Erkennung
Winzige (1–2 mm) weiße Insekten, die kleinen Motten ähneln und beim Berühren der Pflanze in einer Wolke auffliegen. Sie saugen an der Blattunterseite Pflanzensaft und scheiden Honigtau aus. Die Folge sind Vergilbung und Schwächung der Pflanze. Häufig an Tomaten, Paprika, Gurken und Pelargonien, besonders in Folientunneln und Gewächshäusern. Die Flügel der erwachsenen Tiere sind mit einem weißen, wachsartigen Belag überzogen (daher der Name) und liegen in Ruhe flach, dachziegelartig über dem Körper. Die Weibchen legen ihre Eier an der Unterseite junger Blätter ab, oft in charakteristischen Bögen oder Kreisen, auf kurzen Stielchen. Aus den Eiern schlüpfen bewegliche Larven des ersten Stadiums (sogenannte Wandernymphen), die nach dem Auffinden einer Fraßstelle ihre Beweglichkeit verlieren und sich als flache, ovale, durchscheinend-grünliche „Schildchen“ bis zur Verpuppung an das Blatt saugen. Fraßsymptome sind helle Flecken, Vergilbung und Welke der Blätter sowie — am lästigsten — reichlicher Honigtau, auf dem sich Rußtau (Schwärzepilze) entwickelt, der Blätter und Früchte verunstaltet und die Photosynthese einschränkt. In beheizten Gewächshäusern entwickelt sich die Weiße Fliege ununterbrochen und bildet das ganze Jahr über viele sich überlappende Generationen; im polnischen Klima überwintert sie im Freien nicht (sie stirbt durch Frost ab), sodass die Befallsquellen geschützte Kulturen und eingeschleppte Setzlinge sind, während die Insekten im Sommer ins Freiland fliegen können. Die Weiße Fliege kann auch ein Vektor von Pflanzenviren sein (Crinviren, z. B. des Tomaten-Chlorose-Virus).
Bekämpfung
Gelbtafeln (die Weiße Fliege reagiert stark auf Gelb), Kaliseife, Ölpräparate. Im biologischen Anbau die parasitische Schlupfwespe (Encarsia). Wichtig sind die Quarantäne neuer Setzlinge und das regelmäßige Lüften geschützter Kulturen. Die Bekämpfung ist am wirksamsten, wenn sie das Monitoring mit mehreren Methoden zugleich verbindet, denn keine einzelne erfasst alle Entwicklungsstadien. Gelbtafeln dienen vor allem dem Erkennen des Zuflugs und dem Abfangen erwachsener Insekten — sie kontrollieren die Larven nicht und bleiben daher ein unterstützendes Hilfsmittel. Kaliseife und Ölpräparate wirken ausschließlich als Kontaktmittel und müssen die Blattunterseite, wo Larven und erwachsene Insekten sitzen, vollständig benetzen; sie erfordern mehrere Wiederholungen im Abstand von einigen Tagen. Unter Schutzabdeckungen bewährt sich das Ausbringen natürlicher Feinde: die parasitische Schlupfwespe Encarsia formosa (legt ihre Eier in die Larven der Weißen Fliege), räuberische Milben — die Raubmilben der Gattung Amblyseius (fressen die Eier) sowie die Raubwanze Macrolophus, außerdem Biopräparate aus insektenpathogenen Pilzen (Beauveria, Lecanicillium). Bei den Insektiziden zielt man am besten mit Insektenwachstumsregulatoren auf die Larvenstadien und setzt Kontakt- und systemische Präparate im Wechsel der chemischen Wirkstoffgruppen ein — die Weiße Fliege wird schnell resistent, und Pyrethroide töten zudem die natürlichen Feinde ab. Grundlage bleibt die Vorbeugung: Quarantäne und Kontrolle neuer Setzlinge, Netze in den Lüftungsfenstern, Entfernen von Unkräutern und Pflanzenresten, die dem Schädling als Reservoir dienen, Lüften sowie das Vermeiden einer Überdüngung mit Stickstoff.
Unterscheidung von Verwechslungen
| Merkmal | Gewächshaus-Weiße Fliege | Tabak-Weiße Fliege (Bemisia tabaci) |
|---|---|---|
| Flügelhaltung in Ruhe | Flach, dachziegelartig über dem Körper; die Flügel berühren sich und bedecken den Körper — das Insekt wirkt wie ein breites, weißes Dreieck. | Die Flügel dachförmig angehoben (ca. 45°), berühren sich nicht — ein Spalt und der gelbliche Körper sind sichtbar; das Insekt schmaler. |
| Körperfarbe | Weißlich. | Deutlich gelblich. |
| Größe | Ca. 1–1,5 mm. | Etwas kleiner, ca. 0,8–1 mm. |
| Bedingungen und Pflanzen | Verträgt kühlere Kulturen; verbreitet an Tomate, Gurke, Pelargonie, in Folientunneln. | Wärmeliebend; häufig an Weihnachtsstern und Zierpflanzen, in Polen vor allem in beheizten Gewächshäusern. |
| Bedeutung als Virusvektor | Überträgt einige Crinviren (z. B. das Tomaten-Chlorose-Virus). | Gefährlicher Vektor vieler Viren (Begomoviren, u. a. TYLCV) — eine deutlich größere phytosanitäre Bedrohung. |
Bekämpfung — biologische und chemische Methoden
Ökologische und biologische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Gelbtafeln (Monitoring und Abfang) | Die gelbe Farbe lockt erwachsene Weiße Fliegen stark an; die Tafeln erkennen den Zuflug und reduzieren die fliegende Population, vernichten aber die Larven nicht — es ist eine unterstützende Methode. | Ab der Pflanzung, während der gesamten Saison unter Schutzabdeckungen |
| Kaliseife und Ölpräparate | Sie wirken als Kontaktmittel — sie lösen die Hüllen auf und blockieren die Atmung der Insekten. Nur bei vollständiger Benetzung der Blattunterseite wirksam, erfordern Wiederholungen. | Alle 5–7 Tage, ab den ersten Insekten |
| Natürliche Feinde (Ausbringung) | Die Schlupfwespe Encarsia formosa parasitiert die Larven, die Raubmilbe Amblyseius frisst die Eier und die Wanze Macrolophus jagt Eier und Larven der Weißen Fliege. | Früh, bei geringer Schädlingsdichte |
| Entomopathogene Pilze (Biopräparate) | Die Sporen der Pilze Beauveria bassiana und Lecanicillium infizieren und töten Larven sowie erwachsene Insekten; sie wirken am besten bei hoher Luftfeuchtigkeit. | Bei hoher Luftfeuchtigkeit, im Wechsel mit Spritzungen |
Chemische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Insektenwachstumsregulatoren (IGR) | Wirkstoffe wie Buprofezin oder Pyriproxyfen stören die Häutung und die Entwicklung von Eiern und Larven und schonen einen Teil der Nützlinge. | Wenn die Larvenstadien überwiegen |
| Kontakt- und systemische Insektizide im Wechsel | Präparate aus verschiedenen chemischen Wirkstoffgruppen im Wechsel angewendet begrenzen die Resistenz der Weißen Fliege; Pyrethroide vernichten jedoch die natürlichen Feinde. | Als Notmaßnahme, bei hohem Befallsdruck |
Wir nennen Wirkstoffgruppen und Wirkmechanismen, keine Handelsnamen — konkrete Präparate und ihre Zulassung unterscheiden sich je nach Land und werden mitunter zurückgezogen. Prüfen Sie stets das aktuelle Etikett und befolgen Sie es.
Quellen
- Atlas der Gemüseschädlinge