Kurz gefasst
- Ausschließlich als Zierpflanze gepflanzt — für die reiche Frühjahrsblüte.
- Blüht Ende April bis Anfang Mai, bei der Sorte 'Kanzan' rosa und mit gefüllten Blüten.
- Die Früchte sind unbedeutend, bei gefülltblütigen Sorten bilden sie sich oft überhaupt nicht.
- Nur im Sommer bei trockenem Wetter schneiden — das schützt vor Rinden- und Holzkrankheiten.
- Frosthart bis USDA-Zone 5; wächst am besten in Sonne und geschützter Lage.
Botanische Daten
- Familie
- Rosaceae (Rosaceae)
- Höhe
- 5–10 m
- Breite
- 4–8 m
- Wuchsform
- Ausladend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Mäßig
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Lehmig, Humos
- pH-Wert
- pH 6–7.5
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- April–Mai
- Winterhärte
- USDA 5a–8b
- Vermehrung
- Aus Stecklingen
Merkmale
Ein kleiner bis mittelgroßer Baum mit vasenförmigem, später ausladendem Wuchs. Im Frühjahr, Ende April bis Anfang Mai, bedeckt er sich mit Blüten, die bei der beliebten Sorte 'Kanzan' groß, gefüllt, intensiv rosa und in dichten Büscheln zusammengefasst sind und an kleine Pompons erinnern. Die jungen Blätter entfalten sich mit bräunlich-kupferfarbenem Ton, sind im Sommer grün und färben sich im Herbst orange und rot. Die Früchte, falls sie überhaupt entstehen, sind klein und unbedeutend.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Junge Bäume in den ersten Jahren nach dem Pflanzen regelmäßig gießen; eingewachsene Exemplare sind mäßig trockenheitsresistent. Die Art verträgt keinen dauerhaft staunassen Boden.
Düngung
Mäßig; das Mulchen mit Kompost rund um den Stamm verbessert die Kondition und hält die Feuchtigkeit.
Pflanzung
Sonniger, vor starkem Wind geschützter Standort, nährstoffreicher, durchlässiger, frischer Boden. Die Ziersorten sind meist veredelt, daher die Veredelungsstelle knapp über dem Boden pflanzen.
Schnittkalender
Schnittgruppe: Obst- und Zier-Steinobst (Prunus) — Schnitt im Sommer
Was und wie schneiden
Schneide an einem warmen, trockenen Tag vom Spätfrühling bis zum Sommer (nach der Blüte oder nach der Ernte); entferne abgestorbene, kranke und sich drängende Triebe und halte die Krone offen.
Im Sommer, nach der Blüte, bei trockenem Wetter.
Was du nicht tun solltest
Schneide nicht im Herbst oder Winter — das ist der Hauptinfektionsweg für Bleiglanz und Bakterienbrand.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Frühlingsblühende Zwiebelpflanzen, die unter der Krone gepflanzt werden, blühen zur ähnlichen Zeit wie die Kirsche und bilden zusammen eine wirkungsvolle, mehrschichtige Frühlingsszene.
Ein klassischer Begleiter in Gärten im japanischen Stil, mit ähnlicher, saurer Bodenreaktion und frühlingshafter Blütezeit.
Schlechte Nachbarschaft
Der Walnussbaum gibt Juglon in den Boden ab, das das Wachstum vieler empfindlicher Pflanzen der Gattung Prunus in seiner Nähe hemmt.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
An Kern- und Steinobst treten braune, sich vergrößernde Fäulnisflecken auf, auf denen konzentrisch angeordnete, graubeige Sporenpolster entstehen. Befallene Früchte faulen, trocknen ein und mumifizieren, wobei sie oft bis zur nächsten Saison am Baum hängen bleiben. Im Frühjahr befällt der Pilz auch Blüten und Kurztriebe, verursacht deren Absterben und lässt die Zweigspitzen zurücksterben. Die Krankheit hat zwei deutliche Phasen. Die frühjährliche Monilia-Spitzendürre (meist Monilinia laxa an Steinobst — Sauerkirsche, Süßkirsche, Pflaume, Aprikose) beginnt an den Blüten, die braun werden, welken und vertrocknen, ohne abzufallen; die Infektion dringt durch den Griffel in den Kurztrieb ein, umringelt ihn und führt zum Absterben ganzer Triebe, deren vertrocknete Blätter wie nach einer Verbrennung herabhängen — daher die irreführende Ähnlichkeit mit Frostschäden. Bei Steinobst tritt an befallenen Trieben häufig Gummifluss (Gummose) sowie kleine, aufgerissene Rindenkrebse auf. Die sommerlich-herbstliche Braunfäule der Früchte (hauptsächlich Monilinia fructigena an Apfel und Birne) entwickelt sich an reifenden Früchten: Der Fäulnisfleck erfasst rasch die ganze Frucht, das Fruchtfleisch wird braun und weich, und an der Oberfläche wachsen charakteristische, konzentrisch angeordnete Ringe cremebeiger Konidien-Sporenpolster. Unter kühlen Bedingungen (u. a. im Lager) können die Früchte die Form harter, schwarz glänzender Mumien ohne Sporulation annehmen (sogenannte Schwarzfäule). Die am Baum hängenden mumifizierten Früchte sowie die Monilia-Krebse an den Trieben sind die Hauptsporenquelle in der folgenden Saison.
BlattläuseKleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.
Kleiner FrostspannerEin Falter mit ausgeprägtem Geschlechtsdimorphismus: das Männchen hat graubraune, fein gebänderte Flügel mit einer Spannweite von etwa 25 mm, während das Weibchen praktisch flügellos und flugunfähig ist und daher im Herbst am Stamm emporklettert, um die Eier in der Krone abzulegen. Im Frühjahr schlüpfen grüne Spannerraupen mit hellen Längsstreifen, die sich mit dem charakteristischen „Katzenbuckel“-Gang (Zusammenziehen des Hinterleibs) fortbewegen und die sich entwickelnden Knospen, jungen Blätter und Fruchtansätze auffressen, wobei sie diese oft mit Fäden umspinnen. Er befällt Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche sowie viele Laubbäume und -sträucher. Die erwachsene Raupe erreicht eine Länge von bis zu etwa 25 mm, ist gelbgrün mit einer dunkleren Rückenlinie und hellen Streifen an den Seiten; als typischer Spanner (Geometridae) besitzt sie nur zwei Paar Bauchfüße am Hinterleibsende, woraus ihr schlingernder „Katzenbuckel“-Gang resultiert. Die Eier werden einzeln an den Knospen und in Rindenrissen abgelegt, wo sie überwintern, und kurz vor dem Frühjahrsschlupf wechseln sie ihre Farbe von grünlich zu orangerot. Die Art bildet eine Generation pro Jahr: die Falter fliegen im Spätherbst (Oktober–Dezember, daher der deutsche Name „Frostspanner“) an kühlen, frostfreien Abenden, und die flugunfähigen Weibchen klettern dann an den Stämmen empor. Der Raupenschlupf im Frühjahr ist eng mit dem Knospenaufbruch synchronisiert (meist April); nach etwa 4–6 Wochen Fraß lassen sich die Raupen an Fäden zum Boden herab und verpuppen sich flach in der Erde, wo die Puppe den Sommer verbringt. Anzeichen des Fraßes sind durchlöcherte und zerfetzte junge Blätter, ausgefressene Blüten- und Blattknospen sowie deformierte, mit korkigen Narben überzogene Früchte, die aus beschädigten Fruchtansätzen entstehen; bei starkem Befall können die Raupen die Krone nahezu kahl fressen.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Leicht | Blätter, Rinde und Kerne (wie bei anderen Pflanzen der Gattung Prunus) enthalten cyanogene Verbindungen; die grünen Teile sind nicht zum Verzehr bestimmt. |
| Pferde | Mäßig | Welke Blätter sind besonders gefährlich — sie setzen Blausäure frei; Bäume der Gattung Prunus sollten nicht an Pferdeweiden gepflanzt werden. |
| Hunde | Leicht | — |
| Katzen | Leicht | — |
Geschichte und Herkunft
Zierkirschen nehmen seit Jahrhunderten einen besonderen Platz in der Kultur Japans ein, wo das frühlingshafte Bewundern ihrer Blüten (Hanami) eine wichtige Tradition ist. Aus der Art Prunus serrulata und verwandten Arten wurden Hunderte Gartensorten selektiert; eine der berühmtesten und weltweit am häufigsten gepflanzten ist 'Kanzan' (auch als 'Sekiyama' bekannt) mit gefüllten, rosa Blüten. Die Sorten werden durch Veredelung vermehrt.
Verwendung
Ein wirkungsvoller Solitärbaum für Gärten und Parks, gepflanzt als Frühlingsakzent auf dem Rasen oder entlang von Alleen. Beliebt in Gärten im japanischen Stil. Wegen seiner Endgröße und des ausladenden Wuchses benötigt er viel Platz; unter der Krone machen sich frühlingsblühende Zwiebelpflanzen gut.
Wissenswertes
- Die Blüte der Zierkirschen dauert kurz, meist 1–2 Wochen — diese Vergänglichkeit ist Teil ihres Reizes und ihrer Symbolik in der japanischen Kultur.
- Die gefüllten Blüten der Sorte 'Kanzan' haben aus Staubblättern umgebildete Blütenblätter, wodurch der Baum kaum Früchte ansetzt und Bestäubern weniger Pollen bietet als die einfach blühenden Formen.
Häufige Fragen
Trägt die Japanische Blütenkirsche essbare Früchte?
In der Praxis nicht. Es ist eine ausschließlich zierend gepflanzte Kirsche — die Früchte sind, falls sie überhaupt ansetzen, klein und unbedeutend, und gefülltblütige Sorten wie 'Kanzan' fruchten in der Regel gar nicht. Für essbare Kirschen sollte man zu Sorten der Sauerkirsche greifen.
Wann schneidet man die Zierkirsche?
Am besten im Sommer, nach der Blüte, bei trockenem Wetter und möglichst sparsam. Ein Schnitt im Herbst oder Winter bei Feuchtigkeit birgt die Gefahr einer Infektion mit dem Bleiglanz sowie dem Bakterienbrand, für die die Art empfindlich ist.
Wie groß wird die Kirsche 'Kanzan'?
Ein Baum, der gewöhnlich 5–10 m hoch und ähnlich breit wird, anfangs mit charakteristischem, vasenförmigem Wuchs, mit der Zeit ausladend. Beim Pflanzen muss man ihm entsprechend viel Platz einräumen.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Prunus serrulataInstitution / Botanischer Garten
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