Kurz gefasst
- Windbestäubend – im geschlossenen Block pflanzen (mind. 4×4 Pflanzen), nicht in einer einzelnen Reihe, sonst setzen die Kolben nur teilweise an.
- Wärmeliebend und frostempfindlich – erst nach den letzten Frösten säen, wenn der Boden 10–12 °C erreicht hat.
- Kolben im Milchreifestadium ernten, etwa 3 Wochen nach dem Erscheinen der Narben, wenn der Saft eines angestochenen Korns milchig ist.
- Nicht neben Futtermais oder Popcornmais pflanzen – fremder Pollen verdirbt den Geschmack der Körner (Xenien-Effekt).
- Stickstoffzehrer; am wasserbedürftigsten während der Blüte und des Kolbenansatzes.
- Einziges Getreide, das als Gemüse verzehrt wird; C4-Pflanze, leistungsfähig bei Hitze und voller Sonne.
Botanische Daten
- Familie
- Poaceae (Poaceae)
- Höhe
- 1.5–2.5 m
- Breite
- 0.3–0.5 m
- Wuchsform
- Aufrecht
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne
- Boden
- Humos, Lehmig
- pH-Wert
- pH 5.8–7
- Feuchtigkeit
- Mäßig, Feucht
- Blütezeit
- Juli–August
- Winterhärte
- —
- Vermehrung
- Aus Samen
Merkmale
Ein kräftiges, einjähriges Gras mit einem einzelnen, unverzweigten Halm von meist 1,5–2,5 m Höhe, der mit weichem Mark gefüllt ist. Die Blätter sind lang, schmal-linealisch, umfassen den Halm mit einer Scheide und haben eine deutliche Mittelrippe. Am Grund des Halms wachsen dicke Stützwurzeln (Adventivwurzeln), die die hohe Pflanze stabilisieren – man sollte sie weder mit Erde anhäufeln noch entfernen. Der Mais ist einhäusig, aber getrenntgeschlechtlich: An der Halmspitze entwickelt sich die Rispe (der männliche Blütenstand), die Pollen ausschüttet, während in den Blattachseln die von Hüllblättern umgebenen Kolben (die weiblichen Blütenstände) entstehen. Aus jeder Samenanlage wächst eine einzelne, lange Narbe – ein seidiger „Faden“, der aus der Kolbenspitze ragt. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind: Der Pollen aus der Rispe muss auf die Narben treffen, und jede bestäubte Narbe ergibt ein Korn. Daher rührt der typische Anbaufehler in der Reihe – unbestäubte Narben hinterlassen leere Stellen am Kolben. Der Mais ist eine C4-Pflanze mit einer bei hohen Temperaturen und voller Sonne außergewöhnlich leistungsfähigen Photosynthese, was sein sehr schnelles Wachstum und seinen hohen Lichtbedarf erklärt. Die Samen keimen erst in auf 10–12 °C erwärmtem Boden, und die Entwicklung kommt unter 10 °C nahezu zum Stillstand; Frost zerstört die Pflanze. Als einjährige Pflanze beendet der Mais seine Vegetation vor dem Eintreffen der Fröste, weshalb der USDA-Winterhärtezonen-Indikator für ihn keine praktische Bedeutung hat – über den Anbauerfolg entscheidet die Länge der warmen Saison, nicht die Winterzone.
Beliebte Sorten
- ‘Golden Bantam’
- Historische, samenfeste (nicht hybride) gelbe Sorte vom Typ su, 1902 von der Firma Burpee in den Handel gebracht; sie war es, die den gelben Zuckermais populär machte, zuvor galt der weiße als besser. Früh, mit Kolben von 8 Kornreihen. Klassischer su-Typ – verliert nach der Ernte schnell an Süße, weshalb man ihn gleich nach dem Pflücken kocht.
- ‘Golden Cross Bantam’
- Eine der ersten breit erfolgreichen Zuckermais-Hybriden, 1933 eingeführt und unter anderem im Hinblick auf die Widerstandsfähigkeit gegen die bakterielle Welke (Stewartsche Welke) gezüchtet. Mittelfrüh, gelb, Typ su; historisch bedeutend als Beweis für die Überlegenheit ertragreicher und einheitlicher Hybridsorten.
- ‘Stowell’s Evergreen’
- Weiße, samenfeste Sorte vom Typ su aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (um 1848), über Jahrzehnte der Standard für späten Mais. Hoch, mit großen Kolben, geschätzt dafür, dass sie das Milchreifestadium länger hält als frühe Sorten und so das Erntefenster verlängert.
- ‘Country Gentleman’
- Alte weiße samenfeste Sorte (Ende des 19. Jahrhunderts) vom Typ „Shoepeg“ – die Körner sind schmal, tief eingesenkt und unregelmäßig angeordnet, ohne deutliche Reihen. Spät, in der Verarbeitung wegen des feinen, süßen Korns geschätzt.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Am empfindlichsten gegenüber Wassermangel während des Schiebens der Rispen und des Kolbenansatzes (Juli–August) – Trockenheit in dieser Zeit ergibt schlecht gefüllte, lockere Kolben. Außerhalb dieser Zeit verträgt er eine kurze Austrocknung besser als die meisten Gemüse, da er eine C4-Pflanze ist.
Düngung
Der Mais ist ein Stickstoffzehrer; er reagiert gut auf Stallmist oder Kompost unter die Vorfrucht sowie auf eine Kopfdüngung mit Stickstoff vor dem Schieben der Rispen.
Pflanzung
Sonniger, geschützter Standort, fruchtbarer und humoser Boden. Entscheidend: in einem geschlossenen Block von mindestens 4×4 Pflanzen pflanzen (mehrere kurze Reihen nebeneinander), niemals in einer einzelnen langen Reihe – sonst gelingt die windbestäubte Befruchtung nicht.
Schnitt
Die Seitentriebe (sogenannte Geiztriebe) und die Stützwurzeln am Grund des Halms sind natürlich und werden an der Pflanze belassen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Klasyczne „Trzy siostry”: fasola tyczna wspina się po łodygach kukurydzy zamiast po podporach, a jej brodawki korzeniowe wiążą azot, którego kukurydza potrzebuje w dużych ilościach.
Rozłożyste liście dyni ocieniają glebę u podstawy kukurydzy, ograniczają parowanie i zachwaszczenie — trzeci element „Trzech sióstr”.
Schlechte Nachbarschaft
Kukurydzę i pomidora atakuje ta sama gąsienica (słonecznica orężówka, Helicoverpa), a oba warzywa są żarłoczne — sąsiedztwo sprzyja namnożeniu szkodnika i konkurencji o azot.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Der bodenbürtige Pilz befällt das Wurzelsystem und dringt in die Leitbündel ein, wodurch der Wasserfluss in der Pflanze blockiert wird. Die Pflanzen welken zunächst an heißen Tagen und oft einseitig oder von den unteren Blättern her, vergilben anschließend und sterben trotz feuchten Bodens ab. Im Querschnitt des Stängels ist eine charakteristische braune Verfärbung der Leitbündel sichtbar. Die Krankheit verstärkt sich in der Wärme — das Entwicklungsoptimum des Erregers liegt bei hohen Bodentemperaturen (etwa 25–30 °C), weshalb die ersten Symptome meist im Hochsommer auftreten. In der Frühphase welken die Pflanzen in der heißen Mittagszeit und richten sich nachts oder nach dem Gießen vorübergehend wieder auf; mit der Zeit wird das Welken dauerhaft. Die Vergilbung schreitet von den ältesten, unteren Blättern nach oben fort und ist oft deutlich einseitig — mitunter ist nur eine Blatthälfte oder eine Triebseite befallen, und zwar auf jener Seite, auf der die verstopften Leitbündel verlaufen. Die Pflanzen bleiben im Wuchs zurück (Wachstumshemmung), und bei Sämlingen zeigt sich die Fusarium-Welke als Umfallkrankheit und Zusammenbrechen der Jungpflanzen. Die braune Verfärbung der Leitbündel ist das zuverlässigste Erkennungsmerkmal — bei der Fusarium-Welke ist sie meist intensiv und reicht tief in den Stängel und in die Wurzeln. Bei feuchten Bedingungen kann sich, besonders an der Stängelbasis oder an der Schnittfläche, ein zarter rosa-lachsfarbener oder weißer Sporenbelag des Pilzes bilden. Fusarium oxysporum tritt in spezialisierten Formen (formae speciales) auf, von denen jede nur eine bestimmte Pflanzenart oder -gattung befällt (z. B. Tomate, Gurke, Erbse, Nelke, Banane), was die Unterscheidung von Erregern mit breitem Wirtsspektrum erleichtert.
RostRostorange bis braune, stäubende Sporenlager auf der Blattunterseite, denen auf der Oberseite gelbe Flecken entsprechen. Stark befallene Blätter vergilben und fallen vorzeitig ab, die Pflanze wird geschwächt. Betroffen sind unter anderem Rosen und Malven, und manche Roste haben einen Zwischenwirt (z. B. der Birnengitterrost den Wacholder). Die Pusteln (Sommersporenlager, sogenannte Uredien) durchbrechen die Blatthaut und setzen ein orange-rostfarbenes Pulver frei, das sich am Finger abwischen lässt — das ist das sicherste Erkennungsmerkmal. Im Hochsommer treten sie vor allem auf der Blattunterseite, entlang der Blattadern und an den Blattstielen auf, bei manchen Arten auch an grünen Trieben und Kelchblättern. Im Spätherbst dunkeln die Lager zu bräunlichschwarz nach — das sind die Dauersporen (Telien), mit denen der Pilz an Pflanzenresten überwintert. Roste zeichnen sich durch eine enge Spezialisierung aus: Ein bestimmter Rost befällt in der Regel nur eine Art oder Gattung von Wirtspflanzen, weshalb Rosenrost, Malven- und Eibischrost, Bohnen-, Lauch- und Knoblauchrost, Minz-, Pelargonien- oder Rasenrost verschiedene, nicht austauschbare Pilze sind. Das allgemeine Symptom — Vergilben und vorzeitiger Blattfall — schwächt die Pflanze und mindert Blüte und Ertrag, tötet sie jedoch selten innerhalb einer Saison.
Drahtwürmer (Larven der Schnellkäfer)Larven der Schnellkäfer: schmal, hart und glänzend, gelbbraun (daher der Name „Drahtwürmer“), bis 2–3 cm lang, mit drei Paar kurzer Beine direkt hinter dem Kopf. Sie entwickeln sich 3–5 Jahre im Boden. Symptome: schmale Fraßgänge in Kartoffelknollen, Möhrenwurzeln, Zwiebeln und an der Stängelbasis sowie angefressene Wurzeln von Jungpflanzen, die welken und stellenweise ausfallen — besonders auf frisch umgebrochenen Grasflächen. Die erwachsenen Käfer (Schnellkäfer) sind länglich, dunkel und 7–12 mm lang; sie sind für ihre charakteristische Fähigkeit bekannt, sich nach dem Umkippen auf den Rücken mit einem Knacken hochzuschnellen — sie selbst richten an Kulturpflanzen keine nennenswerten Schäden an; Schädling sind ausschließlich die Larven. Die Weibchen legen ihre Eier flach im Boden ab, am liebsten unter grasbewachsener, feuchter Narbe, weshalb die Gefahr in den ersten 2–3 Jahren nach dem Umbruch eines mehrjährigen Rasens, einer Brache oder eines mit Quecke verunkrauteten Feldes am größten ist. Die Larven wandern je nach Temperatur und Feuchtigkeit im Bodenprofil: im Frühjahr und Herbst fressen sie flach in der Wurzelzone, bei Hitze und Trockenheit ziehen sie sich tiefer zurück. Die Schäden sind charakteristische schmale, glatte Kanäle und Gänge in Knollen, Speicherwurzeln und Zwiebeln; sie mindern den Handelswert der Ernte und öffnen den Weg für sekundäre bakterielle und pilzliche Fäulnis. Bei Jungpflanzen und jungen Sämlingen (Mais, Gemüse, Beetpflanzen) durchbeißen die Larven die Wurzeln und die Stängelbasis am Wurzelhals, wodurch die Pflanzen welken und stellenweise absterben und in den Reihen leere Stellen (Bestandeslücken) hinterlassen. Die Schäden verstärken sich auf schweren, feuchten, humusreichen und stark verunkrauteten Böden.
ErdraupenDicke, fette Raupen von Eulenfaltern, graubraun oder erdfarben, mit glatter Haut, die nachts fressen. Tagsüber verbergen sie sich flach im Boden, eingerollt zur charakteristischen C-Form. Wirtspflanzen sind Gemüse, Setzlinge, Stauden und Erdbeeren. Symptome: Erdraupen benagen junge Pflanzen dicht über der Bodenoberfläche und schneiden Sämlinge wie mit einem Messer ab; außerdem fressen sie Wurzeln, Knollen und die unteren Blätter. Unter dem Namen „Erdraupen“ verbergen sich mehrere Eulenfalterarten — am häufigsten die Saateule (Agrotis segetum), die Ausrufungszeichen-Eule (A. exclamationis) und die Ypsiloneule (A. ipsilon). Die adulten Tiere sind unscheinbare, nachtaktive Falter mit graubraunen Vorderflügeln und einer Spannweite von etwa 3,5–4,5 cm, aktiv ab Mai; die Weibchen legen ihre Eier einzeln oder in Gruppen auf dem Boden, an Pflanzenresten und Unkräutern ab. Die jungen Raupen fressen zunächst an den bodennahen Blättern, erst die älteren (bis 4–5 cm heranwachsend) ziehen sich in den Boden zurück und gehen dazu über, die Pflanzen an der Basis zu benagen. Im Laufe des Jahres entwickeln sich meist eine bis zwei Generationen, und die Raupen überwintern im Boden. Die größten Schäden treten auf leichten, ausgetrockneten Böden und in trockenen, warmen Sommern auf, besonders auf frisch bepflanzten Beeten sowie auf Flächen, die unmittelbar nach umgepflügter Brache oder Rasen angelegt wurden. Ein charakteristisches Anzeichen ist eine junge Pflanze, die dicht über dem Boden abgeschnitten und umgefallen ist — und nach dem Beiseiteschieben der Erde an ihrer Basis eine eingerollte, fette Raupe.
BlattläuseKleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.
SchneckenNackt- und Gehäuseschnecken, die nachts und nach Regen fressen. Symptome: unregelmäßige Löcher in den Blättern und vollständig abgefressene junge Sämlinge, silbrige Schleimspuren auf Blättern und Boden. Die größten Schäden treten an feuchten, schattigen Stellen auf — besonders an Salat, Erdbeeren und Funkien. Am gefährlichsten im Garten sind die Nacktschnecken (ohne äußeres Gehäuse): die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris, früher als A. lusitanicus beschrieben) sowie die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum). Der Tigerschnegel (Limax maximus) ähnelt ihnen morphologisch, frisst jedoch vor allem an verrottender organischer Substanz und Pilzen und erbeutet mitunter sogar andere Schnecken, sodass er als Schädling lebender Pflanzen kaum Bedeutung hat. Gehäuseformen — Bänderschnecken (Cepaea) oder die geschützte Weinbergschnecke (Helix pomatia) — richten in der Regel geringere Schäden an. Der Körper ist weich, langgestreckt und ständig mit Schleim bedeckt; am Kopf sind zwei Paar einziehbare Fühler zu erkennen — das längere obere Paar trägt die Augen, das kürzere untere dient dem Tast- und Geruchssinn. Schnecken sind Zwitter: Sie legen kugelige, durchsichtige oder perlmuttfarbene Eier in Gelegen ab, verborgen im feuchten Boden, unter Steinen und in der Laubstreu. Ein einzelnes Exemplar der Spanischen Wegschnecke kann mehrere Hundert Eier ablegen; es überwintern sowohl die Eier als auch die Jungschnecken, und der Fraß dauert vom Frühjahr bis in den Spätherbst, wobei er sich in warmen, feuchten Nächten verstärkt. Die Schäden haben glatte Ränder und entstehen oft mitten in der Blattspreite, nicht nur am Rand; Sämlinge und Jungpflanzen werden bis auf den blanken Boden abgefressen, und an Erdbeeren sowie reifenden Gemüsen nagen die Schnecken Vertiefungen in die Früchte. Diagnostisch entscheidend ist die eingetrocknete, silbrig glänzende Schleimspur — kein Insekt hinterlässt sie.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | — |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Der Mais stammt aus Mesoamerika, wo er aus dem wilden Gras Teosinte (Zea mays ssp. parviglumis) im Tal des Flusses Balsas im heutigen Mexiko vor etwa 9000 Jahren domestiziert wurde. Es ist eine der ältesten und wichtigsten Domestikationen in der Geschichte der Landwirtschaft – aus einem kleinährigen Gras mit einigen wenigen harten Körnern entstand eine Pflanze mit großen, vielreihigen Kolben. Die Zuckerform ist deutlich jünger: Sie entstand als spontane Mutation, die die Stärkeeinlagerung hemmt, und wurde von den indigenen Völkern Nordamerikas schon lange vor der Kolonisierung angebaut. In die Landwirtschaft der Siedler gelangte sie 1779, als Teilnehmer der Expedition von General Sullivan eine süße Sorte bei den Irokesen am Fluss Susquehanna sammelten. Im 19. Jahrhundert wurde eine Reihe von Sorten festgelegt, darunter der weiße „Stowell’s Evergreen“ (um 1848), und zum Durchbruch wurde der gelbe „Golden Bantam“, den die Firma Burpee 1902 in den Handel brachte. In den 1930er-Jahren erschienen die ersten Hybriden, darunter der gegen die bakterielle Welke widerstandsfähige „Golden Cross Bantam“ (1933). Eine weitere Revolution brachte die Entdeckung des Shrunken-2-Gens (sh2) durch John Laughnan in den 1950er-Jahren, das supersüße Sorten mit einem um ein Vielfaches höheren Zuckergehalt und einer langsameren Umwandlung des Zuckers in Stärke nach der Ernte ergab. In Polen setzte sich der Zuckermais als Kleingarten-Gemüse erst in den letzten Jahrzehnten durch.
Verwendung
Wird ausschließlich durch Direktsaat ins Freiland angebaut, ab Mai, wenn die Frostgefahr vorüber ist und sich der Boden auf 10–12 °C erwärmt hat; frühere Aussaat fault in der Regel im kalten Boden. Die Samen werden 3–5 cm tief gesät, im Abstand von etwa 30 cm in der Reihe und 50–70 cm zwischen den Reihen. Die wichtigste Regel betrifft die Anordnung: Mais pflanzt man in einem geschlossenen Block (mehrere kurze Reihen nebeneinander, mindestens 4×4 Pflanzen) und niemals in einer einzelnen langen Reihe – nur ein Block gewährleistet eine wirksame Windbestäubung und gleichmäßig gefüllte Kolben. Der Standort muss voll besonnt und vor starkem Wind geschützt sein, der Boden fruchtbar, humos und ausreichend feucht, besonders während der Blütezeit. Die Pflanze ist ein Stickstoffzehrer und reagiert gut auf eine Kopfdüngung vor dem Schieben der Rispen. Die Kolben werden im Milchreifestadium geerntet – etwa 18–24 Tage nach dem Erscheinen der Narben, wenn die Narben braun werden und vertrocknen und der Saft eines mit dem Fingernagel angestochenen Korns milchig ist, nicht wässrig oder teigig. Die Körner isst man gekocht, gegrillt oder vom Rost, und den Ernteüberschuss friert man ein oder konserviert ihn. Im Garten ist der Mais die klassische „ältere Schwester“ im System der Drei Schwestern: Er stützt die Stangenbohne, während der Kürbis den Boden an seinem Fuß bedeckt. Man pflanzt ihn wegen der Xenien nicht neben Futter- oder Popcornmais. An denselben Standort kehrt er nach 2–3 Jahren Pause zurück.
Wissenswertes
- Jede seidige Narbe („Faden“) am Kolben entspricht einem Korn – bleibt eine Narbe unbestäubt, hinterlässt sie eine leere Stelle am Kolben.
- Xenien-Effekt: Geschmack und Aussehen des Korns hängen vom Genotyp des Pollens ab, weshalb Zuckermais, der von Futter- oder Popcornmais bestäubt wird, mehlig wird und seine Süße verliert – eine räumliche oder zeitliche Isolation von anderen Typen ist erforderlich.
- Der Mais ist eine C4-Pflanze, eine der wenigen Kulturpflanzen mit diesem Photosyntheseweg, was ihn bei Hitze und voller Sonne außergewöhnlich leistungsfähig macht.
- Im abgeernteten Kolben alter Sorten (Typ su) beginnt der Zucker schon nach wenigen Stunden in Stärke überzugehen – daher die Regel, ihn gleich nach der Ernte zu kochen; supersüße Sorten (sh2) halten ihre Süße deutlich länger.
Häufige Fragen
Warum haben die Maiskolben leere Stellen und nicht angesetzte Körner?
Das ist die Folge einer schwachen Bestäubung. Der Mais ist windbestäubend, und jede unbestäubte Narbe hinterlässt eine leere Stelle am Kolben. Die häufigste Ursache ist das Pflanzen in einer einzelnen langen Reihe statt in einem geschlossenen Block – pflanze mehrere kurze Reihen nebeneinander (mind. 4×4 Pflanzen). Den Ansatz erschweren auch Hitze und Trockenheit während der Blüte sowie ein Gießen von oben, das den Pollen niederschlägt.
Wann erntet man Zuckermais?
Im Milchreifestadium, meist 18–24 Tage nach dem Erscheinen der Narben. Du erkennst es daran, dass die Narben an der Kolbenspitze braun geworden und vertrocknet sind, der Kolben voll und prall ist und der Saft eines mit dem Fingernagel angestochenen Korns milchig ist. Ein wässriger Saft bedeutet, dass es zu früh ist, ein teigiger, dass der Kolben überreif ist und das Korn mehlig wird.
Kann man Zuckermais neben Popcorn- oder Futtermais pflanzen?
Nicht zur selben Zeit und am selben Ort. Es tritt der Xenien-Effekt ein: Der Pollen eines anderen Maistyps verändert den Genotyp des Endosperms im Korn, wodurch das Korn des Zuckermaises mehlig wird und seine Süße verliert. Wenn du mehrere Typen anbaust, trenne sie räumlich (mehrere hundert Meter) oder zeitlich, indem du sie so aussäst, dass sie zu verschiedenen Terminen blühen.
Wie dicht und in welcher Anordnung pflanzt man Mais?
Etwa 30 cm zwischen den Pflanzen in der Reihe und 50–70 cm zwischen den Reihen, aber am wichtigsten ist die Blockanordnung – mehrere kurze Reihen nebeneinander und nicht eine lange. Der Block ermöglicht es dem Pollen aus den Rispen, auf die Narben der Nachbarpflanzen zu treffen. Eine einzelne Reihe, selbst eine dichte, setzt die Kolben nur schwach an.
Wozu wachsen am Grund des Halms dicke Wurzeln und zusätzliche Triebe?
Die dicken, über der Erde hervortretenden Wurzeln sind Stützwurzeln (Adventivwurzeln) – sie stabilisieren die hohe Pflanze und nehmen Wasser auf; sie sind eine natürliche Erscheinung, häufle sie nicht an und entferne sie nicht. Auch die Seitentriebe am Grund (die sogenannten Geiztriebe) kann man stehen lassen – ihr Entfernen steigert den Ertrag nicht, sondern verletzt die Pflanze.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO), Royal Botanic Gardens, KewDatenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — SweetcornInstitution / Botanischer Garten
- USDA GRIN — Zea mays subsp. maysDatenbank (GBIF, POWO…)
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