Symptome
Auf den Blättern erscheinen braune bis dunkelbraune Flecken mit charakteristischen konzentrischen, zonierten Ringen, die an eine „Zielscheibe“ erinnern, oft von einem gelben Rand umgeben. Die Flecken vergrößern sich und fließen zusammen, und die Blätter trocknen ein und sterben ab, beginnend mit den ältesten, unteren. An Früchten, Knollen und Wurzeln bilden sich dunkle, trockene, eingesunkene Fäulnisflecken, und befallenes Gewebe überzieht sich mit einem dunkeloliven, samtigen Sporenbelag. Die konzentrischen Ringe innerhalb des Flecks sind das zuverlässigste Erkennungsmerkmal — sie entstehen durch das wechselnde, tageszeitlich rhythmische Wachstum des Pilzgeflechts und sind am besten im Gegenlicht zu erkennen. Das Erscheinungsbild hängt vom Wirt und der Pilzart ab: an Kartoffel und Tomate (Alternaria solani, „Dürrfleckenkrankheit“) vergrößern sich kleine dunkle Flecken an den unteren Blättern zu ovalen, zonierten Nekrosen; an Kohlgemüse (A. brassicae, A. brassicicola) sind die Flecken mitunter von einem breiten chlorotischen Rand umgeben und greifen auf die Samenschoten über; an der Möhre (A. dauci) beginnt der Befall an den Rändern älterer Blätter und führt zu Schwärzung und Absterben des Krauts, was die maschinelle Ernte erschwert. Ältere Flecken sterben häufig ab und brechen in der Mitte heraus, wodurch die Blattspreite ein „durchlöchertes“ Aussehen erhält, und starker Befall führt zu Vergilbung und vorzeitigem Blattfall, der die Früchte dem Sonnenbrand aussetzt. An Stängeln und Blattstielen entstehen langgestreckte, dunkle, eingesunkene Streifen, und bei Sämlingen kann der Pilz eine Fäule der Triebbasis hervorrufen.
Bekämpfung
Entfernen befallener Blätter und Pflanzenreste sowie vorbeugend eingesetzte Fungizidspritzungen, besonders in warmen und feuchten Perioden. Das Benetzen der Blätter und die Arbeit an nassen Pflanzen sind zu vermeiden. Nach dem Auftreten der ersten Flecken beginnt man den Eingriff am besten früh, wenn nur die unteren Blätter befallen sind — sie entfernen und vernichten (nicht auf dem heimischen Komposthaufen kompostieren), und bei steigendem Krankheitsdruck mit einem Fungizid-Schutzprogramm alle 7–14 Tage einsteigen, wobei auf eine gründliche Benetzung auch der Blattunterseite und der untersten Blätter zu achten ist. Im Pflanzenschutz kombiniert man Kontaktmittel, die eine Barriere auf dem Blatt bilden (Kupferpräparate), mit systemischen und teilsystemischen Fungiziden aus verschiedenen Gruppen — Strobilurinen (QoI), Triazolen sowie SDHI. Die Gruppen müssen rotiert werden, da Alternaria rasch Resistenzen ausbildet, besonders gegen Strobilurine (QoI) — dieselbe Gruppe sollte nicht in aufeinanderfolgenden Behandlungen wiederholt werden. Parallel dazu lohnt es sich, den Bestand aufzulockern, Staunässe zu verringern (Gießen an der Basis, Verzicht auf Beregnung) und die Ernte von Früchten und Knollen bei trockenem Wetter ohne Verletzungen durchzuführen, durch die der Pilz ins Innere eindringt. Achtung: Ein Teil der früher verwendeten Kontaktfungizide wurde in der EU aus dem Verkehr gezogen, daher ist die Auswahl der Wirkstoffe stets mit dem aktuellen Verzeichnis der für die jeweilige Kultur zugelassenen Mittel abzugleichen.
Vorbeugung
Fruchtfolge, gesundes Saatgut, ausgewogene Düngung zur Begrenzung von die Pflanzen schwächenden Mängeln, luftiger Standort, Gießen an der Basis, Entfernen von Ernterückständen sowie Anbau weniger anfälliger Sorten. Eine Fruchtfolge mit einer 3–4-jährigen Anbaupause der Wirtspflanzen auf demselben Feld, verbunden mit tiefem Unterpflügen oder Entfernen der Reste, senkt den Vorrat an im Boden und auf Ernteresten überwinternden Sporen erheblich. Da sich der Pilz auch mit dem Saatgut überträgt, ist zertifiziertes, gesundes Material entscheidend, und für Möhren und Kohlgemüse — eine thermische Saatgutbehandlung mit warmem Wasser (ca. 50°C). Eine ausgewogene Düngung hat hier eine doppelte Bedeutung: Ein Mangel an Stickstoff und Kalium erhöht die Anfälligkeit deutlich, ein Überschuss an üppiger Blattmasse erschwert jedoch das Abtrocknen des Bestands — man strebt daher ein Gleichgewicht an. Die Pflanzen werden in weiterem Abstand gesetzt, der Durchlüftung und rasches Abtrocknen der Blätter nach dem Tau gewährleistet, an der Basis bewässert (am besten morgens, nicht abends), und der Standort wird von Durchwuchs und Unkräutern befreit, die ein Infektionsreservoir bilden können. Hilfreich sind auch eine regelmäßige Kontrolle der unteren Blätter sowie — wo verfügbar — die Wahl von Sorten mit erhöhter Toleranz.
Unterscheidung von Verwechslungen
| Merkmal | Alternaria-Blattflecken (Dürrfleckenkrankheit) | Kraut- und Knollenfäule (der Kartoffel und Tomate) |
|---|---|---|
| Aussehen des Flecks | Braun, trocken, deutlich abgegrenzt, mit konzentrischen Ringen („Zielscheibe“) und gelbem Rand | Unregelmäßig, wässrig/ölig, graugrün in Braun übergehend, ohne Ringe, breitet sich rasch aus |
| Sporenbelag | Dunkeloliv, samtig, auf der Oberfläche des Flecks | Weißlich, zart, auf der UNTERSEITE des Blattes entlang des Fleckrands bei hoher Feuchtigkeit |
| Begünstigendes Wetter | Warm (ca. 20–30°C) und wechselndes Benetzen sowie Abtrocknen der Blätter | Kühler (gut zehn °C), lange Blattnässe, Nebel und anhaltend hohe Luftfeuchtigkeit |
| Verlauf und Reihenfolge | Langsam; zuerst die ältesten unteren Blätter, häufiger bei geschwächten Pflanzen | Sehr schnell (Tage), befällt auch die Stängel, kann den gesamten Bestand vernichten |
| Knollen-/Fruchtfäule | Trocken, hart, dunkel, eingesunken | Verlaufend, braun; in der Knolle rostbraune Streifen, die ins Fleisch eindringen |
Bekämpfung — biologische und chemische Methoden
Ökologische und biologische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Bestandshygiene und Fruchtfolge | Das Entfernen und tiefe Unterpflügen befallener Reste sowie eine 3–4-jährige Anbaupause der Wirtspflanzen senken den Sporenvorrat im Boden. | Nach der Ernte und bei der Fruchtfolgeplanung |
| Gesundes Saatgut und thermische Saatgutbehandlung | Der Pilz überträgt sich mit dem Saatgut; zertifizierte Aussaat und eine Warmwasser-Behandlung des Saatguts (Möhre, Kohlgemüse) unterbrechen diesen Infektionsweg. | Vor der Aussaat |
| Anbautechnik zur Begrenzung der Blattbenetzung | Weiterer Pflanzabstand, morgendliches Gießen an der Basis und eine ausgewogene Stickstoffversorgung verkürzen die Nassphase der Blattspreite und stärken die Pflanzen, was die Infektion erschwert. | Während der gesamten Saison |
| Mikrobiologische Biopräparate | Bacillus subtilis besiedelt die Blattoberfläche, Trichoderma wirkt im Boden/auf Resten; sie konkurrieren mit dem Erreger — ausschließlich unterstützend und vorbeugend. | Vorbeugend, in feuchten Perioden |
Chemische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Kontaktfungizide (Kupferpräparate) | Sie bilden eine schützende Schicht auf dem Blatt und wirken vorbeugend; sie erfordern eine gründliche Benetzung und Wiederholungen nach Regen, der den Belag abwäscht. | Ab den ersten günstigen Bedingungen |
| Systemische/teilsystemische Fungizide mit Gruppenrotation | Strobilurine (QoI), Triazole und SDHI dringen ins Gewebe ein; die Gruppen müssen gewechselt werden, da Alternaria rasch Resistenzen bildet, besonders gegen QoI. | Bei Bedarf, im Programm alle 7–14 Tage |
Wir nennen Wirkstoffgruppen und Wirkmechanismen, keine Handelsnamen — konkrete Präparate und ihre Zulassung unterscheiden sich je nach Land und werden mitunter zurückgezogen. Prüfen Sie stets das aktuelle Etikett und befolgen Sie es.
Quellen
- Atlas der Gemüsekrankheiten