Pflanzenkrankheit

Scharka

Erreger: Plum pox virus, PPV (Virus)

Diagnose nach Symptom

Symptome

Die Krankheit befällt Pflaume, Aprikose und Pfirsich sowie andere Arten der Gattung Prunus. Auf den Blättern erscheinen helle, chlorotische Ringe, Flecken und Streifen entlang der Blattadern, die im Frühjahr bei kühler Witterung am deutlichsten sichtbar sind. An den Früchten bilden sich Einsenkungen, Verfärbungen und Verformungen, und das Fruchtfleisch darunter ist oft verfärbt und gummiartig mit verschlechtertem Geschmack. Befallene Früchte fallen häufig vorzeitig ab, wodurch der Ertrag seinen Markt- und Genusswert verliert. Die Blattsymptome treten auch als Aufhellungen entlang der Blattadern (sogenannte Adernaufhellung) sowie als unregelmäßige Sprenkelung auf; im Frühjahr sind sie am stärksten, im heißen Sommer verschwinden sie oft (werden maskiert) und kehren in der nächsten Saison wieder, was die Diagnose erschwert. Die Stärke der Symptome hängt vom Virusstamm und der Anfälligkeit der Sorte ab — von nahezu symptomlosen Formen bis zu starken Verformungen. An Pflaumenfrüchten sind dunkle, bläuliche Ringe und Flecken sowie Einsenkungen sichtbar; bei der Aprikose erscheinen charakteristische, diagnostische Ringe und Flecken auch am Steinkern (Endokarp), was eines der zuverlässigeren Erkennungsmerkmale ist. Beim Pfirsich tritt zusätzlich ein Farbbrechen der Blütenblätter auf (hellere Streifen). Frisch infizierte Bäume bleiben mitunter eine Saison lang symptomlos, weshalb eine sichere Bestätigung ausschließlich eine Laboruntersuchung liefert (serologischer ELISA-Test oder molekularer RT-PCR).

Bekämpfung

Scharka ist eine unheilbare Viruskrankheit — es gibt keine wirksame Behandlung, und die einzige Möglichkeit, ihre Ausbreitung einzudämmen, besteht darin, befallene Bäume samt Wurzeln zu roden und zu vernichten. Parallel sollten Blattläuse bekämpft werden, die das Virus nicht-persistent von Baum zu Baum übertragen. Neupflanzungen werden nicht in unmittelbarer Nähe befallener Obstanlagen angelegt. Die Rodung muss auch die Wurzelausläufer umfassen — das Virus überdauert in den Wurzeln, und belassene Ausläufer treiben bereits infiziert wieder aus und werden zu einer neuen Infektionsquelle. Das geschnittene Material ist zu vernichten (verbrennen oder häckseln) und darf nicht für Pfropfungen oder Stecklinge verwendet werden. Ein wichtiger Hinweis zur Blattlausbekämpfung: Scharka wird nicht-persistent übertragen — die Blattlaus nimmt das Virus innerhalb weniger Sekunden bis Minuten eines Probesaugens auf und gibt es weiter —, weshalb Insektizidspritzungen die Infektion NICHT verhindern, denn die Blattlaus steckt den Baum an, bevor sie stirbt. Die Blattlausbekämpfung verringert nur den allgemeinen Vektordruck und wirkt unterstützend, nicht entscheidend. Scharka unterliegt der phytosanitären Überwachung, in der Baumschulproduktion gilt die Pflicht zu virusfreiem Material, und ein Befallsverdacht in der Erwerbskultur sollte der zuständigen Pflanzenschutzinspektion gemeldet werden.

Vorbeugung

Grundlage ist die Anlage der Obstanlage aus zertifiziertem, virusfreiem Baumschulmaterial sowie die Wahl widerstandsfähiger oder toleranter Sorten. Wichtig sind zudem regelmäßige Kontrollen der Bäume und das rasche Entfernen der ersten befallenen Exemplare, bevor sie zur Infektionsquelle für die gesamte Anlage werden. Bäume aus eigenen oder unsicheren Quellen dürfen nicht vermehrt (gepfropft, okuliert) werden — infiziertes Baumschulmaterial ist der häufigste Weg, über den das Virus in eine neue Anlage gelangt. Unter den Pflaumensorten gibt es resistente Formen, die mit einer Überempfindlichkeitsreaktion reagieren, z. B. ‚Jojo', sowie tolerante Sorten, die man in Gebieten, in denen die Krankheit auftritt, bevorzugen sollte. Neupflanzungen werden fernab alter, befallener Obstanlagen sowie wilder Virusreservoire angelegt — Schlehe (Prunus spinosa) und anderer wild wachsender Pflaumen, die sowohl Quelle des Virus als auch der es übertragenden Blattläuse sein können; solche Reservoire in der Nachbarschaft sollten entfernt werden. Die Kontrolle erfolgt vor allem im Frühjahr, wenn die Blattsymptome am deutlichsten sind, und bei Zweifeln wird eine Laboruntersuchung veranlasst. Die Begrenzung der Blattlauspopulation im Maßstab der Anlage verringert die Ausbreitungsgeschwindigkeit, verhindert jedoch — wie oben — einzelne Infektionen nicht.

Unterscheidung von Verwechslungen

MerkmalScharkaViröse Mosaikkrankheit
Muster auf dem BlattChlorotische Ringe, Flecken und Streifen (Adernaufhellungen) entlang der BlattadernMosaikartige Sprenkelung — unregelmäßige hellere und dunklere Flecken
WirtsspektrumAusschließlich Pflanzen der Gattung Prunus (Pflaume, Aprikose, Pfirsich, Schlehe)Viele verschiedene Pflanzenarten (Gemüse, Zierpflanzen, Bäume)
Symptome an den FrüchtenRinge, Verformungen und gummiartiges Fruchtfleisch; bei der Aprikose diagnostische Flecken am SteinkernSymptome vor allem an Blättern und Wuchs; keine Flecken am Steinkern wie bei Scharka
Sichtbarkeit im SaisonverlaufAm stärksten im Frühjahr bei Kühle, in der Hitze werden sie maskiertBleiben meist die ganze Vegetationsperiode über bestehen
VorgehenUnterliegt der phytosanitären Überwachung; erfordert das Entfernen der BäumeMeist ohne Quarantänebestimmungen; ebenfalls keine Behandlungsmethode

Bekämpfung — biologische und chemische Methoden

Ökologische und biologische Methoden

MethodeWirkungsweiseAnwendung
Zertifiziertes, virusfreies BaumschulmaterialWirksamste Methode: gesunde, geprüfte Jungbäume verhindern die Einschleppung des Virus in die Obstanlage; nicht aus unsicheren Quellen pfropfen.Bei der Anlage der Obstanlage und jeder Vermehrung
Resistente oder tolerante SortenÜberempfindliche Formen (z. B. Pflaume ‚Jojo') und tolerante Sorten verringern Befall und Verluste dort, wo Scharka bereits auftritt.Auswahl bei der Pflanzung
Roden und Vernichten befallener Bäume (Roguing)Das Entfernen des Baumes samt Wurzelausläufern und seine Vernichtung beseitigt die Virusquelle; belassene Ausläufer treiben infiziert wieder aus.Sofort nach Bestätigung des Befalls
Entfernen wilder Reservoire und KontrolleDas Entfernen von Schlehen und wild wachsenden Pflaumen in der Nähe sowie Frühjahrskontrollen verringern die Quellen des Virus und seines Vektors.Vor und während der Saison, hauptsächlich im Frühjahr

Chemische Methoden

MethodeWirkungsweiseAnwendung
Begrenzung der Blattläuse (des Vektors)Ein Mittel auf Mineralölbasis oder ein Pyrethroid nur unterstützend — die nicht-persistente Übertragung bewirkt, dass die Spritzung die Infektion nicht verhindert.Ausschließlich ergänzend; ersetzt nicht das Entfernen der Bäume

Wir nennen Wirkstoffgruppen und Wirkmechanismen, keine Handelsnamen — konkrete Präparate und ihre Zulassung unterscheiden sich je nach Land und werden mitunter zurückgezogen. Prüfen Sie stets das aktuelle Etikett und befolgen Sie es.

Quellen

  • Atlas der Obstbaumkrankheiten
  • Institut für Gartenbau – Staatliches Forschungsinstitut

Pflanzenprofile anfällig für scharka

Verwandte Gefahren