Erkennung
Großer Tagfalter mit einer Flügelspannweite von 50–65 mm; die Flügel sind weiß, die Vorderflügel mit schwarzen Spitzen, bei den Weibchen zusätzlich mit zwei schwarzen Flecken. Die gelben Eier werden in Gruppen an der Blattunterseite abgelegt. Die Raupen sind gelbgrün mit schwarzen Flecken und gelben Streifen und fressen gesellig. Symptome: Die Raupen fressen die Blätter von Kohlgewächsen (Kohl, Brokkoli, Blumenkohl, Raps, Kapuzinerkresse) bis auf die dicken Rippen kahl und verschmutzen die Köpfe mit Kot. Im Laufe eines Jahres entwickeln sich meist zwei, in warmen Sommern drei Generationen; das Insekt überwintert als Puppe und verpuppt sich an geschützten Stellen — an Stämmen, Mauern oder Zäunen. Die Falter der ersten Generation erscheinen ab Mai, am zahlreichsten und gefährlichsten ist jedoch die Sommergeneration, die von Juli bis September frisst. Die gelben, tönnchenförmigen Eier werden in Gelegen zu einigen Dutzend Stück abgelegt; die jungen Raupen skelettieren das Blatt zunächst und lassen ein Netz aus Blattadern zurück, ältere verteilen sich und fressen die gesamte Blattspreite bis auf die dicken Adern kahl — eine erwachsene Raupe erreicht etwa 40 mm. Neben Kohlgemüse (darunter Rosenkohl, Grünkohl, Kohlrabi) dienen auch Kapuzinerkresse, Resede sowie wild wachsende kreuzblütige Unkräuter als Wirte und bilden ein Reservoir des Schädlings. Der dunkelgrüne Kot, der die Köpfe verschmutzt, mindert den Handelswert der Ernte und begünstigt Folgefäulnis; Warnsignale sind weiße Falter, die über der Kultur kreisen, sowie gelbe Eigelege an der Blattunterseite.
Bekämpfung
Präparate mit Bacillus thuringiensis var. kurstaki gegen junge Raupen, Absammeln der Raupen und Zerdrücken der Eigelege von Hand sowie Schutznetze oder Vlies, die den Faltern die Eiablage verwehren. Es lohnt sich, parasitische Schlupfwespen (Cotesia glomerata) zu fördern und kreuzblütige Unkräuter als Ersatzwirte zu entfernen. Grundlage eines wirksamen Schutzes ist die regelmäßige Kontrolle der Blattunterseite ab Mai und das Vernichten der Eigelege sowie der Nester gesellig fressender junger Raupen, bevor sie sich verteilen — das ist der einfachste Zeitpunkt für einen Eingriff. Vlies oder feinmaschige Netze, dicht vor dem Falterflug angebracht, sind die wirksamste vorbeugende Methode in kleinen Kulturen und verhindern die Eiablage vollständig. Bacillus thuringiensis wirkt nur nach dem Fraß durch junge Raupen und wird unter UV-Strahlung abgebaut, daher setzt man ihn bei den ersten Larven am Abend ein und wiederholt die Anwendung bei Bedarf; Eier und ausgewachsene Raupen bekämpft er nicht. Die Population begrenzen auch natürliche Feinde — die Brackwespe Cotesia glomerata, die Erzwespe Pteromalus puparum, räuberische Wanzen und Vögel —, deren Schonung den Verzicht auf Breitband-Insektizide erfordert. Erst bei Massenauftreten greift man zu chemischen Mitteln: kontaktwirkende Pyrethroide oder selektivere, neuere Wirkstoffgruppen mit Fraßwirkung (Spinosyne), stets unter Einhaltung der Wartezeit, mit Wechsel der Wirkmechanismen gegen Resistenz und Schutz der Bestäuber (Spritzung am Abend, nie auf blühende Pflanzen).
Unterscheidung von Verwechslungen
| Merkmal | Großer Kohlweißling | Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae) |
|---|---|---|
| Größe des Falters | Groß, Flügelspannweite 50–65 mm | Kleiner, Flügelspannweite 40–50 mm |
| Art der Eiablage | Gelbe Eier, in Gelegen zu einigen Dutzend Stück | Eier einzeln abgelegt |
| Aussehen der Raupen | Gelbgrün mit schwarzen Flecken und gelben Streifen | Einheitlich grün, samtig, gut entlang der Blattader getarnt |
| Fraßweise | Raupen fressen gesellig, hauptsächlich an den äußeren Blättern | Raupen einzeln, fressen sich auch ins Innere des Kopfes |
| Sichtbarkeit der Schäden | Starker, auffälliger Kahlfraß vom Blattrand her | Schäden weniger auffällig, Raupe schwer zu entdecken |
Bekämpfung — biologische und chemische Methoden
Ökologische und biologische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Schutzvlies oder Netze | Dichte physische Barriere, die den Faltern den Zugang zu den Pflanzen und die Eiablage verwehrt; wirksamste Vorbeugung in kleinen Kulturen. | Ab dem ersten Falterflug (Mai) über die gesamte Saison; feinmaschiges Netz, dicht angebracht. |
| Bacillus thuringiensis var. kurstaki (Biopräparat) | Bakterielles Biopräparat mit Fraßwirkung nur auf junge Raupen; für Bienen und natürliche Feinde ungefährlich, wird unter UV-Licht abgebaut. | Bei den ersten, kleinen Raupen; alle 7–10 Tage wiederholen, Spritzung am Abend. |
| Absammeln der Raupen und Vernichten der Eigelege | Zerdrücken der gelben Eigelege und der Nester gesellig fressender junger Raupen, bevor sie sich verteilen — wirksam in Hausgärten. | Regelmäßige Kontrolle der Blattunterseite alle paar Tage, ab Mai. |
| Schonung natürlicher Feinde | Die Brackwespe Cotesia glomerata, andere Schlupfwespen und Vögel begrenzen die Population; unterstützende Methode, erfordert den Verzicht auf Breitband-Chemie. | Dauerhaft, durch Vermeidung breit wirkender Spritzungen. |
Chemische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Kontaktinsektizide (Pyrethroide) | Schnelle Kontaktwirkung gegen Raupen bei Massenauftreten; giftig für Bienen und Nützlinge — Spritzung am Abend, Wechsel der Wirkstoffgruppen. | Nur nach Überschreiten der Schadschwelle; Wartezeit einhalten, blühende Pflanzen nicht spritzen. |
| Selektive Insektizide (Spinosyne/Spinosad) | Wirkstoffgruppe mit Fraßwirkung, selektiver als Pyrethroide; mit anderen Wirkmechanismen abwechseln, um die Resistenzbildung zu verzögern. | Bei Massenauftreten, im Wechsel mit anderen Gruppen; Wartezeit einhalten. |
Wir nennen Wirkstoffgruppen und Wirkmechanismen, keine Handelsnamen — konkrete Präparate und ihre Zulassung unterscheiden sich je nach Land und werden mitunter zurückgezogen. Prüfen Sie stets das aktuelle Etikett und befolgen Sie es.
Quellen
- Atlas der Gemüseschädlinge
- Institut für Pflanzenschutz – PIB (Polen)