Pflaume

Prunus domestica · Plum (EN) · Pflaume (DE)

Die Pflaume (Prunus domestica) ist ein beliebter Obstbaum mit ausladender Krone und süßen, saftigen Steinfrüchten, die von August bis September reifen.

Sonne Mäßig Wasser USDA 5a–8a Giftig
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Standort: volle Sonne, nährstoffreicher, durchlässiger Boden mit neutraler Reaktion.
  • Empfindlich gegen Staunässe — verträgt schwere, nasse Böden schlecht.
  • Viele Sorten sind selbstfruchtbar, doch ein Befruchter verbessert den Ertrag in der Regel.
  • Der Schnitt erfolgt am besten nach der Ernte, nicht im Winter, wegen des Risikos der Silberglanzkrankheit.
  • Kerne, Blätter und Rinde enthalten Amygdalin — die Frucht selbst ist unbedenklich.

Botanische Daten

Familie
Rosaceae (Rosaceae)
Höhe
3–8 m
Breite
3–5 m
Wuchsform
Ausladend
Wuchsgeschwindigkeit
Mäßig
Standort
Sonne
Boden
Lehmig, Humos
pH-Wert
pH 6–7
Feuchtigkeit
Mäßig, Feucht
Blütezeit
April–Mai
Winterhärte
USDA 5a–8a
Vermehrung
Aus Stecklingen, Durch Absenker

Merkmale

Ein mittelgroßer Baum mit ausladender, unregelmäßiger Krone und dunkelgrauer Rinde. Die weißen Blüten erscheinen vor oder gleichzeitig mit den Blättern, früher als bei vielen anderen Steinobstbäumen. Die Frucht ist eine Steinfrucht mit blauviolettem, violettem oder gelbem Wachsbelag, deren Kern sich je nach Sorte leicht oder schwer vom Fruchtfleisch löst.

Anbau und Pflege

Bewässerung

Empfindlich gegen Staunässe, die den Gummifluss aus dem Stamm und die Wurzelfäule begünstigt. Während des Fruchtwachstums regelmäßig gießen, besonders in trockenen Sommern.

Im Sommer alle ~7 Tage · Trockenheitstoleranz: Mittel

Düngung

Mäßige Gaben — ein Stickstoffüberschuss verzögert den Eintritt des Baumes in die Ruhephase und erhöht die Frostanfälligkeit.

im zeitigen Frühjahr, vor der Blüte · kompost lub obornik, nawóz wieloskładnikowy

Pflanzung

Ein vor Wind und Spätfrösten geschützter Standort; nährstoffreicher, durchlässiger Boden ohne stauendes Grundwasser.

Zeitpunkt: zeitiges Frühjahr oder Herbst (außerhalb der Frostperiode) · Abstand 250–400 cm

Schnittkalender

Schnittgruppe: Obst- und Zier-Steinobst (Prunus) — Schnitt im Sommer

Warum dann: Bäume und Sträucher der Gattung Prunus, die in feuchter Witterung geschnitten werden, infizieren sich leicht mit Bleiglanz und Bakterienbrand; der trockene, warme Hochsommer lässt die Wunden schnell verheilen.

Was und wie schneiden

Schneide an einem warmen, trockenen Tag vom Spätfrühling bis zum Sommer (nach der Blüte oder nach der Ernte); entferne abgestorbene, kranke und sich drängende Triebe und halte die Krone offen.

Am besten gleich nach der Ernte, im Spätsommer, wenn die Wunden schnell heilen und der Baum weniger infektionsgefährdet ist.

Was du nicht tun solltest

Schneide nicht im Herbst oder Winter — das ist der Hauptinfektionsweg für Bleiglanz und Bakterienbrand.

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

KnoblauchGärtnerische Tradition

Der Geruch des Knoblauchs hilft, Pflaumenblattläuse und andere saugende Schädlinge fernzuhalten, die junge Triebe befallen.

BüschelschönPraktische Beobachtung

Als Zwischenfrucht unter dem Baum ausgesät, lockt sie Bestäuber und Nützlinge an und verbessert die Bodenstruktur im Unterwuchs der Obstanlage.

Schlechte Nachbarschaft

WalnussDurch Studien belegt

Der Walnussbaum gibt Juglon in den Boden ab — eine allelopathische Verbindung, die für viele Pflanzen giftig ist, darunter die Pflaume, deren Wachstum sie hemmt und deren Kondition sie schwächt.

Tomate und andere NachtschattengewächseDurch Studien belegt

Erhöhtes Risiko der Verticillium-Welke, einer bodenbürtigen Pilzkrankheit, die sowohl Nachtschattengewächse als auch im selben Boden wachsende Steinobstbäume befällt.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Krankheiten und Schädlinge

Monilia-Fruchtfäule (Braunfäule)

An Kern- und Steinobst treten braune, sich vergrößernde Fäulnisflecken auf, auf denen konzentrisch angeordnete, graubeige Sporenpolster entstehen. Befallene Früchte faulen, trocknen ein und mumifizieren, wobei sie oft bis zur nächsten Saison am Baum hängen bleiben. Im Frühjahr befällt der Pilz auch Blüten und Kurztriebe, verursacht deren Absterben und lässt die Zweigspitzen zurücksterben. Die Krankheit hat zwei deutliche Phasen. Die frühjährliche Monilia-Spitzendürre (meist Monilinia laxa an Steinobst — Sauerkirsche, Süßkirsche, Pflaume, Aprikose) beginnt an den Blüten, die braun werden, welken und vertrocknen, ohne abzufallen; die Infektion dringt durch den Griffel in den Kurztrieb ein, umringelt ihn und führt zum Absterben ganzer Triebe, deren vertrocknete Blätter wie nach einer Verbrennung herabhängen — daher die irreführende Ähnlichkeit mit Frostschäden. Bei Steinobst tritt an befallenen Trieben häufig Gummifluss (Gummose) sowie kleine, aufgerissene Rindenkrebse auf. Die sommerlich-herbstliche Braunfäule der Früchte (hauptsächlich Monilinia fructigena an Apfel und Birne) entwickelt sich an reifenden Früchten: Der Fäulnisfleck erfasst rasch die ganze Frucht, das Fruchtfleisch wird braun und weich, und an der Oberfläche wachsen charakteristische, konzentrisch angeordnete Ringe cremebeiger Konidien-Sporenpolster. Unter kühlen Bedingungen (u. a. im Lager) können die Früchte die Form harter, schwarz glänzender Mumien ohne Sporulation annehmen (sogenannte Schwarzfäule). Die am Baum hängenden mumifizierten Früchte sowie die Monilia-Krebse an den Trieben sind die Hauptsporenquelle in der folgenden Saison.

Rost

Rostorange bis braune, stäubende Sporenlager auf der Blattunterseite, denen auf der Oberseite gelbe Flecken entsprechen. Stark befallene Blätter vergilben und fallen vorzeitig ab, die Pflanze wird geschwächt. Betroffen sind unter anderem Rosen und Malven, und manche Roste haben einen Zwischenwirt (z. B. der Birnengitterrost den Wacholder). Die Pusteln (Sommersporenlager, sogenannte Uredien) durchbrechen die Blatthaut und setzen ein orange-rostfarbenes Pulver frei, das sich am Finger abwischen lässt — das ist das sicherste Erkennungsmerkmal. Im Hochsommer treten sie vor allem auf der Blattunterseite, entlang der Blattadern und an den Blattstielen auf, bei manchen Arten auch an grünen Trieben und Kelchblättern. Im Spätherbst dunkeln die Lager zu bräunlichschwarz nach — das sind die Dauersporen (Telien), mit denen der Pilz an Pflanzenresten überwintert. Roste zeichnen sich durch eine enge Spezialisierung aus: Ein bestimmter Rost befällt in der Regel nur eine Art oder Gattung von Wirtspflanzen, weshalb Rosenrost, Malven- und Eibischrost, Bohnen-, Lauch- und Knoblauchrost, Minz-, Pelargonien- oder Rasenrost verschiedene, nicht austauschbare Pilze sind. Das allgemeine Symptom — Vergilben und vorzeitiger Blattfall — schwächt die Pflanze und mindert Blüte und Ertrag, tötet sie jedoch selten innerhalb einer Saison.

Scharka

Die Krankheit befällt Pflaume, Aprikose und Pfirsich sowie andere Arten der Gattung Prunus. Auf den Blättern erscheinen helle, chlorotische Ringe, Flecken und Streifen entlang der Blattadern, die im Frühjahr bei kühler Witterung am deutlichsten sichtbar sind. An den Früchten bilden sich Einsenkungen, Verfärbungen und Verformungen, und das Fruchtfleisch darunter ist oft verfärbt und gummiartig mit verschlechtertem Geschmack. Befallene Früchte fallen häufig vorzeitig ab, wodurch der Ertrag seinen Markt- und Genusswert verliert. Die Blattsymptome treten auch als Aufhellungen entlang der Blattadern (sogenannte Adernaufhellung) sowie als unregelmäßige Sprenkelung auf; im Frühjahr sind sie am stärksten, im heißen Sommer verschwinden sie oft (werden maskiert) und kehren in der nächsten Saison wieder, was die Diagnose erschwert. Die Stärke der Symptome hängt vom Virusstamm und der Anfälligkeit der Sorte ab — von nahezu symptomlosen Formen bis zu starken Verformungen. An Pflaumenfrüchten sind dunkle, bläuliche Ringe und Flecken sowie Einsenkungen sichtbar; bei der Aprikose erscheinen charakteristische, diagnostische Ringe und Flecken auch am Steinkern (Endokarp), was eines der zuverlässigeren Erkennungsmerkmale ist. Beim Pfirsich tritt zusätzlich ein Farbbrechen der Blütenblätter auf (hellere Streifen). Frisch infizierte Bäume bleiben mitunter eine Saison lang symptomlos, weshalb eine sichere Bestätigung ausschließlich eine Laboruntersuchung liefert (serologischer ELISA-Test oder molekularer RT-PCR).

Bakterienbrand des Steinobstes

An Stamm und Ästen entstehen eingesunkene, nekrotische Wunden (Krebse), aus denen – vor allem im Frühjahr – bernsteinfarbenes Gummi austritt (Gummifluss). Die Rinde über den Wunden stirbt ab und reißt auf, und befallene Knospen sowie Kurztriebe treiben nicht aus oder sterben im Frühjahr ab, sodass ganze Kronenpartien vertrocknen. An den Blättern können kleine, braune, wässrige Flecken auftreten, die aus der Spreite herausfallen („Schrotschuss“). Betroffen sind Steinobstbäume – Sauerkirsche, Süßkirsche, Pflaume, Pfirsich und Aprikose – und beim Umgürten eines Astes führt die Krankheit zu dessen Absterben. Verursacher sind zwei Pathovare des Bakteriums — Pseudomonas syringae pv. syringae und pv. morsprunorum — mit ähnlichen Symptomen, die sich mit bloßem Auge nicht unterscheiden lassen. Ein charakteristisches, frühes Symptom ist das Absterben von Knospen und Blüten im Frühjahr (sogenannter Blütenbrand): Die Knospen bräunen und treiben nicht aus, während einzelne Äste plötzlich welken und vertrocknen und die braun gewordenen Blätter lange festhalten. Das aus den Krebsen austretende Gummi ist glasig bis bernsteinfarben und tritt am reichlichsten im Frühjahr und Frühsommer nach dem Einsetzen des Saftstroms auf; im Hochsommer versiegt der Ausfluss meist. Nach dem Anschneiden der Rinde am Rand des Krebses ist das darunterliegende Gewebe oft wässrig, braunrostig und riecht säuerlich-gärig (typisch für pv. syringae). Die Blattflecken sind anfangs klein, eckig, wässrig und von einem helleren Hof umgeben; ihre abgestorbenen Zentren brechen heraus und erzeugen den „Schrotschuss“-Effekt. Die Symptome lassen sich leicht mit Frostschäden der Rinde sowie mit dem pilzlichen Triebsterben (Monilia) und der pilzlichen Schrotschusskrankheit (Wilsonomyces carpophilus) verwechseln — entscheidend sind dann der Zeitpunkt des Auftretens und das Vorhandensein einer Pilzsporulation. Die Krankheit verstärkt sich bei kühlem, feuchtem Wetter im Frühjahr und Herbst; im Sommer, bei Wärme und Trockenheit, ist das Bakterium am wenigsten aktiv.

Blattläuse

Kleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.

Apfelwickler

Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von 15–20 mm; die Vorderflügel sind graubraun mit einem charakteristischen kupfrig glänzenden Fleck am Flügelende. Die Raupe ist weißlich bis rosa, hat einen braunen Kopf, wird etwa 18 mm lang und bohrt sich bis zum Kerngehäuse von Apfel oder Birne (seltener Quitte oder Walnuss) vor. Symptome: „wurmstichige“ Früchte, Einbohrlöcher mit braunem, sägemehlartigem Kot sowie vorzeitiger Fruchtfall. Die Raupe besitzt fünf Paar Bauchbeine — das ist das entscheidende Merkmal, das sie von der Larve der Apfelsägewespe (einer Blattwespe) unterscheidet, die sechs und mehr davon hat. Der Apfelwickler überwintert als ausgewachsene Raupe in einem dichten Gespinst, verborgen in Rindenrissen, unter abstehenden Rindenschuppen, im Boden am Stammfuß oder in Obstkisten; im Frühjahr verpuppt er sich, und die Falter fliegen gewöhnlich ab dem Ende der Apfelblüte aus (Mai–Juni). Die Flüge finden in der Dämmerung und nachts statt, bei Lufttemperaturen über etwa 15°C. Die Weibchen legen die Eier einzeln auf die Früchte und die Blätter in deren Nähe ab; nach etwa ein bis zwei Wochen schlüpfen die Raupen, die sich nach einer kurzen Wanderung in die Frucht einbohren und zum Kerngehäuse vordringen, wo sie am Fruchtfleisch und an den Samen fressen. Unter polnischen Bedingungen entwickelt sich meist eine vollständige Generation, in wärmeren Jahren und im Süden des Landes eine partielle zweite, deren Fraß bis in die Ernte reicht. Beschädigte Früchte faulen, fallen vorzeitig ab und eignen sich nicht zur Lagerung.

Blattwickler

Die Raupen rollen, falten und verkleben Blätter mit einem Gespinst aus Seidenfäden und schaffen so Verstecke, in denen sie verborgen fressen. Bei Störung winden sie sich heftig rückwärts und lassen sich an Fäden herab, was ihre Bestimmung erleichtert; die erwachsenen Tiere sind kleine Falter mit glockenförmigem Umriss der zusammengelegten Flügel. Wirtspflanzen sind Obstbäume (Apfel, Birne, Pflaume), Ziersträucher und Rosen. Symptome: Die Raupen fressen Blätter, Blütenknospen und Fruchtansätze und beschädigen die Schale reifender Früchte, was deren Wert mindert. Der Name umfasst zahlreiche Arten aus der Familie der Wickler (Tortricidae) mit ähnlicher Lebensweise — u. a. den Apfelschalenwickler (Adoxophyes orana) und den Rosenwickler (Archips rosana). Die Raupen sind schlank, bis etwa 1,5–2 cm lang, meist hell- bis olivgrün mit dunklerem Kopf und Nackenschild, dabei sehr beweglich. Die Falter haben eine Flügelspannweite von etwa 15–25 mm; in Ruhe legen sie die Vorderflügel dachziegelartig zusammen, was den charakteristischen glockenförmigen (trapezförmigen) Umriss ergibt, und ihre Zeichnung ist graubraun mit dunklerer Querbinde. Der Zyklus hängt von der Art ab: Die Wickler überwintern als in Platten an der Rinde abgelegte Eier oder als junge Raupen, die in Rindenritzen und unter Knospenschuppen verborgen sind; im Frühjahr bohren sie sich in die schwellenden Knospen, wandern dann auf Blätter und Fruchtansätze über, und im Laufe der Saison entwickeln sich eine oder zwei Generationen. Ein diagnostisches Merkmal an Kernobst ist das Anheften eines Blattes an die Frucht und das flache Ausfressen der Schale darunter, wonach unregelmäßige, verkorkende Narben zurückbleiben, während das Fruchtfleisch in der Tiefe unversehrt bleibt. An Rosen und Ziersträuchern zeigen sich als Symptom eingerollte, mit Gespinst verbundene junge Blätter sowie ausgefressene Knospen.

Blattwespen

Die Larven ähneln stark den Raupen von Schmetterlingen, besitzen aber mehr Paare von Bauchbeinen (sechs und mehr) und einzelne Punktaugen an den Kopfseiten, woran man sie unterscheiden kann. Sie fressen häufig in Gruppen, skelettieren die Blätter oder fressen sie bis auf die Blattrippen und können einen Stachelbeer- oder Johannisbeerstrauch binnen weniger Tage kahl fressen. Wirtspflanzen sind Stachelbeere, Johannisbeere, Rose, Pflaume und Kiefer. Symptome: Neben dem Kahlfraß an Blättern bohren sich die Larven fruchtbewohnender Arten (z. B. an der Pflaume) in die jungen Fruchtansätze und verursachen deren Abfallen. Die erwachsenen Blattwespen sind kleine (wenige Millimeter große) Hautflügler ohne deutliche „Wespentaille“ — der Hinterleib sitzt dem Brustkorb breit an, was sie von Wespen und Bienen unterscheidet; die Weibchen besitzen einen sägeförmigen Legebohrer (daher auch der Name „Sägewespen“), mit dem sie das Gewebe des Blattes oder des Fruchtansatzes einschneiden und die Eier in dessen Inneres legen. Die Larven sind meist grün und in der Farbe dem Blatt angepasst, bei manchen Arten mit dunklen Warzen oder Flecken; ihren Bauchbeinen fehlen die Klammerhäkchen, die Schmetterlingsraupen besitzen, und gestörte Larven vieler Arten heben das hintere Körperende zu einem charakteristischen „S“ empor. Die gefährlichsten Gruppen sind: die Stachelbeerblattwespe (Nematus ribesii) an Stachelbeere und Johannisbeere, die den Strauch von innen kahl frisst; die Schleimigen Blattwespen (Gattung Caliroa) an Birne, Kirsche und Pflaume, deren schleimige, an kleine Schnecken erinnernde Larven die obere Blatthaut ausfressen (Fensterfraß), wodurch das Blatt wie versengt braun wird; die fruchtfressenden Blattwespen der Gattung Hoplocampa an Pflaume und Apfel, die Gänge in den jungen Fruchtansätzen bohren und feuchten, übel riechenden Kot hinterlassen; sowie die Buschhornblattwespen (Diprion, Neodiprion) an der Kiefer, die in Gruppen an den Nadeln fressen. Entwicklungszyklus: Die adulten Tiere fliegen im Frühjahr aus, die Larven fressen einige Wochen, wonach sie in den Boden oder die Streu abwandern, wo sie sich in einem Kokon verpuppen und als Larve (Präpuppe) überwintern; je nach Art entwickeln sich 1–3 Generationen pro Saison.

Kleiner Frostspanner

Ein Falter mit ausgeprägtem Geschlechtsdimorphismus: das Männchen hat graubraune, fein gebänderte Flügel mit einer Spannweite von etwa 25 mm, während das Weibchen praktisch flügellos und flugunfähig ist und daher im Herbst am Stamm emporklettert, um die Eier in der Krone abzulegen. Im Frühjahr schlüpfen grüne Spannerraupen mit hellen Längsstreifen, die sich mit dem charakteristischen „Katzenbuckel“-Gang (Zusammenziehen des Hinterleibs) fortbewegen und die sich entwickelnden Knospen, jungen Blätter und Fruchtansätze auffressen, wobei sie diese oft mit Fäden umspinnen. Er befällt Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche sowie viele Laubbäume und -sträucher. Die erwachsene Raupe erreicht eine Länge von bis zu etwa 25 mm, ist gelbgrün mit einer dunkleren Rückenlinie und hellen Streifen an den Seiten; als typischer Spanner (Geometridae) besitzt sie nur zwei Paar Bauchfüße am Hinterleibsende, woraus ihr schlingernder „Katzenbuckel“-Gang resultiert. Die Eier werden einzeln an den Knospen und in Rindenrissen abgelegt, wo sie überwintern, und kurz vor dem Frühjahrsschlupf wechseln sie ihre Farbe von grünlich zu orangerot. Die Art bildet eine Generation pro Jahr: die Falter fliegen im Spätherbst (Oktober–Dezember, daher der deutsche Name „Frostspanner“) an kühlen, frostfreien Abenden, und die flugunfähigen Weibchen klettern dann an den Stämmen empor. Der Raupenschlupf im Frühjahr ist eng mit dem Knospenaufbruch synchronisiert (meist April); nach etwa 4–6 Wochen Fraß lassen sich die Raupen an Fäden zum Boden herab und verpuppen sich flach in der Erde, wo die Puppe den Sommer verbringt. Anzeichen des Fraßes sind durchlöcherte und zerfetzte junge Blätter, ausgefressene Blüten- und Blattknospen sowie deformierte, mit korkigen Narben überzogene Früchte, die aus beschädigten Fruchtansätzen entstehen; bei starkem Befall können die Raupen die Krone nahezu kahl fressen.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Leicht Kerne, Blätter und Rinde enthalten Amygdalin, eine Verbindung, die geringe Mengen Blausäure freisetzt — das Fruchtfleisch ist unbedenklich und voll essbar.
Hunde Mäßig Das Fressen einer großen Menge Kerne kann gefährlich sein; die Früchte ohne Kerne sind in kleinen Mengen unbedenklich.
Katzen Leicht

Geschichte und Herkunft

Im Mittelmeerraum und im Kaukasus seit Jahrtausenden kultiviert, gelangte sie zur Römerzeit nach Mitteleuropa. In Polen ist sie seit Jahrhunderten ein wichtiger Bestandteil von Hausgärten und die Grundlage des traditionellen Pflaumenmuses und Dörrobstes (sogenannte Zwetschgen).

Verwendung

Obstbaulicher Anbau für frische Früchte, Dörrobst und Konserven (Pflaumenmus, Kompotte, Liköransätze, z. B. Sliwowitz). In Hausgärten einzeln oder in kleinen Gruppen als Obst- und zur Blütezeit auch Zierbaum gepflanzt.

Wissenswertes

  • Getrocknete Zwetschgen sind eine der ältesten polnischen Obstkonserven und waren bereits in der altpolnischen Küche bekannt.
  • Der Wachsbelag auf der Fruchtschale ist eine natürliche, essbare Schutzschicht und kein Zeichen von Verschmutzung oder Spritzmittel.

Häufige Fragen

Warum tritt aus dem Stamm meiner Pflaume ein klebriger Gummi aus?

Das ist Gummifluss — eine Reaktion des Baumes auf Verletzung, Frost, Überwässerung oder Pilzinfektion. Es lohnt sich, die Bodendrainage zu prüfen und den Schnitt an feuchten Tagen zu vermeiden; bei ausgeprägten Symptomen sollte ein Fachmann hinzugezogen werden.

Wann schneidet man die Pflaume am besten?

Am sichersten gleich nach der Ernte, im August oder September — die Wunden heilen schneller, und das Risiko einer Infektion durch die Silberglanz verursachenden Pilze ist am geringsten. Den Schnitt im Winter vermeiden.

Sind Pflaumenkerne giftig?

Einzelne versehentlich verschluckte Kerne sind ungefährlich, doch sie enthalten Amygdalin, das Blausäure freisetzt, daher sollte man sie nicht absichtlich in größeren Mengen verzehren oder zerbeißen.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 14.7.2026.

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