Kurz gefasst
- Stark duftend, besonders am Abend — eine der aromatischsten Gartenpflanzen.
- Sonniger oder leicht schattiger Standort, nährstoffreicher und durchlässiger Boden.
- Bevorzugt einen neutralen bis leicht basischen, kalkreichen Boden.
- Wird aus Jungpflanzen ein- oder zweijährig kultiviert.
- Hervorragend als Schnittblume — sie hält lange in der Vase.
- Als Kreuzblütler ist sie anfällig für Krankheiten und Schädlinge der Kohlgewächse.
Botanische Daten
- Familie
- Brassicaceae (Brassicaceae)
- Höhe
- 0.3–0.7 m
- Breite
- 0.2–0.3 m
- Wuchsform
- Aufrecht
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Humos, Lehmig, Kalkhaltig
- pH-Wert
- pH 6.5–7.5
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- Mai–August
- Winterhärte
- USDA 7a–8b
- Vermehrung
- Aus Samen
Merkmale
Sie bildet steife, aufrechte Triebe von 30–70 cm Höhe. Die länglichen, lanzettlichen Blätter sind von einem silbrigen, graugrünen Filz überzogen, von dem sich der Artname incana (grau) ableitet. Die kleinen, einfachen oder gefüllten Blüten stehen in dichten, ährenförmigen Trauben in Weiß-, Rosa-, Violett-, Rot- und Cremetönen.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Mag mäßig feuchten, aber durchlässigen Boden. Verträgt keine Staunässe, die Fäulnis am Triebgrund und Pilzkrankheiten begünstigt.
Düngung
Mäßig; die Pflanze mag kalkreichen Boden, daher empfiehlt es sich, einmal pro Saison etwas Gartenkalk zu geben.
Pflanzung
Sonniger oder leicht schattiger Standort, nährstoffreicher, durchlässiger und möglichst leicht basischer Boden.
Schnitt
Die Blütenstände für die Vase schneiden oder verblühte Ähren entfernen, was das Erscheinungsbild der Pflanzen verbessert.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Beide Arten duften stark und werden als Schnittblumen kultiviert — nebeneinander bilden sie eine duftende Ecke und eine schöne Straußkomposition.
Eine klassische Kombination einjähriger Beetblumen mit ähnlichen Boden- und Lichtansprüchen, die sich in Wuchs und Farbe ergänzen.
Eine ähnliche Vorliebe für durchlässigen, leicht basischen Boden und einen sonnigen Standort; zusammen ergeben sie eine farbige, duftende Rabatte für den Schnitt.
Schlechte Nachbarschaft
Die Levkoje gehört zur Familie der Kreuzblütler und teilt daher mit dem Kohl dieselben Krankheiten (vor allem die Kohlhernie) und Schädlinge (Erdflöhe, Raupen des Kohlweißlings) — nicht in unmittelbarer Nähe oder nach Kohlgewächsen pflanzen.
Ebenfalls ein Kreuzblütler; gemeinsame Schädlinge wie die Erdflöhe wandern leicht zwischen Pflanzen derselben Familie.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
An den Wurzeln von Kreuzblütlern (Kohl, Blumenkohl, Raps, Radieschen) bilden sich charakteristische Wucherungen und Verdickungen, die das Wurzelsystem verformen. Die geschädigten Wurzeln nehmen Wasser und Nährstoffe nicht mehr richtig auf, sodass die Pflanzen tagsüber welken, besonders bei Hitze, schlecht wachsen, vergilben und kümmern. Mit der Zeit verfaulen die Wucherungen und setzen riesige Mengen an Dauersporen im Boden frei. Die Wucherungen haben die Form spindel-, keulen- oder knotenförmiger Verdickungen, die oft zu großen, knolligen Gebilden an der Haupt- und den Seitenwurzeln verschmelzen. Die Krankheit befällt ausschließlich Kreuzblütler (Brassicaceae), einschließlich Unkräuter wie Hirtentäschel und Ackersenf — auch diese erhalten und übertragen den Erreger. Die oberirdischen Symptome sind uncharakteristisch: Welken (anfangs nachts zurückgehend, später dauerhaft), Wachstumshemmung und Verkümmerung, kleine, lockere Köpfe, und die Blätter sind mitunter blaugrün oder rötlich verfärbt — deshalb erfordert eine sichere Diagnose das Herausziehen der Pflanze aus dem Boden und die Betrachtung der Wurzeln. Junge Sämlinge können vollständig absterben. Die faulenden Wucherungen verströmen einen unangenehmen Geruch und setzen Milliarden Dauersporen frei, die den Boden sogar für zwölf bis zwanzig Jahre verseuchen. Die Entwicklung der Krankheit wird durch saure, warme und feuchte Böden begünstigt.
Umfallkrankheit der Keimlinge (Schwarzbeinigkeit)Keimlinge und junge Jungpflanzen welken plötzlich, fallen um und sterben ab, oft nesterweise. An der Stängelbasis, dicht über der Bodenoberfläche, wird der Wurzelhals schwarz, weich und schnürt sich ein, wodurch die Pflanze den Halt verliert und sich legt. Die Samen können auch schon vor dem Auflaufen faulen, was sich in einem lückigen, ungleichmäßigen Auflaufen der Jungpflanzen von Gemüse, einjährigen Blumen und aus Saat gezogenen Kräutern zeigt. Man unterscheidet zwei Phasen: die Auflaufkrankheit vor dem Auflaufen (Fäulnis der keimenden Samen, fehlendes oder lückiges Auflaufen) und nach dem Auflaufen (Umfallen bereits aufgelaufener Keimlinge). Das genaue Bild hängt vom Erreger ab. Bei Befall durch Eipilze (Pythium) ist die Fäule wässrig, durchscheinend und weich — der eingeschnürte Stängel sieht wie „mit dem Messer abgeschnitten“ aus, und der Keimling fällt flach um, besonders bei Kälte und Wasserüberschuss. Rhizoctonia solani verursacht eine braune bis rostrote Einschnürung, das Gewebe ist eher trocken und eingedrückt als wässrig, der Keimling bleibt noch eine Zeit lang stehen, und auf der Substratoberfläche und am Wurzelhals ist manchmal ein zartes, braunes, spinnwebartiges Pilzgeflecht zu sehen. Fusarium ruft Welke mit Vergilbung und Verfärbung an der Basis sowie an den Wurzeln hervor. Der Befallsherd breitet sich kreisförmig, nesterweise vom ersten befallenen Keimling aus, weil der Erreger durch das feuchte Substrat und Wasser wandert; die Wurzeln kranker Keimlinge sind braun, schwach ausgebildet und mit sich ablösender Rinde.
BlattläuseKleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.
Großer KohlweißlingGroßer Tagfalter mit einer Flügelspannweite von 50–65 mm; die Flügel sind weiß, die Vorderflügel mit schwarzen Spitzen, bei den Weibchen zusätzlich mit zwei schwarzen Flecken. Die gelben Eier werden in Gruppen an der Blattunterseite abgelegt. Die Raupen sind gelbgrün mit schwarzen Flecken und gelben Streifen und fressen gesellig. Symptome: Die Raupen fressen die Blätter von Kohlgewächsen (Kohl, Brokkoli, Blumenkohl, Raps, Kapuzinerkresse) bis auf die dicken Rippen kahl und verschmutzen die Köpfe mit Kot. Im Laufe eines Jahres entwickeln sich meist zwei, in warmen Sommern drei Generationen; das Insekt überwintert als Puppe und verpuppt sich an geschützten Stellen — an Stämmen, Mauern oder Zäunen. Die Falter der ersten Generation erscheinen ab Mai, am zahlreichsten und gefährlichsten ist jedoch die Sommergeneration, die von Juli bis September frisst. Die gelben, tönnchenförmigen Eier werden in Gelegen zu einigen Dutzend Stück abgelegt; die jungen Raupen skelettieren das Blatt zunächst und lassen ein Netz aus Blattadern zurück, ältere verteilen sich und fressen die gesamte Blattspreite bis auf die dicken Adern kahl — eine erwachsene Raupe erreicht etwa 40 mm. Neben Kohlgemüse (darunter Rosenkohl, Grünkohl, Kohlrabi) dienen auch Kapuzinerkresse, Resede sowie wild wachsende kreuzblütige Unkräuter als Wirte und bilden ein Reservoir des Schädlings. Der dunkelgrüne Kot, der die Köpfe verschmutzt, mindert den Handelswert der Ernte und begünstigt Folgefäulnis; Warnsignale sind weiße Falter, die über der Kultur kreisen, sowie gelbe Eigelege an der Blattunterseite.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | — |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Seit dem Mittelalter in europäischen Gärten kultiviert, vor allem wegen des Dufts geschätzt. Aus der wild wachsenden mediterranen Levkoje wurden zahlreiche Sorten gezüchtet, die sich in Höhe, Farbe und Fülle der Blüten unterscheiden.
Verwendung
Für Rabatten, Einfassungen und Kästen, vor allem aber als Schnittblume für Sträuße kultiviert. Die duftenden Ähren platziert man am besten nahe Wegen, Terrassen und Ruheplätzen, wo man ihren Duft genießen kann.
Wissenswertes
- Die gefülltblütigen Sorten duften am intensivsten, sind aber steril — Samen werden ausschließlich von den einfachen Formen gewonnen.
- Der Artname incana bedeutet grau und bezieht sich auf die silbrige Behaarung der Blätter.
Häufige Fragen
Wann duftet die Garten-Levkoje am stärksten?
Der Duft verstärkt sich gegen Abend und an warmen, windstillen Tagen. Deshalb lohnt es sich, sie nahe der Terrasse, Laube oder Fenstern zu pflanzen, um ihr süßes, würziges Aroma voll genießen zu können.
Worin unterscheidet sich die Sommer- von der Winterlevkoje?
Es sind Sorten derselben Art (Matthiola incana). Die Sommerformen werden im Frühjahr ausgesät und blühen im selben Sommer, während die Sorten mit längerem Zyklus (Winterformen) eine Kühlperiode benötigen und im Frühjahr des Folgejahres früher blühen.
Warum sollte man Levkojen nicht neben Kohl pflanzen?
Die Levkoje gehört zur Familie der Kreuzblütler und teilt mit den Kohlgemüsen dieselben Krankheiten und Schädlinge, darunter die gefährliche Kohlhernie. Ein gemeinsamer Standort erleichtert die Übertragung von Krankheitserregern.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- Royal Horticultural Society — Matthiola incanaInstitution / Botanischer Garten
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