Kopfkohl

Brassica oleracea var. capitata · Cabbage (EN) · Kopfkohl (DE)

Der Kopfkohl (Brassica oleracea var. capitata) ist ein Gemüse aus der Familie der Kreuzblütler, das einen festen Kopf aus eng übereinanderliegenden Blättern bildet — eine der Kultursorten des Wildkohls.

Sonne Viel Wasser
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Benötigt volle Sonne, sehr fruchtbaren Boden und große Wassermengen.
  • Gefräßig — braucht in der Phase des Blattwachstums eine deutliche Stickstoffgabe.
  • Nicht nach anderen Kohlgewächsen pflanzen: Die Kohlhernie bleibt jahrelang im Boden.
  • Neutrale bis leicht alkalische Bodenreaktion, Kalkung mindert die Kohlhernie.
  • Ungleichmäßiges Gießen führt zum Aufplatzen der Köpfe.

Botanische Daten

Familie
Brassicaceae (Brassicaceae)
Höhe
0.3–0.5 m
Breite
0.4–0.7 m
Wuchsform
Horstbildend
Wuchsgeschwindigkeit
Mäßig
Standort
Sonne
Boden
Humos, Lehmig
pH-Wert
pH 6.5–7.5
Feuchtigkeit
Mäßig, Feucht
Blütezeit
Mai–Juni
Winterhärte
Vermehrung
Aus Samen

Merkmale

Eine zweijährige, einjährig kultivierte Pflanze: Im ersten Jahr bildet sie einen festen Kopf und erst im zweiten, nach der Überwinterung, treibt sie einen Blütentrieb mit gelben Blüten und setzt Samen an — deshalb bekommt man im Garten fast nie blühenden Kohl zu sehen. Der Kopf entsteht aus Blättern, die auf einem verkürzten Stängel sitzen und sich immer enger übereinanderlegen. Die äußeren Hüllblätter sind locker und oft von einem bläulichen Wachsbelag überzogen. Die Sorten unterscheiden sich in Reifezeit, Größe und Farbe — vom Weißgrünen bis zum intensiv violetten Rotkohl.

Anbau und Pflege

Bewässerung

Benötigt viel Wasser und gleichmäßige Feuchtigkeit. Eine durch reichliches Gießen unterbrochene Trockenheit führt zu plötzlichem Zuwachs und zum Aufplatzen der Köpfe kurz vor der Ernte.

Im Sommer alle ~3 Tage · Trockenheitstoleranz: Niedrig

Düngung

Der Kohl ist sehr gefräßig und benötigt in der Phase des Blattaufbaus viel Stickstoff. Die Stickstoffdüngung einige Wochen vor der Ernte einstellen, um die Anreicherung von Nitraten in den Köpfen zu begrenzen.

vor der Aussaat sowie 2–3 Mal als Kopfdüngung im Laufe der Saison · obornik przekompostowany, kompost, nawóz azotowy, wapń

Pflanzung

Fruchtbarer, humoser Boden, gut mit Kompost oder verrottetem Mist versorgt, mit neutraler bis leicht alkalischer Reaktion — die Kalkung mindert das Risiko der Kohlhernie. Unbedingt eine vierjährige Anbaupause für Kohlgewächse auf demselben Beet einhalten.

Zeitpunkt: Jungpflanzen ab April (frühe Sorten) bis Juni (späte Sorten) · Abstand 40–60 cm

Schnitt

Während der Kultur lediglich die unteren, vergilbenden und befallenen Blätter entfernen, was die Durchlüftung verbessert und die Entwicklung von Krankheiten eindämmt.

Zeitpunkt: Nicht zutreffend — Kohl wird nicht geschnitten. · Achtung: Die gesunden Hüllblätter, die den Kopf umschließen, nicht entfernen — sie bauen ihn auf und schützen ihn vor Sonnenbrand.

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

DillPraktische Beobachtung

Kwitnący koper wabi owady pożyteczne, m.in. bzygowate i błonkówki pasożytnicze, które ograniczają mszyce i gąsienice na kapuście.

Echter SalbeiGärtnerische Tradition

Silny aromat szałwii utrudnia bielinkowi kapustnikowi odnalezienie rośliny żywicielskiej po zapachu.

SalatPraktische Beobachtung

Szybko dojrzewa i wykorzystuje wolną przestrzeń między młodymi kapustami, zanim te rozrosną się na całe pole.

Rote BeteGärtnerische Tradition

Korzeni się głębiej niż kapusta, więc obie rośliny czerpią wodę i składniki z innych warstw gleby, ograniczając konkurencję.

BohnenkrautGärtnerische Tradition

Aromatyczne zioło tradycyjnie sadzone przy kapustnych jako roślina maskująca ich zapach przed szkodnikami.

Schlechte Nachbarschaft

BrokkoliDurch Studien belegt

To ta sama roślina co kapusta — Brassica oleracea, tyle że inna odmiana uprawna. Dzielą wszystkie choroby i szkodniki, w tym kiłę kapusty, więc sadzone obok wzajemnie zwiększają presję chorobową.

RadieschenDurch Studien belegt

Należy do tej samej rodziny kapustowatych i jest żywicielem tych samych patogenów, przede wszystkim kiły kapusty utrzymującej się w glebie latami.

GartenerdbeereGärtnerische Tradition

Klasyczna zła para w ogrodzie — konkurują o wodę i miejsce, a truskawka wyraźnie słabiej rośnie w sąsiedztwie żarłocznej kapusty.

TomateGärtnerische Tradition

Oba warzywa są bardzo wymagające pokarmowo i wzajemnie konkurują o azot, przez co plonują słabiej niż uprawiane osobno.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Krankheiten und Schädlinge

Kohlhernie

An den Wurzeln von Kreuzblütlern (Kohl, Blumenkohl, Raps, Radieschen) bilden sich charakteristische Wucherungen und Verdickungen, die das Wurzelsystem verformen. Die geschädigten Wurzeln nehmen Wasser und Nährstoffe nicht mehr richtig auf, sodass die Pflanzen tagsüber welken, besonders bei Hitze, schlecht wachsen, vergilben und kümmern. Mit der Zeit verfaulen die Wucherungen und setzen riesige Mengen an Dauersporen im Boden frei. Die Wucherungen haben die Form spindel-, keulen- oder knotenförmiger Verdickungen, die oft zu großen, knolligen Gebilden an der Haupt- und den Seitenwurzeln verschmelzen. Die Krankheit befällt ausschließlich Kreuzblütler (Brassicaceae), einschließlich Unkräuter wie Hirtentäschel und Ackersenf — auch diese erhalten und übertragen den Erreger. Die oberirdischen Symptome sind uncharakteristisch: Welken (anfangs nachts zurückgehend, später dauerhaft), Wachstumshemmung und Verkümmerung, kleine, lockere Köpfe, und die Blätter sind mitunter blaugrün oder rötlich verfärbt — deshalb erfordert eine sichere Diagnose das Herausziehen der Pflanze aus dem Boden und die Betrachtung der Wurzeln. Junge Sämlinge können vollständig absterben. Die faulenden Wucherungen verströmen einen unangenehmen Geruch und setzen Milliarden Dauersporen frei, die den Boden sogar für zwölf bis zwanzig Jahre verseuchen. Die Entwicklung der Krankheit wird durch saure, warme und feuchte Böden begünstigt.

Alternaria-Blattflecken (Dürrfleckenkrankheit)

Auf den Blättern erscheinen braune bis dunkelbraune Flecken mit charakteristischen konzentrischen, zonierten Ringen, die an eine „Zielscheibe“ erinnern, oft von einem gelben Rand umgeben. Die Flecken vergrößern sich und fließen zusammen, und die Blätter trocknen ein und sterben ab, beginnend mit den ältesten, unteren. An Früchten, Knollen und Wurzeln bilden sich dunkle, trockene, eingesunkene Fäulnisflecken, und befallenes Gewebe überzieht sich mit einem dunkeloliven, samtigen Sporenbelag. Die konzentrischen Ringe innerhalb des Flecks sind das zuverlässigste Erkennungsmerkmal — sie entstehen durch das wechselnde, tageszeitlich rhythmische Wachstum des Pilzgeflechts und sind am besten im Gegenlicht zu erkennen. Das Erscheinungsbild hängt vom Wirt und der Pilzart ab: an Kartoffel und Tomate (Alternaria solani, „Dürrfleckenkrankheit“) vergrößern sich kleine dunkle Flecken an den unteren Blättern zu ovalen, zonierten Nekrosen; an Kohlgemüse (A. brassicae, A. brassicicola) sind die Flecken mitunter von einem breiten chlorotischen Rand umgeben und greifen auf die Samenschoten über; an der Möhre (A. dauci) beginnt der Befall an den Rändern älterer Blätter und führt zu Schwärzung und Absterben des Krauts, was die maschinelle Ernte erschwert. Ältere Flecken sterben häufig ab und brechen in der Mitte heraus, wodurch die Blattspreite ein „durchlöchertes“ Aussehen erhält, und starker Befall führt zu Vergilbung und vorzeitigem Blattfall, der die Früchte dem Sonnenbrand aussetzt. An Stängeln und Blattstielen entstehen langgestreckte, dunkle, eingesunkene Streifen, und bei Sämlingen kann der Pilz eine Fäule der Triebbasis hervorrufen.

Großer Kohlweißling

Großer Tagfalter mit einer Flügelspannweite von 50–65 mm; die Flügel sind weiß, die Vorderflügel mit schwarzen Spitzen, bei den Weibchen zusätzlich mit zwei schwarzen Flecken. Die gelben Eier werden in Gruppen an der Blattunterseite abgelegt. Die Raupen sind gelbgrün mit schwarzen Flecken und gelben Streifen und fressen gesellig. Symptome: Die Raupen fressen die Blätter von Kohlgewächsen (Kohl, Brokkoli, Blumenkohl, Raps, Kapuzinerkresse) bis auf die dicken Rippen kahl und verschmutzen die Köpfe mit Kot. Im Laufe eines Jahres entwickeln sich meist zwei, in warmen Sommern drei Generationen; das Insekt überwintert als Puppe und verpuppt sich an geschützten Stellen — an Stämmen, Mauern oder Zäunen. Die Falter der ersten Generation erscheinen ab Mai, am zahlreichsten und gefährlichsten ist jedoch die Sommergeneration, die von Juli bis September frisst. Die gelben, tönnchenförmigen Eier werden in Gelegen zu einigen Dutzend Stück abgelegt; die jungen Raupen skelettieren das Blatt zunächst und lassen ein Netz aus Blattadern zurück, ältere verteilen sich und fressen die gesamte Blattspreite bis auf die dicken Adern kahl — eine erwachsene Raupe erreicht etwa 40 mm. Neben Kohlgemüse (darunter Rosenkohl, Grünkohl, Kohlrabi) dienen auch Kapuzinerkresse, Resede sowie wild wachsende kreuzblütige Unkräuter als Wirte und bilden ein Reservoir des Schädlings. Der dunkelgrüne Kot, der die Köpfe verschmutzt, mindert den Handelswert der Ernte und begünstigt Folgefäulnis; Warnsignale sind weiße Falter, die über der Kultur kreisen, sowie gelbe Eigelege an der Blattunterseite.

Blattläuse

Kleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.

Schnecken

Nackt- und Gehäuseschnecken, die nachts und nach Regen fressen. Symptome: unregelmäßige Löcher in den Blättern und vollständig abgefressene junge Sämlinge, silbrige Schleimspuren auf Blättern und Boden. Die größten Schäden treten an feuchten, schattigen Stellen auf — besonders an Salat, Erdbeeren und Funkien. Am gefährlichsten im Garten sind die Nacktschnecken (ohne äußeres Gehäuse): die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris, früher als A. lusitanicus beschrieben) sowie die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum). Der Tigerschnegel (Limax maximus) ähnelt ihnen morphologisch, frisst jedoch vor allem an verrottender organischer Substanz und Pilzen und erbeutet mitunter sogar andere Schnecken, sodass er als Schädling lebender Pflanzen kaum Bedeutung hat. Gehäuseformen — Bänderschnecken (Cepaea) oder die geschützte Weinbergschnecke (Helix pomatia) — richten in der Regel geringere Schäden an. Der Körper ist weich, langgestreckt und ständig mit Schleim bedeckt; am Kopf sind zwei Paar einziehbare Fühler zu erkennen — das längere obere Paar trägt die Augen, das kürzere untere dient dem Tast- und Geruchssinn. Schnecken sind Zwitter: Sie legen kugelige, durchsichtige oder perlmuttfarbene Eier in Gelegen ab, verborgen im feuchten Boden, unter Steinen und in der Laubstreu. Ein einzelnes Exemplar der Spanischen Wegschnecke kann mehrere Hundert Eier ablegen; es überwintern sowohl die Eier als auch die Jungschnecken, und der Fraß dauert vom Frühjahr bis in den Spätherbst, wobei er sich in warmen, feuchten Nächten verstärkt. Die Schäden haben glatte Ränder und entstehen oft mitten in der Blattspreite, nicht nur am Rand; Sämlinge und Jungpflanzen werden bis auf den blanken Boden abgefressen, und an Erdbeeren sowie reifenden Gemüsen nagen die Schnecken Vertiefungen in die Früchte. Diagnostisch entscheidend ist die eingetrocknete, silbrig glänzende Schleimspur — kein Insekt hinterlässt sie.

Kleine Kohlfliege

Eine graue Fliege, die einer kleinen Stubenfliege ähnelt und ihre Eier am Grund der Kohlpflanzen und auf dem feuchten Boden um sie herum ablegt. Die geschlüpften weißen, beinlosen Maden fressen in den Wurzeln und am Wurzelhals von Kohl, Blumenkohl, Brokkoli, Radieschen und Rübe. Geschädigte Pflanzen welken in der Sonne, wachsen schlecht, verfärben sich bläulich und fallen leicht um oder gehen ganz ein, während bei Radieschen und Rübe von den Maden gefressene Gänge zu sehen sind. Die größten Schäden entstehen an Jungpflanzen und Setzlingen kurz nach dem Auspflanzen. Die erwachsene Fliege misst etwa 5–6 mm, ist aschgrau, mit dunklen Borsten an Körper und Beinen; die Männchen tragen auf der Oberseite des Hinterleibs einen dunklen Längsstreifen. Die Eier sind weiß, länglich, etwa 1 mm lang und werden einzeln oder in kleinen Gruppen dicht am Wurzelhals und in Spalten des feuchten Bodens abgelegt; ein Weibchen legt davon meist über hundert. Die Maden sind weiße, beinlose und kopflose Larven, nach vorn verjüngt, die bis etwa 8 mm heranwachsen und in Wurzeln und Wurzelhals unregelmäßige Gänge fressen, während sie in den fleischigen Wurzeln von Radieschen und Rübe Gänge bohren, die diese ungenießbar machen. Sie verpuppen sich im Boden in braunen, tönnchenförmigen Puparien. Die Kohlfliege überwintert als Puparium im Boden und bringt unter unseren Bedingungen meist zwei bis drei Generationen pro Saison hervor; der erste, gefährlichste Flug der Fliegen fällt auf die Wende von April und Mai, wenn sich der Boden erwärmt (er wird phänologisch mit der Blüte von Löwenzahn und Obstbäumen in Verbindung gebracht). Die geschädigten Wurzeln werden zur Eintrittspforte für bakterielle und pilzliche Fäulen, sodass befallene Pflanzen häufig zusätzlich an der Basis faulen und sich leicht ohne Wurzeln aus dem Boden ziehen lassen.

Erdflöhe

Winzige (1–3 mm) Käfer mit schwarzen oder schwarzen, gelb längsgestreiften Deckflügeln und stark verdickten Hinterschenkeln, mit denen sie bei Störung wie Flöhe wegspringen. Sie befallen Kohlgewächse sowie Radieschen, Rucola, Chinakohl und Kohlrabi. Symptome: In die Blattspreiten fressen sie zahlreiche kleine, runde Löcher wie ein Sieb, besonders gefährlich für Sämlinge und Jungpflanzen, deren Wachstum starker Fraß völlig hemmen kann. Die größten Schäden richten sie bei warmer, trockener Witterung an. Der Name „Erdflöhe“ umfasst mehrere Arten der Gattung Phyllotreta — an Kohlgewächsen sind in Polen am häufigsten Phyllotreta undulata, P. atra, P. nemorum und P. nigripes. Die erwachsenen Käfer überwintern in der obersten Bodenschicht, unter Pflanzenresten und in der Streu an den Rändern von Feldern, Gärten und Rainen. Im Frühjahr kommen sie bei Erwärmung (die Aktivität steigt deutlich oberhalb von etwa 15°C) aus ihren Verstecken und fliegen die jüngsten Kohlpflanzen an — deshalb fallen die ersten Zuflüge mit dem Auflaufen des Gemüses zusammen. Die meisten Arten bilden eine Generation im Jahr: Die Weibchen legen ihre Eier in den Boden, und die Larven fressen an den Wurzeln und feinen Würzelchen (bei den meisten Phyllotreta wenig schädlich; eine Ausnahme ist P. nemorum, deren Larven die Blätter minieren). Die neue Käfergeneration erscheint im Sommer, frisst sich fertig und geht in die Überwinterung. Charakteristische Schäden sind flache Fraßstellen und Löcher von 1–2 mm Durchmesser, die sich auf der Blattoberseite konzentrieren; bei starkem Befall sieht die Spreite wie durchsiebt aus, bräunt sich rund um die Wunden und vertrocknet. Am gefährlichsten ist der Fraß an den Keimblättern und ersten Laubblättern sowie am Vegetationskegel — ein geschädigter Sämling stellt seine Entwicklung ein, und die Wunden sind oft Eintrittspforten für Sekundärinfektionen. Die Käfer sind an sonnigen, warmen Mittagsstunden am aktivsten; Kühle, Regen und hohe Luftfeuchtigkeit hemmen ihren Fraß deutlich.

Kohlschabe

Ein kleiner, graubrauner Falter mit einer Flügelspannweite von etwa 12–15 mm; beim sitzenden Tier bilden die zusammengelegten Flügel entlang des Rückens ein helles, rautenförmiges Muster, dem die englische Bezeichnung „diamondback moth“ ihren Namen verdankt. Den Schaden richten kleine, grüne, spindelförmige Raupen von bis zu 10 mm Länge an, die vor allem an der Blattunterseite fressen: sie schaben die untere Haut ab und hinterlassen durchsichtige „Fensterchen“, während ältere Raupen unregelmäßige Löcher fressen. Sie befällt Kohlgewächse — Kohl, Brokkoli, Blumenkohl sowie Radieschen; in warmen, trockenen Sommern bildet sie mehrere Generationen und tritt außergewöhnlich zahlreich auf. Die Falter sind in der Dämmerung und nachts aktiv und sitzen tagsüber verborgen zwischen den Blättern; aufgeschreckt führen sie kurze, nervöse Flüge aus. Die gelblichen Eier legt das Weibchen einzeln oder zu mehreren an der Blattunterseite entlang der Blattadern ab. Ein sehr hilfreiches Erkennungsmerkmal ist das Verhalten der Raupen: bei Berührung winden sie sich heftig und lassen sich oft an einem dünnen Spinnfaden herab — ein bei anderen Kohlraupen seltenes Merkmal. Die Verpuppung erfolgt in einem lockeren, netzartigen Gespinst (Kokon), das am Blatt befestigt ist. Unter günstigen Bedingungen dauert der vollständige Zyklus nur 2–3 Wochen, weshalb sich in einer Saison 3–5 sich überlappende Generationen entwickeln und der Falterflug zeitlich gestreckt ist. Es überwintern die Puppen an den Kohlpflanzenresten; in milden Wintern überleben auch die erwachsenen Tiere, und im Frühjahr werden die Populationen durch den Zuflug aus Südeuropa migrierender Falter aufgefüllt. Am gefährlichsten ist die Schädigung des Herzens (Vegetationspunktes) der Jungpflanzen sowie der Blütenstände (Röschen) von Brokkoli und Blumenkohl; die charakteristische „Fensterung“ erkennt man am leichtesten, wenn man das Blatt gegen das Licht hält.

Kohleule

Ein Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von etwa 35–45 mm, mit braungrauen Vorderflügeln, die einen charakteristischen hellen Nierenfleck tragen. Die Raupen sind groß (bis 40 mm), anfangs grün, später graugrün bis braun, sehr gefräßig und polyphag: sie fressen unregelmäßige Löcher in die Blätter und bohren sich beim Kohl in das Innere des Kopfes, den sie mit Kot verunreinigen und der Fäulnis den Weg bahnen. Außer an Kohlgewächsen frisst sie an Rübe, Salat, Zwiebel und vielen anderen Gemüse- und Zierpflanzen; meist entwickeln sich zwei Generationen pro Saison, wobei die sommerlich-herbstliche am gefährlichsten ist. Die Weibchen legen die Eier in charakteristischen, dicht aneinandergereihten Gelegen zu einigen Dutzend Stück an der Blattunterseite ab; die Eier sind halbkugelig, anfangs hell, gelblichgrün. Die jüngsten Raupen fressen gesellig an der Blattunterseite, schaben sie ab und hinterlassen eine dünne, durchsichtige Haut (sogenannter Fensterfraß), verteilen sich mit der Zeit und gehen dazu über, Löcher zu fressen und sich in das Innere der Pflanzen einzubohren. Ältere Raupen sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber an der Basis der Pflanze, zwischen den Blättern oder flach im Boden, was ihr Auffinden erschwert und dazu führt, dass die Schäden oft erst nach ihrer Entstehung bemerkt werden. Ein entscheidendes Merkmal, das die Kohleule von ausschließlich oberflächlich fressenden Raupen unterscheidet, ist die Verunreinigung des Kopfinneren mit feuchtem, dunklem Kot — sie macht, neben den in den Kopf gebohrten Gängen, die Ernte unverkäuflich und bahnt Fäulnisbakterien den Weg. Die Art überwintert als Puppe im Boden; die ersten Falter fliegen meist von Mai bis Juni, die zweite, zahlreichere und gefährlichere Generation im Juli und August.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Keine Ein vollständig essbares Gemüse. Regelmäßig roh verzehrte große Mengen können bei Menschen mit Jodmangel die Schilddrüsenfunktion beeinflussen.
Hunde Keine Unschädlich, verursacht in größeren Mengen jedoch Blähungen und Gase.
Katzen Keine

Geschichte und Herkunft

Alle Kohlgewächse stammen vom unscheinbaren Wildkohl ab, der an den Meeresklippen Europas wächst. Die Römer kannten bereits Formen mit eingerollten Blättern, doch der Kopfkohl in seiner heutigen Gestalt formte sich im mittelalterlichen Nordeuropa. Als lange lagerfähiges und einlegbares Gemüse war er jahrhundertelang die wichtigste Vitamin-C-Quelle im Winter — Sauerkraut schützte Schiffsbesatzungen und die Bewohner des kühlen Europa vor Skorbut.

Verwendung

Ein grundlegendes Beetgemüse im Hausgarten und im Feldanbau. Frühe Sorten werden im Sommer frisch geerntet, späte im Herbst — für die Lagerung im Kühlraum und zum Einlegen. In der Küche wird er roh, gekocht, geschmort und milchsauer vergoren gegessen; der Rotkohl wird wegen seiner intensiven Blattfarbe mitunter auch als Zierpflanze gesetzt.

Wissenswertes

  • Kohl, Brokkoli, Blumenkohl, Grünkohl, Rosenkohl und Kohlrabi sind ein und dieselbe Art — Brassica oleracea. Sie unterscheiden sich ausschließlich darin, welchen Teil der Pflanze der Mensch über Jahrhunderte durch Selektion verstärkt hat: Der Kohl ist die üppig ausgewachsene Endknospe, Brokkoli und Blumenkohl sind Blütenstände, der Rosenkohl sind die Seitenknospen und der Kohlrabi ist der verdickte Stängel.
  • Dieses Beispiel künstlicher Selektion führte Charles Darwin in „Über die Entstehung der Arten“ an — er zeigte daran, dass die natürliche Auslese über Millionen Jahre erheblich mehr vermag, wenn schon der Mensch in einigen hundert Jahren aus einer Pflanze derart verschiedene Formen gezüchtet hat.
  • Der charakteristische Geruch gekochten Kohls stammt von Schwefelverbindungen, die aus Glucosinolaten freigesetzt werden — genau jenen Substanzen, die den Kohlgewächsen ihren leicht scharfen Geschmack verleihen und gesundheitsfördernd wirken.

Häufige Fragen

Warum platzen meine Kohlköpfe auf?

Das ist die Folge ungleichmäßiger Wasserversorgung: Nach einer Trockenperiode führen ergiebiger Regen oder Gießen zu einem plötzlichen Wasserzustrom, das Innere des Kopfes wächst schneller als die äußeren Blätter und die Hülle platzt. Es helfen regelmäßiges Gießen und Mulchen, bei reifen Köpfen außerdem die rechtzeitige Ernte, ohne sie zu lange im Beet stehen zu lassen.

Was ist die Kohlhernie und wie beugt man ihr vor?

Das ist eine Krankheit, die von einem Bodenorganismus hervorgerufen wird und Wucherungen an den Wurzeln verursacht — die Pflanze welkt und setzt keinen Kopf an. Die Dauersporen halten sich im Boden sogar über ein Dutzend Jahre, eine wirksame Bekämpfung im Nachhinein gibt es also nicht. Der einzige reale Schutz ist Vorbeugung: mindestens eine vierjährige Anbaupause für Kohlgewächse auf dem betreffenden Beet und die Erhaltung einer annähernd neutralen Bodenreaktion durch Kalkung.

Sind Kohl und Brokkoli dieselbe Pflanze?

Botanisch ja — beide sind Brassica oleracea, dieselbe Art in verschiedenen Kultursorten, ähnlich wie Blumenkohl, Grünkohl, Rosenkohl und Kohlrabi. Für den Gärtner hat das praktische Bedeutung: Da es dieselbe Pflanze ist, teilen sie dieselben Krankheiten und Schädlinge, man sollte sie also weder nacheinander noch dicht nebeneinander pflanzen.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 16.7.2026.

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