Symptome
Befallene fleischige Organe — Zwiebeln, Knollen, Speicherwurzeln und saftige Stängel — faulen nass und gehen in eine schleimige, wässrige, weiche Masse mit einem charakteristischen, unangenehmen Fäulnisgeruch über. Das Gewebe zerfällt, und die Haut bleibt oft als dünner Sack zurück, der mit zersetztem Fruchtfleisch gefüllt ist. Die Krankheit schreitet bei Wärme und hoher Feuchtigkeit rasch fort, besonders im Lager; sie befällt Zwiebel, Knoblauch, Tulpe, Narzisse, Hyazinthe und Wurzelgemüse. Erste Anzeichen sind kleine, durchscheinende, wie wasserdurchtränkte Flecken, die rasch braun und weich werden; an der Befallsstelle mazeriert das Fruchtfleisch — die Bakterien bauen die Substanzen ab, die die Zellwände verkleben, wodurch das Gewebe seinen Zusammenhalt verliert und zu einem cremig-braunen Brei zerfließt. Im Schnitt ist die Grenze zwischen gesundem und krankem Gewebe wässrig und unscharf, und aus der Verletzung sickert häufig ein trüber, schleimiger Ausfluss. Bei Zwiebeln und am Hals von Zwiebelpflanzen beginnt der Befall meist von oben oder von einer Wunde aus und dringt in die Tiefe vor, was einen weichen, schlüpfrigen „Hals“ ergibt; bei der Kartoffel verbindet sich die Nassfäule der Knolle mit der Schwarzbeinigkeit — der schwärzenden, faulenden Sprossbasis. Das Bakterium selbst bildet weder Myzel noch einen sichtbaren Belag — das unterscheidet es von der Pilzfäule — und der intensive Gestank entsteht durch den sekundären Abbau durch andere Mikroorganismen. Die Symptome schreiten am schnellsten bei Temperaturen über etwa 20 °C, schlechter Belüftung und dem Vorhandensein eines Wasserfilms auf der Oberfläche der Organe fort.
Bekämpfung
Es gibt keine wirksamen chemischen Mittel, und befallene Organe lassen sich nicht heilen. Befallene Zwiebeln, Knollen und Pflanzen sollten entfernt und vernichtet werden, wobei das Verschleppen des stinkenden Schleims zu vermeiden ist, und Lager und Werkzeuge sind gründlich zu desinfizieren. Da die Zerstörung des Gewebes das Ergebnis eines enzymatischen Abbaus durch die Bakterien ist, lässt sich dieser Vorgang nicht rückgängig machen — das kranke Organ „regeneriert“ sich nicht, daher zählt rasches Handeln, um die Verluste zu begrenzen. Faulende Zwiebeln und Knollen werden ausgelesen und aus Kultur und Lager entfernt (nicht auf einen Kompost direkt neben dem Lager), und der gesunde Vorrat wird vom befallenen getrennt. Die Ausbreitung im Lager wird vor allem durch das Senken von Temperatur und Feuchtigkeit sowie durch bessere Belüftung gestoppt, um die Oberfläche der Organe abzutrocknen; Kisten, Regale, Werkzeuge und Böden sind gründlich zu waschen und zu desinfizieren. Kupferpräparate haben gegen die Bakterien nur eine begrenzte, überwiegend vorbeugende Wirkung und heilen bereits befallenes Gewebe nicht. Im Freilandanbau werden kranke Pflanzen entfernt, die Überkopfberegnung eingestellt und nicht an nassen Pflanzen gearbeitet, um die Bakterien nicht von Pflanze zu Pflanze zu verbreiten.
Vorbeugung
Entscheidend ist die Vermeidung mechanischer Verletzungen bei Ernte und Lagerung, denn Wunden sind Eintrittspforten für die Infektion. Hilfreich sind die Ernte bei trockenem Wetter, das gründliche Abtrocknen der Organe vor der Einlagerung, die Lagerung bei niedriger Temperatur und guter Belüftung sowie das Vermeiden von Überwässerung und staunassen Standorten. Zwiebeln und Knoblauch sollten nach der Ernte ausgehärtet und gut abgetrocknet werden (Curing), um Hals und Haut zu verheilen, und beschädigte, angefaulte oder unreife Organe sind noch vor dem Einlagern auszusortieren. Große Bedeutung hat die Eindämmung von Schädlingen, die das Gewebe anstechen und annagen — Insekten und Nematoden schaffen Wunden und übertragen selbst die Bakterien. Im Freiland helfen eine Fruchtfolge mit Anbaupause für anfällige Pflanzen, eine gute Entwässerung und ein luftiger Standort, eine mäßige Stickstoffdüngung (üppiges, wässriges Gewebe ist anfälliger) sowie das Pflanzen von gesundem, zertifiziertem Material. Lager, Kisten und Werkzeuge werden vor jeder Saison desinfiziert, und während der Lagerung wird eine stabile, niedrige Temperatur ohne Schwankungen gehalten, um das Kondensieren von Wasser auf den Organen zu verhindern — ein feuchter Film auf der Oberfläche ist die Voraussetzung für die Vermehrung und das Eindringen der Bakterien.
Bekämpfung — biologische und chemische Methoden
Ökologische und biologische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Sanitation — Entfernen und Vernichten befallener Organe | Das Auslesen faulender Zwiebeln, Knollen und Pflanzen sowie die Desinfektion der Werkzeuge beseitigt das Bakterienreservoir und hemmt das Verschleppen des infektiösen Schleims. | Laufend bei der Ernte und während der Kontrollen im Lager |
| Vorsichtige Ernte und Abtrocknen der Organe (Curing) | Wunden sind Eintrittspforten der Infektion — vorsichtige Ernte bei trockenem Wetter und das Aushärten der Haut verschließt den Eindringweg der Bakterien. | Ernte bei voller Reife und trockenem Wetter; Abtrocknen vor der Einlagerung |
| Kontrolle der Lagerbedingungen | Bakterien brauchen Wärme und Wasser — niedrige Temperatur, geringe Feuchtigkeit, gute Belüftung und keine Kondensation hemmen die Mazeration des Gewebes. | Während der gesamten Lagerdauer |
| Ackerbauliche Vorbeugung im Freiland | Fruchtfolge, gute Entwässerung, mäßige Stickstoffdüngung und gesundes Pflanzmaterial verringern den Inokulumdruck und die Anfälligkeit des Gewebes. | — |
Chemische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Desinfektion von Lager, Kisten und Werkzeugen | Desinfektionsmittel (z. B. oxidierende oder chlorhaltige Präparate) verringern die Bakterienzahl auf den Oberflächen vor der Saison — biozide, nicht heilende Wirkung. | Vor jeder Lagersaison |
| Kupferpräparate (Kontaktmittel) | Kupfer wirkt oberflächlich und bakteriostatisch — die Wirksamkeit gegen die Nassfäule ist begrenzt und vorbeugend; befallene Organe heilt es nicht. | — |
Wir nennen Wirkstoffgruppen und Wirkmechanismen, keine Handelsnamen — konkrete Präparate und ihre Zulassung unterscheiden sich je nach Land und werden mitunter zurückgezogen. Prüfen Sie stets das aktuelle Etikett und befolgen Sie es.
Quellen
- Bakterienkrankheiten der Pflanzen
- Institut für Gartenbau – PIB