Fächerahorn

Acer palmatum · Japanese maple (EN) · Fächerahorn (DE)

Der Fächerahorn (Acer palmatum) ist ein zierender, langsam wachsender Baum oder großer Strauch mit handförmig gelappten Blättern, geschätzt für seine spektakuläre Herbstfärbung und seinen malerischen Wuchs.

Halbschatten Viel Wasser USDA 5b–8b
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Wächst langsam und erreicht je nach Sorte 1,5 bis 8 m.
  • Benötigt Halbschatten sowie feuchten, sauren Boden.
  • Empfindlich gegenüber Wind und praller Sonne — die Blätter verbrennen.
  • Eindrucksvolle Herbstfärbung des Laubs (Rot, Orange).
  • Eignet sich für die Kultur in großen Kübeln und als Bonsai.
  • Das Blatt steht gegenständig, ist handförmig, hat 5, 7 oder 9 gesägte Lappen und ist 4–12 cm breit.
  • Ziersorten kauft man als veredelte Exemplare: Grüne Triebe, die unterhalb der Verdickung am Stammfuß austreiben, schneidet man direkt am Ansatz heraus — im Sommer oder in der Ruhephase.
  • Die Wurzeln sind flach und fein: Unter der Krone verwendet man Rindenmulch statt Umgraben und dichter Bepflanzung.

Botanische Daten

Familie
Sapindaceae (Sapindaceae)
Höhe
1.5–8 m
Breite
1.5–6 m
Wuchsform
Ausladend
Wuchsgeschwindigkeit
Langsam
Standort
Halbschatten
Boden
Humos, Lehmig
pH-Wert
pH 5.5–6.5
Feuchtigkeit
Mäßig, Feucht
Blütezeit
April–Mai
Winterhärte
USDA 5b–8b
Vermehrung
Aus Samen, Aus Stecklingen

Merkmale

Baum oder Strauch mit malerischem, oft schirmförmigem Wuchs und den charakteristischen handförmig geteilten Blättern. Viele Sorten haben die ganze Saison über rotes oder purpurnes Laub, andere färben sich erst im Herbst um. Die Blätter stehen gegenständig, haben 5, 7 oder 9 spitz zulaufende, gesägte Lappen und sind 4–12 cm breit; in der Sortengruppe Dissectum sind die Lappen fast bis zum Grund eingeschnitten, wodurch das Blatt spitzenartig wirkt. Die Blüten sind klein und unscheinbar — sie stehen in lockeren Doldenrispen mit rötlichen Kelchblättern und öffnen sich im April und Mai zugleich mit dem Laub. Die Früchte sind paarige Flügelnüsschen mit weit abgespreizten Flügeln, die im Spätsommer und Herbst reifen. Die Triebe sind dünn und glatt, bei jungen Exemplaren grünlich oder rötlich, mit dem Alter graubraun. Der Wuchs hängt stark von der Sorte ab: aufrechte Formen bauen mit der Zeit eine Krone auf, die höher als breit ist, während die Sorten der Gruppe Dissectum niedrige, kuppelförmige Polster bilden, die breiter als hoch sind; bei vielen Sorten ordnen sich die Äste etagenartig an. Die in dieser Karte beschriebenen Standortansprüche ergeben sich aus zwei baulichen Merkmalen: dem flachen, feinen Wurzelsystem und der dünnen Rinde, die leicht Sonnenbrand und mechanische Schäden davonträgt. Spätfröste im Frühjahr können die austreibenden Blätter schädigen — die Pflanze baut sie in der Regel wieder auf, verliert dabei aber an Zuwachs.

Beliebte Sorten

‘Bloodgood’
Eine der beliebtesten roten Sorten, mit aufrechtem Wuchs und 3–5 m Höhe. Das dunkelpurpurne Laub hält die Farbe den ganzen Sommer über besser als Sämlingsformen und geht im Herbst in ein karminrotes Rot über.
‘Atropurpureum’
Eine alte, im Handel weit verbreitete Form mit rotpurpurnem Laub und aufrechtem Wuchs bis etwa 5 m. Es handelt sich nicht um einen Klon mit festgelegten Eigenschaften, sondern um einen Namen für rotlaubige Sämlinge — deshalb ist die Farbe in heißen Sommern oft weniger beständig und geht ins Braungrüne über, während das kräftige Rot erst im Herbst zurückkehrt.
‘Garnet’
Eine Sorte aus der Gruppe Dissectum, im Handel meist unter dem Namen Dissectum Garnet. Die tief eingeschnittenen, spitzenartigen Blätter sind dunkelrot mit braunem Ton und hellen sich im Herbst zu Scharlachrot auf. Der Wuchs ist kaskadenartig und kuppelförmig, endgültig etwa 2,5–3,5 m; gut am Gartenteich und an einer Böschung, wo die hängenden Triebe zur Geltung kommen.
‘Osakazuki’
Grünlaubige Sorte, die als Maßstab für die Herbstfärbung gilt — die Blätter gehen in ein feuriges, orangescharlachrotes Rot über. Der Wuchs ist breit gerundet, sie erreicht etwa 6 m Höhe und eine ähnliche Breite und braucht daher viel Platz.
‘Sango-kaku’
Vor allem wegen der Triebe geschätzt: Die jungen Zweige sind korallenrot und färben sich am stärksten im Winter, nach dem Laubfall. Die Blätter sind hellgrün, im Herbst goldgelb; der Wuchs ist aufrecht, bis etwa 5–6 m. Wird gelegentlich unter dem alten Namen Senkaki verkauft.
‘Orange Dream’
Im Frühjahr gelborange Blätter mit rötlichem Rand, im Sommer grüngelb, im Herbst goldfarben. Kompakt und langsam wachsend, etwa 2–3 m — gut für Kübel und kleine Gärten.

Anbau und Pflege

Bewässerung

Empfindlich gegenüber Austrocknung und Blattverbrennung; benötigt feuchten Boden sowie Schutz vor starkem Wind und praller Sonne.

Im Sommer alle ~4 Tage · Trockenheitstoleranz: Niedrig

Düngung

Mäßig — ein Überschuss an Stickstoff schwächt die Intensität der Blattfärbung.

im Frühjahr · kompost, nawóz do roślin kwasolubnych

Pflanzung

Nährstoffreicher, saurer, durchlässiger Boden; ein vor Wind und praller Mittagssonne geschützter Standort.

Zeitpunkt: September–Oktober oder März–April · Abstand 200–400 cm

Schnittkalender

Schnittgruppe: Bäume, die „bluten" — im Sommer schneiden, nicht im Winter

Warum dann: Diese Bäume (Birke, Ahorn, Hainbuche, Walnuss) verlieren im Spätwinter und Frühjahr, wenn der Saft steigt, viel Saft aus Schnittwunden. Voll belaubt im Sommer „bluten" die Wunden kaum, sodass der Baum nicht geschwächt wird und die Wunde besser heilt.

Was und wie schneiden

Schneide vom Hochsommer bis zum Frühherbst, wenn der Baum voll belaubt ist. Beschränke dich nur auf wirklich nötige Schnitte.

Spätherbst oder Winter, während der Ruhephase.

Was du nicht tun solltest

Schneide nicht vom Spätwinter bis zum Frühsommer — in dieser Zeit tritt viel Saft aus den Wunden aus, was den Baum schwächt und verunstaltet.

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

FunkiePraktische Beobachtung

Die Funkie liebt denselben Halbschatten und feuchten, sauren Boden; sie füllt den Raum zu Füßen des Ahorns gut aus.

RhododendronPraktische Beobachtung

Beide sind säureliebende Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen — eine klassische Kombination im japanischen Garten.

Schlechte Nachbarschaft

Pflanzen mit starkem, konkurrierendem WurzelsystemPraktische Beobachtung

Der Fächerahorn hat feine Wurzeln und verträgt die Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe schlecht.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Krankheiten und Schädlinge

Verticillium-Welke

Das erste Symptom ist ein plötzliches Welken und Vertrocknen der Blätter an einzelnen Ästen oder auf einer Seite der Krone, während der übrige Teil der Pflanze scheinbar gesund bleibt. Im Querschnitt eines befallenen Triebes zeigt sich eine bräunliche oder grünliche Verfärbung des Holzes — die vom Pilz verstopften Leitbündel, die kein Wasser mehr leiten. Die Krankheit schreitet in den folgenden Jahren fort, erfasst einen immer größeren Teil der Krone und führt zum allmählichen Absterben der Pflanze. Besonders empfindlich sind Ahorne (vor allem der Fächerahorn), der Trompetenbaum sowie viele andere Bäume, Sträucher und Stauden. Die Krankheit tritt in zwei Formen auf: einer „akuten“ Form, bei der ein Ast oder die gesamte Pflanze innerhalb weniger Wochen rasch abstirbt, und einer „chronischen“ Form — einem langsamen Absterben über mehrere Saisons hinweg, mit kleineren, aufgehellten Blättern, randlichem Vertrocknen der Blattspreiten (das an einen Sonnenbrand erinnert) und vorzeitiger Herbstfärbung an den befallenen Trieben. Die sektorenweise, einseitige Verteilung der Symptome ist vor allem an Gehölzen das Erkennungsmerkmal der Verticillium-Welke — es stirbt jener Teil der Krone ab, den die verstopften Leitbündel versorgen. Die Holzverfärbung ist am besten direkt unter der Rinde als längliche Streifen und im Querschnitt als unterbrochener Ring zu erkennen; bei Ahornen ist sie oft olivgrün. Die Symptome verstärken sich bei Hitze und Trockenheit, wenn der Wasserbedarf die Leistungsfähigkeit der geschädigten Leitbündel übersteigt. An krautigen Pflanzen (Dahlie, Aster, Chrysantheme, Tomate, Kartoffel, Erdbeere) treten Welke und Vergilbung der unteren Blätter, Verkümmerung sowie einseitige (halbseitige) Vergilbung der Blattspreite auf — bei diesen Arten ist das Symptombild allein jedoch unzuverlässig für die Unterscheidung, da die einseitige Vergilbung auch durch die Fusarium-Welke verursacht werden kann. Die Verfärbung der Leitbündel allein ist nicht eindeutig — eine sichere Diagnose erfordert die Laborisolierung des Erregers.

Runzelschorf

Die Krankheit betrifft Ahorne, insbesondere den Spitzahorn und den Bergahorn. Auf der Blattoberseite erscheinen im Sommer große, runde, erhabene, glänzend schwarze Flecken mit einem Durchmesser von bis zu 1–2 cm, die täuschend an Teertropfen oder erstarrten Lack erinnern und oft von einem helleren, gelblichen Rand umgeben sind. Der Schaden ist vor allem ästhetischer Natur, wenngleich bei starkem Befall die Blätter etwas früher abfallen. Interessanterweise treten die Flecken vor allem dort auf, wo die Luft sauber ist — der Pilz ist empfindlich gegenüber Schwefeldioxid-Belastung und gilt daher als natürlicher Indikator für gute Luftqualität. Die Entwicklung des Symptoms verläuft charakteristisch: Das erste Anzeichen, bereits im Spätfrühling oder Frühsommer sichtbar, ist ein verschwommener, hellgrüner bis gelblicher Verfärbungsfleck, noch ohne schwarze Struktur. Erst innerhalb dieses Flecks bildet sich in der zweiten Sommerhälfte eine dicke, anfangs matte, später glänzend schwarze Kruste (das Pilzstroma), leicht erhaben, mit fein strahliger oder runzeliger Oberfläche. Die Flecken sind hart und dauerhaft mit der Blattspreite verwachsen — sie lassen sich weder mit dem Finger abwischen noch mit Wasser abwaschen, was das entscheidende Merkmal zur Unterscheidung vom oberflächlichen, rußartigen Belag ist. Auf der Blattunterseite, gegenüber dem Fleck, ist das Gewebe mitunter heller, gelblich. Die Zahl der Flecken schwankt von einzelnen bis zu über einem Dutzend je Blatt; bei starker Dichte können sie sich fast berühren. Die Krankheit ist einzyklisch — im Laufe der Saison kommt es zu keinen Sekundärinfektionen, und die reifen Fruchtkörper (Apothecien) bilden sich in den schwarzen Stromata erst auf dem Falllaub über den Winter und schleudern im Frühjahr die Schlauchsporen aus, die die jungen, sich entwickelnden Blätter infizieren. Der Befall schwächt den Baum nicht dauerhaft — selbst bei zahlreichen Flecken bleiben Zuwachs und allgemeiner Zustand ungestört.

Hallimasch-Wurzelfäule

Der Pilz befällt die Wurzeln und die Stammbasis von Bäumen und Sträuchern und führt zu deren langsamem Absterben – die Pflanzen wachsen schwach, die Krone lichtet sich, die Blätter werden kleiner, bis sie schließlich vertrocknen. Das diagnostische Merkmal sind weiße, fächerförmige Pilzmyzelien, die eine dichte Schicht unter der Rinde an der Stammbasis bilden und deutlich pilzig riechen. Im Boden und unter der Rinde treten schwarze oder dunkelbraune, schnurartige Rhizomorphen auf, mit denen sich der Pilz auf weitere Pflanzen ausbreitet. Im Herbst wachsen an der Basis befallener Bäume Büschel von Fruchtkörpern – der Hallimasch. Die oberirdischen Symptome sind unspezifisch und leicht mit Trockenheit oder Überdüngung zu verwechseln: Ein Teil der Pflanzen stirbt plötzlich ab (der ganze Baum wird innerhalb einer Saison braun, besonders bei Hitze), andere schwächeln über Jahre – sie treiben nur kurze Triebe, verfärben sich vorzeitig und setzen kurz vor dem Absterben ungewöhnlich reichlich Blüten oder Früchte an („Stressblüte“). Bei Nadelgehölzen tritt häufig Harzfluss an der Stammbasis auf. Legt man die Rinde am Wurzelhals frei, bleicht das Holz von Wurzeln und Stamm aus und vermorscht weich – der Hallimasch verursacht eine Weißfäule des Holzes. Die Myzelschicht ist mitunter cremefarben, ledrig und breitet sich strahlenförmig unter der abgestorbenen Rinde aus. Eine biologische Kuriosität, jedoch kein für die Gartendiagnose brauchbares Merkmal, ist, dass das Myzel im feuchten, befallenen Holz sehr schwach im Dunkeln leuchten kann (sogenanntes „kaltes Licht“) – das Phänomen ist zu schwach und erfordert völlige Dunkelheit, sodass es sich in der Praxis nicht zur Erkennung der Krankheit nutzen lässt. Die Krankheit schreitet herdweise voran – nacheinander sterben die der befallenen Pflanze benachbarten Pflanzen ab.

Rußtau

Auf Blättern, Trieben und Früchten bildet sich ein schwarzer, rußartiger Belag, der sich mit dem Finger teilweise abwischen lässt. Diese Pilze infizieren das Pflanzengewebe nicht – sie entwickeln sich auf dem süßen, klebrigen Honigtau, den Blattläuse, Weiße Fliegen, Wollläuse, Blattflöhe und Schildläuse ausscheiden. Der Belag entsteht also genau dort, wo diese Schädlinge saugen, und schadet vor allem dadurch, dass er die Blattspreite verdeckt, die Photosynthese einschränkt und die Pflanzen verunstaltet. Häufig ist das Symptom an Zitruspflanzen, Linde, Ahorn sowie an Zimmer- und Gewächshauspflanzen zu sehen. Der Belag ist mal dünn und spinnwebartig, mal dick, krustig und mattschwarz – je nach Pilzart und Menge des Honigtaus; an immergrünen Pflanzen kann er den ganzen Winter über bestehen bleiben. Ein entscheidendes Erkennungsmerkmal: Wischt man die Blattspreite ab, kommt unter der schwarzen Schicht gesundes, grünes Gewebe zum Vorschein – der Rußtau hinterlässt keine Flecken, Nekrosen oder Fraßstellen, denn er dringt nicht ins Blatt ein. Charakteristisch ist auch die Ausdehnung des Symptoms: Der Ruß setzt sich dort ab, wo der klebrige Honigtau heruntertropft, und erscheint daher nicht nur auf den Blättern, sondern auch auf Gegenständen unter der Pflanze – dem Gehweg, Gartenmöbeln, der Fensterbank oder der Karosserie –, was für sich genommen den Schädlingsbefall weiter oben verrät. Die Rußtaupilze selbst sind dunkel gefärbte (melaninhaltige) Saprophyten, weshalb die Schicht tiefschwarz ist. Der unmittelbare Schaden für die Pflanze ist meist mäßig – Schwächung durch Beschattung der Blätter, Vigorverlust, schlechteres Aussehen und geminderter Handelswert von Früchten oder Zierpflanzen –, doch ein dichter, langanhaltender Belag auf vielen Blättern schränkt Assimilation und Zuwachs tatsächlich ein. Den Rußtau betrachtet man am besten als sichtbares Signal dafür, dass sich weiter oben an der Pflanze (oder am Baum darüber) eine Kolonie saugender Insekten entwickelt.

Blattläuse

Kleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.

Kleiner Frostspanner

Ein Falter mit ausgeprägtem Geschlechtsdimorphismus: das Männchen hat graubraune, fein gebänderte Flügel mit einer Spannweite von etwa 25 mm, während das Weibchen praktisch flügellos und flugunfähig ist und daher im Herbst am Stamm emporklettert, um die Eier in der Krone abzulegen. Im Frühjahr schlüpfen grüne Spannerraupen mit hellen Längsstreifen, die sich mit dem charakteristischen „Katzenbuckel“-Gang (Zusammenziehen des Hinterleibs) fortbewegen und die sich entwickelnden Knospen, jungen Blätter und Fruchtansätze auffressen, wobei sie diese oft mit Fäden umspinnen. Er befällt Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche sowie viele Laubbäume und -sträucher. Die erwachsene Raupe erreicht eine Länge von bis zu etwa 25 mm, ist gelbgrün mit einer dunkleren Rückenlinie und hellen Streifen an den Seiten; als typischer Spanner (Geometridae) besitzt sie nur zwei Paar Bauchfüße am Hinterleibsende, woraus ihr schlingernder „Katzenbuckel“-Gang resultiert. Die Eier werden einzeln an den Knospen und in Rindenrissen abgelegt, wo sie überwintern, und kurz vor dem Frühjahrsschlupf wechseln sie ihre Farbe von grünlich zu orangerot. Die Art bildet eine Generation pro Jahr: die Falter fliegen im Spätherbst (Oktober–Dezember, daher der deutsche Name „Frostspanner“) an kühlen, frostfreien Abenden, und die flugunfähigen Weibchen klettern dann an den Stämmen empor. Der Raupenschlupf im Frühjahr ist eng mit dem Knospenaufbruch synchronisiert (meist April); nach etwa 4–6 Wochen Fraß lassen sich die Raupen an Fäden zum Boden herab und verpuppen sich flach in der Erde, wo die Puppe den Sommer verbringt. Anzeichen des Fraßes sind durchlöcherte und zerfetzte junge Blätter, ausgefressene Blüten- und Blattknospen sowie deformierte, mit korkigen Narben überzogene Früchte, die aus beschädigten Fruchtansätzen entstehen; bei starkem Befall können die Raupen die Krone nahezu kahl fressen.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Keine
Hunde Keine
Katzen Keine

Geschichte und Herkunft

Der Fächerahorn wird in Japan seit Jahrhunderten kultiviert und selektiert (momiji) und ist ein untrennbarer Bestandteil japanischer Gärten und der Bonsaikunst. Nach Europa gelangte er im 19. Jahrhundert. In der Natur wächst er im Unterholz der Bergwälder Japans, Koreas und Chinas — als Art der zweiten Baumschicht ist er an diffuses Licht und den Schutz älterer Bäume gewöhnt, was seine heutigen Gartenansprüche erklärt. Wissenschaftlich beschrieben wurde er 1784 von dem schwedischen Botaniker Carl Peter Thunberg, dem Arzt der niederländischen Handelsniederlassung auf Dejima. Die Einführung lebender Pflanzen nach Europa wird vor allem Philipp Franz von Siebold und niederländischen Baumschulen zugeschrieben, ab den 1830er Jahren; in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wurden japanische Ahorne in britischen und belgischen Gärten Mode, und mit ihnen kamen die ersten japanischen Sorten mit phonetisch geschriebenen Namen wie Osakazuki oder Inaba-shidare. Die Sorte mit korallenroten Trieben, Sango-kaku, erreichte den Westen später und wurde in Europa jahrzehntelang unter dem Namen Senkaki verkauft. Eine eigene Selektion nahmen — bereits im 20. Jahrhundert — auch europäische und nordamerikanische Baumschulen auf; daher Namen wie Bloodgood (USA) oder Orange Dream (Italien, 1990). In polnischen Baumschulen verbreiteten sich Fächerahorne vergleichsweise spät, zusammen mit dem Angebot an Sorten in Containerware.

Verwendung

Für kleine und mittelgroße Gärten als Solitär, für japanische Gärten, für Terrassen in großen Kübeln sowie als Material für Bonsai. Der beste Platz ist eine windgeschützte Ecke im lichten Halbschatten — an einer Ostwand des Hauses oder unter dem Schirm höherer Laubbäume, wo die Pflanze Morgensonne bekommt und mittags beschattet ist. Gepflanzt wird im September–Oktober oder im März–April, in einem Abstand von 2–4 m zu den Nachbarn, ohne den Wurzelballen zu tief zu setzen. Wegen der flachen Wurzeln mulcht man die Zone unter der Krone besser mit Kiefernrinde, statt sie dicht zu bepflanzen und umzugraben. Er lässt sich gut mit säureliebenden Pflanzen kombinieren: mit Rhododendren und Azaleen, Funkien, Farnen, Seggen und in japanischen Kompositionen mit Moosen und Steinen. Sorten mit hängendem Wuchs aus der Gruppe Dissectum brauchen einen Platz, an dem die Kaskade der Triebe von der Seite und nicht von oben zu sehen ist. Für Kübel wählt man langsam wachsende Formen; das Gefäß muss groß und tief sein, mit saurem Substrat und Drainage, und im Winter wird es eingewickelt, eingegraben oder in einen ungeheizten Raum gebracht, denn der Wurzelballen friert im Kübel leichter durch als im Boden. Die Art eignet sich nicht für geschnittene Hecken und nicht für sonnige, windige Vorgärten.

Wissenswertes

  • Es gibt über 1000 Sorten des Fächerahorns, die sich in Farbe, Blattform und Wuchs unterscheiden.
  • Das Bewundern der herbstlichen Ahornfärbung (momijigari) ist in Japan eine Tradition, ähnlich dem frühlingshaften Betrachten der Kirschblüte.
  • Das Artepitheton palmatum bedeutet „handförmig“ und bezieht sich auf die Blattform; in japanischen Sortennamen kehrt dagegen der Bestandteil shidare wieder, also „hängend“ — wie bei Inaba-shidare.
  • Im Handel wird Acer palmatum am häufigsten als Japanischer Ahorn geführt, und deshalb erscheint dieser Name auch hier; in der botanischen Nomenklatur ist der Japanische Ahorn jedoch Acer japonicum — eine eigene Art mit nahezu runden, fächerförmigen Blättern mit 9–13 Lappen.

Häufige Fragen

Warum werden die Blätter des Fächerahorns braun und trocknen an den Rändern aus?

Das ist meist die Folge von Sonnenbrand oder Austrocknung, verstärkt durch Wind. Der Fächerahorn braucht Halbschatten, Windschutz und einen stets leicht feuchten Boden.

Kann man den Fächerahorn im Kübel kultivieren?

Ja, langsam wachsende Sorten gedeihen gut in großen Kübeln mit saurem Substrat. Sie brauchen regelmäßiges Gießen und im Winter Schutz der Wurzeln vor Frost.

Wie schnell wächst der Fächerahorn?

Langsam — meist 20–30 cm pro Jahr. Diese Langsamkeit macht ihn gut geeignet für kleine Gärten und als Bonsai.

Übersteht der Fächerahorn den Winter im Freiland?

Ja — die Art ist in den USDA-Zonen 5b–8b winterhart und wächst daher in den meisten Regionen ohne Abdeckung im Freiland. Eine Ausnahme sind die kältesten Lagen im Nordosten, wo man einen geschützten Standort wählen und junge Exemplare schützen sollte. Die eigentliche Gefahr ist jedoch nicht der Winterfrost, sondern die späten Fröste im Frühjahr, die die austreibenden Blätter schädigen; die Pflanze baut sie in der Regel wieder auf und verliert dabei den Jahreszuwachs. Frisch gepflanzte Exemplare mulcht man in den ersten zwei bis drei Wintern mit einer dickeren Rindenschicht.

Warum ist meine rote Fächerahorn-Sorte im Sommer grün geworden?

Dafür sind meist drei Ursachen verantwortlich. Ein Teil der roten Formen, vor allem Sämlinge unter dem Namen Atropurpureum, wird in der Hitze von Natur aus bräunlich und grünt aus; die volle Farbe kehrt erst im Herbst zurück. Die zweite Ursache ist zu tiefer Schatten — am besten färbt sich die Pflanze im lichten Halbschatten mit Morgensonne und Schutz in den Mittagsstunden. Die dritte ist ein Überschuss an Stickstoff in der Düngung. Treiben dagegen grüne Triebe tief unten aus, unterhalb der Verdickung am Stammfuß, so sind es Wildtriebe der Unterlage; sie müssen direkt am Ansatz herausgeschnitten werden — im Sommer oder in der Ruhephase, nicht im Frühjahr.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 23.7.2026.

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