Erkennung
Mikroskopisch kleine Milbe (Gallmilbe, ca. 0,2 mm), mit bloßem Auge nicht sichtbar, die das Innere der Knospen besiedelt. Befallene Knospen schwellen unnatürlich an, nehmen eine kugelige Form an und sterben ab, statt auszutreiben — ein als „Rundknospen“ bekanntes Symptom. Der Schädling überträgt die Reversionskrankheit der Johannisbeere, eine gefährliche virusähnliche Erkrankung, die die Blätter verformt und Ertragslosigkeit verursacht. Befallen wird vor allem die Schwarze Johannisbeere, seltener die Rote und die Stachelbeere. Der Körper der Gallmilbe ist langgestreckt, wurmförmig-spindelförmig, weißlich und trägt nur zwei Beinpaare im vorderen Bereich — ein für die gesamte Familie der Gallmilben (Eriophyidae) typisches Merkmal. In einer einzigen befallenen Knospe können von einigen Hundert bis zu einigen Zehntausend Individuen überwintern, weshalb eine einzelne „Rundknospe“ ein Herd einer massenhaften Invasion ist. Am leichtesten erkennt man den Befall im Winter und im Vorfrühling, wenn der Strauch unbelaubt ist: gesunde Blattknospen sind schmal, spitz und dem Trieb anliegend, befallene dagegen rund, deutlich angeschwollen und abstehend, kleinen Kohlköpfen ähnlich. Die Milben fressen den größten Teil des Jahres verborgen unter den Knospenschuppen. Die Wanderung fällt in die Zeit des Knospenaufbruchs und der Blüte (meist April–Mai): die Individuen verlassen die absterbenden, alten Knospen und bewegen sich — passiv mit dem Wind sowie am Körper von Insekten und aktiv über die Triebe — zu den jungen, sich bildenden Knospen, die sie für den Rest der Saison besiedeln. Der unmittelbare Fraß verformt und schwächt die Knospen, doch die gefährlichste Folge ist die Übertragung der Reversion: ihre Symptome sind vereinfachte Blätter (weniger Lappen und flachere Randzähnung), mit spärlicherer Aderung, ohne das charakteristische Aroma der Schwarzen Johannisbeere, sowie verformte, oft gerötete Blüten, die zum allmählichen Ertragsverlust des Strauchs führen.
Bekämpfung
Regelmäßiges Ausbrechen und Vernichten befallener, geschwollener Knospen im zeitigen Frühjahr, bei starkem Befall Entfernen ganzer Sträucher. Grundlage ist die Anlage aus gesundem, zertifiziertem Pflanzgut sowie das Setzen weniger anfälliger Sorten; eine Spritzung mit Schwefel oder Akariziden ist während der Milbenwanderung (Blüte) möglich, wenn sie die alten Knospen verlassen. Das manuelle Entfernen der „Rundknospen“ erfolgt vom Winter bis zum Vorfrühling, unbedingt bevor die Knospen aufbrechen und die Milben ihre Wanderung beginnen — das gesammelte Material muss verbrannt oder aus der Anlage abtransportiert werden, denn die Milben überleben in abgetrennten Knospen. Die Maßnahme lohnt sich nur bei einzelnen, locker verteilten Herden; bei starkem, gestreutem Befall ist das Roden und die Neuanlage der Pflanzung sicherer. Entscheidend ist die Vorbeugung: Stecklinge ausschließlich von gesunden Muttersträuchern nehmen, zertifiziertes, von Schädling und Reversion freies Material verwenden sowie resistente Sorten wählen (die das Resistenzgen gegen die Gallmilbe tragen) — mit dem Vorbehalt, dass die Resistenz durchbrochen werden kann und die regelmäßige Kontrolle nicht ersetzt. Neue Sträucher sollten von alten, vernachlässigten Pflanzungen sowie von wilden Johannisbeeren und Stachelbeeren isoliert werden, die ein Reservoir bilden. Vermehrungsmaterial kann zusätzlich durch ein Warmwasserbad entseucht werden (Quarantänemethode für Baumschulen). Der chemische Schutz hat eine begrenzte Wirksamkeit, da die Milben den größten Teil des Jahres im Inneren der Knospen unzugänglich sind — er wirkt ausschließlich auf wandernde Individuen, weshalb Kontaktbehandlungen (Schwefelpräparat, Akarizid) genau auf das Wanderungsfenster während der Blüte ausgerichtet und meist wiederholt werden müssen. Von Sträuchern mit Reversionssymptomen sollten keine Stecklinge genommen werden, selbst wenn die Knospen selbst gesund aussehen.
Bekämpfung — biologische und chemische Methoden
Ökologische und biologische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Ausbrechen und Vernichten befallener Knospen | Das manuelle Entfernen der angeschwollenen „Rundknospen“ und ihr Verbrennen oder Abtransport beseitigt den Invasionsherd, bevor die Milben abwandern. | Winter–Vorfrühling, vor dem Aufbrechen der Knospen |
| Gesundes zertifiziertes Material und resistente Sorten | Die Anlage aus von Schädling und Reversion freien Sträuchern sowie die Wahl von Sorten mit Resistenzgen begrenzt die Befallsquelle. | Bei der Anlage der Pflanzung |
| Beseitigung befallener Sträucher und Isolation von wilden Ribes | Das Roden stark besiedelter Sträucher und das Fernhalten neuer Pflanzungen von wilden Johannisbeeren und Stachelbeeren beseitigt das Reservoir der Milben. | Bei starkem, gestreutem Befall |
| Warmwasserbad der Stecklinge | Die thermische Entseuchung des Vermehrungsmaterials tötet die in den Knospen verborgenen Milben; Quarantänemethode für Baumschulen, nicht für ausgewachsene Sträucher. | Vor der Vermehrung |
Chemische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Kontaktbehandlung während der Wanderung (Schwefel / Akarizid) | Ein Schwefelpräparat oder ein Kontakt-Akarizid wirkt nur auf die außerhalb der Knospen wandernden Milben; begrenzte Wirksamkeit, Wiederholung erforderlich. | Knospenaufbruch und Blüte (April–Mai) |
Wir nennen Wirkstoffgruppen und Wirkmechanismen, keine Handelsnamen — konkrete Präparate und ihre Zulassung unterscheiden sich je nach Land und werden mitunter zurückgezogen. Prüfen Sie stets das aktuelle Etikett und befolgen Sie es.
Quellen
- Atlas der Pflanzenschädlinge
- Gartenbauinstitut – Staatliches Forschungsinstitut