Gewöhnlicher Hopfen

Humulus lupulus · Common hop (EN) · Gewöhnlicher Hopfen (DE)

Der Gewöhnliche Hopfen (Humulus lupulus) ist eine heimische, ausdauernde Windepflanze mit jährlich absterbenden Trieben, vor allem bekannt als Rohstoff für das Bierbrauen dank seiner aromatischen weiblichen Dolden.

Sonne/Halbschatten Mäßig Wasser USDA 3a–8b Giftig
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Ein ausdauernder Wurzelstock treibt jedes Jahr neue Triebe, die nach der Saison absterben — der oberirdische Teil ist einjährig.
  • Sehr schnelles Wachstum — bis zu mehreren Metern in einer einzigen Vegetationsperiode.
  • Die weiblichen Hopfendolden sind der Rohstoff für die Bierherstellung und wurden traditionell in der Kräuterheilkunde als Beruhigungsmittel verwendet.
  • Stark, sogar tödlich giftig für Hunde — Vierbeiner müssen unbedingt vom Zugang zur Pflanze ferngehalten werden.
  • Frosthart bis USDA-Zone 3 — der oberirdische Teil stirbt ohnehin jedes Jahr ab.

Botanische Daten

Familie
Cannabaceae (Cannabaceae)
Höhe
3–7 m
Breite
1–1.5 m
Wuchsform
Überhängend
Wuchsgeschwindigkeit
Schnell
Standort
Sonne, Halbschatten
Boden
Lehmig, Humos
pH-Wert
pH 6–7.5
Feuchtigkeit
Mäßig, Feucht
Blütezeit
Juli–August
Winterhärte
USDA 3a–8b
Vermehrung
Aus Stecklingen, Durch Ausläufer, Durch Teilung

Merkmale

Eine krautige Windepflanze mit rauen, behaarten Trieben und handförmig gelappten Blättern mit gesägtem Rand. Die Pflanze ist zweihäusig — männliche und weibliche Exemplare sind getrennt; die weiblichen Blütenstände entwickeln sich zu charakteristischen, schuppigen, hellgrünen Dolden, die beim Bierbrauen verwendet werden. Der Wurzelstock ist mehrjährig, doch die oberirdischen Triebe sterben im Herbst ab und treiben jedes Frühjahr von der Basis neu aus.

Anbau und Pflege

Bewässerung

Das sehr intensive Wachstum im Frühjahr und Sommer erfordert regelmäßiges, reichliches Gießen, besonders im ersten Jahr nach der Pflanzung.

Im Sommer alle ~5 Tage · Trockenheitstoleranz: Mittel

Düngung

Hopfen ist eine sehr nährstoffbedürftige Pflanze — er reagiert gut auf regelmäßige, mäßige Düngergaben während der gesamten intensiven Wachstumsphase.

alle 3–4 Wochen von April bis Juli · kompost, nawóz wieloskładnikowy

Pflanzung

An einer soliden, hohen Rankhilfe pflanzen (Stange, Schnur, Pergola) — die Triebe können in einer einzigen Saison mehrere Meter wachsen und winden sich im Uhrzeigersinn um die Stütze.

Zeitpunkt: April · Abstand 100–150 cm

Schnittkalender

Schnittgruppe: Starkwüchsige Kletterpflanzen — im Frühjahr in Schach halten

Warum dann: Üppige, schnell wachsende Kletterpflanzen, die man im Auge behalten muss, weil sie rasch mehr Platz einnehmen. Die größeren werden wegen ihrer Blätter und ihres Wuchses geschätzt, und Trompetenblume und Passionsblume blühen an den diesjährigen Trieben — deshalb nimmt ihnen ein Frühjahrsschnitt keine Blüten, und alle vertragen einen ordnenden Schnitt gut, wenn sie austreiben.

Was und wie schneiden

Im zeitigen Frühjahr, wenn die Pflanze austreibt, die Triebe auf die festgelegten Grenzen zurückschneiden und die abschneiden, die unter Dachziegel und Regenrinnen wachsen; im Sommer den Überschuss einkürzen.

Im Frühjahr, wenn neue Triebe aus dem Wurzelstock erscheinen.

Was du nicht tun solltest

Lass die Triebe nicht in die Fassade, Ritzen und Regenrinnen einwachsen — später sind sie schwer zu entfernen, und das Abreißen beschädigt den Putz.

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

Hohe, solide Rankhilfen und PergolenPraktische Beobachtung

Hopfen windet sich um die Rankhilfe und kann im Laufe der Saison mehrere Meter wachsen, weshalb er gut zu Konstruktionen passt, die er schnell mit Grün verdeckt.

Gewöhnlicher FliederPraktische Beobachtung

Ein großer, verholzter Strauch kann als natürliche, lebende Rankhilfe für Hopfentriebe am Gartenrand dienen, sofern er stattlich genug ist, um nicht überwuchert zu werden.

Schlechte Nachbarschaft

Niedrige Stauden und Rabatte in unmittelbarer Nähe des WurzelstocksPraktische Beobachtung

Die Ausläufer des Hopfens breiten sich intensiv unter der Erde aus und können flach wurzelnde Pflanzen verdrängen, da sie um Wasser und Platz konkurrieren.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Krankheiten und Schädlinge

Falscher Mehltau

Gelbe oder eckige (von den Blattadern begrenzte) Flecken auf der Blattoberseite, denen auf der Unterseite ein grauvioletter oder brauner Sporenbelag entspricht. Er unterscheidet sich vom Echten Mehltau, dessen weißer Belag auf der Blattoberseite sitzt. Er entwickelt sich bei Feuchtigkeit und kühlen Nächten und ist gefährlich für Gurken, Zwiebeln und Weinreben. Die Flecken sind anfangs hellgrün oder vergilbend, und ihre eckige, mosaikartige Form entsteht dadurch, dass die Entwicklung des Erregers von den größeren Blattadern aufgehalten wird. Der zarte, filzige Belag auf der Unterseite (daher der Name „Mehltau“) ist die Sporenbildung des Eipilzes — am besten morgens oder nach einer Phase hoher Luftfeuchtigkeit zu erkennen. Mit der Zeit werden die Flecken braun, trocknen ein und fließen zusammen, das Blatt stirbt vorzeitig ab, was die ganze Pflanze schwächt und den Ertrag mindert. Die Krankheit ist stark auf ihren Wirt spezialisiert: Gurken und Kürbisse befällt Pseudoperonospora cubensis, Zwiebeln Peronospora destructor, Weinreben Plasmopara viticola und Salat Bremia lactucae — daher überträgt sich der Befall einer Art in der Regel nicht auf nicht verwandte Kulturen.

Echter Mehltau

Weißer, mehliger Belag auf Blättern, Trieben und Knospen. Die Blätter vergilben, verformen sich und fallen vorzeitig ab. Der Belag entwickelt sich auf beiden Blattseiten, ist von oben oft gut sichtbar und lässt sich leicht mit dem Finger abwischen – es handelt sich um das oberflächliche Myzel eines Ektoparasiten, das den Zellen der Epidermis mithilfe von Saugorganen (Haustorien) Nährstoffe entzieht. Anfangs sind einzelne, runde, weiße Flecken zu sehen, die mit der Zeit zusammenfließen und die gesamte Blattoberfläche sowie die jungen Zuwächse überziehen. Am anfälligsten sind junge Blätter und die diesjährigen Triebe; bei starkem Befall kräuseln und versteifen sie sich und ihr Wachstum wird gehemmt, an den Knospen kommt es zu Verformung oder Absterben der Blüten. An den Früchten mancher Arten (Stachelbeere, Apfel, Kürbisgewächse) hinterlässt der Belag Berostungen oder eine verkorkte Schale. Gegen Ende der Saison erscheinen im Belag kleine, dunkle Fruchtkörper (Chasmothecien, früher Kleistothecien genannt) – die Überwinterungsstrukturen des Erregers. Die Krankheit befällt viele Pflanzen, u. a. Rosen, Eiche, Liguster, Flieder, Kürbisgewächse, Getreide, Weinrebe, Apfel, Stachelbeere, Phlox und Sonnenhut (Echinacea), wobei jeden dieser Wirte eine spezialisierte Pilzart befällt.

Blattläuse

Kleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.

Spinnmilben

Winzige (0,3–0,5 mm) Spinnentiere, mit bloßem Auge kaum zu erkennen, die an der Blattunterseite saugen. Symptome: feine helle Sprenkel (Einstichstellen), mit der Zeit werden die Blätter grau, vergilben und vertrocknen. Bei starkem Befall zeigt sich ein feines Gespinst. Warme, trockene Luft fördert die Entwicklung — ein häufiges Problem bei Zimmerpflanzen im Winter in der Nähe von Heizkörpern. Spinnmilben sind keine Insekten, sondern Milben aus der Familie Tetranychidae — erwachsene Tiere haben 8 Beine (Larven nur 6). Am häufigsten tritt in Kulturen die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) auf: gelbgrüne Weibchen tragen an den Körperseiten zwei dunkle Flecken, überwinternde Weibchen verfärben sich orangerot. In Obstgärten ist die Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi) verbreitet, deren rote Eier gehäuft an der Triebrinde überwintern. Fraßmechanismus: Die Milben stechen die Zellen der Epidermis und des Mesophylls an der Blattunterseite an und saugen deren Inhalt aus, und die entleerten Zellen füllen sich mit Luft — daher die charakteristische, silbrig-graue, feine Sprenkelung, die von der Blattoberseite sichtbar ist (ähnelt einer mosaikartigen Verfärbung). Bei hoher Dichte werden die Blätter braun, rollen sich ein und fallen vorzeitig ab, und die ganze Pflanze schwächt sich und verliert an Zuwachs. Ein dichtes Gespinst zwischen Blättern und Triebspitzen erscheint erst bei fortgeschrittenem Befall und ist ein Signal für die Gefahr einer Verschleppung des Schädlings auf benachbarte Pflanzen. Der Entwicklungszyklus ist bei Wärme und Trockenheit sehr schnell — bei einer Temperatur von 25–30°C kann sich eine Generation in 1–2 Wochen abschließen, daher zahlreiche Generationen pro Saison und ein rasantes, exponentielles Anwachsen der Population. Die Weibchen legen kugelige, durchsichtige Eier an der Blattunterseite ab. Es überwintern begattete Weibchen (in Rindenritzen, Streu und Pflanzenresten) oder — bei der Obstbaumspinnmilbe — die Eier an der Rinde. Ein früher Befall wird leicht übersehen; bei der Diagnose hilft das Abschütteln eines Blattes über einem weißen Blatt Papier (wandernde Pünktchen werden sichtbar) oder das Betrachten der Blattunterseite mit einer Lupe.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Leicht Der Kontakt mit den rauen, behaarten Trieben und Blättern kann die Haut reizen (Kontaktdermatitis).
Hunde Tödlich Hopfen ist stark giftig für Hunde — schon geringe Mengen an Dolden oder Brauereiabfällen können eine maligne Hyperthermie, Krämpfe und den Tod auslösen. Hunden darf unter keinen Umständen Zugang zur Kultur oder zum Kompost mit Hopfenresten gewährt werden.
Katzen Mäßig

Geschichte und Herkunft

Der Hopfenanbau für das Bierbrauen hat in Mitteleuropa eine jahrhundertealte Tradition — in Polen entwickelte sich der Hopfenbau seit dem Mittelalter, und Regionen wie die Umgebung von Lublin und Nowy Sącz sind historisch mit seinem Anbau verbunden. Zuvor wurden Hopfendolden in der Volksheilkunde als Schlaf- und Beruhigungsmittel verwendet, etwa in Kräuterkissen.

Verwendung

Zur Berankung von Pergolen, Zäunen und hohen Gartenkonstruktionen als schnell wachsender grüner Sichtschutz innerhalb einer Saison. Die weiblichen Dolden werden beim Hausbrauen sowie in der Kräuterheilkunde als mildes Beruhigungs- und Schlafmittel verwendet.

Wissenswertes

  • Die aromatischen Harze und ätherischen Öle in den Hopfendolden verleihen dem Bier seine charakteristische Bitterkeit und sein Aroma — sie bestimmen den Stil vieler Craft-Biersorten.
  • Junge Hopfentriebe, sogenannter Hopfenspargel, sind essbar und werden in manchen Regionen Europas traditionell im Frühjahr als Gemüse geerntet, ähnlich wie Spargel.

Häufige Fragen

Ist Hopfen sicher für Haustiere?

Für Hunde ganz entschieden nicht. Hopfen, insbesondere Dolden und Brauereireste, ist für Hunde stark giftig und kann selbst in geringen Mengen eine lebensbedrohliche maligne Hyperthermie auslösen. Hopfenpflanzen und Kompost mit Hopfenresten müssen unbedingt von Hunden ferngehalten werden.

Wie schnell wächst Hopfen im Laufe der Saison?

Sehr schnell — ein ausgewachsener Wurzelstock kann auf dem Höhepunkt der Saison Triebe treiben, die täglich um mehrere Zentimeter zulegen, und erreicht vom Frühjahr bis zum Sommer mehrere Meter Länge. Deshalb braucht er von Anfang an eine solide, hohe Rankhilfe.

Muss Hopfen jedes Jahr neu gepflanzt werden?

Nein — der Wurzelstock ist mehrjährig und selbst in sehr strengen Klimazonen frosthart. Die oberirdischen Triebe sterben im Herbst ab, treiben aber im Frühjahr von derselben Basis wieder aus, sodass einmal gepflanzter Hopfen viele Jahre lang am selben Standort wachsen kann.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 14.7.2026.

Meine Notiz

Private Notiz zu dieser Pflanze — in deinem Browser gespeichert.

Ähnliche Pflanzen