Symptome
Auf den Blättern erscheinen zahlreiche, kleine, runde Flecken mit hellerer, gräulicher Mitte und dunklerem, braunem Rand. Innerhalb der Flecken sind winzige schwarze Punkte sichtbar – Pyknidien, also die Fruchtkörper des Pilzes, was die Krankheit von anderen Blattflecken unterscheidet. Der Befall schreitet von den unteren, ältesten Blättern nach oben fort; bei starkem Befall fließen die Flecken zusammen, die Blätter vergilben, vertrocknen und fallen vorzeitig ab, was die Pflanze schwächt. Betroffen sind u. a. Tomate, Johannisbeere, Phlox sowie viele Stauden. Die Flecken haben meist 2–5 mm Durchmesser; das entscheidende Erkennungsmerkmal sind die dunklen Pyknidien in ihrer Mitte – am besten mit der Lupe zu erkennen, die bei hoher Luftfeuchtigkeit weißliche „Ranken“ von Sporen ausdrücken. Dicht mit Flecken übersäte Blätter wirken wie bestäubt. Die Krankheit wird durch warmes (etwa 20–25 °C), feuchtes Wetter sowie lange auf den Blättern verbleibendes Wasser (Regen, Tau, Beregnung von oben) begünstigt. Bei der Tomate beschränkt sich der Befall fast ausschließlich auf Blätter und Blattstiele – die Früchte bleiben meist gesund –, doch der Verlust des Assimilationsapparats führt zu kleiner werdenden Früchten und setzt sie Sonnenbrand aus.
Bekämpfung
Das Entfernen und Vernichten befallener Blätter und Pflanzenreste verringert die Sporenquelle; sie sollten nicht kompostiert werden. In stark befallenen Kulturen setzt man Spritzungen mit Kontakt- und Tiefenwirkung ein, die nach den ersten Flecken begonnen und den Empfehlungen entsprechend wiederholt werden. Gießen an die Wurzel, ohne die Blätter zu benetzen, verringert die Ausbreitung des Pilzes. Die Spritzungen sollten bei feuchtem Wetter alle 7–14 Tage wiederholt und dabei Präparate mit unterschiedlichem Wirkmechanismus im Wechsel eingesetzt werden, um eine Resistenzbildung des Pilzes zu vermeiden. Hilfreich sind das Entfernen der untersten, am stärksten befallenen Blätter bereits bei den ersten Symptomen sowie das Desinfizieren der Werkzeuge und das Aufbinden der Pflanzen an Stäbe für eine bessere Durchlüftung. Da der Pilz auf Pflanzenresten und auf verwandten Unkräutern überwintert (bei der Tomate – auf Nachtschattengewächsen), begrenzt deren Entfernung eine erneute Infektion.
Vorbeugung
Lockeres Pflanzen und ein luftiger Standort fördern das rasche Abtrocknen der Blätter, was die Infektion erschwert. Empfehlenswert ist das Mulchen des Bodens, um das Aufspritzen von Sporen aus der Erde auf die unteren Blätter zu begrenzen, sowie das Entfernen befallener Reste im Herbst. Fruchtwechsel und die Wahl weniger anfälliger Sorten (z. B. bei Tomaten) senken das Risiko zusätzlich. Es lohnt sich, von gesundem Ausgangsmaterial auszugehen – zertifiziertem Saatgut und symptomfreien Jungpflanzen – und eine Beregnung der Pflanzen von oben zu vermeiden, besonders abends, wenn die Blätter lange nicht abtrocknen. Das Anstäben, Anbinden und der Formschnitt verbessern die Luftzirkulation, und das Desinfizieren von Stäben, Stützen und Werkzeugen zwischen den Saisons entfernt überwinternde Sporen. Regelmäßiges Jäten (besonders von Nachtschattengewächsen beim Tomatenanbau) nimmt dem Erreger das Reservoir zwischen den aufeinanderfolgenden Kulturen.
Unterscheidung von Verwechslungen
| Merkmal | Septoria-Blattfleckenkrankheit | Dürrfleckenkrankheit (Alternaria-Blattflecken) |
|---|---|---|
| Aussehen des Flecks | Klein (2–5 mm), rund, gleichmäßig: gräuliche Mitte und dunkelbrauner Rand | Größer, mit konzentrischen Ringen (Effekt der „Zielscheibe“), oft mit gelbem Hof |
| Merkmal innerhalb des Flecks | Winzige schwarze Pyknidien (Punkte) in der Fleckenmitte – mit der Lupe sichtbar | Keine Pyknidien; bei Feuchtigkeit dunkler, samtiger Sporenbelag auf der Oberfläche |
| Erreger | Septoria spp. | Alternaria spp. |
| Befallene Organe | Fast ausschließlich Blätter (selten Blattstiele); Früchte meist frei | Befällt auch Stängel und Früchte – dunkle, eingesunkene, konzentrische Flecken am Fruchtansatz |
Bekämpfung — biologische und chemische Methoden
Ökologische und biologische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Sanitäre Hygiene (Entfernen befallener Blätter und Pflanzenreste) | Beseitigt die Sporenquelle – Pyknidien überwintern auf Pflanzenresten; nicht kompostieren. Wirkt unterstützend, allein bekämpft sie einen starken Befall nicht. | Ab den ersten Flecken sowie im Herbst nach der Ernte |
| Gießen an die Wurzel und luftiger Standort | Bewässerung an den Boden ohne Benetzen der Blätter sowie lockeres Pflanzen verkürzen die Blattnässedauer, die der Pilz zum Keimen der Sporen braucht. | Während der gesamten Saison |
| Mulchen des Bodens | Eine Mulchschicht begrenzt das Aufspritzen von Sporen aus dem Boden durch Regentropfen auf die unteren Blätter, wo die ersten Infektionen beginnen. | Im Frühjahr, vor der Entwicklung der Krankheit |
| Fruchtwechsel und weniger anfällige Sorten | Eine 2–3-jährige Anbaupause anfälliger Arten am selben Standort sowie die Wahl weniger anfälliger Sorten (z. B. bei Tomaten) senken den Erregerdruck. | — |
Chemische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Kontaktfungizide (kupferhaltig, multi-site) | Schutzmittel, die eine Barriere auf der Blattoberfläche bilden; sie wirken vorbeugend, erfordern eine gründliche Benetzung und Wiederholungen nach Regen. Kupfer ist auch im Ökolandbau zugelassen. | Vorbeugend und ab den ersten Flecken |
| Systemische Fungizide (Triazole/DMI) | Sie dringen ins Gewebe ein und wirken tiefen-/kurativ; die Wirkmechanismus-Gruppen sind zu rotieren, um keine resistenten Pilzstämme zu selektieren. | Bei starkem Druck, im Wechsel mit Kontaktmitteln |
Wir nennen Wirkstoffgruppen und Wirkmechanismen, keine Handelsnamen — konkrete Präparate und ihre Zulassung unterscheiden sich je nach Land und werden mitunter zurückgezogen. Prüfen Sie stets das aktuelle Etikett und befolgen Sie es.
Quellen
- Phytopathologie. Krankheiten von Gartenpflanzen
- Institut für Gartenbau – PIB