Kurz gefasst
- Wärmeliebend — erst nach den letzten Frösten auspflanzen.
- Benötigt viel Wasser und einen nährstoffreichen Boden.
- Unregelmäßiges Gießen und kaltes Wasser führen zu bitteren Früchten.
- Salatgurken an Rankhilfen ziehen, Freilandsorten kriechen am Boden.
- Anfällig für Mehltau — das Benetzen der Blätter vermeiden.
- Die Samen keimen erst in einem auf 13–15 °C erwärmten Boden — früher ausgesätes Saatgut fäult meist.
- Die Wurzeln reichen nur flach (20–30 cm), daher die sofortige Reaktion auf Austrocknung und die Empfindlichkeit gegenüber tiefem Lockern.
- Alle 2–3 Tage ernten — überständige Früchte hemmen den Ansatz der nächsten.
Botanische Daten
- Familie
- Cucurbitaceae (Cucurbitaceae)
- Höhe
- 0.3–2 m
- Breite
- 0.4–1 m
- Wuchsform
- Kriechend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne
- Boden
- Humos
- pH-Wert
- pH 6–7
- Feuchtigkeit
- Feucht
- Blütezeit
- Juni–August
- Winterhärte
- USDA 10a–11b
- Vermehrung
- Aus Samen
Merkmale
Eine einjährige Pflanze mit rauen, kriechenden oder kletternden Trieben mit Ranken und großen, gelappten Blättern. Die Blüten sind gelb und eingeschlechtig. Die Frucht ist eine längliche, wasserreiche Beere mit grüner Schale. Genauer handelt es sich um eine Panzerbeere (Pepo): Die Frucht entsteht aus einem unterständigen Fruchtknoten, und ihre äußere Schicht ist ledrig. Der an einer Rankhilfe gezogene Haupttrieb erreicht bis zu 2 m, am Boden belassen bildet die Pflanze einen niedrigen, ausladenden Horst von 30–50 cm Höhe und bis zu einem Meter Breite. Die Blätter sind im Umriss herzförmig, 3- bis 5-lappig, rau behaart und sitzen an langen Stielen; die Ranken entspringen einzeln und sind unverzweigt. Die Art ist einhäusig: Die männlichen Blüten, zu mehreren an kurzen Stielen versammelt, erscheinen zuerst, die weiblichen wachsen einzeln und sind an dem verdickten, winzigen Fruchtansatz direkt unter den Blütenblättern leicht zu erkennen. Das Wurzelsystem ist flach — der Großteil der Wurzeln arbeitet in einer Schicht von 20–30 cm, was sowohl die blitzschnelle Reaktion auf Austrocknung als auch die Empfindlichkeit gegenüber tiefem Lockern der Reihenzwischenräume erklärt. Das Wachstum ist sehr schnell: Von der Aussaat bis zur ersten Ernte vergehen in der Regel 50–70 Tage. Die Samen keimen erst in einem auf 13–15 °C erwärmten Boden (Optimum 20–25 °C), und die Entwicklung der Pflanzen kommt unterhalb von 10 °C praktisch zum Stillstand; Frost vernichtet sie sofort. Die Angabe der USDA-Zonen hat hier keine praktische Bedeutung — die Gurke ist eine einjährige Pflanze, die ihre Vegetation vor den Frösten beendet, sodass die Winterhärtezone nichts über die Möglichkeit ihres Anbaus aussagt. Der Standort muss vollsonnig und windgeschützt sein, der Boden humos, durchlässig, mit einem pH-Wert von 6,0–7,0 und gleichmäßig feucht.
Beliebte Sorten
- ‘Wisconsin SMR 58’
- Klassische, samenfeste (nicht hybride) Freilandsorte vom Einlegetyp, mittelfrüh, 1959 von der University of Wisconsin eingeführt. Die Abkürzung SMR steht für „Scab and Mosaic Resistant“ — Resistenz gegen Kürbisschorf und Mosaikvirus. Im Saatguthandel vor allem in Nordamerika erhältlich, in europäischen Katalogen nur selten zu finden.
- ‘Marketmore 76’
- Samenfeste Salatsorte für das Freiland, an der Cornell University gezüchtet, mit dunkelgrünen, geraden Früchten von etwa 20 cm Länge. Sie vereint Resistenz gegen Schorf, Mosaikvirus sowie Echten und Falschen Mehltau und verzeiht Anfängern daher Fehler. Sie ist keine bitterfreie Sorte — das Bitterfrei-Gen (bi) tragen erst Marketmore 80 und Marketmore 97.
- ‘Telegraph Improved’
- Langfrüchtige Gewächshaussorte englischen Typs, ausgezeichnet mit dem RHS Award of Garden Merit: Früchte von 30–40 cm, mit dünner Schale und kleinen Samen. Sie entstand für den Anbau unter Glas und wird dort an der Schnur gezogen, gelingt an einem warmen, geschützten Standort aber auch im Freiland. Sie ist einhäusig und nicht parthenokarp — unter Glas entfernt man die männlichen Blüten, denn nach der Bestäubung setzen die Früchte Samen an, verformen sich und werden bitter.
- ‘Śremianin F1’
- Polnische Freiland-Hybride vom Einlegetyp, sehr früh — das ist ihr Hauptvorzug. Die Früchte sind zylindrisch, hellgrün mit helleren Streifen, die bis zur halben Länge reichen (Śrem-Typ), ohne Neigung zum Vergilben. Der Züchter gibt eine hohe Resistenz gegen Mosaikvirus und Eckige Blattfleckenkrankheit sowie eine Toleranz gegenüber Echtem und Falschem Mehltau an.
- ‘Polan F1’
- Polnische Freiland-Hybride zum Einlegen und Konservieren, schwarzstachelig, mit überwiegend weiblichen Blüten. Die Früchte sind zylindrisch, 8–12 cm lang, grobwarzig, ohne Neigung zu Hohlräumen im Samengehäuse; sie werden in mehreren Größenfraktionen geerntet, auch klein als Cornichons. Sie besitzt eine genetische Resistenz gegen Kürbisschorf.
- ‘Vert Petit de Paris’
- Französische samenfeste Sorte vom Cornichon-Typ, bereits in den Katalogen von Vilmorin-Andrieux aus dem 19. Jahrhundert verzeichnet, in England als Parisian Pickling bekannt. Sie liefert sehr kleine, stachelige Früchte, die bei einer Länge von 5–8 cm geerntet werden — klassisch für Marinaden. Die Früchte werden schnell überständig, daher erntet man sie regelmäßig alle paar Tage.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Benötigt viel Wasser und gleichmäßige Feuchtigkeit — die Früchte bestehen zu 95 % aus Wasser. Mit lauwarmem Wasser an der Basis gießen; kaltes Wasser und unregelmäßiges Gießen führen zu bitteren Früchten.
Düngung
Die Gurke ist ein Starkzehrer — sie braucht einen nährstoffreichen Boden und regelmäßige Düngung.
Pflanzung
Sehr nährstoffreicher, humoser, warmer Boden; Freilandgurken kriechen am Boden, Salatgurken zieht man am besten an Rankhilfen.
Schnitt
Bei Klettersorten Seitentriebe und Ranken je nach Sortenempfehlung entfernen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Die hohen Stängel der Sonnenblume können als natürliche Rankhilfe für kletternde Gurken dienen.
Dill zieht Nützlinge an und gilt traditionell als förderlich für den Geschmack der Gurken im Anbau.
Schlechte Nachbarschaft
Konkurriert um Wasser und Nährstoffe und erhöht das Risiko der Übertragung von Pilzkrankheiten auf die empfindlichen Gurken.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Weißer, mehliger Belag auf Blättern, Trieben und Knospen. Die Blätter vergilben, verformen sich und fallen vorzeitig ab. Der Belag entwickelt sich auf beiden Blattseiten, ist von oben oft gut sichtbar und lässt sich leicht mit dem Finger abwischen – es handelt sich um das oberflächliche Myzel eines Ektoparasiten, das den Zellen der Epidermis mithilfe von Saugorganen (Haustorien) Nährstoffe entzieht. Anfangs sind einzelne, runde, weiße Flecken zu sehen, die mit der Zeit zusammenfließen und die gesamte Blattoberfläche sowie die jungen Zuwächse überziehen. Am anfälligsten sind junge Blätter und die diesjährigen Triebe; bei starkem Befall kräuseln und versteifen sie sich und ihr Wachstum wird gehemmt, an den Knospen kommt es zu Verformung oder Absterben der Blüten. An den Früchten mancher Arten (Stachelbeere, Apfel, Kürbisgewächse) hinterlässt der Belag Berostungen oder eine verkorkte Schale. Gegen Ende der Saison erscheinen im Belag kleine, dunkle Fruchtkörper (Chasmothecien, früher Kleistothecien genannt) – die Überwinterungsstrukturen des Erregers. Die Krankheit befällt viele Pflanzen, u. a. Rosen, Eiche, Liguster, Flieder, Kürbisgewächse, Getreide, Weinrebe, Apfel, Stachelbeere, Phlox und Sonnenhut (Echinacea), wobei jeden dieser Wirte eine spezialisierte Pilzart befällt.
Falscher MehltauGelbe oder eckige (von den Blattadern begrenzte) Flecken auf der Blattoberseite, denen auf der Unterseite ein grauvioletter oder brauner Sporenbelag entspricht. Er unterscheidet sich vom Echten Mehltau, dessen weißer Belag auf der Blattoberseite sitzt. Er entwickelt sich bei Feuchtigkeit und kühlen Nächten und ist gefährlich für Gurken, Zwiebeln und Weinreben. Die Flecken sind anfangs hellgrün oder vergilbend, und ihre eckige, mosaikartige Form entsteht dadurch, dass die Entwicklung des Erregers von den größeren Blattadern aufgehalten wird. Der zarte, filzige Belag auf der Unterseite (daher der Name „Mehltau“) ist die Sporenbildung des Eipilzes — am besten morgens oder nach einer Phase hoher Luftfeuchtigkeit zu erkennen. Mit der Zeit werden die Flecken braun, trocknen ein und fließen zusammen, das Blatt stirbt vorzeitig ab, was die ganze Pflanze schwächt und den Ertrag mindert. Die Krankheit ist stark auf ihren Wirt spezialisiert: Gurken und Kürbisse befällt Pseudoperonospora cubensis, Zwiebeln Peronospora destructor, Weinreben Plasmopara viticola und Salat Bremia lactucae — daher überträgt sich der Befall einer Art in der Regel nicht auf nicht verwandte Kulturen.
AnthraknoseAn Blättern, Stängeln und Früchten erscheinen dunkle, scharf begrenzte, eingesunkene Flecken, an den Früchten eingefallene, faulende Herde. Bei feuchtem Wetter sind im Zentrum der Flecken rosafarbene, schleimige Sporenansammlungen zu sehen, oft in konzentrischen Zonen angeordnet. Die Flecken vergrößern sich und fließen zusammen, die Blätter sterben ab, und die Früchte von Bohne, Paprika, Kürbis oder Erdbeere faulen; die Krankheit verstärkt sich in warmen und feuchten Sommern. Das am besten erkennbare Merkmal ist eben jener lachsrosa, schleimige Konidienbelag, der die feuchten Flecken ausfüllt — es handelt sich um sporulierende Pilzansammlungen (Acervuli), nicht um einen trockenen, staubigen Schimmel. An Hülsen und Früchten der Bohne sind die Flecken rund, tief eingesunken und scharf von einem dunkelbraunen, mitunter rötlichen Rand umgeben; an den Blattadern und Blattstielen erscheinen längliche, braunschwarze, eingesunkene Streifen. An der Erdbeere befällt die Krankheit die Früchte (harte, braune, eingesunkene Flecken) sowie den Wurzelhals und die Blattstiele und führt zum Absterben ganzer Pflanzen. An Kürbisgewächsen sind junge Flecken zuweilen wässrig und aufgehellt, später bräunen sie und reißen auf. Befallene Früchte eignen sich nicht zur Lagerung, da sich die Krankheit nach der Ernte weiterentwickelt.
Fusarium-WelkeDer bodenbürtige Pilz befällt das Wurzelsystem und dringt in die Leitbündel ein, wodurch der Wasserfluss in der Pflanze blockiert wird. Die Pflanzen welken zunächst an heißen Tagen und oft einseitig oder von den unteren Blättern her, vergilben anschließend und sterben trotz feuchten Bodens ab. Im Querschnitt des Stängels ist eine charakteristische braune Verfärbung der Leitbündel sichtbar. Die Krankheit verstärkt sich in der Wärme — das Entwicklungsoptimum des Erregers liegt bei hohen Bodentemperaturen (etwa 25–30 °C), weshalb die ersten Symptome meist im Hochsommer auftreten. In der Frühphase welken die Pflanzen in der heißen Mittagszeit und richten sich nachts oder nach dem Gießen vorübergehend wieder auf; mit der Zeit wird das Welken dauerhaft. Die Vergilbung schreitet von den ältesten, unteren Blättern nach oben fort und ist oft deutlich einseitig — mitunter ist nur eine Blatthälfte oder eine Triebseite befallen, und zwar auf jener Seite, auf der die verstopften Leitbündel verlaufen. Die Pflanzen bleiben im Wuchs zurück (Wachstumshemmung), und bei Sämlingen zeigt sich die Fusarium-Welke als Umfallkrankheit und Zusammenbrechen der Jungpflanzen. Die braune Verfärbung der Leitbündel ist das zuverlässigste Erkennungsmerkmal — bei der Fusarium-Welke ist sie meist intensiv und reicht tief in den Stängel und in die Wurzeln. Bei feuchten Bedingungen kann sich, besonders an der Stängelbasis oder an der Schnittfläche, ein zarter rosa-lachsfarbener oder weißer Sporenbelag des Pilzes bilden. Fusarium oxysporum tritt in spezialisierten Formen (formae speciales) auf, von denen jede nur eine bestimmte Pflanzenart oder -gattung befällt (z. B. Tomate, Gurke, Erbse, Nelke, Banane), was die Unterscheidung von Erregern mit breitem Wirtsspektrum erleichtert.
Mosaik (Viruskrankheit)Auf den Blättern erscheint ein charakteristisches Mosaik — unregelmäßige, ineinander übergehende hell- und dunkelgrüne oder gelbe Flecken und Streifen. Die Blätter sind oft verformt, verkräuselt, gekraust und kleiner, und ganze Pflanzen verkümmern und tragen schlecht Früchte. Die Symptome sind am stärksten an jungen Blättern sichtbar, und die Früchte von Gurke, Zucchini oder Tomate können fleckig und missgebildet sein. Die Krankheit befällt viele Gemüsearten, Stauden und Zierpflanzen. Das Krankheitsbild hängt vom konkreten Virus, der Wirtsart und der Temperatur ab — derselbe Erreger ruft an verschiedenen Pflanzen unterschiedliche Symptome hervor. Ein Erkennungsmerkmal ist, dass das Mosaik systemisch ist (es erfasst die ganze Pflanze und entwickelt sich von den jüngsten Blättern aus) und nicht punktuell wie pilzliche Blattflecken — hier fehlen deutlich abgegrenzte Flecken mit Rand, Pilzrasen oder Fruchtkörper. Neben dem Mosaik treten Adernaufhellung (Aufhellung des Gewebes entlang der Blattadern), Streifenbildung sowie blasenartige Aufwölbungen der Blattspreite auf. Eine starke Verschmälerung und Fadenförmigkeit der Tomatenblätter (das sogenannte „Schnürsenkel“-Symptom) hängt vor allem mit CMV (Gurkenmosaikvirus) zusammen, gelegentlich mit Tobamoviren, während TMV/ToMV überwiegend Mosaik und Marmorierung der Blätter hervorrufen. An den Früchten beobachtet man Fleckigkeit, konzentrische Ringe, warzenartige Aufwölbungen (Gurke) und ungleichmäßige Reifung (Tomate), an den Blüten von Zierpflanzen — einen Farbdurchbruch, also Streifen und Flecken von Entfärbungen auf den Blütenblättern. Bei hoher Temperatur (über ~28–30 °C) können sich die Symptome maskieren und vorübergehend verschwinden, um nach der Abkühlung zurückzukehren — das bedeutet keine Heilung der Pflanze.
BlattläuseKleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.
SpinnmilbenWinzige (0,3–0,5 mm) Spinnentiere, mit bloßem Auge kaum zu erkennen, die an der Blattunterseite saugen. Symptome: feine helle Sprenkel (Einstichstellen), mit der Zeit werden die Blätter grau, vergilben und vertrocknen. Bei starkem Befall zeigt sich ein feines Gespinst. Warme, trockene Luft fördert die Entwicklung — ein häufiges Problem bei Zimmerpflanzen im Winter in der Nähe von Heizkörpern. Spinnmilben sind keine Insekten, sondern Milben aus der Familie Tetranychidae — erwachsene Tiere haben 8 Beine (Larven nur 6). Am häufigsten tritt in Kulturen die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) auf: gelbgrüne Weibchen tragen an den Körperseiten zwei dunkle Flecken, überwinternde Weibchen verfärben sich orangerot. In Obstgärten ist die Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi) verbreitet, deren rote Eier gehäuft an der Triebrinde überwintern. Fraßmechanismus: Die Milben stechen die Zellen der Epidermis und des Mesophylls an der Blattunterseite an und saugen deren Inhalt aus, und die entleerten Zellen füllen sich mit Luft — daher die charakteristische, silbrig-graue, feine Sprenkelung, die von der Blattoberseite sichtbar ist (ähnelt einer mosaikartigen Verfärbung). Bei hoher Dichte werden die Blätter braun, rollen sich ein und fallen vorzeitig ab, und die ganze Pflanze schwächt sich und verliert an Zuwachs. Ein dichtes Gespinst zwischen Blättern und Triebspitzen erscheint erst bei fortgeschrittenem Befall und ist ein Signal für die Gefahr einer Verschleppung des Schädlings auf benachbarte Pflanzen. Der Entwicklungszyklus ist bei Wärme und Trockenheit sehr schnell — bei einer Temperatur von 25–30°C kann sich eine Generation in 1–2 Wochen abschließen, daher zahlreiche Generationen pro Saison und ein rasantes, exponentielles Anwachsen der Population. Die Weibchen legen kugelige, durchsichtige Eier an der Blattunterseite ab. Es überwintern begattete Weibchen (in Rindenritzen, Streu und Pflanzenresten) oder — bei der Obstbaumspinnmilbe — die Eier an der Rinde. Ein früher Befall wird leicht übersehen; bei der Diagnose hilft das Abschütteln eines Blattes über einem weißen Blatt Papier (wandernde Pünktchen werden sichtbar) oder das Betrachten der Blattunterseite mit einer Lupe.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | — |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Die Gurke wurde vor über dreitausend Jahren in Indien domestiziert. Über das antike Griechenland und Rom verbreitete sie sich in ganz Europa und wurde zu einem der wichtigsten Gartengemüse. Als wilder Vorfahre der Art gilt Cucumis sativus var. hardwickii vom Fuße des Himalaya — eine Pflanze mit kleinen, stark bitteren Früchten. Über die Karawanenwege gelangte die Gurke nach China und in den Nahen Osten. Antike Erwähnungen können jedoch in die Irre führen: Das römische „cucumis“ bezieht die moderne Literatur überwiegend auf die Schlangenmelone (Cucumis melo), denn die Quellen beschreiben eine behaarte Frucht, während die Frucht der Gurke kahl ist. Ein sichererer Beleg für die Präsenz der Art in Westeuropa ist das Kapitular Karls des Großen „Capitulare de villis“ (um 800), das „cucumeres“ unter den zum Anbau auf den königlichen Gütern empfohlenen Gemüsen aufführt. In Polen wird sie seit dem Mittelalter angebaut, und das Einlegen von Salzgurken in Fässern mit Dill, Knoblauch und Meerrettich wurde zu einem Erkennungsmerkmal der mitteleuropäischen Küche. Den Durchbruch im Anbau brachte das 20. Jahrhundert: parthenokarpe Sorten und solche mit überwiegend weiblichen Blüten ermöglichten die ganzjährige Gewächshausproduktion, und die Einführung von Linien ohne Bitterstoffgen führte dazu, dass die bittere Frucht keine Regel mehr ist, sondern ein Symptom eines Anbaufehlers.
Verwendung
Für den Anbau im Freiland, im Folientunnel und im Gewächshaus, Balkonsorten auch in großen Kübeln. Die Früchte werden roh gegessen, milchsauer eingelegt und mariniert. Freilandgurken sät man ab Mitte Mai direkt an Ort und Stelle in bereits dauerhaft erwärmten Boden, 2 cm tief und im Abstand von 30–50 cm. Jungpflanzen zieht man 3–4 Wochen früher vor, aber ausschließlich in einzelnen Töpfen — die Gurke verträgt eine Störung des Wurzelballens sehr schlecht. Der Standort wird mit Kompost versorgt und nach dem Pflanzen gemulcht, was eine gleichmäßige Bodenfeuchte und Bodentemperatur erhält. Salatsorten, die senkrecht an einem Netz oder einer Schnur gezogen werden, brauchen weniger Platz, liefern sauberere Früchte und erkranken seltener, weil die Blätter schneller abtrocknen. Geerntet wird alle 2–3 Tage; überständige Früchte, die an der Pflanze bleiben, hemmen den Ansatz weiterer. Gute Gesellschaft sind die Sonnenblume, deren hohe Stängel als natürliche Rankhilfe dienen, sowie Dill; die Nachbarschaft der Kartoffel wird gemieden. An denselben Platz kehrt die Gurke erst nach 3–4 Jahren zurück und nie direkt nach anderen Kürbisgewächsen. Im Gefäß benötigt sie mindestens 20–30 l Substrat je Pflanze. In der Küche werden die Früchte zu Gurkensalat mit Sahne (mizeria), kalten Sommersuppen und Gurkensuppe verarbeitet, Ernteüberschüsse zu Salzgurken und Konserven.
Wissenswertes
- Die Gurkenfrucht besteht zu etwa 95 % aus Wasser.
- Botanisch gesehen ist die Gurke eine Beere, obwohl sie kulinarisch als Gemüse behandelt wird.
- Moderne Gewächshaussorten sind parthenokarp: Sie setzen Früchte ohne Bestäubung und ohne Samen an, deshalb pflanzt man sie unter Glas oder Folie nicht zusammen mit insektenbestäubten Sorten.
- Gurken werden immer unreif geerntet — die voll ausgereifte Frucht wird gelb oder braun, ihre Schale verdickt sich und die Samen verhärten; bis zur Vollreife lässt man ausschließlich Pflanzen stehen, die der Samengewinnung dienen.
Häufige Fragen
Warum sind Gurken bitter?
Die Bitterkeit (Cucurbitacine) verstärkt sich bei Stress der Pflanze: unregelmäßigem Gießen, Austrocknung, starken Temperaturschwankungen und dem Gießen mit kaltem Wasser. Entscheidend sind eine gleichmäßige Feuchtigkeit und warmes Wasser.
Warum fallen die Gurkenblüten ohne Fruchtansatz ab?
Die ersten Blüten sind oft männliche Blüten, die auf natürliche Weise abfallen. Die Früchte bilden sich aus den weiblichen Blüten (mit dem Fruchtansatz am Grund). Auch fehlende Bestäuber oder große Hitze schränken den Fruchtansatz ein.
Wie viel muss man Gurken gießen?
Viel und regelmäßig — bei Hitze sogar täglich, mit lauwarmem Wasser direkt an der Basis. Die Früchte bestehen überwiegend aus Wasser, sodass sich ein Mangel sofort auf Ertrag und Geschmack auswirkt.
Wann sät man Gurken?
Direkt ins Freiland erst ab Mitte Mai, nach den letzten Frösten und wenn sich der Boden auf 13–15 °C erwärmt hat — in kalter Erde keimen die Samen nicht, sondern faulen. Jungpflanzen sät man 3–4 Wochen früher aus, und zwar ausschließlich in einzelnen Töpfen, denn die Gurke verträgt das Pikieren und eine Störung des Wurzelballens sehr schlecht.
Warum werden die Blätter der Gurke gelb und vertrocknen?
Meist steckt einer der beiden Mehltaupilze dahinter. Der Echte Mehltau bildet einen weißen, mehligen Belag auf der Blattoberseite; der Falsche Mehltau eckige, gelbe, von den Blattadern begrenzte Flecken und auf der Unterseite einen grauvioletten Belag, und er entwickelt sich bei feuchten, kühlen Nächten blitzschnell. Zeigt das Blatt feine helle Sprenkel und auf der Unterseite ein zartes Gespinst, sind es Spinnmilben — sie werden durch Hitze und trockene Luft begünstigt, also durch Bedingungen, die denen des Falschen Mehltaus entgegengesetzt sind. Plötzliches Welken und Vergilben ganzer Triebe trotz feuchtem Boden weist auf Fusariumwelke hin. Dem Mehltau beugt man mit einem luftigen Standort, senkrechter Kultur, Gießen an der Basis ohne Benetzen der Blätter und dem Entfernen befallener Blätter vor. Vergilben der ältesten Blätter bei schwachem Wuchs deutet eher auf Austrocknung oder Stickstoffmangel hin.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — CucumberInstitution / Botanischer Garten
Meine Notiz
Private Notiz zu dieser Pflanze — in deinem Browser gespeichert.