Spargel

Asparagus officinalis · Asparagus (EN) · Spargel (DE)

Der Gemüsespargel (Asparagus officinalis) ist eine langlebige, zweihäusige Gemüsestaude, die für ihre jungen, fleischigen Sprosse angebaut wird, die man im Frühjahr sticht; ein Spargelbeet trägt über ein Jahrzehnt lang.

Sonne Mäßig Wasser USDA 3a–8b Giftig
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Essbar sind die jungen Frühlingssprosse, die aus dem mehrjährigen Wurzelstock treiben.
  • Zweihäusige Pflanze — männliche Exemplare tragen reicher, daher baut man vor allem männliche Sorten an.
  • Sehr langlebig: ein gut angelegtes Beet trägt 15–20 Jahre.
  • Mag volle Sonne sowie einen leichten, durchlässigen, eher alkalischen Boden.
  • Die roten Beeren an weiblichen Pflanzen sind ungenießbar und leicht giftig.

Botanische Daten

Familie
Asparagaceae (Asparagaceae)
Höhe
1–1.5 m
Breite
0.4–0.9 m
Wuchsform
Horstbildend
Wuchsgeschwindigkeit
Langsam
Standort
Sonne
Boden
Sandig, Humos
pH-Wert
pH 6.5–7.5
Feuchtigkeit
Mäßig
Blütezeit
Juni–Juli
Winterhärte
USDA 3a–8b
Vermehrung
Aus Samen, Durch Teilung

Merkmale

Staude mit dickem Wurzelstock und zahlreichen fleischigen Wurzeln. Im Frühjahr treibt sie essbare, fleischige Sprosse, die unberührt zu federartigen, fein verzweigten Trieben bis 1,5 m Höhe heranwachsen. Die eigentlichen Blätter sind zu Schuppen reduziert, die Assimilation übernehmen nadelartige Zweige. Die kleinen, gelbgrünen Blüten sind eingeschlechtig.

Anbau und Pflege

Bewässerung

Das tiefe Wurzelsystem kommt mit Trockenheit gut zurecht; entscheidend ist das Gießen in den ersten Jahren der Beetanlage. Verträgt keine Staunässe, die zu Fäulnis der Wurzelstöcke führt.

Im Sommer alle ~7 Tage · Trockenheitstoleranz: Mittel

Düngung

Großzügig nach der Ernte düngen, wenn die Pflanze ihre Assimilationstriebe für die nächste Saison aufbaut.

jährlich: im Herbst und nach der Sprossenernte · obornik lub kompost jesienią, nawóz mineralny po zakończeniu zbioru

Pflanzung

Sehr tief umgegrabener, durchlässiger, mit Mist angereicherter Boden; die Wurzelstöcke setzt man in tiefe Gräben, die nach und nach zugefüllt werden. Das Beet trägt 15–20 Jahre.

Zeitpunkt: April (Setzen der Wurzelstöcke) · Abstand 40–50 cm

Schnitt

Die vertrockneten, federartigen Triebe knapp über dem Boden abschneiden und vom Beet entfernen.

Zeitpunkt: Im Spätherbst, nachdem die Triebe vergilbt sind. · Achtung: Die grünen Triebe im Sommer nicht entfernen — sie ernähren den Wurzelstock und entscheiden über den Ertrag im nächsten Jahr.

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

TomatePraktische Beobachtung

Klassische Kombination: Die Tomate scheidet Solanin aus, das den Spargelhähnchen abhält, und der Spargel wirkt günstig auf Nematoden im Boden rund um die Tomate.

RingelblumePraktische Beobachtung

Die Ringelblume unterdrückt Bodennematoden und lockt Nützlinge auf das mehrjährige Spargelbeet.

PetersilieGärtnerische Tradition

Die niedrige, flach wurzelnde Petersilie nutzt den Platz zwischen den Wurzelstöcken gut, ohne mit der tiefen Spargelwurzel zu konkurrieren.

Schlechte Nachbarschaft

KnoblauchGärtnerische Tradition

Zwiebelgewächse (Knoblauch, Zwiebel) gelten bei enger Nachbarschaft als wachstumshemmend für den Spargel.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Krankheiten und Schädlinge

Rost

Rostorange bis braune, stäubende Sporenlager auf der Blattunterseite, denen auf der Oberseite gelbe Flecken entsprechen. Stark befallene Blätter vergilben und fallen vorzeitig ab, die Pflanze wird geschwächt. Betroffen sind unter anderem Rosen und Malven, und manche Roste haben einen Zwischenwirt (z. B. der Birnengitterrost den Wacholder). Die Pusteln (Sommersporenlager, sogenannte Uredien) durchbrechen die Blatthaut und setzen ein orange-rostfarbenes Pulver frei, das sich am Finger abwischen lässt — das ist das sicherste Erkennungsmerkmal. Im Hochsommer treten sie vor allem auf der Blattunterseite, entlang der Blattadern und an den Blattstielen auf, bei manchen Arten auch an grünen Trieben und Kelchblättern. Im Spätherbst dunkeln die Lager zu bräunlichschwarz nach — das sind die Dauersporen (Telien), mit denen der Pilz an Pflanzenresten überwintert. Roste zeichnen sich durch eine enge Spezialisierung aus: Ein bestimmter Rost befällt in der Regel nur eine Art oder Gattung von Wirtspflanzen, weshalb Rosenrost, Malven- und Eibischrost, Bohnen-, Lauch- und Knoblauchrost, Minz-, Pelargonien- oder Rasenrost verschiedene, nicht austauschbare Pilze sind. Das allgemeine Symptom — Vergilben und vorzeitiger Blattfall — schwächt die Pflanze und mindert Blüte und Ertrag, tötet sie jedoch selten innerhalb einer Saison.

Fusarium-Welke

Der bodenbürtige Pilz befällt das Wurzelsystem und dringt in die Leitbündel ein, wodurch der Wasserfluss in der Pflanze blockiert wird. Die Pflanzen welken zunächst an heißen Tagen und oft einseitig oder von den unteren Blättern her, vergilben anschließend und sterben trotz feuchten Bodens ab. Im Querschnitt des Stängels ist eine charakteristische braune Verfärbung der Leitbündel sichtbar. Die Krankheit verstärkt sich in der Wärme — das Entwicklungsoptimum des Erregers liegt bei hohen Bodentemperaturen (etwa 25–30 °C), weshalb die ersten Symptome meist im Hochsommer auftreten. In der Frühphase welken die Pflanzen in der heißen Mittagszeit und richten sich nachts oder nach dem Gießen vorübergehend wieder auf; mit der Zeit wird das Welken dauerhaft. Die Vergilbung schreitet von den ältesten, unteren Blättern nach oben fort und ist oft deutlich einseitig — mitunter ist nur eine Blatthälfte oder eine Triebseite befallen, und zwar auf jener Seite, auf der die verstopften Leitbündel verlaufen. Die Pflanzen bleiben im Wuchs zurück (Wachstumshemmung), und bei Sämlingen zeigt sich die Fusarium-Welke als Umfallkrankheit und Zusammenbrechen der Jungpflanzen. Die braune Verfärbung der Leitbündel ist das zuverlässigste Erkennungsmerkmal — bei der Fusarium-Welke ist sie meist intensiv und reicht tief in den Stängel und in die Wurzeln. Bei feuchten Bedingungen kann sich, besonders an der Stängelbasis oder an der Schnittfläche, ein zarter rosa-lachsfarbener oder weißer Sporenbelag des Pilzes bilden. Fusarium oxysporum tritt in spezialisierten Formen (formae speciales) auf, von denen jede nur eine bestimmte Pflanzenart oder -gattung befällt (z. B. Tomate, Gurke, Erbse, Nelke, Banane), was die Unterscheidung von Erregern mit breitem Wirtsspektrum erleichtert.

Blattläuse

Kleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.

Zikaden (Zwergzikaden)

Kleine (2–10 mm), langgestreckte Schnabelkerfe, meist grünlich oder gelblich, die bei Berührung flink springen und seitlich über das Blatt fliehen. Sie saugen Saft vor allem auf der Blattunterseite und verursachen eine feine helle Sprenkelung, Verfärbungen und Marmorierung der Blattspreite. Viele Arten übertragen Phytoplasmen und Viren, wodurch die Schäden gefährlicher sein können als das Saugen selbst. Sie befallen Stauden, Gemüse, Weinreben und Zierpflanzen. Der Körper ist keilförmig, nach hinten verschmälert, und die Flügel liegen in Ruhe dachartig über dem Hinterleib; der charakteristische schräge, seitliche Gang und die Fähigkeit zu weiten Sprüngen gaben der Gruppe ihren Namen. Die Larven (Nymphen) sind flügellos, heller und kleiner als die Adulten, halten sich an der Blattunterseite auf und bewegen sich ebenfalls seitwärts; sie durchlaufen mehrere Häutungen, und die von ihnen zurückgelassenen weißen, durchsichtigen Häutungshüllen, die an der Blattunterseite kleben, sind eines der sichersten Anzeichen für die Anwesenheit von Zikaden. Die Fraßsymptome entstehen durch das Entleeren der Parenchymzellen: Zunächst bildet sich eine feine, helle Sprenkelung, die zu marmorierten Aufhellungen zusammenfließt, und bei einigen Arten (z. B. Zikaden der Gattung Empoasca) kommt es zu randlicher Vergilbung, Bräunung und Einrollung der Blätter, dem sogenannten „Hopperburn“ (engl. hopperburn). Im Unterschied zu Blattläusen überziehen Zikaden die Pflanze in der Regel nicht mit reichlichem Honigtau, weshalb Rußtaupilze bei ihnen selten auftreten. Die Eier werden einzeln in Gewebeeinschnitte abgelegt — in Blattadern, Blattstiele oder junge Triebe; viele Arten überwintern als Ei, ein Teil als Adulte in der Streu oder an immergrünen Pflanzen, und in der Saison entwickeln sich eine bis mehrere Generationen. Die größte Bedeutung hat jedoch die Rolle als Vektoren: Zikaden übertragen unter anderem Phytoplasmen (Vergilbungskrankheiten vom Astern-Typ — übertragen durch Zikaden der Gattung Macrosteles, an der Weinrebe die Goldgelbe Vergilbung, Flavescence dorée, übertragen durch die Zikade Scaphoideus titanus) sowie Viren, wodurch selbst eine kleine Population in Kulturen, die für diese Krankheiten anfällig sind, gefährlich sein kann.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Leicht Essbar sind die jungen Sprosse. Die roten Beeren, die an weiblichen Pflanzen reifen, sind ungenießbar und leicht giftig; der Saft der Triebe kann bei empfindlichen Personen die Haut reizen.
Hunde Leicht Die roten Früchte können Magen-Darm-Beschwerden auslösen.
Katzen Leicht Die roten Früchte können Magen-Darm-Beschwerden auslösen.

Geschichte und Herkunft

Spargel wurde bereits im alten Ägypten, Griechenland und Rom gegessen und angebaut, geschätzt sowohl kulinarisch als auch als Heilpflanze. In der mitteleuropäischen Küche ist er zum Klassiker geworden, und seine Saison (Spargelzeit) ist in Deutschland ein gastronomisches Ereignis. Bleicher, weißer Spargel entsteht durch Anhäufeln der Triebe mit Erde.

Verwendung

Gemüseanbau in mehrjährigen Beeten. Die Sprosse isst man gekocht, gebraten oder gegrillt, grün oder als gebleichter weißer Spargel. Die federartigen Triebe werden gelegentlich zur Dekoration von Sträußen genutzt.

Wissenswertes

  • Weißer Spargel sind dieselben Sprosse wie grüner, nur mit einem Erddamm überhäufelt, sodass sie ohne Lichtzugang wachsen und nicht ergrünen.
  • Der typische Uringeruch nach dem Verzehr von Spargel stammt von der Asparagusinsäure und ihren flüchtigen Schwefelverbindungen.

Häufige Fragen

Wann sticht man Spargel?

Die Sprosse werden im Frühjahr gestochen, meist von Ende April bis Mitte oder Ende Juni. Danach stellt man die Ernte ein und lässt die Triebe zu federartigen Zweigen auswachsen, die den Wurzelstock für das nächste Jahr ernähren. Von einem jungen Beet erntet man in den ersten zwei bis drei Jahren nicht.

Worin unterscheiden sich männliche und weibliche Spargelpflanzen?

Spargel ist zweihäusig. Männliche Pflanzen liefern mehr und dickere Sprosse und verlieren keine Kraft an Früchte, weshalb man im Anbau männliche Sorten bevorzugt. Weibliche Pflanzen setzen rote, ungenießbare Beeren an und können sich selbst aussäen.

Wie lange trägt ein Spargelbeet?

Ein richtig angelegtes und gepflegtes Beet trägt 15–20 Jahre. Deshalb ist die sorgfältige, tiefe Vorbereitung und Nährstoffversorgung des Bodens vor dem Setzen der Wurzelstöcke entscheidend, denn sie lässt sich später kaum noch verbessern.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 20.7.2026.

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