschaft unter den frühen Zwiebelpflanzen.
  • Im Sommer braucht sie eine trockene Ruhephase; zu viel Feuchtigkeit in dieser Zeit lässt die Zwiebeln faulen.

Botanische Daten

Familie
Iridaceae (Iridaceae)
Höhe
0.1–0.15 m
Breite
0.05–0.08 m
Wuchsform
Aufrecht
Wuchsgeschwindigkeit
Mäßig
Standort
Sonne, Halbschatten
Boden
Sandig, Kalkhaltig
pH-Wert
pH 6.5–7.8
Feuchtigkeit
Mäßig, Trocken
Blütezeit
Februar–März
Winterhärte
USDA 5a–9a
Vermehrung
Aus Zwiebeln / Knollen

Merkmale

Die Pflanze treibt aus einer kleinen, eiförmigen Zwiebel, die von einer charakteristischen, faserigen und netzförmig angeordneten Hülle umgeben ist — von ihr leiten sich der Artname reticulata und die polnischen Bezeichnungen „netzartig“ und „geädert“ ab. Über dem Boden erscheint eine einzelne, kleine Blüte auf einem kurzen Stiel, umgeben von schmalen, im Querschnitt vierkantigen Blättern. Zur Blütezeit sind die Blätter kurz und kaum höher als die Blüte, verlängern sich aber nach dem Verblühen deutlich und können sogar 30–40 cm erreichen, wodurch sie die Blüten weit überragen. Die Blüte selbst hat den für Schwertlilien typischen Aufbau: drei äußere, zurückgebogene Perigonblätter (sogenannte falls) mit einem hellen, gelben oder orangefarbenen Rückenfleck und einer feinen, netzartigen Zeichnung an der Basis sowie drei schmalere, aufrechte innere Blätter. Im Unterschied zur Bart-Schwertlilie (Iris germanica) ist diese Art bartlos — die äußeren Blätter tragen lediglich einen Rückenfleck und kein Büschel von Härchen. Die Farbe der typischen Art ist blauviolett, wobei die Kultursorten Töne von blassem Blau bis zu tiefem Purpur umfassen. Die Blüten duften deutlich, mit einem süßen Veilchenduft — einer Eigenschaft, die unter so früh blühenden Pflanzen selten ist. Die Pflanze erreicht in der Blüte 10–15 cm Höhe und bildet dichte, aufrechte Horste. Sie benötigt einen sonnigen Standort, allenfalls im lichten Halbschatten, sowie einen leichten, durchlässigen Boden mit neutraler bis leicht basischer Reaktion; kalkhaltigen Boden verträgt sie gut. Entscheidend für die Beständigkeit ist eine trockene, warme Ruhephase im Sommer, welche die Bedingungen der Gebirgsstandorte nachahmt, aus denen die Art stammt. In Gärten neigen die Zwiebeln dazu, nach dem ersten Jahr in zahlreiche kleine Brutzwiebeln „zu zerfallen“, die über mehrere Saisons hinweg nur Blätter treiben, bevor sie wieder eine blühfähige Größe erreichen — daher der Ruf dieser Pflanze, in Rabatten kurzlebig zu sein.

Beliebte Sorten

‘J.S. Dijt’
Klassische Sorte mit rötlich-purpurnen Blüten und gelbem Rückenfleck; deutlich duftend und als eine der beständigeren in der Kultur geltend.
‘Cantab’
Hellblaue Blüten in einem blassen Blauton, mit gelbem Fleck auf den äußeren Perigonblättern. Eine E.A. Bowles zugeschriebene Selektion.
‘Purple Gem’
Sorte mit intensiv violett-purpurnen Blüten und einer helleren, gesprenkelten Zeichnung auf den zurückgebogenen Perigonblättern.
‘Pauline’
Dunkelviolette, samtige Blüten mit weißer, netzartiger Zeichnung an der Basis der äußeren Perigonblätter.

Anbau und Pflege

Bewässerung

In der Wachstums- und Blütezeit reichen meist die Niederschläge aus. Im Sommer, nach dem Einziehen der Blätter, benötigen die Zwiebeln eine trockene Ruhephase — ein Zuviel an Feuchtigkeit lässt sie in dieser Zeit faulen.

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Düngung

Stickstoff und frische organische Substanz meiden; ein zu nährstoffreicher, feuchter Boden schwächt die Zwiebeln und begünstigt Fäulnis.

im Frühjahr, nach der Blüte, solange die Blätter grün sind · nawóz fosforowo-potasowy

Pflanzung

Leichter, durchlässiger Boden, am besten mit einer Beimischung von Kies oder Splitt. Auf schweren Böden die Zwiebeln auf ein Sandpolster setzen und auf erhöhten Steinbeeten kultivieren.

Zeitpunkt: September–Oktober · Abstand 5–8 cm

Schnitt

Nur die verblühten Blüten entfernen; die Blätter bis zum vollständigen Einziehen stehen lassen — sie nähren die Zwiebel für die nächste Saison.

Zeitpunkt: Nach dem Verblühen, wenn die Blätter natürlich vergilben (später Frühling). · Achtung: Grüne Blätter nicht abschneiden und nicht zusammenflechten — das verkürzt die Phase der Reservebildung und schwächt die Blüte im folgenden Jahr.

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

Frühe Zwiebelpflanzen (Krokusse, Traubenhyazinthen, Schneeglanz)Praktische Beobachtung

Kwitną w podobnym, bardzo wczesnym terminie i razem z kosaćcem żyłkowanym tworzą wiosenny dywan na rabacie skalnej lub pod krzewami.

Steingartenpflanzen, die sommerliche Trockenheit vertragen (Fetthennen, Thymian)Praktische Beobachtung

Pozwalają utrzymać stanowisko suche i przepuszczalne latem, gdy cebule kosaćca wchodzą w spoczynek i źle znoszą wilgoć.

Schlechte Nachbarschaft

Stauden, die im Sommer regelmäßige Bewässerung benötigenPraktische Beobachtung

Letnia wilgoć w strefie cebul w okresie spoczynku sprzyja ich gniciu i chorobom grzybowym.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Krankheiten und Schädlinge

Wurzelfäule (Phytophthora-Fäule)

Die Krankheit entwickelt sich in zu nassem, schlecht durchlüftetem Substrat und befällt die Wurzeln sowie die Triebbasis. Die Wurzeln werden braun, faulen und verlieren die Rinde, die sich leicht abziehen lässt, und an der Stängelbasis entsteht eine dunkle, wässrige Fäule. Der oberirdische Teil welkt, vergilbt und stirbt trotz feuchter Erde ab – ein typisches Symptom, denn die geschädigten Wurzeln nehmen kein Wasser mehr auf. Besonders gefährdet sind Zimmerpflanzen, Sukkulenten und Kakteen (bei Überwässerung) sowie im Freiland Nadelgehölze, Rhododendren, Heidekrautgewächse und Erdbeeren auf staunassen Standorten. Der Prozess beginnt unauffällig an den Wurzelhaaren und Wurzelspitzen, die sich dunkel verfärben und absterben, woraufhin die Fäule zu den Skelettwurzeln und zum Wurzelhals fortschreitet. Gesunde, helle, aktive Wurzeln verschwinden – es bleibt eine dunkle, braunrostige oder schwärzliche, wässrige Masse, und die äußere Rindenschicht der Wurzel lässt sich wie ein Handschuh abstreifen und legt den verfärbten Zentralzylinder frei. Bei Bäumen und Sträuchern zeigt sich der Befall von Wurzelhals und Stammbasis (Stammgrundfäule) als dunkler, oft herablaufender Fleck, mitunter mit Ausfluss, und die Rinde ist an dieser Stelle feucht und eingesunken; bei Nadelgehölzen und Rhododendren beobachtet man ein Braunwerden und Absterben von unten oder aus der Kronenmitte bei noch feuchtem Boden. Charakteristisch ist das nesterweise (herdförmige) Auftreten der Symptome im Beet – dort, wo sich Wasser und Erreger örtlich ansammeln. Es lohnt sich, die beiden verursachenden Eipilz-Gattungen zu unterscheiden: Pythium befällt hauptsächlich Sämlinge und Feinwurzeln und verursacht Umfallkrankheit und Wurzelfäule in kühlem, nassem Substrat, während Phytophthora auch ältere, verholzte Pflanzen, Skelettwurzeln und den Wurzelhals angreift, stärker in wärmerem, mit Wasser gesättigtem Boden. Entscheidend für die Diagnose ist der Widerspruch der Symptome: Die Pflanze welkt und wirkt „trocken“, obwohl das Substrat nass ist – dies ist die Folge der zerstörten Wurzeln, nicht eines Wassermangels.

Grauschimmel

Graubrauner, flaumiger Myzelbelag auf Blüten, Früchten, Blättern und Trieben, dem wässrige, faulende Flecken vorausgehen. Er befällt geschwächtes und beschädigtes Gewebe und entwickelt sich rasch bei Feuchtigkeit und Kühle sowie bei schlechter Luftzirkulation. Häufig an Erdbeeren, Begonien, Pfingstrosen und Rosen. Der Belag ist charakteristisch „mausgrau“ — flaumig, aschgrau, und beim Anstoßen des befallenen Gewebes steigt eine sichtbare Wolke von Sporen (Konidien) auf, was das Erkennungsmerkmal dieser Krankheit ist. Die Infektion beginnt meist an den schwächsten Geweben: verblühenden Blütenblättern, Wunden, Hagelschäden oder Fraßstellen von Schädlingen sowie an Pollenresten, die sich auf den Blütenblättern abgelagert haben. An den Blüten erscheinen kleine, braune, wässrige Flecken, die rasch die ganze Blüte erfassen („Blütenfäule“); von der befallenen Blüte wächst der Pilz oft in den Trieb hinein und verursacht dessen Einschnürung und Absterben. An Weichfrüchten (Erdbeere, Himbeere, Weintrauben, Tomate) entwickelt sich eine wässrige, braun werdende Fäule, die von einer dicken Schicht grauen, flaumigen Pilzrasens überzogen ist — die Beere wird weich und „zerfließt“. An Sämlingen und Stecklingen verursacht Botrytis eine Fäule der Triebbasis und ein plötzliches Umfallen der Pflanzen. Im älteren, absterbenden Myzel sowie an Pflanzenresten bilden sich harte, schwarze, unregelmäßige Klümpchen — Sklerotien (Dauerkörper), mit denen der Erreger im Boden und in Pflanzenresten überwintert. Die Krankheit tritt auch nach der Ernte auf, als rasch fortschreitende Lagerfäule von Obst und Gemüse.

Fusarium-Welke

Der bodenbürtige Pilz befällt das Wurzelsystem und dringt in die Leitbündel ein, wodurch der Wasserfluss in der Pflanze blockiert wird. Die Pflanzen welken zunächst an heißen Tagen und oft einseitig oder von den unteren Blättern her, vergilben anschließend und sterben trotz feuchten Bodens ab. Im Querschnitt des Stängels ist eine charakteristische braune Verfärbung der Leitbündel sichtbar. Die Krankheit verstärkt sich in der Wärme — das Entwicklungsoptimum des Erregers liegt bei hohen Bodentemperaturen (etwa 25–30 °C), weshalb die ersten Symptome meist im Hochsommer auftreten. In der Frühphase welken die Pflanzen in der heißen Mittagszeit und richten sich nachts oder nach dem Gießen vorübergehend wieder auf; mit der Zeit wird das Welken dauerhaft. Die Vergilbung schreitet von den ältesten, unteren Blättern nach oben fort und ist oft deutlich einseitig — mitunter ist nur eine Blatthälfte oder eine Triebseite befallen, und zwar auf jener Seite, auf der die verstopften Leitbündel verlaufen. Die Pflanzen bleiben im Wuchs zurück (Wachstumshemmung), und bei Sämlingen zeigt sich die Fusarium-Welke als Umfallkrankheit und Zusammenbrechen der Jungpflanzen. Die braune Verfärbung der Leitbündel ist das zuverlässigste Erkennungsmerkmal — bei der Fusarium-Welke ist sie meist intensiv und reicht tief in den Stängel und in die Wurzeln. Bei feuchten Bedingungen kann sich, besonders an der Stängelbasis oder an der Schnittfläche, ein zarter rosa-lachsfarbener oder weißer Sporenbelag des Pilzes bilden. Fusarium oxysporum tritt in spezialisierten Formen (formae speciales) auf, von denen jede nur eine bestimmte Pflanzenart oder -gattung befällt (z. B. Tomate, Gurke, Erbse, Nelke, Banane), was die Unterscheidung von Erregern mit breitem Wirtsspektrum erleichtert.

Schnecken

Nackt- und Gehäuseschnecken, die nachts und nach Regen fressen. Symptome: unregelmäßige Löcher in den Blättern und vollständig abgefressene junge Sämlinge, silbrige Schleimspuren auf Blättern und Boden. Die größten Schäden treten an feuchten, schattigen Stellen auf — besonders an Salat, Erdbeeren und Funkien. Am gefährlichsten im Garten sind die Nacktschnecken (ohne äußeres Gehäuse): die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris, früher als A. lusitanicus beschrieben) sowie die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum). Der Tigerschnegel (Limax maximus) ähnelt ihnen morphologisch, frisst jedoch vor allem an verrottender organischer Substanz und Pilzen und erbeutet mitunter sogar andere Schnecken, sodass er als Schädling lebender Pflanzen kaum Bedeutung hat. Gehäuseformen — Bänderschnecken (Cepaea) oder die geschützte Weinbergschnecke (Helix pomatia) — richten in der Regel geringere Schäden an. Der Körper ist weich, langgestreckt und ständig mit Schleim bedeckt; am Kopf sind zwei Paar einziehbare Fühler zu erkennen — das längere obere Paar trägt die Augen, das kürzere untere dient dem Tast- und Geruchssinn. Schnecken sind Zwitter: Sie legen kugelige, durchsichtige oder perlmuttfarbene Eier in Gelegen ab, verborgen im feuchten Boden, unter Steinen und in der Laubstreu. Ein einzelnes Exemplar der Spanischen Wegschnecke kann mehrere Hundert Eier ablegen; es überwintern sowohl die Eier als auch die Jungschnecken, und der Fraß dauert vom Frühjahr bis in den Spätherbst, wobei er sich in warmen, feuchten Nächten verstärkt. Die Schäden haben glatte Ränder und entstehen oft mitten in der Blattspreite, nicht nur am Rand; Sämlinge und Jungpflanzen werden bis auf den blanken Boden abgefressen, und an Erdbeeren sowie reifenden Gemüsen nagen die Schnecken Vertiefungen in die Früchte. Diagnostisch entscheidend ist die eingetrocknete, silbrig glänzende Schleimspur — kein Insekt hinterlässt sie.

Blattläuse

Kleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.

Feldmäuse (Wühlmäuse)

Kleine Nagetiere mit gedrungenem Körper, kurzem Schwanz und stumpfer Schnauze, etwa 9–13 cm lang, ganzjährig aktiv. Sie graben flache Gänge dicht unter der Bodenoberfläche. Symptome: angefressene Wurzeln sowie Rinde am Stammfuß von Bäumen und Sträuchern (im Winter Ringelung der Stämme unter der Schneedecke), ausgefressene Zwiebeln und Knollen, absterbende Pflanzen, die sich leicht herausziehen lassen, sowie kleine Erdhäufchen und zahlreiche Öffnungen flacher Baue, die durch angenagte Pfade im Gras verbunden sind. In der Gartenpraxis werden mit diesem Begriff vor allem die pflanzenfressenden Feldmäuse der Gattung Microtus bezeichnet. Ihr Fell ist graubraun bis rotbraun, und die kleinen, aber deutlich sichtbaren Augen und Ohren unterscheiden sie vom Maulwurf. Sie vermehren sich außerordentlich schnell — ein Weibchen bringt in einer Saison mehrere Würfe mit je einigen Jungen zur Welt, die innerhalb weniger Wochen geschlechtsreif werden —, weshalb die Bestandsdichte in mehrjährigen Zyklen (Gradationsjahren) sprunghaft ansteigen kann, wenn die Schäden massenhaft werden. Sie halten keinen Winterschlaf; die schwersten Schäden richten sie im Spätherbst, Winter und Vorfrühling an, wenn es an grünem Futter fehlt und sie auf Wurzeln, Rinde sowie im Boden überwinternde Zwiebeln übergehen. Unter der Schneedecke, vor Fressfeinden geschützt, nagen sie die Rinde rund um den Stammfuß junger Bäume ab (Ringelung), was sich nach der Schneeschmelze durch plötzliches Welken oder Absterben des Bäumchens zeigt. Am stärksten gefährdet sind junge Obst- und Ziergehölze (besonders Apfelbäume auf schwachwüchsigen Unterlagen), Tulpen- und Krokuszwiebeln, Knollen, Wurzelgemüse, Stauden sowie in Mieten und Komposthaufen eingelagerte Pflanzen; Narzissenzwiebeln werden als giftig meist gemieden. Charakteristisch sind gleichmäßige, glatte Zahnspuren an Wurzeln und Rinde, dicht unter der Bodenoberfläche abgeschnittene Wurzeln sowie ein Netz flacher Gänge mit zahlreichen offenen Ausgängen — anders als beim Maulwurf, dessen Hügel keine Eingangsöffnung haben.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Leicht Die Zwiebeln enthalten Glykoside und reizende Terpenoide; verzehrt können sie Übelkeit und Erbrechen hervorrufen, und der Saft verursacht bei längerem Sortieren der Zwiebeln bisweilen Hautreizungen.
Hunde Mäßig Die meisten reizenden Substanzen sammelt die Zwiebel; ihr Verzehr verursacht Speichelfluss, Erbrechen und Durchfall.
Katzen Mäßig

Geschichte und Herkunft

Iris reticulata wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts wissenschaftlich beschrieben und gelangte aus den Gebirgsregionen des Kaukasus, der Türkei und Persiens in die europäischen Gärten. Sie gehört zur Gruppe der Zwiebeliris, früher als Untergattung Hermodactyloides (Netz-Schwertlilien) abgegrenzt, die niedrige, früh blühende Arten mit netzförmig umhüllten Zwiebeln umfasst. In der Zierkultur gewann die Art Beliebtheit als eine der am frühesten blühenden Zwiebelpflanzen für Steingärten, und ihr niedriger Wuchs sowie ihr intensiver Duft machten sie zu einem Klassiker der Alpinarien und frühlingshafter Gefäßkompositionen. Im 20. Jahrhundert wurden zahlreiche Sorten mit unterschiedlicher Blütenfarbe gezüchtet, und ein Teil der weithin verkauften „Netz-Schwertlilien“ sind in Wirklichkeit Hybriden mit verwandten Arten wie Iris histrioides oder Iris winogradowii. Heute wird die Pflanze vor allem wegen ihres sehr frühen Blütezeitpunkts im Vorfrühling und ihres ausgeprägten Aromas geschätzt.

Verwendung

Die Netzblatt-Schwertlilie eignet sich am besten für Steingärten, Rabatteneinfassungen, Spalten zwischen Steinen sowie flache Gefäße und Schalen auf Terrasse und Balkon. Wegen ihres niedrigen Wuchses pflanzt man sie an den vorderen Rand der Rabatte oder an gut aus der Nähe einsehbare Stellen — etwa an Wegen und Eingängen, wo sich ihr Duft wahrnehmen lässt. Die Zwiebeln werden im Herbst, im September und Oktober, etwa 8 cm tief und im Abstand von 5–8 cm gepflanzt, stets in Gruppen von einem Dutzend oder mehr, da einzelne Pflanzen in ihrer Umgebung untergehen. Wirkungsvoll sind Kombinationen mit anderen sehr frühen Zwiebelpflanzen — Krokussen, Traubenhyazinthen und Schneeglanz — mit denen sie einen vielfarbigen Vorfrühlingsteppich bildet. Grundlage einer beständigen Kultur ist ein durchlässiger, sonniger Standort, der im Sommer trocken bleibt; auf schweren und feuchten Böden faulen die Zwiebeln rasch, weshalb erhöhte Steinbeete, eine Kiesbeimischung oder die Kultur in Gefäßen empfohlen werden, die man für die sommerliche Ruhephase an einen vor Regen geschützten Ort stellen kann. Nach dem Verblühen sollte man die Blätter natürlich einziehen lassen. An Stellen, wo Wühlmäuse und Mäuse die Zwiebeln ausgraben, empfiehlt es sich, sie in Drahtkörben zu pflanzen. Die Pflanze ist in der Rabatte wegen des Zerfalls der Zwiebeln mitunter kurzlebig, weshalb man die Zwiebeln in Gefäßkultur und an wertvolleren Standorten bisweilen alle paar Jahre erneuert.

Wissenswertes

  • Der Name reticulata bedeutet „netzartig“ und bezieht sich nicht auf die Blüte, sondern auf die faserige, netzförmige Hülle, welche die Zwiebel umgibt.
  • Sie blüht so früh, dass die Blüten oft aus dem schmelzenden Schnee hervorlugen und dabei einen deutlichen Veilchenduft verströmen.
  • Die Blätter sind im Querschnitt vierkantig und verlängern sich nach der Blüte bis auf 30–40 cm, wodurch sie die Blüten selbst weit überragen.
  • Ein Teil der im Handel angebotenen „Netz-Schwertlilien“, wie die berühmte Katharine Hodgkin, sind Hybriden mit anderen Zwiebeliris-Arten und nicht die reine Iris reticulata.

Häufige Fragen

Warum hat die Netzblatt-Schwertlilie nur im ersten Jahr geblüht und treibt danach nur noch Blätter?

Das ist ein typisches Verhalten dieser Art. Die große Zwiebel zerfällt nach der ersten Saison häufig in zahlreiche kleine Brutzwiebeln, die über mehrere Jahre nur Blätter treiben, bevor sie zu blühfähiger Größe heranwachsen. Begünstigt wird dies auch durch zu feuchten Boden im Sommer und das Fehlen einer trockenen Ruhephase. Es hilft ein durchlässiger, sonniger und im Sommer trockener Standort sowie, an wertvolleren Rabatten, ein periodischer Austausch der Zwiebeln.

Wann und wie tief pflanzt man die Zwiebeln der Netzblatt-Schwertlilie?

Die Zwiebeln werden im Herbst, im September und Oktober, etwa 8 cm tief und im Abstand von 5–8 cm gepflanzt, mit der Spitze nach oben. Am besten in Gruppen von einem Dutzend oder mehr, auf durchlässigem, leichtem Boden.

Muss man die Zwiebeln über den Winter ausgraben?

Nein — die Art ist im polnischen Klima frosthart und überwintert im Boden. Ein größeres Problem als Frost ist die sommerliche Feuchtigkeit während der Ruhephase, die zum Faulen der Zwiebeln führt; deshalb ist ein trockener, durchlässiger Standort wichtiger als eine Winterabdeckung.

Duftet die Netzblatt-Schwertlilie?

Ja, die Blüten haben einen deutlichen, süßen Veilchenduft. Das ist eine seltene Eigenschaft unter den so früh blühenden Pflanzen, weshalb es sich lohnt, sie nahe an Wegen und Eingängen zu pflanzen, wo der Duft wahrnehmbar ist.

Warum sind die Blätter deutlich länger als die Blüten?

Zur Blütezeit sind die Blätter kurz und kaum höher als die Blüte, verlängern sich aber nach dem Verblühen deutlich und erreichen sogar 30–40 cm. Das ist natürlich — die verlängerten Blätter sammeln die Nährstoffreserven, die die Zwiebel für die nächste Saison benötigt, und man sollte sie nicht vorzeitig abschneiden.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 25.7.2026.

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