Kurz gefasst
- Sonniger oder leicht schattiger Standort, nährstoffreicher, durchlässiger, leicht saurer Boden.
- Fruchtet an zweijährigen Trieben — die Triebe werden nach der Ernte bodennah herausgeschnitten.
- Die Triebe am besten an Drähten ziehen, was die Ernte erleichtert und den Strauch durchlüftet.
- Es gibt dornenlose Sorten, die bei der Ernte deutlich bequemer sind.
- Nicht neben Himbeeren pflanzen — gemeinsame Krankheiten und Schädlinge der Gattung Rubus.
Botanische Daten
- Familie
- Rosaceae (Rosaceae)
- Höhe
- 1.5–3 m
- Breite
- 1.5–2.5 m
- Wuchsform
- Ausladend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Humos, Lehmig, Sandig
- pH-Wert
- pH 5.5–7
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- Mai–Juli
- Winterhärte
- USDA 5a–9a
- Vermehrung
- Durch Absenker, Aus Stecklingen, Durch Teilung
Merkmale
Die Triebe des ersten Jahres (einjährig) wachsen vegetativ und fruchten erst im zweiten Jahr, danach sterben sie ab. Die Blätter sind aus 3–5 gezähnten Blättchen zusammengesetzt. Die Blüten sind weiß bis blassrosa und in Trauben angeordnet. Die Frucht ist eine Sammelfrucht (Sammelsteinfrucht) — im Gegensatz zur Himbeere löst sie sich nicht vom Blütenboden, sondern wird zusammen mit ihm gepflückt.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Ein tieferes Wurzelsystem als die Himbeere, daher verträgt sie kurzzeitige Trockenheit besser, doch während der Fruchtreife verbessern regelmäßiges Gießen und Mulchen die Fruchtqualität.
Düngung
Mäßig mit Stickstoff — sein Überschuss fördert üppige Triebe auf Kosten der Fruchtbildung und der Verholzung der Triebe vor dem Winter.
Pflanzung
Vor dem Pflanzen sollte man Pfostenreihen mit Drähten aufstellen — die Brombeere wird an mehreren Drahtebenen gezogen, was die Ernte erleichtert und den Strauch durchlüftet. Nährstoffreicher Boden, ohne Staunässe.
Schnittkalender
Schnittgruppe: Rutenobst (Himbeere, Brombeere) — abgetragene Ruten entfernen
Was und wie schneiden
Sommerhimbeeren und Brombeeren: gleich nach der Ernte die Ruten, die getragen haben, bodennah herausschneiden und die diesjährigen anbinden. Herbsthimbeeren (remontierend): im Spätwinter alle Ruten tief abschneiden.
Nach dem Ende der Fruchtbildung, im Herbst oder Vorfrühling.
Was du nicht tun solltest
Lass keine alten, abgetragenen Ruten stehen — sie verdichten den Strauch und fördern Krankheiten.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Der starke Geruch des am Fuß der Sträucher gepflanzten Knoblauchs vertreibt Blattläuse und verringert Pilzkrankheiten der Triebe.
Zieht Nützlinge und Bestäuber an, und die Wurzelausscheidungen verringern die Bodennematoden im Wurzelbereich.
Schlechte Nachbarschaft
Dieselbe botanische Gattung (Rubus) bedeutet gemeinsame Krankheiten und Schädlinge sowie eine starke Konkurrenz der Ausläufer — Himbeeren und Brombeeren trennt man besser.
Die Kartoffel ist anfällig für die Verticillium-Welke — eine bodenbürtige Pilzkrankheit, die auch die Brombeere befällt und sich leicht zwischen ihnen überträgt.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Graubrauner, flaumiger Myzelbelag auf Blüten, Früchten, Blättern und Trieben, dem wässrige, faulende Flecken vorausgehen. Er befällt geschwächtes und beschädigtes Gewebe und entwickelt sich rasch bei Feuchtigkeit und Kühle sowie bei schlechter Luftzirkulation. Häufig an Erdbeeren, Begonien, Pfingstrosen und Rosen. Der Belag ist charakteristisch „mausgrau“ — flaumig, aschgrau, und beim Anstoßen des befallenen Gewebes steigt eine sichtbare Wolke von Sporen (Konidien) auf, was das Erkennungsmerkmal dieser Krankheit ist. Die Infektion beginnt meist an den schwächsten Geweben: verblühenden Blütenblättern, Wunden, Hagelschäden oder Fraßstellen von Schädlingen sowie an Pollenresten, die sich auf den Blütenblättern abgelagert haben. An den Blüten erscheinen kleine, braune, wässrige Flecken, die rasch die ganze Blüte erfassen („Blütenfäule“); von der befallenen Blüte wächst der Pilz oft in den Trieb hinein und verursacht dessen Einschnürung und Absterben. An Weichfrüchten (Erdbeere, Himbeere, Weintrauben, Tomate) entwickelt sich eine wässrige, braun werdende Fäule, die von einer dicken Schicht grauen, flaumigen Pilzrasens überzogen ist — die Beere wird weich und „zerfließt“. An Sämlingen und Stecklingen verursacht Botrytis eine Fäule der Triebbasis und ein plötzliches Umfallen der Pflanzen. Im älteren, absterbenden Myzel sowie an Pflanzenresten bilden sich harte, schwarze, unregelmäßige Klümpchen — Sklerotien (Dauerkörper), mit denen der Erreger im Boden und in Pflanzenresten überwintert. Die Krankheit tritt auch nach der Ernte auf, als rasch fortschreitende Lagerfäule von Obst und Gemüse.
RostRostorange bis braune, stäubende Sporenlager auf der Blattunterseite, denen auf der Oberseite gelbe Flecken entsprechen. Stark befallene Blätter vergilben und fallen vorzeitig ab, die Pflanze wird geschwächt. Betroffen sind unter anderem Rosen und Malven, und manche Roste haben einen Zwischenwirt (z. B. der Birnengitterrost den Wacholder). Die Pusteln (Sommersporenlager, sogenannte Uredien) durchbrechen die Blatthaut und setzen ein orange-rostfarbenes Pulver frei, das sich am Finger abwischen lässt — das ist das sicherste Erkennungsmerkmal. Im Hochsommer treten sie vor allem auf der Blattunterseite, entlang der Blattadern und an den Blattstielen auf, bei manchen Arten auch an grünen Trieben und Kelchblättern. Im Spätherbst dunkeln die Lager zu bräunlichschwarz nach — das sind die Dauersporen (Telien), mit denen der Pilz an Pflanzenresten überwintert. Roste zeichnen sich durch eine enge Spezialisierung aus: Ein bestimmter Rost befällt in der Regel nur eine Art oder Gattung von Wirtspflanzen, weshalb Rosenrost, Malven- und Eibischrost, Bohnen-, Lauch- und Knoblauchrost, Minz-, Pelargonien- oder Rasenrost verschiedene, nicht austauschbare Pilze sind. Das allgemeine Symptom — Vergilben und vorzeitiger Blattfall — schwächt die Pflanze und mindert Blüte und Ertrag, tötet sie jedoch selten innerhalb einer Saison.
AnthraknoseAn Blättern, Stängeln und Früchten erscheinen dunkle, scharf begrenzte, eingesunkene Flecken, an den Früchten eingefallene, faulende Herde. Bei feuchtem Wetter sind im Zentrum der Flecken rosafarbene, schleimige Sporenansammlungen zu sehen, oft in konzentrischen Zonen angeordnet. Die Flecken vergrößern sich und fließen zusammen, die Blätter sterben ab, und die Früchte von Bohne, Paprika, Kürbis oder Erdbeere faulen; die Krankheit verstärkt sich in warmen und feuchten Sommern. Das am besten erkennbare Merkmal ist eben jener lachsrosa, schleimige Konidienbelag, der die feuchten Flecken ausfüllt — es handelt sich um sporulierende Pilzansammlungen (Acervuli), nicht um einen trockenen, staubigen Schimmel. An Hülsen und Früchten der Bohne sind die Flecken rund, tief eingesunken und scharf von einem dunkelbraunen, mitunter rötlichen Rand umgeben; an den Blattadern und Blattstielen erscheinen längliche, braunschwarze, eingesunkene Streifen. An der Erdbeere befällt die Krankheit die Früchte (harte, braune, eingesunkene Flecken) sowie den Wurzelhals und die Blattstiele und führt zum Absterben ganzer Pflanzen. An Kürbisgewächsen sind junge Flecken zuweilen wässrig und aufgehellt, später bräunen sie und reißen auf. Befallene Früchte eignen sich nicht zur Lagerung, da sich die Krankheit nach der Ernte weiterentwickelt.
BlattläuseKleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.
SpinnmilbenWinzige (0,3–0,5 mm) Spinnentiere, mit bloßem Auge kaum zu erkennen, die an der Blattunterseite saugen. Symptome: feine helle Sprenkel (Einstichstellen), mit der Zeit werden die Blätter grau, vergilben und vertrocknen. Bei starkem Befall zeigt sich ein feines Gespinst. Warme, trockene Luft fördert die Entwicklung — ein häufiges Problem bei Zimmerpflanzen im Winter in der Nähe von Heizkörpern. Spinnmilben sind keine Insekten, sondern Milben aus der Familie Tetranychidae — erwachsene Tiere haben 8 Beine (Larven nur 6). Am häufigsten tritt in Kulturen die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) auf: gelbgrüne Weibchen tragen an den Körperseiten zwei dunkle Flecken, überwinternde Weibchen verfärben sich orangerot. In Obstgärten ist die Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi) verbreitet, deren rote Eier gehäuft an der Triebrinde überwintern. Fraßmechanismus: Die Milben stechen die Zellen der Epidermis und des Mesophylls an der Blattunterseite an und saugen deren Inhalt aus, und die entleerten Zellen füllen sich mit Luft — daher die charakteristische, silbrig-graue, feine Sprenkelung, die von der Blattoberseite sichtbar ist (ähnelt einer mosaikartigen Verfärbung). Bei hoher Dichte werden die Blätter braun, rollen sich ein und fallen vorzeitig ab, und die ganze Pflanze schwächt sich und verliert an Zuwachs. Ein dichtes Gespinst zwischen Blättern und Triebspitzen erscheint erst bei fortgeschrittenem Befall und ist ein Signal für die Gefahr einer Verschleppung des Schädlings auf benachbarte Pflanzen. Der Entwicklungszyklus ist bei Wärme und Trockenheit sehr schnell — bei einer Temperatur von 25–30°C kann sich eine Generation in 1–2 Wochen abschließen, daher zahlreiche Generationen pro Saison und ein rasantes, exponentielles Anwachsen der Population. Die Weibchen legen kugelige, durchsichtige Eier an der Blattunterseite ab. Es überwintern begattete Weibchen (in Rindenritzen, Streu und Pflanzenresten) oder — bei der Obstbaumspinnmilbe — die Eier an der Rinde. Ein früher Befall wird leicht übersehen; bei der Diagnose hilft das Abschütteln eines Blattes über einem weißen Blatt Papier (wandernde Pünktchen werden sichtbar) oder das Betrachten der Blattunterseite mit einer Lupe.
SchneckenNackt- und Gehäuseschnecken, die nachts und nach Regen fressen. Symptome: unregelmäßige Löcher in den Blättern und vollständig abgefressene junge Sämlinge, silbrige Schleimspuren auf Blättern und Boden. Die größten Schäden treten an feuchten, schattigen Stellen auf — besonders an Salat, Erdbeeren und Funkien. Am gefährlichsten im Garten sind die Nacktschnecken (ohne äußeres Gehäuse): die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris, früher als A. lusitanicus beschrieben) sowie die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum). Der Tigerschnegel (Limax maximus) ähnelt ihnen morphologisch, frisst jedoch vor allem an verrottender organischer Substanz und Pilzen und erbeutet mitunter sogar andere Schnecken, sodass er als Schädling lebender Pflanzen kaum Bedeutung hat. Gehäuseformen — Bänderschnecken (Cepaea) oder die geschützte Weinbergschnecke (Helix pomatia) — richten in der Regel geringere Schäden an. Der Körper ist weich, langgestreckt und ständig mit Schleim bedeckt; am Kopf sind zwei Paar einziehbare Fühler zu erkennen — das längere obere Paar trägt die Augen, das kürzere untere dient dem Tast- und Geruchssinn. Schnecken sind Zwitter: Sie legen kugelige, durchsichtige oder perlmuttfarbene Eier in Gelegen ab, verborgen im feuchten Boden, unter Steinen und in der Laubstreu. Ein einzelnes Exemplar der Spanischen Wegschnecke kann mehrere Hundert Eier ablegen; es überwintern sowohl die Eier als auch die Jungschnecken, und der Fraß dauert vom Frühjahr bis in den Spätherbst, wobei er sich in warmen, feuchten Nächten verstärkt. Die Schäden haben glatte Ränder und entstehen oft mitten in der Blattspreite, nicht nur am Rand; Sämlinge und Jungpflanzen werden bis auf den blanken Boden abgefressen, und an Erdbeeren sowie reifenden Gemüsen nagen die Schnecken Vertiefungen in die Früchte. Diagnostisch entscheidend ist die eingetrocknete, silbrig glänzende Schleimspur — kein Insekt hinterlässt sie.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | — |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Die Früchte wild wachsender Brombeeren wurden seit Urzeiten gesammelt. Die Kultursorten, darunter die geschätzten dornenlosen Formen, wurden vor allem im 19. und 20. Jahrhundert in Nordamerika und Europa gezüchtet und brachten Pflanzen mit größeren Früchten und leichter zu ziehenden Trieben hervor.
Verwendung
Die Früchte werden roh verzehrt und zu Konfitüren, Säften, Likören und Obstweinen verarbeitet. Im Garten wird sie in Reihen entlang von Spalieren gepflanzt oder als dorniger, schwer zu durchdringender Zaun.
Wissenswertes
- Die Triebspitzen der Brombeere, die den Boden berühren, bewurzeln sich leicht — das ist eine natürliche Art der Vermehrung durch Absenker.
- Dornenlose Sorten wie 'Thornfree' oder 'Navaho' erlauben es, die Früchte ohne Verletzungsgefahr zu ernten.
Häufige Fragen
Gibt es dornenlose Brombeersorten?
Ja. Dornenlose Sorten wie 'Thornfree', 'Navaho' oder 'Loch Ness' haben glatte Triebe und sind bei der Ernte deutlich bequemer als die wilden Formen, bei vergleichbarer Fruchtqualität.
Wie schneidet man eine an Drähten gezogene Brombeere?
Die Brombeere fruchtet an zweijährigen Trieben. Nach der Ernte werden die Triebe, die bereits gefruchtet haben, bodennah herausgeschnitten, und die diesjährigen, jungen Triebe werden an die Drähte gebunden — sie fruchten in der nächsten Saison.
Kann man Brombeeren neben Himbeeren pflanzen?
Das sollte man besser vermeiden. Beide Arten gehören zur Gattung Rubus, teilen dieselben Krankheiten und Schädlinge und konkurrieren stark mit ihren Ausläufern, daher wird empfohlen, sie im Garten zu trennen.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Blackberries and hybrid berriesInstitution / Botanischer Garten
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