Feuerbohne

Phaseolus coccineus · Runner bean (EN) · Feuerbohne (DE)

Die Feuerbohne (Phaseolus coccineus) ist eine kletternde Hülsenfrucht aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), die im gemäßigten Klima einjährig kultiviert wird, botanisch jedoch eine Staude mit knollig verdickten Wurzeln ist. Sie windet ihren Stängel um Stützen und erreicht dabei 3–4 m Höhe; ohne Stangen oder Netz kann sie nicht wachsen. Von der gewöhnlichen Gartenbohne unterscheiden sie große, dekorative Blüten in aufrechten Trauben – meist scharlachrot, seltener weiß oder zweifarbig – sowie große, flache Samen, die ausschließlich gekocht verzehrt werden.

Sonne Viel Wasser Giftig
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Klettert bis 3–4 m – ohne Stangen, Wigwam oder Netz gelingt der Anbau nicht.
  • Botanisch eine Staude, im polnischen Klima einjährig kultiviert (die Wurzeln erfrieren im Winter im Boden).
  • Keimt und wächst in kühlerem Boden als die Gartenbohne und verträgt kurze, kühle Sommer gut.
  • Rohe Samen sind giftig (Phytohämagglutinin) – nur gekocht verzehren.
  • Trockenheit während der Blüte lässt die Blüten abfallen – gleichmäßig feuchter Boden ist entscheidend.
  • Die scharlachroten Blüten locken stark Hummeln an; die Pflanze wird auch als Zierpflanze an Lauben und Pergolen gesetzt.

Botanische Daten

Familie
Fabaceae (Fabaceae)
Höhe
2–4 m
Breite
0.3–0.5 m
Wuchsform
Kriechend
Wuchsgeschwindigkeit
Schnell
Standort
Sonne
Boden
Humos, Lehmig
pH-Wert
pH 6–7
Feuchtigkeit
Feucht
Blütezeit
Juli–September
Winterhärte
Vermehrung
Aus Samen

Merkmale

Eine stark wachsende Kletterpflanze, die sich um die Stütze windet und dabei einen dichten, grünen Vorhang von 3–4 m Höhe bildet. Die Blätter sind dreizählig, größer und dicker als bei der Gartenbohne, mit herzförmigen Fiederblättchen. Das auffälligste Merkmal sind die Blüten: schmetterlingsförmig, deutlich größer als bei verwandten Arten, zu mehreren bis vielen in langen, aufrechten Trauben aus den Blattachseln – daher der polnische Name „wielokwiatowa“ (vielblütig). Bei der typischen Form sind sie leuchtend scharlachrot, bei den weißsamigen Sorten (Typ „Piękny Jaś“) rein weiß und bei den Zierformen zweifarbig weiß-rot. Die Hülsen sind größer und rauer als bei der Gartenbohne, 20–30 cm lang und mit zunehmendem Alter stark faserig; man erntet sie jung. Die Samen sind groß und flach, bei den scharlachroten Formen dunkelviolett mit schwarzer Marmorierung, beim „Jaś“ weiß. Ein wichtiger biologischer Unterschied betrifft die Keimung: Die Feuerbohne keimt hypogäisch, das heißt, die Keimblätter bleiben unter der Erde und nur der Trieb kommt über den Boden. Dadurch kann man sie etwas tiefer säen, und wenn ein Frühjahrsfrost den jungen Trieb schädigt, treibt die Pflanze leichter aus dem bodennahen Knoten wieder aus als die Gartenbohne, bei der die Keimblätter über den Boden gehoben werden. Unter der Erde bildet die Art verdickte, knollige Speicherwurzeln aus – sie machen sie zur Staude, obwohl sie im Boden in Polen meist durchfriert. Der Standort muss vollsonnig und vor starkem Wind geschützt sein, der Boden fruchtbar, humos, tiefgründig und in der Lage, Feuchtigkeit zu halten. Die angegebenen Maße gelten für die typischen Kletterformen; zwergige, buschige Sorten (z. B. „Hestia“) wachsen bis etwa 45 cm ohne Stützen und bilden eine Ausnahme.

Beliebte Sorten

‘Piękny Jaś’
Polnische traditionelle Gruppe weißblütiger und weißsamiger Sorten, die hauptsächlich wegen der großen, flachen, weißen Samen (Riesenbohne) angebaut werden. Sie kommt in kletternder und zwergiger Form vor; die Samen sind ein Klassiker der Kleingartenküche, geschätzt in Suppen und Salaten. Der Handelsname bezieht sich auf den Typ des weißen Korns selbst, nicht auf eine einzelne feste Sorte.
‘Scarlet Emperor’
Eine alte, klassische Sorte mit leuchtend scharlachroten Blüten, früh und ertragreich, geschätzt für ihre Zuverlässigkeit. Eine der am längsten angebauten Kletterformen vom Typ runner bean; die Hülsen werden jung geerntet, bevor sie verfasern.
‘Painted Lady’
Eine historische Zier- und Nutzsorte mit zweifarbigen, weiß-roten Blüten, ebenso gern wegen ihrer dekorativen Vorzüge wie wegen der Hülsen gepflanzt. Ausgezeichnet mit dem britischen RHS Award of Garden Merit.
‘White Lady’
Eine weißblütige Sorte mit fadenlosen (faserlosen) Hülsen, die als besser Hülsen ansetzend bei Hitze gilt als die rotblütigen Formen. Weiße Blüten werden zudem seltener von Vögeln angepickt als scharlachrote.
‘Enorma’
Eine Sorte, die auf sehr lange, glatte, gerade Hülsen (über 30 cm) selektiert wurde, beliebt auf Gartenausstellungen und im Anbau für frische Hülsen. Eine Verbesserung im Typ „Scarlet Emperor“.
‘Hestia’
Eine zwergige, buschige runner-bean-Sorte von etwa 45 cm Höhe mit zweifarbigen, weiß-roten Blüten, die ohne Stützen wächst. Sie eignet sich für große Gefäße und den Balkon, wo die Kletterformen zu hoch wären.

Anbau und Pflege

Bewässerung

Am empfindlichsten gegenüber Wassermangel während der Blüte und des Hülsenansatzes – ein Austrocknen in dieser Phase führt zum massenhaften Abfallen der Blüten ohne Fruchtansatz.

Im Sommer alle ~3 Tage · Trockenheitstoleranz: Niedrig

Düngung

Wie andere Hülsenfrüchte bindet sie in Symbiose mit Knöllchenbakterien (Rhizobium) atmosphärischen Stickstoff und benötigt daher keine Stickstoffdüngung – dessen Überschuss treibt die Triebe auf Kosten der Blüte an und schwächt die Symbiose.

einmal vor der Aussaat, unterstützend während der Blüte · kompost przed siewem, nawóz fosforowo-potasowy

Pflanzung

Der Boden tief umgegraben, fruchtbar und fähig, Feuchtigkeit zu halten; die Stützen (Stangen, Wigwam oder Netz) werden VOR der Aussaat aufgestellt, denn die Pflanze braucht unbedingt Halt.

Zeitpunkt: Mitte Mai, nach dem Ende der Fröste und der Erwärmung des Bodens · Abstand 15–25 cm

Schnitt

Die Spitzen der Triebe, die die obere Grenze der Stangen erreichen, auskneifen, um die Energie der Pflanze in den Hülsenansatz zu lenken und nicht in weiteres Wachstum.

Zeitpunkt: Im Sommer, wenn die Triebe über den Gipfel der Stütze hinauswachsen. · Achtung: Keine Blätter im Bereich der Blütenstände entfernen – dort werden die bestäubenden Hummeln angelockt.

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

MaisGärtnerische Tradition

Klasyczne zestawienie „trzech sióstr”: wysokie łodygi kukurydzy służą fasoli za żywą podporę, a fasola wiąże azot użyźniający glebę pod żarłoczną kukurydzę.

GurkeGärtnerische Tradition

Fasola wzbogaca stanowisko w azot dzięki bakteriom brodawkowym, a resztki pożniwne roślin strączkowych użyźniają glebę pod ogórki o dużych potrzebach pokarmowych; obie rośliny lubią też podobnie wilgotną, żyzną glebę.

Schlechte Nachbarschaft

KüchenzwiebelGärtnerische Tradition

Cebula i inne rośliny cebulowe (Allium) uchodzą za hamujące bakterie brodawkowe Rhizobium w strefie korzeniowej fasoli, co może osłabiać wiązanie azotu — tradycyjnie odradza się takie sąsiedztwo.

KnoblauchGärtnerische Tradition

Ten sam mechanizm co u cebuli — czosnek uchodzi za ograniczający aktywność bakterii brodawkowych w strefie korzeniowej fasoli.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Krankheiten und Schädlinge

Anthraknose

An Blättern, Stängeln und Früchten erscheinen dunkle, scharf begrenzte, eingesunkene Flecken, an den Früchten eingefallene, faulende Herde. Bei feuchtem Wetter sind im Zentrum der Flecken rosafarbene, schleimige Sporenansammlungen zu sehen, oft in konzentrischen Zonen angeordnet. Die Flecken vergrößern sich und fließen zusammen, die Blätter sterben ab, und die Früchte von Bohne, Paprika, Kürbis oder Erdbeere faulen; die Krankheit verstärkt sich in warmen und feuchten Sommern. Das am besten erkennbare Merkmal ist eben jener lachsrosa, schleimige Konidienbelag, der die feuchten Flecken ausfüllt — es handelt sich um sporulierende Pilzansammlungen (Acervuli), nicht um einen trockenen, staubigen Schimmel. An Hülsen und Früchten der Bohne sind die Flecken rund, tief eingesunken und scharf von einem dunkelbraunen, mitunter rötlichen Rand umgeben; an den Blattadern und Blattstielen erscheinen längliche, braunschwarze, eingesunkene Streifen. An der Erdbeere befällt die Krankheit die Früchte (harte, braune, eingesunkene Flecken) sowie den Wurzelhals und die Blattstiele und führt zum Absterben ganzer Pflanzen. An Kürbisgewächsen sind junge Flecken zuweilen wässrig und aufgehellt, später bräunen sie und reißen auf. Befallene Früchte eignen sich nicht zur Lagerung, da sich die Krankheit nach der Ernte weiterentwickelt.

Rost

Rostorange bis braune, stäubende Sporenlager auf der Blattunterseite, denen auf der Oberseite gelbe Flecken entsprechen. Stark befallene Blätter vergilben und fallen vorzeitig ab, die Pflanze wird geschwächt. Betroffen sind unter anderem Rosen und Malven, und manche Roste haben einen Zwischenwirt (z. B. der Birnengitterrost den Wacholder). Die Pusteln (Sommersporenlager, sogenannte Uredien) durchbrechen die Blatthaut und setzen ein orange-rostfarbenes Pulver frei, das sich am Finger abwischen lässt — das ist das sicherste Erkennungsmerkmal. Im Hochsommer treten sie vor allem auf der Blattunterseite, entlang der Blattadern und an den Blattstielen auf, bei manchen Arten auch an grünen Trieben und Kelchblättern. Im Spätherbst dunkeln die Lager zu bräunlichschwarz nach — das sind die Dauersporen (Telien), mit denen der Pilz an Pflanzenresten überwintert. Roste zeichnen sich durch eine enge Spezialisierung aus: Ein bestimmter Rost befällt in der Regel nur eine Art oder Gattung von Wirtspflanzen, weshalb Rosenrost, Malven- und Eibischrost, Bohnen-, Lauch- und Knoblauchrost, Minz-, Pelargonien- oder Rasenrost verschiedene, nicht austauschbare Pilze sind. Das allgemeine Symptom — Vergilben und vorzeitiger Blattfall — schwächt die Pflanze und mindert Blüte und Ertrag, tötet sie jedoch selten innerhalb einer Saison.

Weißstängeligkeit (Sklerotinia-Fäule)

An den Stängeln, am Pflanzengrund und an bodennahen Teilen tritt eine wässrige, weiche Fäule auf, die von einem dichten, weißen, watteartigen Pilzmyzel überzogen ist. Im Gewebe und an dessen Oberfläche bilden sich schwarze, harte Dauerkörper (Sklerotien) von Korngröße, die ein diagnostisches Merkmal sind. Befallene Pflanzen welken, knicken um und sterben ab; die Krankheit befällt viele Gemüse- und Zierpflanzenarten. Die Infektion beginnt meist mit einem hellen, wässrigen, fast durchscheinenden Fleck, der sich rasch zu einer weichen Fäule ausweitet; bei feuchter Luft überzieht ihn das charakteristische, wattig-weiße Pilzmyzel. Mit fortschreitender Krankheit wird der befallene Stängel eingeschnürt und umgürtet, verliert seine Festigkeit, wodurch die Pflanze oberhalb der Befallsstelle welkt und abstirbt, und das Gewebe bleicht nach dem Austrocknen aus, wird trocken, bastig und fasert auf. Das Innere der befallenen Stängel (das Mark) ist oft hohl und mit schwarzen Sklerotien von der Größe von Getreidekörnern gefüllt — das sicherste Merkmal zur Unterscheidung dieser Krankheit. Sclerotinia befällt einen sehr breiten Wirtskreis (u. a. Salat, Bohnen, Gurken, Möhren, Kohlgewächse, Sonnenblume, Raps sowie zahlreiche Stauden und Zierpflanzen), und die Fäule entwickelt sich auch nach der Ernte, in gelagerten Wurzeln und Köpfen. Im Frühjahr wachsen aus den im Boden verbleibenden Sklerotien kleine, cremebraune, becherförmige Fruchtkörper (Apothecien), die Schlauchsporen (Askosporen) freisetzen, welche die Pflanzen meist über verblühte Blütenblätter und geschwächtes Gewebe befallen.

Grauschimmel

Graubrauner, flaumiger Myzelbelag auf Blüten, Früchten, Blättern und Trieben, dem wässrige, faulende Flecken vorausgehen. Er befällt geschwächtes und beschädigtes Gewebe und entwickelt sich rasch bei Feuchtigkeit und Kühle sowie bei schlechter Luftzirkulation. Häufig an Erdbeeren, Begonien, Pfingstrosen und Rosen. Der Belag ist charakteristisch „mausgrau“ — flaumig, aschgrau, und beim Anstoßen des befallenen Gewebes steigt eine sichtbare Wolke von Sporen (Konidien) auf, was das Erkennungsmerkmal dieser Krankheit ist. Die Infektion beginnt meist an den schwächsten Geweben: verblühenden Blütenblättern, Wunden, Hagelschäden oder Fraßstellen von Schädlingen sowie an Pollenresten, die sich auf den Blütenblättern abgelagert haben. An den Blüten erscheinen kleine, braune, wässrige Flecken, die rasch die ganze Blüte erfassen („Blütenfäule“); von der befallenen Blüte wächst der Pilz oft in den Trieb hinein und verursacht dessen Einschnürung und Absterben. An Weichfrüchten (Erdbeere, Himbeere, Weintrauben, Tomate) entwickelt sich eine wässrige, braun werdende Fäule, die von einer dicken Schicht grauen, flaumigen Pilzrasens überzogen ist — die Beere wird weich und „zerfließt“. An Sämlingen und Stecklingen verursacht Botrytis eine Fäule der Triebbasis und ein plötzliches Umfallen der Pflanzen. Im älteren, absterbenden Myzel sowie an Pflanzenresten bilden sich harte, schwarze, unregelmäßige Klümpchen — Sklerotien (Dauerkörper), mit denen der Erreger im Boden und in Pflanzenresten überwintert. Die Krankheit tritt auch nach der Ernte auf, als rasch fortschreitende Lagerfäule von Obst und Gemüse.

Mosaik (Viruskrankheit)

Auf den Blättern erscheint ein charakteristisches Mosaik — unregelmäßige, ineinander übergehende hell- und dunkelgrüne oder gelbe Flecken und Streifen. Die Blätter sind oft verformt, verkräuselt, gekraust und kleiner, und ganze Pflanzen verkümmern und tragen schlecht Früchte. Die Symptome sind am stärksten an jungen Blättern sichtbar, und die Früchte von Gurke, Zucchini oder Tomate können fleckig und missgebildet sein. Die Krankheit befällt viele Gemüsearten, Stauden und Zierpflanzen. Das Krankheitsbild hängt vom konkreten Virus, der Wirtsart und der Temperatur ab — derselbe Erreger ruft an verschiedenen Pflanzen unterschiedliche Symptome hervor. Ein Erkennungsmerkmal ist, dass das Mosaik systemisch ist (es erfasst die ganze Pflanze und entwickelt sich von den jüngsten Blättern aus) und nicht punktuell wie pilzliche Blattflecken — hier fehlen deutlich abgegrenzte Flecken mit Rand, Pilzrasen oder Fruchtkörper. Neben dem Mosaik treten Adernaufhellung (Aufhellung des Gewebes entlang der Blattadern), Streifenbildung sowie blasenartige Aufwölbungen der Blattspreite auf. Eine starke Verschmälerung und Fadenförmigkeit der Tomatenblätter (das sogenannte „Schnürsenkel“-Symptom) hängt vor allem mit CMV (Gurkenmosaikvirus) zusammen, gelegentlich mit Tobamoviren, während TMV/ToMV überwiegend Mosaik und Marmorierung der Blätter hervorrufen. An den Früchten beobachtet man Fleckigkeit, konzentrische Ringe, warzenartige Aufwölbungen (Gurke) und ungleichmäßige Reifung (Tomate), an den Blüten von Zierpflanzen — einen Farbdurchbruch, also Streifen und Flecken von Entfärbungen auf den Blütenblättern. Bei hoher Temperatur (über ~28–30 °C) können sich die Symptome maskieren und vorübergehend verschwinden, um nach der Abkühlung zurückzukehren — das bedeutet keine Heilung der Pflanze.

Blattläuse

Kleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.

Spinnmilben

Winzige (0,3–0,5 mm) Spinnentiere, mit bloßem Auge kaum zu erkennen, die an der Blattunterseite saugen. Symptome: feine helle Sprenkel (Einstichstellen), mit der Zeit werden die Blätter grau, vergilben und vertrocknen. Bei starkem Befall zeigt sich ein feines Gespinst. Warme, trockene Luft fördert die Entwicklung — ein häufiges Problem bei Zimmerpflanzen im Winter in der Nähe von Heizkörpern. Spinnmilben sind keine Insekten, sondern Milben aus der Familie Tetranychidae — erwachsene Tiere haben 8 Beine (Larven nur 6). Am häufigsten tritt in Kulturen die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) auf: gelbgrüne Weibchen tragen an den Körperseiten zwei dunkle Flecken, überwinternde Weibchen verfärben sich orangerot. In Obstgärten ist die Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi) verbreitet, deren rote Eier gehäuft an der Triebrinde überwintern. Fraßmechanismus: Die Milben stechen die Zellen der Epidermis und des Mesophylls an der Blattunterseite an und saugen deren Inhalt aus, und die entleerten Zellen füllen sich mit Luft — daher die charakteristische, silbrig-graue, feine Sprenkelung, die von der Blattoberseite sichtbar ist (ähnelt einer mosaikartigen Verfärbung). Bei hoher Dichte werden die Blätter braun, rollen sich ein und fallen vorzeitig ab, und die ganze Pflanze schwächt sich und verliert an Zuwachs. Ein dichtes Gespinst zwischen Blättern und Triebspitzen erscheint erst bei fortgeschrittenem Befall und ist ein Signal für die Gefahr einer Verschleppung des Schädlings auf benachbarte Pflanzen. Der Entwicklungszyklus ist bei Wärme und Trockenheit sehr schnell — bei einer Temperatur von 25–30°C kann sich eine Generation in 1–2 Wochen abschließen, daher zahlreiche Generationen pro Saison und ein rasantes, exponentielles Anwachsen der Population. Die Weibchen legen kugelige, durchsichtige Eier an der Blattunterseite ab. Es überwintern begattete Weibchen (in Rindenritzen, Streu und Pflanzenresten) oder — bei der Obstbaumspinnmilbe — die Eier an der Rinde. Ein früher Befall wird leicht übersehen; bei der Diagnose hilft das Abschütteln eines Blattes über einem weißen Blatt Papier (wandernde Pünktchen werden sichtbar) oder das Betrachten der Blattunterseite mit einer Lupe.

Schnecken

Nackt- und Gehäuseschnecken, die nachts und nach Regen fressen. Symptome: unregelmäßige Löcher in den Blättern und vollständig abgefressene junge Sämlinge, silbrige Schleimspuren auf Blättern und Boden. Die größten Schäden treten an feuchten, schattigen Stellen auf — besonders an Salat, Erdbeeren und Funkien. Am gefährlichsten im Garten sind die Nacktschnecken (ohne äußeres Gehäuse): die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris, früher als A. lusitanicus beschrieben) sowie die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum). Der Tigerschnegel (Limax maximus) ähnelt ihnen morphologisch, frisst jedoch vor allem an verrottender organischer Substanz und Pilzen und erbeutet mitunter sogar andere Schnecken, sodass er als Schädling lebender Pflanzen kaum Bedeutung hat. Gehäuseformen — Bänderschnecken (Cepaea) oder die geschützte Weinbergschnecke (Helix pomatia) — richten in der Regel geringere Schäden an. Der Körper ist weich, langgestreckt und ständig mit Schleim bedeckt; am Kopf sind zwei Paar einziehbare Fühler zu erkennen — das längere obere Paar trägt die Augen, das kürzere untere dient dem Tast- und Geruchssinn. Schnecken sind Zwitter: Sie legen kugelige, durchsichtige oder perlmuttfarbene Eier in Gelegen ab, verborgen im feuchten Boden, unter Steinen und in der Laubstreu. Ein einzelnes Exemplar der Spanischen Wegschnecke kann mehrere Hundert Eier ablegen; es überwintern sowohl die Eier als auch die Jungschnecken, und der Fraß dauert vom Frühjahr bis in den Spätherbst, wobei er sich in warmen, feuchten Nächten verstärkt. Die Schäden haben glatte Ränder und entstehen oft mitten in der Blattspreite, nicht nur am Rand; Sämlinge und Jungpflanzen werden bis auf den blanken Boden abgefressen, und an Erdbeeren sowie reifenden Gemüsen nagen die Schnecken Vertiefungen in die Früchte. Diagnostisch entscheidend ist die eingetrocknete, silbrig glänzende Schleimspur — kein Insekt hinterlässt sie.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Mäßig Rohe Samen enthalten Phytohämagglutinin – ein giftiges Lektin, das Magen-Darm-Beschwerden auslöst. Mindestens 10 Minuten Kochen neutralisieren es vollständig; junge Hülsen werden nach dem Kochen bedenkenlos verzehrt.
Hunde Mäßig Rohe Samen können eine Vergiftung ähnlich wie beim Menschen auslösen; gekocht sind sie in maßvoller Menge unbedenklich.
Katzen Mäßig

Geschichte und Herkunft

Die Feuerbohne wurde in den kühlen, feuchten Bergen Mesoamerikas – im Gebiet des heutigen Mexiko und Guatemala – vor mehreren tausend Jahren domestiziert, und ihre archäologischen Funde stammen unter anderem aus dem Tal von Tehuacán. Ihre bergige, mäßig warme Herkunft erklärt, warum die Art kühle Sommer und feuchtes Klima – darunter britische und mitteleuropäische Bedingungen – besser verträgt als die Gartenbohne. Nach der Entdeckung Amerikas gelangte sie im 16.–17. Jahrhundert nach Europa. In England setzte sie sich zunächst als Zierpflanze durch – ihre Einführung wird traditionell mit dem Gärtner John Tradescant dem Älteren um 1633 in Verbindung gebracht – und erst mit der Zeit schätzte man die essbaren Hülsen, daher der englische Name „runner bean“. In der polnischen Küche hat sich die Art vor allem in den weißsamigen Formen etabliert, im Handel als „Piękny Jaś“ oder „jaś“ bekannt: die großen, flachen, weißen Samen sind ein Klassiker des Kleingartens, geschätzt in Suppen, Eintöpfen und Salaten. Der deutsche Name „Feuerbohne“ verweist unmittelbar auf die feurige Farbe der Blüten der typischen Form.

Verwendung

Im Freiland angebaut für die Hülsen (jung geerntet, bevor sie verfasern) sowie für trockene Samen zur Aufbewahrung, und die Zierformen zusätzlich für die Blüten, die Lauben, Pergolen und Zäune bedecken. Die Samen werden ab Mitte Mai, nach dem Ende der Fröste, direkt ins Freiland gesät, etwa 5 cm tief, an zuvor aufgestellten Stangen, einem Wigwam aus Stangen oder an einem Netz – eine Stütze von mindestens 2–2,5 m Höhe ist eine zwingende Voraussetzung, denn die Pflanze sucht von Jugend an Halt. Der Standort wird mit Kompost versorgt, und eine Stickstoffdüngung wird vermieden, weil die Bohne selbst Stickstoff aus der Luft bindet. Grundlage des Erfolgs ist das Gießen: Während der Blüte und des Hülsenansatzes muss der Boden gleichmäßig feucht sein, sonst fallen die Blüten ohne Früchte ab; Mulchen hilft, die Feuchtigkeit zu halten. Die Triebspitzen, die über den Gipfel der Stütze hinauswachsen, werden ausgekniffen, um die Pflanze zum Fruchten zu bringen. Gute Gesellschaft bieten Mais (lebende Stütze) und Gurken, die vom fruchtbareren Boden profitieren; die Nachbarschaft von Zwiebeln und Knoblauch wird gemieden, denen traditionell eine Schwächung der Knöllchenbakterien zugeschrieben wird. In der Küche werden die jungen Hülsen wie grüne Bohnen gekocht, und die großen, reifen Samen des „Jaś“ – nach dem Einweichen und Kochen – kommen in Suppen, Eintöpfe und Salate. Rohe Samen dürfen nicht verzehrt werden.

Wissenswertes

  • Der polnische Name „wielokwiatowa“ (vielblütig) kommt von den zahlreichen Blüten in langen, aufrechten Trauben – bei der Gartenbohne sind die Blüten spärlich und unscheinbar.
  • Nach Großbritannien wurde sie im 17. Jahrhundert zunächst als Zierkletterpflanze für Lauben eingeführt; die essbaren Hülsen begann man erst später allgemein zu essen.
  • Der handelsübliche „Piękny Jaś“ (große, flache, weiße Samen vom Typ Riesenbohne) sind gerade die weißblütigen Sorten dieser Art, nicht der Gartenbohne.
  • Die knolligen Wurzeln lassen sich ausgraben und über den Winter an einem kühlen, trockenen Ort aufbewahren wie Dahlienknollen, um sie im Frühjahr erneut zu pflanzen – deshalb ist sie botanisch eine Staude.

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich die Feuerbohne von der Gartenbohne?

Es ist eine eigene Art (Phaseolus coccineus). Sie klettert deutlich höher – bis 3–4 m – und braucht zwingend Stangen oder ein Netz, hat größere, dekorative Blüten in Trauben (meist scharlachrot) sowie größere, flache Samen. Sie verträgt kühle, feuchte Sommer besser und keimt hypogäisch (die Keimblätter bleiben unter der Erde), wodurch sie nach einem Frühjahrsfrost leichter wieder austreibt.

Kann die Feuerbohne ohne Stützen wachsen?

Die Kletterformen – nein. Sie erreichen 3–4 m und müssen sich um Stangen, einen Wigwam oder ein Netz winden; ohne Halt kriechen sie, verheddern sich und tragen schlecht. Die Stütze wird noch vor der Aussaat aufgestellt. Eine Ausnahme bilden die zwergigen, buschigen Sorten (z. B. „Hestia“), die bis etwa 45 cm ohne Stützen wachsen – sie eignen sich auch für große Gefäße.

Ist „Piękny Jaś“ eine andere Art?

Nein. „Piękny Jaś“ (jaś, jasiek) ist eine umgangssprachliche Handelsbezeichnung für die großen, flachen, weißen Samen der weißblütigen Sorten der Feuerbohne. Es ist dieselbe Art wie die scharlachrote Zierbohne, nur eine Form mit weißen Blüten und weißen Samen, die hauptsächlich für trockene Körner angebaut wird.

Warum fallen die Blüten ab und die Hülsen setzen nicht an?

Die häufigste Ursache ist ein zu trockener Boden während der Blüte sowie Hitze – die Feuerbohne stammt aus kühlen Bergen und setzt bei hohen Temperaturen und trockener Luft schlecht Hülsen an. Es helfen gleichmäßige Bodenfeuchte, Mulchen und ein in heißen Sommern vor der stärksten Sonne geschützter Standort. Auch das Fehlen bestäubender Insekten (besonders Hummeln) schränkt den Fruchtansatz ein.

Kann man die Samen der Feuerbohne roh essen?

Nein. Rohe Samen enthalten Phytohämagglutinin – ein giftiges Lektin, das Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslöst. Mindestens 10 Minuten Kochen neutralisieren es vollständig. Junge Hülsen sowie eingeweichte, gekochte Samen sind unbedenklich.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 25.7.2026.

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