Kurz gefasst
- Liefert große, stark aromatische, gelbe Früchte — für Konserven, nicht zum Rohverzehr.
- Im Frühjahr zierend durch große, weiß-rosa Blüten.
- Verträgt schwerere und feuchtere Böden besser als Apfel oder Birne.
- Meist selbstfruchtbar — ein einzelner Baum trägt auch ohne Befruchtersorte.
- Das ist NICHT die Zierquitte (Chaenomeles) — die Quitte bildet einen Baum mit großen Früchten.
Botanische Daten
- Familie
- Rosaceae (Rosaceae)
- Höhe
- 4–6 m
- Breite
- 3–5 m
- Wuchsform
- Ausladend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Mäßig
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Lehmig, Humos
- pH-Wert
- pH 6–7.5
- Feuchtigkeit
- Mäßig, Feucht
- Blütezeit
- Mai–Juni
- Winterhärte
- USDA 5a–9b
- Vermehrung
- Durch Absenker, Aus Stecklingen, Aus Samen
Merkmale
Kleiner, ausladender Baum mit krummen Trieben und oft mehrstämmigem Wuchs. Die Blätter sind oval, unterseits silbrig behaart. Die großen, einzeln stehenden weiß-rosa Blüten erscheinen im Spätfrühling nach den Blättern. Die Frucht ist eine birnen- oder apfelförmige, gelbe, stark duftende Scheinfrucht mit Flaum, roh hart und herb.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Verträgt schwerere, feuchtere Böden besser als die meisten Obstbäume. Bei Trockenheit während des Fruchtansatzes und -wachstums gießen.
Düngung
Mäßig; ein Stickstoffüberschuss fördert Schorf und schwächt den Fruchtansatz.
Pflanzung
Warmer, sonniger, geschützter Standort auf nährstoffreichem, durchlässigem Boden mit neutralem pH-Wert.
Schnittkalender
Schnittgruppe: Kernobst (Apfel, Birne, Quitte) — Winterschnitt
Was und wie schneiden
Von Spätherbst bis Vorfrühling, wenn der Baum blattlos ist — am besten am Ende des Winters, an einem frostfreien Tag: die Krone auslichten, die Leittriebe einkürzen, kranke, gebrochene und senkrechte „Wasserschosse" entfernen. Nicht bei starkem Frost schneiden, denn das Holz ist spröde und die Wunden heilen schlecht. Spalier- und Kordonformen werden zusätzlich im Sommer geschnitten.
Im Winter oder zeitigen Frühjahr, in der Ruhephase.
Was du nicht tun solltest
Übertreibe es nicht mit starkem Winterschnitt, besonders bei jungen Bäumen — ein starker Schnitt in der Ruhezeit regt üppige, unfruchtbare Triebe („Wasserschosse") an und verzögert die Fruchtbildung. Langsam wachsende Bäume im Winter nur maßvoll schneiden; übermäßigen Wuchs mit Sommerschnitt dämpfen und damit die Fruchtbildung fördern.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Die Quitte dient als Unterlage für Birnen und teilt deren obstbauliche Ansprüche — eine natürliche, bewährte Nachbarschaft im Obstgarten.
Klassische Unterpflanzung im Obstgarten — die Blüten locken Nützlinge und Bestäuber an, und der Duft hält einen Teil der Schädlinge fern.
Schlechte Nachbarschaft
Die Grasnarbe direkt am Stamm konkurriert mit der jungen Quitte um Wasser und Stickstoff und bremst Wuchs und Ertrag; besser hält man einen Stammbereich grasfrei.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Auf den Blättern erscheinen olivgrüne, samtige, verschwommene Flecken, die mit der Zeit nachdunkeln und braun werden; stark befallene Blätter vergilben und fallen vorzeitig ab. An den Früchten bilden sich dunkle, korkige Flecken, die mit dem Wachstum der Frucht aufreißen und die charakteristischen Risse und Verformungen verursachen. Befallene Früchte bleiben klein, lassen sich schlechter lagern und verlieren an Marktwert. Die ersten Flecken zeigen sich meist auf den jüngsten, sich entwickelnden Blättern sowie auf den Kelchblättern der Blüten; anfangs sind sie schwach abgegrenzt, später nehmen sie eine ausgeprägt dunkelolivgrüne bis schwarzbraune Färbung mit samtigem Sporulationsbelag an. Die Primärinfektionen im Frühjahr werden durch Askosporen ausgelöst, die bei Regen aus den im Falllaub überwinternden Fruchtkörpern ausgeschleudert werden; aus den entstandenen Flecken bilden sich wiederum Konidien, die für die zahlreichen Sekundärinfektionen im Laufe des Sommers verantwortlich sind. Ein früher Befall der Fruchtansätze führt zu einseitigem Wachstum und starker Verformung der Frucht, und die Risse im Korkgewebe werden zu Eintrittspforten für Fäulnispilze und Lagerfäulen. Bei besonders anfälligen Sorten bildet der Schorf auch Schorfstellen und Risse an jungen Trieben und Zweigen, die in der folgenden Saison zu einer zusätzlichen Sporenquelle werden. Eine gesonderte Form ist der sogenannte Lagerschorf – kleine, punktförmige Flecken, die sich erst im Kühllager zeigen, wenn die Früchte kurz vor der Ernte infiziert wurden.
Monilia-Fruchtfäule (Braunfäule)An Kern- und Steinobst treten braune, sich vergrößernde Fäulnisflecken auf, auf denen konzentrisch angeordnete, graubeige Sporenpolster entstehen. Befallene Früchte faulen, trocknen ein und mumifizieren, wobei sie oft bis zur nächsten Saison am Baum hängen bleiben. Im Frühjahr befällt der Pilz auch Blüten und Kurztriebe, verursacht deren Absterben und lässt die Zweigspitzen zurücksterben. Die Krankheit hat zwei deutliche Phasen. Die frühjährliche Monilia-Spitzendürre (meist Monilinia laxa an Steinobst — Sauerkirsche, Süßkirsche, Pflaume, Aprikose) beginnt an den Blüten, die braun werden, welken und vertrocknen, ohne abzufallen; die Infektion dringt durch den Griffel in den Kurztrieb ein, umringelt ihn und führt zum Absterben ganzer Triebe, deren vertrocknete Blätter wie nach einer Verbrennung herabhängen — daher die irreführende Ähnlichkeit mit Frostschäden. Bei Steinobst tritt an befallenen Trieben häufig Gummifluss (Gummose) sowie kleine, aufgerissene Rindenkrebse auf. Die sommerlich-herbstliche Braunfäule der Früchte (hauptsächlich Monilinia fructigena an Apfel und Birne) entwickelt sich an reifenden Früchten: Der Fäulnisfleck erfasst rasch die ganze Frucht, das Fruchtfleisch wird braun und weich, und an der Oberfläche wachsen charakteristische, konzentrisch angeordnete Ringe cremebeiger Konidien-Sporenpolster. Unter kühlen Bedingungen (u. a. im Lager) können die Früchte die Form harter, schwarz glänzender Mumien ohne Sporulation annehmen (sogenannte Schwarzfäule). Die am Baum hängenden mumifizierten Früchte sowie die Monilia-Krebse an den Trieben sind die Hauptsporenquelle in der folgenden Saison.
FeuerbrandBlüten und junge Triebe werden plötzlich braun und anschließend schwarz, als wären sie vom Feuer versengt — daher der Name der Krankheit. Die Spitzen befallener Triebe krümmen sich charakteristisch nach unten zu einem Haken, der an einen Bischofsstab erinnert. Bei hoher Luftfeuchtigkeit tritt aus dem befallenen Gewebe ein milchiger, klebriger Bakterienschleim aus, und die Infektion breitet sich rasch im Trieb abwärts aus, sodass ganze Äste absterben. Befallene Blätter und Früchte vertrocknen, bleiben aber lange am Baum haften. Am stärksten befallen werden Birne und Quitte, danach der Apfel, und unter den Zier- und Wildgehölzen — Weißdorn, Zwergmispel, Feuerdorn (Pyracantha) und Eberesche, die ein gefährliches Infektionsreservoir sein können. An der Rinde von Ästen und Stamm entstehen deutlich abgegrenzte, eingesunkene Nekrosen (Rindenbrand) mit aufreißender Rinde; nach dem Anschneiden ist das Gewebe unter der Rinde rotbraun verfärbt, oft mit marmorierten Streifen. Der Tropfen des Bakterienschleims wird mit der Zeit bernsteinfarben und trocknet ein, und das Vorhandensein der Bakterien lässt sich mit dem sogenannten Ausströmtest bestätigen — aus frisch angeschnittenem, in Wasser getauchtem befallenem Gewebe treten Schlieren einer trüben Bakteriensuspension aus. Befallene Früchte werden schwarz und mumifizieren, bleiben am Baum hängen, was den Feuerbrand vom gewöhnlichen Welken durch Wassermangel unterscheidet.
BlattläuseKleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Leicht | Das Fruchtfleisch ist gekocht essbar (roh ist es hart und herb). Die Samen enthalten cyanogene Verbindungen — nicht in größerer Menge verzehren. |
| Hunde | Leicht | — |
| Katzen | Leicht | — |
Geschichte und Herkunft
Eine der ältesten Kulturobstarten; im Mittelmeerraum seit der Antike bekannt und mit Symbolik von Liebe und Fruchtbarkeit verbunden. Über Jahrhunderte Grundlage für Konfitüren, Gelees und Marmelade — der Name Marmelade leitet sich vom portugiesischen Wort für Quitte (marmelo) ab.
Verwendung
Für aromatische Früchte zu Konfitüren, Gelees, Likören und Fleischbeilagen sowie als zierender Blütenbaum kultiviert. Die Früchte werden reif im Herbst geerntet und verarbeitet — roh sind sie zu hart und herb.
Wissenswertes
- Quittenfrüchte duften lange und intensiv — früher legte man sie als natürlichen Duftspender in Schränke und Zimmer.
- Schwach wachsende Quittenunterlagen (Typ Quitte A, Quitte C) sind Standard in der Birnenkultur.
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich die Quitte von der Zierquitte?
Die Echte Quitte (Cydonia oblonga) ist ein Obstbaum mit großen, birnenförmigen Früchten. Die Zierquitte (Chaenomeles) ist ein niedriger, dorniger Zierstrauch mit kleineren Früchten und auffälligen, früheren Blüten. Es sind zwei verschiedene Gattungen, auch wenn die Früchte beider zur Verarbeitung taugen.
Isst man Quittenfrüchte roh?
Meist nicht — das rohe Fruchtfleisch ist hart, herb und gerbstoffreich. Die Quitte verarbeitet man erhitzt zu Konfitüren, Gelees, Säften oder Likören, wobei sich ihr reiches Aroma entfaltet. Die Samen sollte man nicht in Menge verzehren, da sie cyanogene Verbindungen enthalten.
Braucht die Quitte einen zweiten Baum zur Befruchtung?
Die meisten Quittensorten sind selbstfruchtbar, ein einzelner Baum trägt also. Ein zweites Exemplar und bestäubende Insekten können den Fruchtansatz jedoch verbessern.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Cydonia oblongaInstitution / Botanischer Garten
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