Winterlinde

Tilia cordata · Small-leaved lime (EN) · Winterlinde (DE)

Die Winterlinde (Tilia cordata) ist ein stattlicher Laubbaum mit herzförmigen Blättern und stark duftenden, gelblichen Blüten, geschätzt als Bienenweide-, Heil- und Parkbaum.

Sonne/Halbschatten Mäßig Wasser USDA 3b–7b
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Standort: Sonne bis Halbschatten, fruchtbarer, neutraler bis leicht alkalischer Boden.
  • Blüht später als andere Linden — im Juni und Juli und lockt Bienen stark an.
  • Die Lindenblüte ist ein beliebter Kräuterrohstoff gegen Erkältung und zur Beruhigung.
  • Sehr langlebig — kann mehrere hundert Jahre alt werden.
  • Verträgt städtische Bedingungen und Formschnitt gut.

Botanische Daten

Familie
Malvaceae (Malvaceae)
Höhe
15–30 m
Breite
8–15 m
Wuchsform
Kugelförmig
Wuchsgeschwindigkeit
Mäßig
Standort
Sonne, Halbschatten
Boden
Lehmig, Humos
pH-Wert
pH 6–7.5
Feuchtigkeit
Mäßig, Feucht
Blütezeit
Juni–Juli
Winterhärte
USDA 3b–7b
Vermehrung
Aus Samen, Aus Stecklingen, Durch Absenker

Merkmale

Die Krone ist breit, kugelförmig, mit dichter Verzweigung. Die Blätter sind herzförmig (lat. cordata), an der Basis asymmetrisch, mit einer feinen, spitzen Endspitze. Die kleinen, gelblichen Blüten stehen zu mehreren an einem gemeinsamen Stiel, der mit einem länglichen, hellen Tragblatt verwachsen ist — dieses erleichtert die Verbreitung der Früchte durch den Wind.

Anbau und Pflege

Bewässerung

Junge Bäume in den ersten 2–3 Saisons regelmäßig gießen. Ausgewachsene Linden vertragen kurze Trockenperioden gut, schlechter jedoch langanhaltenden Wassermangel im städtischen Umfeld.

Im Sommer alle ~10 Tage · Trockenheitstoleranz: Mittel

Düngung

Mäßig — ausgewachsene Bäume in fruchtbarem Boden benötigen in der Regel keine Düngung.

einmal im Frühjahr, vor allem in den ersten Jahren nach der Pflanzung · kompost, nawóz wieloskładnikowy wolno działający

Pflanzung

Fruchtbarer, humoser Boden mit neutraler bis leicht alkalischer Reaktion; verträgt verdichteten städtischen Untergrund gut.

Zeitpunkt: Herbst (Oktober–November) oder Vorfrühling · Abstand 600–1000 cm

Schnittkalender

Schnittgruppe: Laubbäume — Schnitt in der Ruhephase

Warum dann: In der blattlosen Ruhephase ist das gesamte Kronengerüst sichtbar, und der Baum steht nicht in vollem Wachstum — Wunden heilen ruhiger ab, und das Risiko der Krankheitsübertragung ist geringer. Das ist die sicherste Zeit, um diese Bäume zu schneiden.

Was und wie schneiden

Schneide von Spätherbst bis zum Vorfrühling, an frostfreien Tagen. Entferne tote, kranke, beschädigte und sich kreuzende Triebe sowie konkurrierende Leittriebe und lasse einen Haupttrieb stehen. Schneide sparsam. Führe den Schnitt knapp hinter dem verdickten Astring (Astkragen) am Astansatz — nicht bündig mit dem Stamm und ohne einen Stummel stehen zu lassen; eine solche Wunde vernarbt am besten.

Spätherbst oder Winter, in der Ruhezeit.

Was du nicht tun solltest

Entferne große Äste nicht ohne deutlichen Grund, und bei dicken und hohen Bäumen überlasse den Schnitt Baumpflegern (Arboristen). Schneide nicht im zeitigen Frühjahr, wenn der Saft steigt, und auch nicht bei Frost. Entferne in einer Saison nicht mehr als etwa ein Viertel der Krone.

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

FunkiePraktische Beobachtung

Die Funkie verträgt den Schatten unter der Lindenkrone gut und hat ähnliche Ansprüche an die Bodenfeuchte.

Gemeiner EfeuPraktische Beobachtung

Ein schattenverträglicher Bodendecker, der im trockeneren Schatten unter der ausladenden Lindenkrone gut zurechtkommt.

Schlechte Nachbarschaft

Echter LavendelPraktische Beobachtung

Der Lavendel benötigt volle Sonne und trockenen Boden — der Schatten und der feuchtere Untergrund unter der Linde schaden ihm.

Pflanzen, die empfindlich auf klebrigen Honigtau reagieren (z. B. zarte Stauden unter der Krone)Praktische Beobachtung

Blattläuse, die an den Lindenblättern saugen, scheiden reichlich Honigtau aus, der die darunter wachsenden Pflanzen verklebt.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Krankheiten und Schädlinge

Hallimasch-Wurzelfäule

Der Pilz befällt die Wurzeln und die Stammbasis von Bäumen und Sträuchern und führt zu deren langsamem Absterben – die Pflanzen wachsen schwach, die Krone lichtet sich, die Blätter werden kleiner, bis sie schließlich vertrocknen. Das diagnostische Merkmal sind weiße, fächerförmige Pilzmyzelien, die eine dichte Schicht unter der Rinde an der Stammbasis bilden und deutlich pilzig riechen. Im Boden und unter der Rinde treten schwarze oder dunkelbraune, schnurartige Rhizomorphen auf, mit denen sich der Pilz auf weitere Pflanzen ausbreitet. Im Herbst wachsen an der Basis befallener Bäume Büschel von Fruchtkörpern – der Hallimasch. Die oberirdischen Symptome sind unspezifisch und leicht mit Trockenheit oder Überdüngung zu verwechseln: Ein Teil der Pflanzen stirbt plötzlich ab (der ganze Baum wird innerhalb einer Saison braun, besonders bei Hitze), andere schwächeln über Jahre – sie treiben nur kurze Triebe, verfärben sich vorzeitig und setzen kurz vor dem Absterben ungewöhnlich reichlich Blüten oder Früchte an („Stressblüte“). Bei Nadelgehölzen tritt häufig Harzfluss an der Stammbasis auf. Legt man die Rinde am Wurzelhals frei, bleicht das Holz von Wurzeln und Stamm aus und vermorscht weich – der Hallimasch verursacht eine Weißfäule des Holzes. Die Myzelschicht ist mitunter cremefarben, ledrig und breitet sich strahlenförmig unter der abgestorbenen Rinde aus. Eine biologische Kuriosität, jedoch kein für die Gartendiagnose brauchbares Merkmal, ist, dass das Myzel im feuchten, befallenen Holz sehr schwach im Dunkeln leuchten kann (sogenanntes „kaltes Licht“) – das Phänomen ist zu schwach und erfordert völlige Dunkelheit, sodass es sich in der Praxis nicht zur Erkennung der Krankheit nutzen lässt. Die Krankheit schreitet herdweise voran – nacheinander sterben die der befallenen Pflanze benachbarten Pflanzen ab.

Rußtau

Auf Blättern, Trieben und Früchten bildet sich ein schwarzer, rußartiger Belag, der sich mit dem Finger teilweise abwischen lässt. Diese Pilze infizieren das Pflanzengewebe nicht – sie entwickeln sich auf dem süßen, klebrigen Honigtau, den Blattläuse, Weiße Fliegen, Wollläuse, Blattflöhe und Schildläuse ausscheiden. Der Belag entsteht also genau dort, wo diese Schädlinge saugen, und schadet vor allem dadurch, dass er die Blattspreite verdeckt, die Photosynthese einschränkt und die Pflanzen verunstaltet. Häufig ist das Symptom an Zitruspflanzen, Linde, Ahorn sowie an Zimmer- und Gewächshauspflanzen zu sehen. Der Belag ist mal dünn und spinnwebartig, mal dick, krustig und mattschwarz – je nach Pilzart und Menge des Honigtaus; an immergrünen Pflanzen kann er den ganzen Winter über bestehen bleiben. Ein entscheidendes Erkennungsmerkmal: Wischt man die Blattspreite ab, kommt unter der schwarzen Schicht gesundes, grünes Gewebe zum Vorschein – der Rußtau hinterlässt keine Flecken, Nekrosen oder Fraßstellen, denn er dringt nicht ins Blatt ein. Charakteristisch ist auch die Ausdehnung des Symptoms: Der Ruß setzt sich dort ab, wo der klebrige Honigtau heruntertropft, und erscheint daher nicht nur auf den Blättern, sondern auch auf Gegenständen unter der Pflanze – dem Gehweg, Gartenmöbeln, der Fensterbank oder der Karosserie –, was für sich genommen den Schädlingsbefall weiter oben verrät. Die Rußtaupilze selbst sind dunkel gefärbte (melaninhaltige) Saprophyten, weshalb die Schicht tiefschwarz ist. Der unmittelbare Schaden für die Pflanze ist meist mäßig – Schwächung durch Beschattung der Blätter, Vigorverlust, schlechteres Aussehen und geminderter Handelswert von Früchten oder Zierpflanzen –, doch ein dichter, langanhaltender Belag auf vielen Blättern schränkt Assimilation und Zuwachs tatsächlich ein. Den Rußtau betrachtet man am besten als sichtbares Signal dafür, dass sich weiter oben an der Pflanze (oder am Baum darüber) eine Kolonie saugender Insekten entwickelt.

Blattläuse

Kleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.

Kleiner Frostspanner

Ein Falter mit ausgeprägtem Geschlechtsdimorphismus: das Männchen hat graubraune, fein gebänderte Flügel mit einer Spannweite von etwa 25 mm, während das Weibchen praktisch flügellos und flugunfähig ist und daher im Herbst am Stamm emporklettert, um die Eier in der Krone abzulegen. Im Frühjahr schlüpfen grüne Spannerraupen mit hellen Längsstreifen, die sich mit dem charakteristischen „Katzenbuckel“-Gang (Zusammenziehen des Hinterleibs) fortbewegen und die sich entwickelnden Knospen, jungen Blätter und Fruchtansätze auffressen, wobei sie diese oft mit Fäden umspinnen. Er befällt Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche sowie viele Laubbäume und -sträucher. Die erwachsene Raupe erreicht eine Länge von bis zu etwa 25 mm, ist gelbgrün mit einer dunkleren Rückenlinie und hellen Streifen an den Seiten; als typischer Spanner (Geometridae) besitzt sie nur zwei Paar Bauchfüße am Hinterleibsende, woraus ihr schlingernder „Katzenbuckel“-Gang resultiert. Die Eier werden einzeln an den Knospen und in Rindenrissen abgelegt, wo sie überwintern, und kurz vor dem Frühjahrsschlupf wechseln sie ihre Farbe von grünlich zu orangerot. Die Art bildet eine Generation pro Jahr: die Falter fliegen im Spätherbst (Oktober–Dezember, daher der deutsche Name „Frostspanner“) an kühlen, frostfreien Abenden, und die flugunfähigen Weibchen klettern dann an den Stämmen empor. Der Raupenschlupf im Frühjahr ist eng mit dem Knospenaufbruch synchronisiert (meist April); nach etwa 4–6 Wochen Fraß lassen sich die Raupen an Fäden zum Boden herab und verpuppen sich flach in der Erde, wo die Puppe den Sommer verbringt. Anzeichen des Fraßes sind durchlöcherte und zerfetzte junge Blätter, ausgefressene Blüten- und Blattknospen sowie deformierte, mit korkigen Narben überzogene Früchte, die aus beschädigten Fruchtansätzen entstehen; bei starkem Befall können die Raupen die Krone nahezu kahl fressen.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Keine Die Lindenblüte ist ein Kräuterrohstoff, der traditionell in Aufgüssen gegen Erkältung verwendet wird.
Hunde Keine

Geschichte und Herkunft

Die Linde hatte in der slawischen Kultur seit jeher eine fast sakrale Bedeutung — sie wurde in Dörfern als zentraler Baum gepflanzt, „unter der Linde“ fanden Versammlungen und Dorfgerichte statt. Die Namen vieler Ortschaften und Straßen (z. B. Lipowa, Leipzig vom slawischen „lipa“) leiten sich gerade von diesem Baum ab. In der Volksmedizin wurde die Lindenblüte seit langem bei Erkältungen und Fieber verwendet.

Verwendung

Ein Parkbaum, für Alleen und städtische Baumreihen, auch in größeren Gärten als Schattenbaum. Die Lindenblüte wird zum Trocknen für Kräutertees gesammelt, das Holz ist leicht und wird in der Bildhauerei und im Instrumentenbau verwendet.

Wissenswertes

  • Während der üppigen Blüte findet man unter Linden manchmal benommene Bienen und Hummeln — dieses Phänomen wird mitunter mit der hohen Zuckerkonzentration im Nektar bei ungünstigem Wetter in Verbindung gebracht.
  • Lindenhonig hat einen charakteristischen, leicht mentholartigen Nachgeschmack und zählt zu den geschätztesten Nektarhonigsorten in Polen.
  • Winterlinden zählen zu den am längsten lebenden Laubbäumen Europas — einige Naturdenkmal-Exemplare sind über 500 Jahre alt.

Häufige Fragen

Hat die Lindenblüte Heilwirkungen?

Ja, ein Aufguss aus Lindenblüten wird traditionell bei Erkältung, Fieber und als lindernd-schweißtreibendes Mittel angewendet. Er ist einer der beliebtesten Kräuterrohstoffe in Polen.

Wann sammelt man Lindenblüten zum Trocknen?

Am besten in der Vollblüte, also im Juni–Juli, an einem trockenen, sonnigen Tag, indem man die Blütenstände samt Tragblatt pflückt.

Wie schnell wächst die Winterlinde und wie viel Platz benötigt sie?

Sie wächst in mäßigem Tempo, erreicht aber große Ausmaße (bis zu 30 m Höhe und über zehn Meter Kronenbreite), weshalb sie sich vor allem für große Gärten, Alleen und Parks eignet.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 14.7.2026.

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