Kurz gefasst
- Standort: Sonne oder leichter Halbschatten, humoser, durchlässiger, leicht saurer Boden.
- Trägt Früchte an zweijährigen Trieben (Sommersorten) oder an einjährigen Trieben (Herbstsorten, sogenannte remontierende).
- Erfordert regelmäßiges Gießen — das flache Wurzelsystem verträgt Trockenheit schlecht.
- Frosthart bis zur USDA-Zone 3, aber empfindlich gegenüber Staunässe.
- Ein jährliches Schneiden und Auslichten der Triebe ist entscheidend für Gesundheit und Ertrag.
Botanische Daten
- Familie
- Rosaceae (Rosaceae)
- Höhe
- 1.2–2 m
- Breite
- 0.5–1 m
- Wuchsform
- Aufrecht
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Humos, Lehmig
- pH-Wert
- pH 5.5–6.5
- Feuchtigkeit
- Mäßig, Feucht
- Blütezeit
- Mai–Juni
- Winterhärte
- USDA 3a–8b
- Vermehrung
- Durch Absenker, Aus Stecklingen, Durch Teilung
Merkmale
Bildet Ausläufer, die neue Triebe aus dem Wurzelsystem treiben, wodurch sie mit der Zeit einen Bodenstreifen einnimmt, wenn sie nicht eingegrenzt wird. Die Triebe sind mit feinen Stacheln besetzt, die Blätter aus 3–5 Blättchen mit hellgrüner Unterseite zusammengesetzt. Die Frucht ist eine Sammelsteinfrucht (Sammelbeere), die sich nach der Reife leicht vom Kelch löst.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Das flache Wurzelsystem spürt Trockenheit schnell — in heißen Wochen regelmäßig gießen und mulchen, um die Verdunstung zu verringern.
Düngung
Mäßige Stickstoffgaben — ein Überschuss begünstigt üppige Triebe auf Kosten des Fruchtertrags und mindert die Winterhärte.
Pflanzung
Ein windgeschützter Standort; mit Kompost angereicherter Boden, ohne Staunässe. Es empfiehlt sich, sogleich ein Gerüst oder Spalier zum Anbinden der Triebe aufzustellen.
Schnittkalender
Schnittgruppe: Rutenobst (Himbeere, Brombeere) — abgetragene Ruten entfernen
Was und wie schneiden
Sommerhimbeeren und Brombeeren: gleich nach der Ernte die Ruten, die getragen haben, bodennah herausschneiden und die diesjährigen anbinden. Herbsthimbeeren (remontierend): im Spätwinter alle Ruten tief abschneiden.
Nach der Ernte (Sommersorten) — Entfernen der abgetragenen zweijährigen Triebe; im Vorfrühling bei Herbstsorten (die an einjährigen Trieben tragen).
Was du nicht tun solltest
Lass keine alten, abgetragenen Ruten stehen — sie verdichten den Strauch und fördern Krankheiten.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Der starke Knoblauchgeruch vertreibt Blattläuse und andere saugende Schädlinge, die an jungen Himbeertrieben häufig sind.
Zieht Bestäuber und kleine Nützlinge an, und seine Wurzeln wirken hemmend auf einige Bodennematoden.
Schlechte Nachbarschaft
Beide Arten sind anfällig für die Verticillium-Welke — eine bodenbürtige Pilzkrankheit, die sie sich, nebeneinander angebaut, leicht übertragen.
Dieselbe botanische Gattung bedeutet gemeinsame Schädlinge und Krankheiten sowie eine starke Konkurrenz um den Platz durch Wurzelausläufer.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Graubrauner, flaumiger Myzelbelag auf Blüten, Früchten, Blättern und Trieben, dem wässrige, faulende Flecken vorausgehen. Er befällt geschwächtes und beschädigtes Gewebe und entwickelt sich rasch bei Feuchtigkeit und Kühle sowie bei schlechter Luftzirkulation. Häufig an Erdbeeren, Begonien, Pfingstrosen und Rosen. Der Belag ist charakteristisch „mausgrau“ — flaumig, aschgrau, und beim Anstoßen des befallenen Gewebes steigt eine sichtbare Wolke von Sporen (Konidien) auf, was das Erkennungsmerkmal dieser Krankheit ist. Die Infektion beginnt meist an den schwächsten Geweben: verblühenden Blütenblättern, Wunden, Hagelschäden oder Fraßstellen von Schädlingen sowie an Pollenresten, die sich auf den Blütenblättern abgelagert haben. An den Blüten erscheinen kleine, braune, wässrige Flecken, die rasch die ganze Blüte erfassen („Blütenfäule“); von der befallenen Blüte wächst der Pilz oft in den Trieb hinein und verursacht dessen Einschnürung und Absterben. An Weichfrüchten (Erdbeere, Himbeere, Weintrauben, Tomate) entwickelt sich eine wässrige, braun werdende Fäule, die von einer dicken Schicht grauen, flaumigen Pilzrasens überzogen ist — die Beere wird weich und „zerfließt“. An Sämlingen und Stecklingen verursacht Botrytis eine Fäule der Triebbasis und ein plötzliches Umfallen der Pflanzen. Im älteren, absterbenden Myzel sowie an Pflanzenresten bilden sich harte, schwarze, unregelmäßige Klümpchen — Sklerotien (Dauerkörper), mit denen der Erreger im Boden und in Pflanzenresten überwintert. Die Krankheit tritt auch nach der Ernte auf, als rasch fortschreitende Lagerfäule von Obst und Gemüse.
RostRostorange bis braune, stäubende Sporenlager auf der Blattunterseite, denen auf der Oberseite gelbe Flecken entsprechen. Stark befallene Blätter vergilben und fallen vorzeitig ab, die Pflanze wird geschwächt. Betroffen sind unter anderem Rosen und Malven, und manche Roste haben einen Zwischenwirt (z. B. der Birnengitterrost den Wacholder). Die Pusteln (Sommersporenlager, sogenannte Uredien) durchbrechen die Blatthaut und setzen ein orange-rostfarbenes Pulver frei, das sich am Finger abwischen lässt — das ist das sicherste Erkennungsmerkmal. Im Hochsommer treten sie vor allem auf der Blattunterseite, entlang der Blattadern und an den Blattstielen auf, bei manchen Arten auch an grünen Trieben und Kelchblättern. Im Spätherbst dunkeln die Lager zu bräunlichschwarz nach — das sind die Dauersporen (Telien), mit denen der Pilz an Pflanzenresten überwintert. Roste zeichnen sich durch eine enge Spezialisierung aus: Ein bestimmter Rost befällt in der Regel nur eine Art oder Gattung von Wirtspflanzen, weshalb Rosenrost, Malven- und Eibischrost, Bohnen-, Lauch- und Knoblauchrost, Minz-, Pelargonien- oder Rasenrost verschiedene, nicht austauschbare Pilze sind. Das allgemeine Symptom — Vergilben und vorzeitiger Blattfall — schwächt die Pflanze und mindert Blüte und Ertrag, tötet sie jedoch selten innerhalb einer Saison.
BlattläuseKleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.
SpinnmilbenWinzige (0,3–0,5 mm) Spinnentiere, mit bloßem Auge kaum zu erkennen, die an der Blattunterseite saugen. Symptome: feine helle Sprenkel (Einstichstellen), mit der Zeit werden die Blätter grau, vergilben und vertrocknen. Bei starkem Befall zeigt sich ein feines Gespinst. Warme, trockene Luft fördert die Entwicklung — ein häufiges Problem bei Zimmerpflanzen im Winter in der Nähe von Heizkörpern. Spinnmilben sind keine Insekten, sondern Milben aus der Familie Tetranychidae — erwachsene Tiere haben 8 Beine (Larven nur 6). Am häufigsten tritt in Kulturen die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) auf: gelbgrüne Weibchen tragen an den Körperseiten zwei dunkle Flecken, überwinternde Weibchen verfärben sich orangerot. In Obstgärten ist die Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi) verbreitet, deren rote Eier gehäuft an der Triebrinde überwintern. Fraßmechanismus: Die Milben stechen die Zellen der Epidermis und des Mesophylls an der Blattunterseite an und saugen deren Inhalt aus, und die entleerten Zellen füllen sich mit Luft — daher die charakteristische, silbrig-graue, feine Sprenkelung, die von der Blattoberseite sichtbar ist (ähnelt einer mosaikartigen Verfärbung). Bei hoher Dichte werden die Blätter braun, rollen sich ein und fallen vorzeitig ab, und die ganze Pflanze schwächt sich und verliert an Zuwachs. Ein dichtes Gespinst zwischen Blättern und Triebspitzen erscheint erst bei fortgeschrittenem Befall und ist ein Signal für die Gefahr einer Verschleppung des Schädlings auf benachbarte Pflanzen. Der Entwicklungszyklus ist bei Wärme und Trockenheit sehr schnell — bei einer Temperatur von 25–30°C kann sich eine Generation in 1–2 Wochen abschließen, daher zahlreiche Generationen pro Saison und ein rasantes, exponentielles Anwachsen der Population. Die Weibchen legen kugelige, durchsichtige Eier an der Blattunterseite ab. Es überwintern begattete Weibchen (in Rindenritzen, Streu und Pflanzenresten) oder — bei der Obstbaumspinnmilbe — die Eier an der Rinde. Ein früher Befall wird leicht übersehen; bei der Diagnose hilft das Abschütteln eines Blattes über einem weißen Blatt Papier (wandernde Pünktchen werden sichtbar) oder das Betrachten der Blattunterseite mit einer Lupe.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | — |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
In Europa seit dem Mittelalter kultiviert, obwohl sie schon früher von wild wachsenden Sträuchern gesammelt wurde. Die Auslese von Kultursorten entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert intensiv, u. a. in Schottland und Polen, und brachte Sommer- und Herbstsorten mit unterschiedlichen Fruchtzeiten hervor.
Verwendung
Erwerbs- und Hausgartenanbau für frische, gefrorene Früchte und Verarbeitungsprodukte (Marmeladen, Säfte, Liköre). Im Garten in Reihen entlang von Gerüsten oder Spalieren gepflanzt, seltener als Bestandteil einer Fruchthecke.
Wissenswertes
- Herbstsorten (z. B. 'Polka') kann man jeden Winter vollständig bodennah abschneiden — sie tragen dennoch an den neuen Trieben desselben Jahres Früchte.
- Himbeerblätter werden für Tees getrocknet, die traditionell in den letzten Wochen der Schwangerschaft verwendet werden.
Häufige Fragen
Warum trägt meine Himbeere trotz üppigen Wuchses keine Früchte?
Meist ist das die Folge eines falschen Schnitts — des Entfernens der Triebe, die hätten fruchten sollen — oder eines Stickstoffüberschusses in der Düngung, der das Blattwachstum auf Kosten von Blüten und Früchten antreibt.
Schneidet man Sommer- und Herbsthimbeeren gleich?
Nein. Sommersorten tragen an den vorjährigen Trieben, daher schneidet man nur die heraus, die bereits gefruchtet haben. Herbstsorten tragen an den diesjährigen Trieben, daher kann die ganze Pflanze im Vorfrühling niedrig abgeschnitten werden.
Wie begrenzt man das Ausbreiten der Himbeere über den ganzen Garten?
Es empfiehlt sich, entlang der Reihe eine Wurzelsperre in den Boden einzugraben (z. B. ein Kunststoffband in 30–40 cm Tiefe) und regelmäßig die außerhalb des vorgesehenen Streifens erscheinenden Ausläufer zu entfernen.
Quellen
- RHS — Rubus idaeus (raspberry)Institution / Botanischer Garten
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
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