Symptome
Die Krankheit betrifft Ahorne, insbesondere den Spitzahorn und den Bergahorn. Auf der Blattoberseite erscheinen im Sommer große, runde, erhabene, glänzend schwarze Flecken mit einem Durchmesser von bis zu 1–2 cm, die täuschend an Teertropfen oder erstarrten Lack erinnern und oft von einem helleren, gelblichen Rand umgeben sind. Der Schaden ist vor allem ästhetischer Natur, wenngleich bei starkem Befall die Blätter etwas früher abfallen. Interessanterweise treten die Flecken vor allem dort auf, wo die Luft sauber ist — der Pilz ist empfindlich gegenüber Schwefeldioxid-Belastung und gilt daher als natürlicher Indikator für gute Luftqualität. Die Entwicklung des Symptoms verläuft charakteristisch: Das erste Anzeichen, bereits im Spätfrühling oder Frühsommer sichtbar, ist ein verschwommener, hellgrüner bis gelblicher Verfärbungsfleck, noch ohne schwarze Struktur. Erst innerhalb dieses Flecks bildet sich in der zweiten Sommerhälfte eine dicke, anfangs matte, später glänzend schwarze Kruste (das Pilzstroma), leicht erhaben, mit fein strahliger oder runzeliger Oberfläche. Die Flecken sind hart und dauerhaft mit der Blattspreite verwachsen — sie lassen sich weder mit dem Finger abwischen noch mit Wasser abwaschen, was das entscheidende Merkmal zur Unterscheidung vom oberflächlichen, rußartigen Belag ist. Auf der Blattunterseite, gegenüber dem Fleck, ist das Gewebe mitunter heller, gelblich. Die Zahl der Flecken schwankt von einzelnen bis zu über einem Dutzend je Blatt; bei starker Dichte können sie sich fast berühren. Die Krankheit ist einzyklisch — im Laufe der Saison kommt es zu keinen Sekundärinfektionen, und die reifen Fruchtkörper (Apothecien) bilden sich in den schwarzen Stromata erst auf dem Falllaub über den Winter und schleudern im Frühjahr die Schlauchsporen aus, die die jungen, sich entwickelnden Blätter infizieren. Der Befall schwächt den Baum nicht dauerhaft — selbst bei zahlreichen Flecken bleiben Zuwachs und allgemeiner Zustand ungestört.
Bekämpfung
Eine chemische Bekämpfung ist in der Regel nicht nötig, da die Krankheit das Leben des Baumes nicht gefährdet. Die wirksamste Maßnahme ist das Zusammenrechen und Entfernen oder Kompostieren des Falllaubs im Herbst, denn der Pilz überwintert gerade in den Blättern am Boden und befällt von dort im Frühjahr die neuen Blätter. Das Unterbrechen dieses Kreislaufs verringert die Fleckenbildung in der folgenden Saison deutlich. Die Wirksamkeit der Sanierung ergibt sich unmittelbar aus der Biologie des Erregers: Die Krankheit ist einzyklisch, sodass die einzige Infektionsquelle im Frühjahr die Sporen aus dem vorjährigen, überwinterten Laub sind — es gibt keine sommerlichen Sekundärinfektionen, die sie nach dem Aufräumen „wiederaufbauen“ könnten. Das Laub muss tatsächlich vom Standort entfernt werden: abfahren, tief vergraben oder in einem Haufen kompostieren, der es vor dem Sporenausstoß im Frühjahr zersetzen kann; locker auf der Bodenoberfläche liegen gelassenes Laub bleibt weiterhin eine Infektionsquelle. Die Maßnahme wird im Herbst nach dem Blattfall durchgeführt, spätestens vor dem Aufbrechen der Knospen. Ehrlicherweise muss man jedoch anmerken, dass bei einem Baum, der zwischen anderen Ahornen wächst, die Sporen aus dem nicht aufgeräumten Laub der Nachbarn heranfliegen, sodass das bloße Zusammenrechen unter einem einzigen Baum nur teilweise wirksam ist. Die chemische Bekämpfung eines großen Landschaftsbaumes ist praktisch undurchführbar und unverhältnismäßig zum rein ästhetischen Schaden; Fungizidspritzungen kommen allenfalls bei jungen, wertvollen oder in der Baumschule gezogenen Bäumchen infrage (siehe Methoden unten), und das nur ausnahmsweise.
Vorbeugung
Grundlage ist die Standorthygiene — das regelmäßige Beseitigen des Falllaubs unter der Krone, besonders dort, wo die Krankheit im Vorjahr aufgetreten ist. Ein luftiger, sonniger Standort, an dem die Blätter rasch abtrocknen, hemmt die Entwicklung des Pilzes zusätzlich. Die Luftigkeit lässt sich durch ein Auslichten der Krone verbessern — bei Ahornen wird der Schnitt jedoch in vollem Laub oder im Spätsommer ausgeführt, nicht im Vorfrühling, da diese Bäume nach Schnitten während des Saftaufstiegs stark „bluten“ (Saftaustritt). Man sollte das Benetzen der Blätter und ein die Krone durchnässendes Gießen vermeiden, denn zum Keimen der Sporen benötigt der Pilz im Frühjahr Feuchtigkeit auf den jungen Blättern. Ein gesunder, gut mit Wasser versorgter Baum verträgt den früheren Abfall eines Teils der Blätter ohne Schaden, weshalb die Pflege des Allgemeinzustands (Gießen bei Trockenheit, ausgewogene Düngung) ein echter Bestandteil der Vorbeugung ist. In Gegenden mit hohem Ahornanteil lohnt es sich, das herbstliche Laubaufräumen mit den Nachbarn abzustimmen — das Inokulum kennt keine Grundstücksgrenzen. Zum Schluss eine ehrliche Anmerkung: Da der Pilz bei Luftverschmutzung zurückweicht, ist das Vorhandensein der Flecken eher ein Zeichen für eine saubere Umgebung als für Nachlässigkeit — an einem ausgewachsenen Zierbaum ist es völlig gerechtfertigt, die Krankheit einfach zu tolerieren.
Unterscheidung von Verwechslungen
| Merkmal | Runzelschorf | Rußtau (Schwärzepilzbelag) |
|---|---|---|
| Form des schwarzen Symptoms | Einzelne, runde, erhabene, glänzend schwarze Flecken von 1–2 cm mit gelbem Rand | Diffuser, matter, rußartiger schwarzer Belag, der größere Flächen bedeckt |
| Lässt es sich mit dem Finger abwischen | Nein — harte Kruste, dauerhaft mit der Blattspreite verwachsen | Ja — oberflächlicher Belag, teilweise abwischbar oder mit Wasser abwaschbar |
| Ursache | Der Pilz Rhytisma befällt unmittelbar das Blattgewebe | Saprophytische Pilze, die auf Honigtau wachsen; sie infizieren das Pflanzengewebe nicht |
| Zusammenhang mit Schädlingen | Keiner — tritt unabhängig von Insekten auf | Praktisch immer mit dem Honigtau saugender Insekten verbunden (Blattläuse, Weiße Fliegen, Schildläuse); häufig auch Ameisen |
| Lage | Ausschließlich auf Ahornblättern (Oberseite), in Form von Flecken | Blätter, Triebe und Früchte sowie Pflanzen und Gegenstände unter dem befallenen Baum |
Bekämpfung — biologische und chemische Methoden
Ökologische und biologische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Zusammenrechen und Entfernen des Falllaubs (Sanierung) | Der Pilz überwintert ausschließlich im Falllaub; dessen Abfahren, Vergraben oder heißes Kompostieren unterbricht den einzigen Infektionszyklus dieser einzyklischen Krankheit. | Herbst, nach dem Blattfall, spätestens vor dem Aufbrechen der Knospen |
| Auslichten der Krone und luftiger Standort | Unterstützende Maßnahme mit begrenzter Wirkung — schnelleres Abtrocknen der Blätter hemmt das Keimen der Sporen; Ahorne im Sommer schneiden, da sie nach einem Schnitt im Vorfrühling bluten. | Schnitt in vollem Laub oder im Spätsommer |
| Tolerieren des Symptoms (Verzicht auf Maßnahmen) | Der Schaden ist nahezu ausschließlich ästhetisch — die Krankheit gefährdet weder die Gesundheit noch den Zuwachs des Baumes, sodass bei einem großen Exemplar das Hinnehmen der Flecken völlig gerechtfertigt ist. | Große, ausgewachsene Landschaftsbäume |
Chemische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Kontaktfungizid (Kupferpräparat) | Schützende Spritzungen während der Blattentwicklung schirmen die Blätter vor Infektion ab; nur bei jungen oder in der Baumschule gezogenen Bäumchen gerechtfertigt, bei großen undurchführbar. | Vom Aufbrechen der Knospen bis zur vollen Blattentwicklung (Frühjahr) |
| Systemisches Fungizid (Triazole) | Wird aufgenommen und schützt das Blatt von innen; eine Alternative für wertvolle junge Exemplare. Routinemäßig nicht empfohlen — unverhältnismäßig zum ästhetischen Schaden. | Im Frühjahr, während der Entwicklung der jungen Blätter |
Wir nennen Wirkstoffgruppen und Wirkmechanismen, keine Handelsnamen — konkrete Präparate und ihre Zulassung unterscheiden sich je nach Land und werden mitunter zurückgezogen. Prüfen Sie stets das aktuelle Etikett und befolgen Sie es.
Quellen
- Atlas der Krankheiten von Zierpflanzen
- Institut für Pflanzenschutz – Staatliches Forschungsinstitut