Pflanzenkrankheiten erkennen — Diagnose anhand der Symptome
Weißer Belag, braune Flecken, Welken trotz Gießen, faulende Früchte — wie du Pflanzenkrankheiten am Symptom erkennst, was heilbar ist und was entfernt gehört.
Die meisten Probleme beginnen gleich: An der Pflanze taucht etwas auf, das gestern noch nicht da war — ein Belag, ein Fleck, ein sich einrollendes Blatt. Der Name der Krankheit kommt erst später. Dieser Ratgeber ist umgekehrt aufgebaut wie eine typische Enzyklopädie: Er führt von dem, was du siehst, zum konkreten Erreger und zur Entscheidung, was mit der Pflanze zu tun ist.
Bevor du jedoch zur Spritze greifst, solltest du wissen, dass ein großer Teil der gemeldeten „Krankheiten“ gar keine Krankheiten sind. Staunässe, ein Nährstoffmangel, Sonnenbrand und der Fraß kleiner Schädlinge können einer Pilzinfektion täuschend ähnlich sehen — behandelt werden sie aber völlig anders. Darauf kommen wir im Abschnitt über die Unterscheidung von Krankheit und Pflegefehler zurück.
Schnelldiagnose — vom Symptom zur Krankheit
| Symptom | Wo am häufigsten | Wahrscheinliche Krankheit |
|---|---|---|
| Weißer, mehliger Belag auf der Blattoberseite | Rosen, Gurken, Kürbisse, Apfelbäume | Echter Mehltau |
| Belag auf der Blattunterseite, gelbe eckige Flecken oben | Gurken, Zwiebeln, Weinreben | Falscher Mehltau |
| Grauer, flauschiger Belag an Blüten und Früchten | Erdbeeren, Pfingstrosen, Rosen | Grauschimmel |
| Rostige, stäubende Sporenlager auf der Blattunterseite | Rosen, Stockrosen, Birnen | Rost |
| Schwarze Flecken mit ausgefranstem Rand, Blätter fallen ab | Rosen | Sternrußtau der Rose |
| Olivfarbene, samtige Flecken; korkige Risse an den Früchten | Apfelbäume | Apfelschorf |
| Braune Flecken mit konzentrischen Ringen, von unten aufsteigend | Tomaten, Kartoffeln, Möhren | Dürrfleckenkrankheit |
| Dunkle, eingesunkene Flecken; rosafarbener Schleim in der Mitte | Bohnen, Paprika, Kürbisse, Erdbeeren | Anthraknose |
| Sich ausbreitende dunkle Flecken, weißlicher Belag unterseits | Kartoffeln, Tomaten | Kraut- und Knollenfäule |
| Im Frühjahr gekräuselte, verdickte, rote Blätter | Pfirsiche, Nektarinen | Kräuselkrankheit des Pfirsichs |
| Braunfäule der Frucht mit beigen Sporenpolstern | Apfelbäume, Sauerkirschen, Pflaumen | Monilia-Fruchtfäule |
| Welken trotz feuchtem Boden, braune Leitbündel im Stängel | Tomaten, Gurken, Nelken | Fusarium-Welke |
| Weißes, watteartiges Myzel am Grund; schwarze harte Klümpchen | Salat, Bohnen, Gurken | Weißstängeligkeit |
| Wucherungen und Verdickungen an den Wurzeln | Kohl, Blumenkohl, Radieschen | Kohlhernie |
Nachfolgend dieselben Krankheiten, aber beschrieben unter dem Gesichtspunkt, wie man sie voneinander unterscheidet — denn die Symptome aus der Tabelle ähneln einander mitunter.
Beläge — weiß, grau, rostig
Die Blattseite, auf der der Belag sitzt, ist die wichtigste diagnostische Information.
Echter Mehltau erzeugt einen weißen, mehligen Belag auf der Oberseite von Blättern, Trieben und Knospen; die Blätter vergilben, verformen sich und fallen vorzeitig ab. Er entwickelt sich bei warmem Wetter und hoher Luftfeuchtigkeit, ohne dass die Blätter dafür nass werden müssen. Behandelt wird er mit Schwefel- oder Triazolpräparaten; bei leichtem Befall genügen Pflanzenstärkungsmittel und das Entfernen der befallenen Teile.
Falscher Mehltau ist eine völlig andere Organismengruppe: Der Belag — grauviolett oder braun — sitzt auf der Unterseite des Blattes, während oben gelbe, deutlich von den Blattadern begrenzte und dadurch eckig wirkende Flecken zu sehen sind. Begünstigt wird er von Feuchtigkeit und kühlen Nächten; besonders gefährlich ist er für Gurken, Zwiebeln und Weinreben. Mittel gegen Echten Mehltau wirken hier nicht — man braucht Präparate, die gegen Falsche Mehltaupilze bestimmt sind.
Grauschimmel ist ein graubrauner, flauschiger Myzelrasen an Blüten, Früchten und Trieben, dem wässrige, faulende Flecken vorausgehen. Er befällt vor allem geschwächtes und verletztes Gewebe — daher seine Vorliebe für verblühende Blütenblätter, Druckstellen an Früchten und zu dichte Pflanzungen. Er breitet sich sehr schnell aus, deshalb entfernt man befallene Teile sofort und nicht erst „bei Gelegenheit“.
Rost bildet rostorangefarbene, stäubende Sporenlager auf der Blattunterseite, denen auf der Oberseite gelbe Flecken entsprechen. Ein Teil der Rostpilze ist wirtswechselnd — sie brauchen einen Zwischenwirt, so durchläuft etwa der Birnenrost einen Teil seines Zyklus auf dem Wacholder. Kehrt der Rost trotz aller Maßnahmen jedes Jahr wieder, prüfe, was in der Nachbarschaft wächst.
Flecken auf den Blättern
Sternrußtau der Rose — schwarze oder dunkelbraune Flecken mit charakteristisch ausgefransten Rändern, um die herum die Blattspreite vergilbt. Die Blätter fallen massenhaft ab, was den Strauch schwächt und die Blüte einschränkt. Die wichtigste Maßnahme ist keine Spritzung, sondern das Aufräumen: Herabgefallenes Laub ist die Infektionsquelle für die nächste Saison, das herbstliche Zusammenrechen unterbricht also den Krankheitszyklus.
Apfelschorf — olivgrüne, samtige, verschwommen begrenzte Flecken auf den Blättern, an den Früchten dunkle Korkflecken, die beim Fruchtwachstum aufreißen und die Frucht verformen. Behandelt wird vorbeugend, im Frühjahr, während der Primärinfektionen (professionell nach der Mills-Tabelle, also nach Temperaturschwellen und der Dauer der Blattnässe); sind die Flecken erst da, ändert eine Spritzung in dieser Saison kaum noch etwas.
Dürrfleckenkrankheit — braune Flecken mit konzentrischen Ringen, die an eine Zielscheibe erinnern, oft mit gelbem Hof, die von den ältesten, unteren Blättern nach oben fortschreiten. An Früchten und Knollen bildet sie trockene, eingesunkene Faulstellen.
Anthraknose — dunkle, scharf abgegrenzte und eingesunkene Flecken; bei feuchter Witterung erscheint in ihrer Mitte ein rosafarbener, schleimiger Sporenbelag. Typisch für Bohnen, Paprika, Kürbisgewächse und Erdbeeren in warmen, nassen Sommern.
Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel und Tomate — dunkelbraune, sich rasch ausbreitende Flecken, bei Feuchtigkeit mit weißlichem Belag auf der Blattunterseite, dazu braune Streifen an den Stängeln. In warmen, regnerischen Sommern kann sie eine Kultur in wenigen Tagen vernichten, deshalb zählt Vorbeugung, nicht Reaktion.
Die Kräuselkrankheit des Pfirsichs zeichnet sich dadurch aus, dass das Symptom weniger ein Fleck als eine Verformung ist: Im Frühjahr werden die jungen Blätter verdickt, gekräuselt und rötlich, mit blasigen Auswölbungen. Hier ist der Behandlungstermin absolut entscheidend — gespritzt wird vor dem Aufbrechen der Knospen, im Stadium ihres Schwellens (zusätzlich lohnt sich eine Behandlung im Herbst nach dem Blattfall). Sind die Blätter erst entfaltet, ist eine Spritzung nutzlos und man muss bis zum nächsten Frühjahr warten.
Welken trotz Gießen
Die Pflanze wird schlaff, obwohl der Boden feucht ist? Das ist meist ein Zeichen dafür, dass das Wasser nicht bis zu den Blättern gelangt — das Problem steckt in den Wurzeln oder in den Leitbündeln.
Die Fusarium-Welke beginnt im Boden: Der Pilz dringt über die Wurzeln in die Leitbündel ein und blockiert den Wasserfluss. Die Pflanzen welken zuerst an heißen Tagen, oft einseitig oder von den unteren Blättern her, dann vergilben sie und sterben ab. Der entscheidende Test ist einfach: Schneide den Stängel quer durch — eine braune Verfärbung des Leitbündelrings bestätigt die Diagnose.
Die Weißstängeligkeit befällt die Pflanze am Grund und an den Kontaktstellen mit dem Boden: Es entsteht eine wässrige, weiche Fäule, überzogen von dichtem, weißem, watteartigem Myzel, und im Gewebe wie darauf bilden sich schwarze, harte Sklerotien von der Größe eines Korns. Diese schwarzen Klümpchen sind ein diagnostisches Merkmal, das sich mit nichts anderem verwechseln lässt.
Zu bedenken ist, dass auch die Kohlhernie ein Welken bei Hitze auslöst — allerdings bei Kohlgewächsen und mit einem völlig anderen Bild an den Wurzeln (siehe unten).
Faulende Früchte
Die Monilia-Fruchtfäule, also die Braunfäule, erzeugt an Äpfeln, Sauerkirschen und Pflaumen sich vergrößernde braune Faulstellen mit konzentrisch angeordneten, graubeigen Sporenpolstern. Befallene Früchte trocknen ein und mumifizieren, bleiben bis zur nächsten Saison am Baum hängen — und genau diese Fruchtmumien sind die Hauptquelle der Frühjahrsinfektion. Der Pilz befällt auch Blüten und Zweigspitzen und lässt sie absterben. Schutzmaßnahmen erfolgen während der Blüte sowie vor der Ernte; ebenso wichtig ist es, Verletzungen der Fruchtschale zu vermeiden, denn jede Wunde ist eine Eintrittspforte für die Infektion (deshalb schränkt die Bekämpfung von Apfelwickler und Schorf die Monilia indirekt mit ein).
An Erdbeeren und Beerenobst dominiert der Grauschimmel, an Tomaten in nassen Sommern die Kraut- und Knollenfäule in Form harter, brauner Fäulnisstellen, und an Bohnen und Paprika die Anthraknose mit eingesunkenen, faulenden Herden.
Symptome unter der Erde
Ein Teil der Krankheiten lässt sich nicht erkennen, ohne die Pflanze aus dem Boden zu nehmen.
Die Kohlhernie bildet an den Wurzeln von Kohl, Blumenkohl, Raps und Radieschen Wucherungen und Verdickungen, die das gesamte Wurzelsystem verformen. Die Pflanze wächst schlecht, vergilbt und welkt bei Hitze, weil die deformierten Wurzeln kein Wasser aufnehmen. Wenn die Wucherungen zu faulen beginnen, setzen sie riesige Mengen an Dauersporen in den Boden frei.
Bei der Fusarium-Welke verbräunen die Wurzeln und die Stängelbasis, und bei der Weißstängeligkeit bleiben im Boden rund um die Pflanze schwarze Sklerotien zurück, die dort viele Jahre überdauern.
Pilz, Bakterium oder Pflegefehler?
Die meisten „Krankheiten“, die Gartenanfänger melden, sind Pflegefehler. Bevor du ein Fungizid kaufst, prüfe drei Dinge.
Schreitet das Symptom fort und breitet es sich aus? Eine ansteckende Krankheit entwickelt sich mit der Zeit: Sie erfasst weitere Blätter, springt auf benachbarte Pflanzen über, die Flecken werden größer. Ein Pflegefehler dagegen „steht meist still“ und betrifft alle Blätter in ähnlichem Maß.
Siehst du eine Struktur und nicht nur eine Verfärbung? Belag, stäubende Sporenlager, Sporenpolster, Schleim, ein deutlicher Rand um den Fleck — das sind Anzeichen eines Erregers. Eine bloße Farbveränderung ohne jede Struktur deutet häufiger auf ein physiologisches Problem hin.
Was machen Wurzeln und Boden? Staunässe ist die häufigste Ursache für Symptome, die mit einer Krankheit verwechselt werden: Die unteren Blätter vergilben gleichmäßig, die Pflanze wird schlaff trotz nasser Erde, und die Wurzeln sind braun und weich. Wenn du einen Fehler beim Gießen vermutest, fang mit dem Ratgeber zum Gießen an und nicht mit der Spritze.
Typische Verwechslungen, die keine Krankheiten sind:
- Sonnenbrand — helle, ausgetrocknete, papierartige Flecken auf den am stärksten der Sonne ausgesetzten Blättern, meist nach einem plötzlichen Standortwechsel. Er geht nicht auf andere Blätter über.
- Stickstoffmangel — gleichmäßiges Aufhellen und Vergilben von den ältesten, unteren Blättern her, ohne Flecken und ohne Belag.
- Überdüngung oder Versalzung des Substrats — trockene, braune Blattränder mit scharfer, nicht verschwommener Abgrenzung.
- Spinnmilben — feine helle Sprenkel von den Einstichen, die Blätter vergrauen allmählich und vertrocknen, bei starkem Befall ist ein zartes Gespinst zu sehen. Sie werden von warmer, trockener Luft begünstigt und sind daher das klassische Problem von Zimmerpflanzen im Winter in Heizkörpernähe.
- Thripse — silbrige Streifen und Flecken auf den Blättern sowie winzige schwarze Kotpünktchen; diese Kombination unterscheidet sie von einer Pilzinfektion.
- Blattläuse — sie selbst sind mit bloßem Auge zu erkennen, scheiden aber klebrigen Honigtau aus, auf dem sich ein schwarzer Belag aus Rußtaupilzen bildet. Dieser Belag wird oft für eine Blattkrankheit gehalten, greift jedoch das Pflanzengewebe nicht an und verschwindet, sobald du die Blattläuse beseitigst.
Was sich nicht heilen lässt
Die ehrliche Antwort lautet: Ein Teil der Krankheiten wird gar nicht behandelt, und Rettungsversuche an der Pflanze verstärken nur die Verseuchung des Bodens.
- Fusarium-Welke — der Erreger sitzt im Inneren der Leitbündel, wohin Fungizide praktisch nicht gelangen. Die Pflanze wird samt Wurzelballen entfernt; im geschützten Anbau wird das Substrat ausgetauscht oder desinfiziert.
- Kohlhernie — auf einem befallenen Standort nicht heilbar. Kranke Pflanzen werden entfernt, der Boden wird gekalkt (der Erreger wird oberhalb von etwa pH 7,2 gehemmt) und die Drainage verbessert; bei starker Verseuchung verzichtet man an dieser Stelle für viele Jahre auf Kohlgewächse.
- Weißstängeligkeit — befallene Pflanzen werden samt der umgebenden Erde entfernt, denn in ihr bleiben die Sklerotien jahrelang lebensfähig.
In diesen Fällen ist die einzig wirksame Strategie die Fruchtfolge, ein Standortwechsel und resistente Sorten — keine Spritzungen.
Kompostiere befallene Pflanzenreste nicht bei Weißstängeligkeit, Kohlhernie, Fusarium-Welke, Kraut- und Knollenfäule und Monilia-Fruchtfäule. Ein Gartenkompost erreicht nicht die Temperatur, die Sklerotien und Dauersporen abtötet; verteilst du ihn im Garten, säst du die Krankheit auf neuen Beeten aus. Solche Reste entsorge außerhalb des Gartens.
Vorbeugung — fünf Regeln, die bei den meisten Krankheiten wirken
- Luftdurchlässigkeit. Zu dichter Stand ist die häufigste Ursache wiederkehrender Pilzinfektionen. Halte beim Pflanzen den empfohlenen Abstand ein, lichte Baumkronen und das Innere von Sträuchern aus und entferne Unkraut, das die Feuchtigkeit am Boden hält.
- Gießen an der Wurzel, am Morgen. Blätter, die die ganze Nacht nass bleiben, sind die Startbedingung für die meisten Erreger. Gieße am Wurzelhals und benetze weder Blätter noch Blüten oder Früchte — besonders nicht am Abend.
- Fruchtfolge. Bei bodenbürtigen Krankheiten ist das die Grundmaßnahme: Kohlgewächse kehren frühestens nach 5–7 Jahren an dieselbe Stelle zurück, Tomaten und Kartoffeln sollten weder aufeinanderfolgen noch in unmittelbarer Nachbarschaft stehen.
- Hygiene bei Werkzeug und Material. Desinfiziere die Gartenschere zwischen den Pflanzen, besonders beim Schnitt befallener Triebe. Kaufe gesunde, zertifizierte Jungpflanzen und gesundes Saatgut und wasche Töpfe kranker Pflanzen vor der Wiederverwendung aus. Arbeite nicht im nassen Bestand — an feuchten Blättern gehen die Sporen an Kleidung und Händen mit.
- Aufräumen nach der Saison. Rechte das Falllaub von Rosen und Apfelbäumen zusammen und entferne es, sammle mumifizierte Früchte von den Bäumen und darunter ab, beseitige Ernterückstände. Ein großer Teil der Erreger überwintert genau dort — nicht in der Luft.
Hinzu kommt die Sortenwahl: Bei Schorf, den Mehltaukrankheiten, der Kohlhernie und der Fusarium-Welke machen resistente oder wenig anfällige Sorten einen größeren Unterschied als jedes Pflanzenschutzprogramm.
Details findest du in den Krankheitskarten
Jede der beschriebenen Krankheiten hat in Atlas-Flora eine eigene Karte mit Erreger, vollständiger Symptombeschreibung, Bekämpfung und Vorbeugung — die komplette Liste steht in der Krankheiten-Enzyklopädie. Die Pflanzenkarten wiederum enthalten einen Abschnitt zu den Gefährdungen, sodass du vor dem Pflanzen einer neuen Art nachsehen kannst, wodurch sie auf deinem Grundstück bedroht sein wird.
Häufige Fragen
Weißer Belag auf den Blättern — was ist das und wie wird man ihn los?
Meist ist es Echter Mehltau — ein weißer, mehliger Belag auf der OBERSEITE der Blätter, der sich anfangs mit dem Finger abwischen lässt. Sitzt der Belag dagegen auf der Blattunterseite und zeigen sich oben gelbe, eckige, von den Blattadern begrenzte Flecken, handelt es sich um Falschen Mehltau — eine andere Erregergruppe, die andere Präparate erfordert. Diese Unterscheidung hat praktische Bedeutung, denn ein Mittel gegen Echten Mehltau wirkt nicht gegen den Falschen. In beiden Fällen beginnst du damit, befallene Blätter zu entfernen, die Pflanze auszulichten und ausschließlich an der Wurzel zu gießen.
Warum welkt eine Pflanze trotz Gießen?
Welken bei feuchtem Boden bedeutet, dass die Pflanze kein Wasser aufnimmt — das Problem liegt in den Wurzeln oder in den Leitbündeln, nicht beim Gießen. Drei typische Ursachen: Staunässe mit Wurzelfäule (Wurzeln braun, weich, faulig riechend), Fusarium-Welke (im Querschnitt des Stängels ist eine braune Verfärbung der Leitbündel zu sehen) und — bei Kohlgewächsen — die Kohlhernie (Wucherungen und Verdickungen an den Wurzeln). Nimm die Pflanze heraus und sieh dir die Wurzeln an, und schneide den Stängel quer durch: Das dauert keine halbe Minute und entscheidet die Diagnose.
Kann man von einer Krankheit befallene Pflanzen kompostieren?
Bei Krankheiten, die Dauerstadien bilden — Weißstängeligkeit, Kohlhernie, Fusarium-Welke, Kraut- und Knollenfäule, Monilia-Fruchtfäule — kategorisch nein. Ein Gartenkompost erreicht nicht die Temperatur, die Sklerotien und Dauersporen abtötet; verteilst du solchen Kompost im Garten, säst du die Krankheit an neuen Standorten aus. Solche Reste müssen aus dem Garten entfernt oder verbrannt werden, sofern die kommunalen Vorschriften das zulassen. Eine Ausnahme sind mitunter herabgefallene, schorfbefallene Apfelblätter — hier unterbricht schon das Zusammenrechen unter dem Baum den Krankheitszyklus.