Kurz gefasst
- Kriechender Wuchs: 30–80 cm Höhe bei 80–200 cm Breite – wächst breiter als hoch.
- Blüht öfterblühend von Juni bis zu den ersten Frösten, und zwar am diesjährigen Holz.
- Minimaler Schnitt: jährlich nur ein Pflegeschnitt, ein kräftiger Verjüngungsschnitt auf 20–30 cm alle 2–3 Jahre (Edelrosen werden jedes Jahr am stärksten zurückgeschnitten, auf 10–15 cm).
- Dicht pflanzen: 3 Stück pro Quadratmeter bei starkwüchsigen Sorten, 4–5 bei den niedrigsten – das entspricht 45–60 cm Abstand.
- Rosen bilden praktisch keinen Nektar – für Insekten zählen ausschließlich ungefüllte und halbgefüllte Sorten, die den Pollen zugänglich machen.
Botanische Daten
- Familie
- Rosaceae (Rosaceae)
- Höhe
- 0.3–0.8 m
- Breite
- 0.8–2 m
- Wuchsform
- Kriechend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Humos, Lehmig, Sandig
- pH-Wert
- pH 6–7
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- Juni–Oktober
- Winterhärte
- USDA 5a–9a
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Durch Absenker
Merkmale
Die Bodendeckerrose ist keine botanische Art, sondern eine Gartengruppe: Baumschulen führen unter diesem Namen Sorten mit Trieben, die am Boden kriechen oder weit ausgebreitet und bogig zur Erde geneigt wachsen. Der Strauch wird deutlich breiter als hoch – typischerweise 30–80 cm hoch bei 80–200 cm Breite. Die niedrigsten Sorten heben sich kaum vom Boden ab, die starkwüchsigsten wie Swany nehmen mit der Zeit rund zwei Meter Durchmesser ein. Diesen Wuchs haben sie größtenteils von Rosa wichuraiana geerbt – einer ostasiatischen Art, die in taxonomischen Datenbanken heute unter dem akzeptierten Namen Rosa lucieae geführt wird –, deren Triebe in der Natur über Boden und Felsen kriechen; von dort stammen auch die kleinen, stark glänzenden Fiederblättchen, die für die meisten Sorten dieser Gruppe kennzeichnend sind. Das Blatt ist unpaarig gefiedert und besteht meist aus 5–7 glänzenden, gesägten Fiederblättchen; die glatte, wachsartige Oberfläche lässt die Blattspreite nach Regen schneller abtrocknen. Die Blüten sind kleiner als bei den Edelrosen – von ungefüllten, fünfblättrigen mit offen liegenden Staubblättern bis zu kleinen, dicht gefüllten Rosetten –, werden aber sehr zahlreich in Trauben gebildet, nahezu ununterbrochen von Juni bis zu den ersten Frösten. Die Blüte erfolgt am diesjährigen Holz, und genau das bestimmt den Schnittzeitpunkt. Duft war bei dieser Gruppe kein vorrangiges Zuchtziel: Die Züchter honorierten Blattgesundheit, Blühfülle und ein rasches Schließen der Decke, weshalb die meisten Sorten schwach oder gar nicht duften und nur einzelne deutlicher. Die Triebe sind dicht bestachelt – ein Vorteil, wenn die Pflanzung vom Abkürzen über die Grünfläche abhalten soll, und ein erheblicher Nachteil beim Jäten. Am besten blüht die Pflanze in voller Sonne; sie verträgt Halbschatten, blüht dort aber schwächer, und die langsamer abtrocknenden Blätter werden häufiger von Echtem Mehltau befallen. Ein durchschnittlicher, durchlässiger Gartenboden mit einem pH-Wert von 6,0–7,0 genügt ihr; Staunässe verträgt sie schlecht. Nach dem Einwurzeln, meist ab der zweiten Saison, kommt sie mit Trockenheit deutlich besser zurecht als Edelrosen. Das Baumschulmaterial ist zweierlei Art: wurzelechte, aus Stecklingen vermehrte Pflanzen sowie auf eine Unterlage okulierte Sorten. Davon hängt ab, ob die Veredelungsstelle tiefer gesetzt werden muss und ob unterhalb davon austreibende Wildtriebe zu entfernen sind.
Beliebte Sorten
- ‘The Fairy’
- Formal eine Sorte aus der Gruppe der Polyantharosen, im Handel und in Flächenpflanzungen jedoch als Bodendecker geführt. 1932 in England eingeführt. Kleine, hellrosa, dicht gefüllte Rosetten in sehr zahlreichen Trauben; sie beginnt später zu blühen als die meisten Rosen, meist im Juli, blüht dafür bis zum Frost. Etwa 0,6–0,9 m hoch bei 0,9–1,2 m Breite.
- ‘Swany’
- Züchtungsbezeichnung Meiburenac, aus der Züchtung Meilland. Reinweiße, sehr dicht gefüllte Blüten über glänzendem Laub. Einer der niedrigsten und breitesten Wüchse der Gruppe: etwa 0,6 m Höhe bei einer Ausdehnung von bis zu 2 m – für ein kleines Beet ist sie damit zu starkwüchsig.
- ‘Flower Carpet Pink’
- Handelsname der Sorte Noatraum aus der deutschen Züchtung Noack, in Deutschland als Heidetraum im Handel. Halbgefüllte, kräftig rosa Blüten mit sichtbaren Staubblättern und außergewöhnlich glänzendes, gesundes Laub – eine der am häufigsten gepflanzten Bodendeckerrosen Mitteleuropas. Etwa 0,6–0,8 m hoch bei 1–1,2 m Breite.
- ‘Max Graf’
- Historische Sorte von 1919, ein Hybride aus der Kartoffelrose (Rosa rugosa) und Rosa wichuraiana. Ungefüllte, rosa Blüten mit weißer Mitte und gelben Staubblättern – im Unterschied zur übrigen Gruppe blüht sie nur einmal, im Frühsommer. Stark kriechende Triebe, die an den Knoten wurzeln. Von ihr leitet sich die frostharte Linie Rosa × kordesii ab.
- ‘Palmengarten Frankfurt’
- Aus der Züchtung Kordes, ausgezeichnet mit dem deutschen ADR-Prädikat, das nach mehrjähriger Prüfung ohne Fungizidbehandlung vergeben wird. Kräftig rosa, halbgefüllte Blüten, sehr gesundes Laub, starker Wuchs und rasches Schließen der Decke. Etwa 0,6–0,8 m hoch; benannt nach dem Botanischen Garten Palmengarten in Frankfurt.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Nach dem Einwurzeln, meist ab der zweiten Saison, verträgt sie Trockenheit deutlich besser als Edelrosen. Im ersten Jahr nach dem Pflanzen selten, dafür durchdringend und direkt an die Wurzel gießen – an der Böschung läuft das Wasser oberflächlich ab, deshalb hilft eine Gießmulde um jede Pflanze. Die Blätter nicht benetzen.
Düngung
Die letzte Stickstoffgabe bis Ende Juli. Spätere Düngung treibt unverholzte Triebe, die erfrieren – und bei Flächenpflanzungen ist das Herausschneiden erfrorener Triebe zwischen den Stacheln sehr arbeitsaufwendig.
Pflanzung
Vor dem Pflanzen unbedingt ausläuferbildende Wurzelunkräuter entfernen (Quecke, Ackerwinde, Ackerkratzdistel) – nach dem Schließen der bestachelten Decke lassen sie sich nicht mehr herausholen. Durchschnittlicher, durchlässiger Gartenboden; eine 5–7 cm starke Rindenmulchschicht hält das Unkraut zurück, bis sich die Pflanzung geschlossen hat.
Schnitt
Jährlich genügt ein Pflegeschnitt: das Entfernen erfrorener, gebrochener und kranker Triebe. Alle 2–3 Jahre werden die Sträucher stärker zurückgenommen, auf 20–30 cm über dem Boden, um die Decke zu verjüngen und dem Verkahlen der Horstmitte vorzubeugen. Große Flächen schneidet man dann mit der Heckenschere oder dem Freischneider auf einheitliche Höhe.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Ma te same wymagania świetlne i glebowe, kwitnie równolegle przez cały sezon i miękkim, siwozielonym pokrojem łagodzi sztywną plamę róż. Klasyczne zestawienie przy rabatach różanych.
Znosi suche, nasłonecznione skarpy tak samo dobrze jak róża okrywowa, a jej wyprostowane, jasnoniebieskie kwiatostany dają wyraźny kontrast wysokości i barwy nad płożącą okrywą.
Trawy ozdobne o kępowym pokroju są standardowym partnerem róż okrywowych w zieleni miejskiej — inna faktura, zbliżone wymagania stanowiskowe i brak konkurencji w tej samej warstwie.
Schlechte Nachbarschaft
Drugi silny gatunek okrywowy w tej samej warstwie. Barwinek przerasta pędy róży od spodu i po zwarciu nasadzenia nie da się go już wyplątać spomiędzy kolców — trzeba wybrać jedną okrywę, nie łączyć dwóch.
Choroba zmęczenia gleby: młode róże sadzone tam, gdzie wcześniej rosły róże, słabo się przyjmują i marnie rosną. Przed nowym nasadzeniem trzeba wymienić ziemię na głębokość i szerokość co najmniej 45 cm albo wybrać inne miejsce.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Schwarze bis dunkelbraune Flecken mit ausgefransten Rändern auf den Rosenblättern, um die herum die Blattspreite vergilbt. Befallene Blätter fallen massenhaft ab, was die Pflanze schwächt und die Blüte beeinträchtigt. Die Krankheit verstärkt sich in feuchten Jahren und bei schlechter Luftzirkulation. Die Flecken sind meist rund, mit einem Durchmesser von wenigen Millimetern bis etwa 1–1,5 cm, und ihr wichtigstes Erkennungsmerkmal ist der strahlenförmig ausgefranste, federartige Rand — das Pilzmyzel wächst unter der Blattoberhaut nach allen Seiten und erzeugt den charakteristischen „sternförmigen“ Randsaum (daher der Name Sternrußtau). Bei starkem Befall fließen die Flecken zu größeren, unregelmäßigen Feldern zusammen, und die sie umgebende Vergilbung erfasst einen immer größeren Teil der Blattspreite, bis das ganze Blatt gelb wird und abfällt. Auf der Blattoberseite erscheinen kleine, dunkle Konidienfruchtkörper (Acervuli), während die Blattunterseite belagfrei bleibt. Die Symptome treten zuerst an den unteren, ältesten Blättern auf und wandern allmählich zur Strauchspitze hinauf, da die Sporen mit Wasserspritzern vom Boden und von tiefer liegenden Blättern übertragen werden. An jungen, grünen Trieben können kleine, purpurrote Verfärbungen und Flecken auftreten. Für die Keimung der Sporen und die Infektion ist eine langanhaltende, mehrstündige Benetzung der Blätter erforderlich, weshalb die Krankheit nach warmen, regnerischen Perioden ausbricht. Wiederholte Entlaubung erschöpft den Strauch, mindert die Blüte und verschlechtert die Winterhärte.
Echter MehltauWeißer, mehliger Belag auf Blättern, Trieben und Knospen. Die Blätter vergilben, verformen sich und fallen vorzeitig ab. Der Belag entwickelt sich auf beiden Blattseiten, ist von oben oft gut sichtbar und lässt sich leicht mit dem Finger abwischen – es handelt sich um das oberflächliche Myzel eines Ektoparasiten, das den Zellen der Epidermis mithilfe von Saugorganen (Haustorien) Nährstoffe entzieht. Anfangs sind einzelne, runde, weiße Flecken zu sehen, die mit der Zeit zusammenfließen und die gesamte Blattoberfläche sowie die jungen Zuwächse überziehen. Am anfälligsten sind junge Blätter und die diesjährigen Triebe; bei starkem Befall kräuseln und versteifen sie sich und ihr Wachstum wird gehemmt, an den Knospen kommt es zu Verformung oder Absterben der Blüten. An den Früchten mancher Arten (Stachelbeere, Apfel, Kürbisgewächse) hinterlässt der Belag Berostungen oder eine verkorkte Schale. Gegen Ende der Saison erscheinen im Belag kleine, dunkle Fruchtkörper (Chasmothecien, früher Kleistothecien genannt) – die Überwinterungsstrukturen des Erregers. Die Krankheit befällt viele Pflanzen, u. a. Rosen, Eiche, Liguster, Flieder, Kürbisgewächse, Getreide, Weinrebe, Apfel, Stachelbeere, Phlox und Sonnenhut (Echinacea), wobei jeden dieser Wirte eine spezialisierte Pilzart befällt.
RostRostorange bis braune, stäubende Sporenlager auf der Blattunterseite, denen auf der Oberseite gelbe Flecken entsprechen. Stark befallene Blätter vergilben und fallen vorzeitig ab, die Pflanze wird geschwächt. Betroffen sind unter anderem Rosen und Malven, und manche Roste haben einen Zwischenwirt (z. B. der Birnengitterrost den Wacholder). Die Pusteln (Sommersporenlager, sogenannte Uredien) durchbrechen die Blatthaut und setzen ein orange-rostfarbenes Pulver frei, das sich am Finger abwischen lässt — das ist das sicherste Erkennungsmerkmal. Im Hochsommer treten sie vor allem auf der Blattunterseite, entlang der Blattadern und an den Blattstielen auf, bei manchen Arten auch an grünen Trieben und Kelchblättern. Im Spätherbst dunkeln die Lager zu bräunlichschwarz nach — das sind die Dauersporen (Telien), mit denen der Pilz an Pflanzenresten überwintert. Roste zeichnen sich durch eine enge Spezialisierung aus: Ein bestimmter Rost befällt in der Regel nur eine Art oder Gattung von Wirtspflanzen, weshalb Rosenrost, Malven- und Eibischrost, Bohnen-, Lauch- und Knoblauchrost, Minz-, Pelargonien- oder Rasenrost verschiedene, nicht austauschbare Pilze sind. Das allgemeine Symptom — Vergilben und vorzeitiger Blattfall — schwächt die Pflanze und mindert Blüte und Ertrag, tötet sie jedoch selten innerhalb einer Saison.
BlattläuseKleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.
SpinnmilbenWinzige (0,3–0,5 mm) Spinnentiere, mit bloßem Auge kaum zu erkennen, die an der Blattunterseite saugen. Symptome: feine helle Sprenkel (Einstichstellen), mit der Zeit werden die Blätter grau, vergilben und vertrocknen. Bei starkem Befall zeigt sich ein feines Gespinst. Warme, trockene Luft fördert die Entwicklung — ein häufiges Problem bei Zimmerpflanzen im Winter in der Nähe von Heizkörpern. Spinnmilben sind keine Insekten, sondern Milben aus der Familie Tetranychidae — erwachsene Tiere haben 8 Beine (Larven nur 6). Am häufigsten tritt in Kulturen die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) auf: gelbgrüne Weibchen tragen an den Körperseiten zwei dunkle Flecken, überwinternde Weibchen verfärben sich orangerot. In Obstgärten ist die Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi) verbreitet, deren rote Eier gehäuft an der Triebrinde überwintern. Fraßmechanismus: Die Milben stechen die Zellen der Epidermis und des Mesophylls an der Blattunterseite an und saugen deren Inhalt aus, und die entleerten Zellen füllen sich mit Luft — daher die charakteristische, silbrig-graue, feine Sprenkelung, die von der Blattoberseite sichtbar ist (ähnelt einer mosaikartigen Verfärbung). Bei hoher Dichte werden die Blätter braun, rollen sich ein und fallen vorzeitig ab, und die ganze Pflanze schwächt sich und verliert an Zuwachs. Ein dichtes Gespinst zwischen Blättern und Triebspitzen erscheint erst bei fortgeschrittenem Befall und ist ein Signal für die Gefahr einer Verschleppung des Schädlings auf benachbarte Pflanzen. Der Entwicklungszyklus ist bei Wärme und Trockenheit sehr schnell — bei einer Temperatur von 25–30°C kann sich eine Generation in 1–2 Wochen abschließen, daher zahlreiche Generationen pro Saison und ein rasantes, exponentielles Anwachsen der Population. Die Weibchen legen kugelige, durchsichtige Eier an der Blattunterseite ab. Es überwintern begattete Weibchen (in Rindenritzen, Streu und Pflanzenresten) oder — bei der Obstbaumspinnmilbe — die Eier an der Rinde. Ein früher Befall wird leicht übersehen; bei der Diagnose hilft das Abschütteln eines Blattes über einem weißen Blatt Papier (wandernde Pünktchen werden sichtbar) oder das Betrachten der Blattunterseite mit einer Lupe.
BlattwespenDie Larven ähneln stark den Raupen von Schmetterlingen, besitzen aber mehr Paare von Bauchbeinen (sechs und mehr) und einzelne Punktaugen an den Kopfseiten, woran man sie unterscheiden kann. Sie fressen häufig in Gruppen, skelettieren die Blätter oder fressen sie bis auf die Blattrippen und können einen Stachelbeer- oder Johannisbeerstrauch binnen weniger Tage kahl fressen. Wirtspflanzen sind Stachelbeere, Johannisbeere, Rose, Pflaume und Kiefer. Symptome: Neben dem Kahlfraß an Blättern bohren sich die Larven fruchtbewohnender Arten (z. B. an der Pflaume) in die jungen Fruchtansätze und verursachen deren Abfallen. Die erwachsenen Blattwespen sind kleine (wenige Millimeter große) Hautflügler ohne deutliche „Wespentaille“ — der Hinterleib sitzt dem Brustkorb breit an, was sie von Wespen und Bienen unterscheidet; die Weibchen besitzen einen sägeförmigen Legebohrer (daher auch der Name „Sägewespen“), mit dem sie das Gewebe des Blattes oder des Fruchtansatzes einschneiden und die Eier in dessen Inneres legen. Die Larven sind meist grün und in der Farbe dem Blatt angepasst, bei manchen Arten mit dunklen Warzen oder Flecken; ihren Bauchbeinen fehlen die Klammerhäkchen, die Schmetterlingsraupen besitzen, und gestörte Larven vieler Arten heben das hintere Körperende zu einem charakteristischen „S“ empor. Die gefährlichsten Gruppen sind: die Stachelbeerblattwespe (Nematus ribesii) an Stachelbeere und Johannisbeere, die den Strauch von innen kahl frisst; die Schleimigen Blattwespen (Gattung Caliroa) an Birne, Kirsche und Pflaume, deren schleimige, an kleine Schnecken erinnernde Larven die obere Blatthaut ausfressen (Fensterfraß), wodurch das Blatt wie versengt braun wird; die fruchtfressenden Blattwespen der Gattung Hoplocampa an Pflaume und Apfel, die Gänge in den jungen Fruchtansätzen bohren und feuchten, übel riechenden Kot hinterlassen; sowie die Buschhornblattwespen (Diprion, Neodiprion) an der Kiefer, die in Gruppen an den Nadeln fressen. Entwicklungszyklus: Die adulten Tiere fliegen im Frühjahr aus, die Larven fressen einige Wochen, wonach sie in den Boden oder die Streu abwandern, wo sie sich in einem Kokon verpuppen und als Larve (Präpuppe) überwintern; je nach Art entwickeln sich 1–3 Generationen pro Saison.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | — |
| Hunde | Leicht | Die dicht bestachelten, kriechenden Triebe liegen genau auf Höhe von Schnauze und Pfoten des Hundes – das reale Risiko sind mechanische Verletzungen, keine Vergiftung. Blütenblätter und Hagebutten sind nicht giftig. |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Kriechende Rosen kamen mit der Einführung von Rosa wichuraiana aus Ostasien gegen Ende des 19. Jahrhunderts in die Gärten. Diese Art lieferte ganzen Zuchtlinien sowohl den Wuchs als auch das glänzende, gesunde Laub. Der erste weithin bekannte Hybride dieses Typs war Max Graf von 1919, eine Kreuzung aus der Kartoffelrose (Rosa rugosa) und Rosa wichuraiana, die nur einmal in der Saison blüht. Aus ihm leitete Wilhelm Kordes in den 1940er-Jahren Rosa × kordesii ab – eine fruchtbare, frostharte Linie, auf der viele spätere Landschaftsrosen aufbauen. Als eigenständige Handelskategorie formierten sich die Bodendeckerrosen erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als das öffentliche Grün Pflanzen für Böschungen, Kreisverkehre und Straßenbegleitgrün brauchte – Standorte, an denen ein jährlicher Schnitt und regelmäßige Spritzungen schlicht nicht zu leisten sind. Den Ton gaben die deutschen Baumschulen Kordes, Noack und Tantau sowie das französische Haus Meilland an. Zum entscheidenden Selektionskriterium wurde die Blattgesundheit ohne chemischen Pflanzenschutz. In Deutschland misst sie die ADR-Prüfung, die seit 1950 durchgeführt wird; erst seit 1997 werden die Sorten darin jedoch vollständig ohne Fungizidbehandlung bewertet – über drei Jahre hinweg und parallel in mehreren unabhängigen Sichtungsgärten in verschiedenen Regionen des Landes. Genau deshalb ist das ADR-Zeichen auf dem Etikett heute der praktischste Hinweis bei der Wahl einer Bodendeckerrose für einen schwierigen, selten gepflegten Standort.
Verwendung
Die Hauptverwendung sind große, einheitliche Flächen, bei denen die Massenwirkung und ein geringer Pflegeaufwand zählen: Böschungen, Dämme, Grünstreifen an Fußwegen, Kreisverkehre, Parkplatzränder und Vorgärten. An der Böschung erfüllt die Bodendeckerrose eine doppelte Aufgabe – das dichte Netz aus Trieben und Wurzeln bremst den oberflächlichen Abfluss und die Erosion, und die bestachelten Triebe halten wirksam davon ab, den Weg über die Grünfläche abzukürzen. Gepflanzt wird dicht und gleich im endgültigen Abstand: Üblich sind 3 Stück pro Quadratmeter bei starkwüchsigen Sorten und 4–5 bei den niedrigsten, was 45–60 cm Abstand entspricht. Eine weitere Pflanzung verlängert die Zeit, in der der Boden offen bleibt – an der Böschung bedeutet das zusätzliche Jätesaisons. Vor dem Pflanzen müssen ausläuferbildende Wurzelunkräuter unbedingt entfernt werden – Quecke, Ackerwinde, Ackerkratzdistel –, denn nach dem Schließen der Decke lassen sie sich zwischen den bestachelten Trieben nicht mehr herausholen; eine 5–7 cm starke Rindenmulchschicht überbrückt diese Zeit. Im Privatgarten bewährt sich die Gruppe als Einfassung eines Rosenbeets, als Füllung zwischen höheren Sträuchern, zur Bepflanzung der Krone einer Stützmauer, über die die Triebe schön überhängen, sowie als niedrige Abgrenzung. Ungeeignet ist sie dagegen für begehbare Flächen und für enge Staudenbeete, die jährlich geteilt werden müssen – jeder Gang zwischen die Triebe endet mit Kratzern. Gute Partner sind Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen und anderer Textur: Katzenminze, Blauraute (Perovskia), Ziergräser, Fetthennen. Die Blüten dieser Gruppe schneidet man nicht für die Vase – die Stiele sind dafür zu kurz, und der Wert liegt hier in einem monatelang haltenden Farbfleck, nicht in der Einzelblüte.
Wissenswertes
- Rosen bilden praktisch keinen Nektar – Insekten sammeln an ihnen ausschließlich Pollen. Deshalb bringen nur ungefüllte und halbgefüllte Sorten echten Nutzen, bei denen die Staubblätter nicht in Blütenblätter umgewandelt wurden; eine dicht gefüllte Rosette ist für Bestäuber wertlos.
- Der kriechende Wuchs und der Blattglanz der gesamten Gruppe gehen größtenteils auf eine einzige Art zurück – Rosa wichuraiana, die in der Natur über Boden und Felsen kriecht, statt in die Höhe zu wachsen.
- Der Handelsname einer Sorte ist mitunter etwas anderes als ihr Sortenepitheton: Flower Carpet ist eine Handelsserie, die dahinterstehende rosa Sorte heißt Noatraum und wird in Deutschland als Heidetraum verkauft.
- Die Triebe vieler Sorten bewurzeln sich von selbst dort, wo sie feuchte Erde berühren – diese bei der Böschungsbefestigung nützliche Eigenschaft ist zugleich der einfachste Weg der Vermehrung durch Absenker im eigenen Garten.
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich die Bodendeckerrose von der Edelrose?
Sie unterscheiden sich im Wuchs, in der Verwendung und vor allem im Schnitt. Die Bodendeckerrose hat kriechende oder weit ausgebreitete Triebe und wächst breiter als hoch (30–80 cm Höhe bei 80–200 cm Breite), während die Edelrose einen steifen, aufrechten Strauch von 0,6–1,5 m bildet. Die Bodendeckerrose bringt zahlreiche kleine Blüten in Trauben und wird flächig für die Wirkung eines Farbflecks gepflanzt; die Edelrose bringt Einzelblüten von 10–12 cm Durchmesser auf langen Stielen, und aus ihr gewinnt man die Schnittblume. Der wichtigste praktische Unterschied betrifft den Schnitt: Die Edelrose wird jedes Jahr am stärksten von allen Gruppen zurückgeschnitten, auf 3–5 Augen (etwa 10–15 cm), die Bodendeckerrose dagegen jährlich ausschließlich im Rahmen eines Pflegeschnitts und erst alle 2–3 Jahre stärker, auf 20–30 cm. Bodendeckerrosen sind zudem meist gesünder und weniger duftend – gezüchtet wurden sie auf Blattgesundheit, nicht auf Duft.
Wie dicht pflanzt man Bodendeckerrosen an einer Böschung?
Üblich sind 3 Stück pro Quadratmeter bei starkwüchsigeren Sorten und 4–5 bei den niedrigsten, was einem Abstand von 45–60 cm entspricht. Gepflanzt wird gleich im endgültigen Abstand – eine weitere Pflanzung bedeutet zusätzliche Saisons mit offenem Boden und Jäten. Vor dem Pflanzen müssen ausläuferbildende Wurzelunkräuter entfernt werden, denn später lassen sie sich zwischen den Stacheln nicht mehr herausholen. An einer steilen Böschung lohnt es sich, um jede Pflanze eine flache Gießmulde anzulegen, damit das Gießwasser einsickert, statt oberflächlich abzulaufen, und die gesamte Fläche 5–7 cm hoch mit Rinde zu mulchen.
Wann und wie schneidet man die Bodendeckerrose?
Der Termin ist das zeitige Frühjahr, etwa im März, vor dem Austrieb der Knospen – die Bodendeckerrose blüht am diesjährigen Holz. Jährlich genügt ein Pflegeschnitt: das Entfernen erfrorener, gebrochener und kranker Triebe. Alle 2–3 Jahre führt man einen Verjüngungsschnitt durch und nimmt den gesamten Horst auf 20–30 cm über dem Boden zurück; bei großen Flächen geschieht das mit der Heckenschere auf einheitliche Höhe. Man sollte sie nicht jedes Jahr so kurz schneiden wie Edelrosen – das schwächt den Strauch und verzögert das Schließen der Decke.
Unterdrückt die Bodendeckerrose das Unkraut?
Teilweise, und erst nachdem sich die Pflanzung geschlossen hat – bei empfohlenem Abstand dauert das meist 2–3 Saisons. Eine geschlossene Decke unterdrückt wirksam einjährige, aus Samen auflaufende Unkräuter, weil sie den Boden beschattet. Mit ausläuferbildenden Wurzelunkräutern kommt sie dagegen nicht zurecht – Quecke oder Ackerwinde durchwachsen die Pflanzung von unten und kommen zwischen den Trieben hervor. Das ist der häufigste Fehler bei der Anlage solcher Flächen: Wurzelunkräuter müssen vor dem Pflanzen beseitigt werden, denn zwischen den bestachelten Trieben ist das Jäten von Hand praktisch nicht durchführbar.
Muss man Bodendeckerrosen für den Winter schützen?
In den meisten Regionen Mitteleuropas überwintern gut gewählte Sorten ohne Anhäufeln – diese Gruppe ist in der Praxis deutlich frosthärter als Edelrosen, die man jedes Jahr anhäufelt. Ein Schutz lohnt sich im ersten Winter nach dem Pflanzen, solange die Pflanze noch nicht eingewurzelt ist, sowie bei auf eine Unterlage okulierten Exemplaren in Gegenden mit den strengsten Frösten – dann häufelt man 15–20 cm hoch an, sodass die Veredelungsstelle bedeckt ist, und trägt den Erdwall im März wieder ab. Das hat praktische Bedeutung: Ein wurzelechter Strauch, der bis zum Boden zurückfriert, treibt sortenecht wieder aus, ein okulierter dagegen treibt aus der Unterlage aus, also als Wildtrieb.
Quellen
- RHS — Roses: ground cover types and pruningInstitution / Botanischer Garten
- Plants of the World Online (POWO) — Rosa lucieae (syn. R. wichuraiana)Datenbank (GBIF, POWO…)
- ADR — Allgemeine Deutsche RosenneuheitenprüfungInstitution / Botanischer Garten
- Missouri Botanical Garden — Plant FinderInstitution / Botanischer Garten
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