Symptome
Der Pilz befällt die Wurzeln und die Stammbasis von Bäumen und Sträuchern und führt zu deren langsamem Absterben – die Pflanzen wachsen schwach, die Krone lichtet sich, die Blätter werden kleiner, bis sie schließlich vertrocknen. Das diagnostische Merkmal sind weiße, fächerförmige Pilzmyzelien, die eine dichte Schicht unter der Rinde an der Stammbasis bilden und deutlich pilzig riechen. Im Boden und unter der Rinde treten schwarze oder dunkelbraune, schnurartige Rhizomorphen auf, mit denen sich der Pilz auf weitere Pflanzen ausbreitet. Im Herbst wachsen an der Basis befallener Bäume Büschel von Fruchtkörpern – der Hallimasch. Die oberirdischen Symptome sind unspezifisch und leicht mit Trockenheit oder Überdüngung zu verwechseln: Ein Teil der Pflanzen stirbt plötzlich ab (der ganze Baum wird innerhalb einer Saison braun, besonders bei Hitze), andere schwächeln über Jahre – sie treiben nur kurze Triebe, verfärben sich vorzeitig und setzen kurz vor dem Absterben ungewöhnlich reichlich Blüten oder Früchte an („Stressblüte“). Bei Nadelgehölzen tritt häufig Harzfluss an der Stammbasis auf. Legt man die Rinde am Wurzelhals frei, bleicht das Holz von Wurzeln und Stamm aus und vermorscht weich – der Hallimasch verursacht eine Weißfäule des Holzes. Die Myzelschicht ist mitunter cremefarben, ledrig und breitet sich strahlenförmig unter der abgestorbenen Rinde aus. Eine biologische Kuriosität, jedoch kein für die Gartendiagnose brauchbares Merkmal, ist, dass das Myzel im feuchten, befallenen Holz sehr schwach im Dunkeln leuchten kann (sogenanntes „kaltes Licht“) – das Phänomen ist zu schwach und erfordert völlige Dunkelheit, sodass es sich in der Praxis nicht zur Erkennung der Krankheit nutzen lässt. Die Krankheit schreitet herdweise voran – nacheinander sterben die der befallenen Pflanze benachbarten Pflanzen ab.
Bekämpfung
Die Krankheit ist schwer zu bekämpfen, und es gibt keine wirksamen chemischen Mittel dagegen. Stark befallene Bäume und Sträucher werden samt Wurzeln und Stümpfen entfernt, die ein Reservoir für Myzel und Rhizomorphen sind, und der Boden wird nach Möglichkeit von Holzresten befreit. An einem gefährdeten Standort hilft eine Isolierung – das Ausheben eines Grabens, der kranke Pflanzen von gesunden trennt, um die Wanderung der Rhizomorphen einzuschränken. Der Graben wird tief ausgehoben (ca. 60–100 cm, bis zur Reichweite der Hauptmasse der Rhizomorphen) und kann mit einer Geomembran oder starker Folie ausgekleidet werden, um die Wanderung des Pilzes zu gesunden Pflanzen dauerhaft zu unterbinden. Bei wertvollen, früh befallenen Bäumen wird der Wurzelhals freigelegt – das Abtragen der Erde rund um die Stammbasis, das diese Zone trocknet und belüftet und den Pilz verlangsamt; das ist eine ausschließlich unterstützende Maßnahme und heilt einen ausgedehnten Befall nicht. Das bloße Fräsen des Stumpfes reicht nicht aus, da das Myzel in den Wurzeln verbleibt – sie müssen möglichst vollständig gerodet werden. Auf der gereinigten Fläche empfiehlt sich eine mehrjährige Pause beim Pflanzen von Bäumen und Sträuchern (Einsaat mit Gras oder krautigen Pflanzen), bis sich die Holzreste zersetzen und der Pilz seine Nahrungsgrundlage verliert. Ein Fungizid, das Myzel und Rhizomorphen im Boden abtötet, gibt es nicht – auf chemischen Schutz sollte man nicht setzen.
Vorbeugung
Grundlage ist das Entfernen von Stümpfen und Wurzelresten nach dem Fällen von Bäumen, denn auf ihnen hält sich der Pilz jahrelang. Man pflanzt gesundes Material und hält die Pflanzen in guter Kondition (Gießen bei Trockenheit, ausgewogene Düngung), da der Pilz geschwächte Exemplare leichter befällt. Auf Flächen mit Hallimasch-Vorgeschichte sollte man weniger anfällige Arten wählen und das Pflanzen an Stellen frisch entfernter, befallener Bäume vermeiden. Entscheidend ist außerdem das Vermeiden von Wurzel- und Wurzelhalsverletzungen – Schäden durch Rasenmäher, Motorsense oder bei Erdarbeiten sind Eintrittspforten für die Infektion, daher hält man die Stammbasis in einer grasfreien Baumscheibe und mulcht sie (Mulch, der nicht an der Rinde anliegt). Zur guten Kondition gehören auch eine richtige Belüftung und Drainage des Bodens sowie das Vermeiden von Verdichtung und Staunässe. Bedenke bei Pflanzungen an belasteten Standorten, dass zu den anfälligsten Steinobstbäume (Pflaumen, Kirschen), Apfelbäume, Rosen, Johannisbeeren, Rhododendren, Zeder sowie Heckennadelgehölze (Scheinzypressen, Lebensbäume) zählen – an ihrer Stelle wählt man besser Arten, die als weniger empfindlich gelten. Neues Material oder Erde von befallenen Standorten nicht an Werkzeugen oder Schuhwerk verschleppen, um keine Rhizomorphen an saubere Stellen einzuschleppen.
Unterscheidung von Verwechslungen
| Merkmal | Hallimasch-Wurzelfäule | Wurzelfäule (Phytophthora-Fäule) |
|---|---|---|
| Begünstigende Bedingungen | Jeder Boden, häufiger nach dem Roden von Bäumen und auf Holzresten | Zu nasser, verdichteter, schlecht belüfteter Boden (Staunässe) |
| Merkmal unter der Rinde | Weiße, fächerförmige Myzelflecken mit pilzigem Geruch | Kein Myzel unter der Rinde; Wurzeln braun, Rinde löst sich leicht |
| Strukturen im Boden | Schwarze Rhizomorphen („Schnürsenkel“) im Boden und unter der Rinde | Keine Rhizomorphen; weiche, wässrige Fäule von Wurzeln und Wurzelhals |
| Fruchtkörper | Im Herbst Büschel des Hallimasch an der Stammbasis | Fruchtkörper treten nicht auf |
| Wirtstyp | Vor allem Bäume und Sträucher (Gehölze) | Auch Topfpflanzen, Sukkulenten und Stauden; massenhaft bei Überwässerung |
Bekämpfung — biologische und chemische Methoden
Ökologische und biologische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Roden und Entfernen befallener Pflanzen samt Wurzeln | Das Entfernen des gesamten Wurzelsystems samt Stumpf entzieht dem Pilz die Nahrungsgrundlage und das Reservoir an Myzel und Rhizomorphen; das bloße Fräsen des Stumpfes reicht nicht aus. | Sofort nach Feststellung des Befalls |
| Graben oder Isolierbarriere | Ein tiefer Graben (60–100 cm) oder eine eingegrabene Geomembran unterbindet die Wanderung der Rhizomorphen durch den Boden und schützt benachbarte gesunde Pflanzen. | An der Grenze des Krankheitsherds |
| Freilegen des Wurzelhalses (Trocknen der Stammbasis) | Das Abtragen der Erde rund um die Stammbasis belüftet und trocknet die wurzelnahe Zone und verlangsamt den Pilz; unterstützende Methode, heilt keinen ausgedehnten Befall. | Frühe Phase, wertvolle Bäume |
| Anbaupause + Wahl weniger anfälliger Arten | Eine mehrjährige Pause (Gras, krautige Pflanzen) lässt die Holzreste zersetzen; danach pflanzt man Arten, die weniger empfindlich gegen den Hallimasch sind. | — |
| Antagonistische Biopräparate (Trichoderma) auf Stümpfe und Boden | Das Beimpfen von Stümpfen und Boden mit dem konkurrierenden Pilz Trichoderma kann die Besiedlung des Holzes durch den Hallimasch einschränken; begrenzte, unterstützende Wirksamkeit. | — |
Chemische Methoden
| Methode | Wirkungsweise |
|---|---|
| Fungizide – kein wirksamer chemischer Schutz | Es gibt kein zugelassenes Fungizid, das Myzel und Rhizomorphen im Boden abtötet; Spritzungen und systemische Gießbehandlungen erreichen den Pilz im Holz der Wurzeln nicht. |
Wir nennen Wirkstoffgruppen und Wirkmechanismen, keine Handelsnamen — konkrete Präparate und ihre Zulassung unterscheiden sich je nach Land und werden mitunter zurückgezogen. Prüfen Sie stets das aktuelle Etikett und befolgen Sie es.
Quellen
- Krankheiten von Zierbäumen und -sträuchern
- Institut für Gartenbau – PIB